Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1

Habe heute im Radio auf Ö1 einen Beitrag gehört, den ich trotz meines rudimentären Blogs unbedingt teilen möchte und ich mache es mir einfach und habe die Beschreibung von der Ö1 Homepage kopiert. Die Sendung ist ab heute noch 7 Tage über den Link nachzuhören oder auf

http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=427519&load_day=/programm/konsole/tag/20160214

Die Sendung dauert nur ca. 20 Minuten.

Motive – Glauben und Zweifeln

Sonntag, 14. Februar 2016 19:05

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge
2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

 

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge

Die sexuellen Übergriffe zahlreicher Männer in der Silvesternacht in Köln haben wochenlange Debatten nach sich gezogen. Augenzeugen und Opfer haben ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen. Auch Flüchtlinge sollen unter ihnen gewesen sein. Die Wogen sind daraufhin hoch gegangen und gerade in den Tagen vor dem Höhepunkt des Karnevals, des Faschings, war die Anspannung, vor allem in deutschen Städten, groß.
Welche Rollenbilder haben die Menschen geprägt, die nach Österreich flüchten? Inwiefern sind sie im Islam verwurzelt? Sind sie kompatibel mit den viel zitierten „westlichen Werten“? Kerstin Tretina hat mit Feministinnen, Religionswissenschaftlerinnen, Soziologen, Flüchtlingsbetreuerinnen und nicht zuletzt Flüchtlingen über die Frage gesprochen: Welche Frauenbilder bringen Flüchtlinge mit? – Gestaltung: Kerstin Tretina

2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

Gisela Ebmer ist evangelisch-reformierte Theologin und Religionspädagogin. In ihrem Kommentar beleuchtet sie das Faktum, dass schon vor Jahrtausenden sexuelle Gewalt gegen Frauen im eigenen Familienkreis totgeschwiegen wurde. Nachzulesen in der Bibel, wo ein Fall in den höchsten Kreisen – in der Familie König Davids – unter den Teppich gekehrt wurde. Und allzu oft passiert das noch heute.
Moderation: Martin Gross

Ich mag an Ö1 die differenzierte Berichterstattung. So auch in diesem Beitrag. Nicht alle Muslime oder Flüchtlinge, die in den letzten Monaten nach Europa kamen haben ein rückständiges Frauenbild, aber dennoch sagte z.B. ein junger Mann aus Afghanistan, dass es für ihn ganz ungewohnt ist, dass so viele Frauen auf der Straße zu sehen sind. Für einen Syrer allerdings war das keine Umstellung, er war die Gleichstellung von Frauen bereits aus seiner Heimat gewohnt, allerdings aus einer Zeit vor dem Krieg. Eine Jungfrau als Ehefrau stand allerdings für alle Interviewten außer Frage.

Das bequeme Urteilen wird uns hinsichtlich der Frage wie mit den unterschiedlichen Kulturen in Österreich und Europa umgegangen werden soll ebensowenig weiterbringen, wie bei anderen wichtigen gesellschaftlichen Problematiken. Wir genießen die Vorteile des Internets, das die Welt so klein gemacht hat. Ganz einfach können wir global kommunizieren, ein Hotel für den Urlaub am anderen Ende der Erde buchen, aber die Menschen denen wir im Urlaub begegnen, sollen uns bedienen, sich dankbar erweisen für das Geld das wir ihnen bringen und selbstverständlich unsere Kultur als Touristen akzeptieren. Schwierig wird es wenn diese Leute ihre Tradition ebenso bewahren mögen, wie wir. Und das in unserer Heimat. Wenn sie ihre Gewohnheiten beibehalten wollen, wie wir das mögen. Ohne ein Mindestmaß an gutem Willen aufeinander zuzugehen wird ein Leben in einer kleinen Welt nicht gelingen – das gilt für alle Bevölkerungsgruppen.

Ich denke, dass wir Frauen die Errungenschaften des Feminismus vermehrt und vielleicht bewusster als in den letzten 30 Jahren bewahren und weiter vorantreiben müssen. Wie Sybille Hamann am Ende des ersten Beitrages meint, ist diese „Krise“ wie sie es nennt vielleicht gut, um uns wieder klar zu werden, dass die Grundprinzipien des Feminismus, dass sich Frauen frei in der Gesellschaft bewegen können und alle Entscheidungen ebenso wie Männer treffen dürfen auch in unserem Land und Europa noch lange nicht umgesetzt sind. Möglicherweise bringt uns die Konfrontation mit uns fremden Kulturen weiter auf dem Weg der Gleichstellung. Ich stimme ihr zu, und meine, dass dies der Auftrag ist, den wir auch aus der Fluchtbewegung mitnehmen sollten, damit uns die Weiterentwicklung  gelingt. Lasst uns miteinander sprechen und unsere Freiheit verteidigen und ausbauen.

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