Liebster Award – was nun? – 1. Teil

 

 

Anfang Juni las ich den Beitrag von Untertauchen zum Liebsten Award. Nachdem ich bereits immer wieder von diesem Blog-Award gelesen hatte, war ich doch einigermaßen erfreut, dass hier nicht nur ein „Wohlfühl-Blog“ – nein, das meine ich keineswegs despektierlich – den Award erhalten hatte. Es ist verständlich, dass Blogs mit schönen Fotos oder humorvollen Texten lieber gemocht werden als jene, in denen schwierige Lebensumstände dargestellt werden. Und während ich so lese, denke ich: „Hm, vielleicht erhalte ich ihn ja dann auch einmal?“

Einige Zeilen später war es dann soweit. Ich konnte es kaum glauben, Untertauchen hatte mich tatsächlich nominiert. Ich freute mich sehr. Herzlichen Dank.

Dann wurde es allerdings schwierig für mich. Wen bitte sollte ich nominieren? Mir gefallen ausreichend andere Blogs, die es verdienten diesen Award zu erhalten. Auch die maximal 300 Follower hatten die meisten Blogs, die ich lese noch nicht erreicht. Wobei meine nachfolgende kurze Recherche ergab, dass die Regeln derartig unterschiedlich sind, dass sie von höchstens 200 – 1000 Follower lauten. Wie auch immer, ich könnte aus dem vollen schöpfen. Aber jetzt, wo es nicht bloß darum ging die beantworteten Fragen anderer zu lesen und mich dabei auch immer wieder ganz gut zu unterhalten, sondern darum selbst Fragen zu beantworten und noch viel schwieriger, welche zu stellen — jetzt also, wollte ich wissen, wer diesen Award ins Leben gerufen hatte und ins Netz gestellt. Was genau war der Hintergrund dieses Preises?

Auf dem Reiseblog Keine Eile lernte ich, dass der liebste Award ein „Blogstöckchen“ ist. Was das ist wurde ebendort so erklärt:

Aber was ist eigentlich ein “Blockstöckchen”? (sic)

Darum hier erst einmal eine kurze Erklärung: Ein Blogstöckchen ist eine Art Artikelserie unter Bloggern in dem typischerweise einige Fragen von einem Blogger zum anderen weitergegeben werden – vergleichbar ist das ganze mit einem Kettenbrief voller wechselnder Fragen. Das Ziel eines Blogstöckchens ist es dabei zu helfen, dass Blogger sich untereinander vernetzen und auf neue Mitstreiter aufmerksam werden – aber natürlich sollen auch die Leser eines Blogs auf weitere interessante Blogs aufmerksam gemacht werden.

Meine weitere Recherche führte mich zum Beitrag von Martin Feigenwinter, der überlegt, ob der liebste Award „Fluch oder Segen“ sei und wie sich der Award eher zu seinem Nachteil verändert hatte. Ich war also mit meiner nachdenklichen Haltung zum liebster Award keinesfalls alleine.

In den Kommentaren zu seinem Blogartikel fand sich dann ein Link zur ausführlichen und sehr lesenswerten Recherche von Rosemarie Benke-Bursian , die sich als Journalistin eingehend mit der Entstehung und Weiterentwicklung des Awards beschäftigte bis zum gegenwärtigen Zustand, dass liebste Awards das Netz scheinbar zu überschwemmen scheinen.

Welche Freude, dass mir die Arbeit abgenommen worden war. Ich danke Rosemarie Benke-Bursian hier ausdrücklich herzlich für diesen wunderbaren Einblick in die Welt des liebsten Awards und seinem artverwandten Ahnen der Aktion 11. Der liebste Award hatte nämlich zu Beginn überhaupt keine Fragen zu beantworten. Allerdings ist der Ursprung aufgrund gelöschter Blog-Quellen nicht mehr nachvollziehbar, aber … ich will nicht zuviel verraten. Es lohnt obigen Artikel zu lesen, ebenso wie jenen von Martin Feigenwinter . Vielleicht ist die Entwicklung des liebsten Awards ja ein Beispiel dafür, wie schnell es geht, dass Trends angenommen und weitergeführt werden, selbst wenn wir uns Fragen über deren nunmehrige Sinnhaftigkeit stellen, einfach weil es zu mühsam ist, sich ausführlich zu informieren.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mich nicht ausnehmen mag, denn die Arbeit dieser Recherche hätte ich mir sicher nicht angetan. Hut ab!

Dass es bei dem Award jedoch Regeln gibt, die so unverbindlich sind, dass sie abgewandelt und je nach eigenem Gutdünken eingehalten werden gefällt mir. Denn die Tatsache, dass es überhaupt Regeln gibt waren für mich der Grund warum ich die Fragen denn doch nicht beantworten wollte und auch niemanden nominieren.

Aqually bringt es in einem Kommentar in dem sie die Beantwortung ihrer Fragen ankündigt auf den Punkt:

Aqually  Schrieb auf dem Blog von Sprachpingel
Am 28. Oktober 2014 um 11:55 Uhr veröffentlicht |Permalink

Vielen Dank für Deine Nominierung. Ich bin froh, dass ich nicht gewußt habe, auf was ich mich da einlasse. Ich bin ganz schön ins Schwitzen gekommen aber es ist vollbracht. Voilà:

http://aquatypien.wordpress.com/2014/10/27/liebster-award-uuups-ich-bin-nominiert/

Jetzt schwitze ich nur noch, was meine Nominierten davon halten und ob sie mich steinigen 😉 .

 

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11 Gedanken zu „Liebster Award – was nun? – 1. Teil“

  1. Ich finde diese „awards“ auch inflationär, trotzdem muss ich gestehen, dass ich mich doch irgendwie darüber freue. Bis jetzt habe ich sie immer abgelehnt, weil ich einfach keine Lust hatte mit Fragen wie „Ketchup oder Mayo“ Zeit zu verbringen. Aber den letzten, den ich bekommen habe, werde ich beantworten, weil mir die Fragen gefallen haben.
    Ebenso gefällt mir dein blog sehr gut und deswegen werde ich ihn abonnieren. Ich kommentiere gerne, habe aber nicht soviel Zeit es immer zu tun, daher hinterlasse ich ein like wenn mich etwas interessiert oder mir gefallen hat, nicht einfach automatisch.
    Mit herzlichen Grüßen

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    1. Liebe Myriade,

      nochmals herzlich willkommen bei mir und vielen Dank für einen Einblick wie du mit „Gefällt mir“ und Blog-Awards umgehst.

      Mir geht es ebenso wie dir. Natürlich freute ich mich über die Nominierung, aber die Fragen beantworten lässt auf sich warten … Teil 2 zum Award-Beitrag steht in der Warteschleife.

      Liebe Grüße

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  2. Hallo Benita,

    als ich mit dem bloggen anfing, bin ich jedem blog „gefolgt“, der mir gefiel, den ich interessant fand oder bei dem ich das Gefühl hatte, mehr über den Schreiber wissen zu wollen. Irgendwann war meine „folge-ich-liste“ so lang, dass ich nicht mehr regelmäßig lesen konnte, nicht mehr auf dem laufenden war und mir vor kam, als würde ich „nur mal so“ vorbeischauen. Ich habe dann sehr aussortiert und übrig blieben dann wirklich nur noch die, die ich lesen konnte und wollte. Manchmal ändert sich das, wenn ich einen neuen blog finde, der mich anspricht oder, wenn ich einem anderen nicht mehr folge aber im großen und ganzen gibt es einige, die ich regelmäßig lese.
    Wie ich mit dem „gelesen werden“ umgehe…naja, ich schreibe in erster Linie für mich aber natürlich freut es mich auch, wenn meine leser etwas für sich „mitnehmen“ können. Ich glaube, ich blende das gelesen werden ein wenig aus, weil ich sonst nicht mehr so schreiben könnte, wie ich schreibe. Ich würde mich einiges nicht mehr zu sagen trauen, bei anderem hätte ich das gefühl, zu oberflächlich zu sein aber mein Blog ist mein Blog und wer mag, der kann ein bisschen „in mein Wohnzimmer“ schauen oder eben auch nicht.
    Für den „liebster award“ wurde ich vor einer weile nominiert, habe aber nicht teilgenommen, da ich so meine probleme mit Kettenbriefen aller Art habe.
    Ich wünsche dir noch einen schönen abend.
    Liebe grüße vom regenbogen

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    1. Liebe Regenbogentänzerin,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich denke ich bin dort angekommen, dass ich wohl aussortieren muss, welche Blogs ich wirklich regelmäßig lesen mag. Aber ich habe Skrupel Blogs zu „entfolgen“. Noch dazu wo ich einige habe, die sehr selten Beiträge schreiben. Das gelesen werden macht mir nichts. Da fühle ich mich wohl, da ich ja mit Pseudonym schreibe. Aber ich schreibe sicher mit Blick darauf gelesen zu werden und habe noch mein handgeschriebenes Tagebuch. … Du schreibst ja darüberhinaus an einem Buch, oder? Gerne würde ich darüber mehr erfahren, wie es dir damit geht. Darf ich dir da eine Mail schicken oder willst du nichts darüber erzählen? Oder du schickst mir eine, wenn du möchtest an lebendig_werden@gmx.at

      Liebe Grüße und einen schönen Restabend und eine erholsame Nacht
      „Benita“

      Gefällt mir

  3. Hallo Benita,

    ich hatte vor ein paar Jahren mal einen anderen Blog zu einem meiner Lieblingshobbys. In diesem Themenbereich war es so, dass der Award sehr sehr oft vergeben wurde, irgendwann hatte ich das Gefühl, fast auf jedem zweiten Blog, den ich gelesen habe, tauchte er auf. Das fand ich schade, es nahm dem Ganzen irgendwie das Besondere, vor allem auch, wenn die Nominierung von anderen Bloggern kam, die man eigentlich nicht durch gegenseitiges Lesen und Kommentieren, sondern nur flüchtig oder gar nicht kannte.
    Ich finde es schöner, wenn so eine Nominierung kommt und man weiss, da steckt etwas dahinter, da hat sich jemand wirklich mit meinem Blog beschäftigt, mit dem, was ich schreibe und was mir am Herzen liegt und es geht nicht nur um mehr Follower.

    So wie du es beschrieben hast, gefällt es mir auch besser – das unverbindliche Beantworten von Fragen, ohne Kettenbriefzwang dahinter und das jeder Blogger selbst entscheidet, welche Fragen er beantworten möchte.

    Liebe Grüße
    Nelia 🙂

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    1. Liebe Nelia,

      ich hatte diese Möglichkeit statt 11 vorgegebenen Fragen, 11 Fakten, die ich selbst wähle zu beantworten bei
      http://www.rosemarie-benke-bursian.de/%C3%BCber-mich/liebster-award/
      gefunden. Und es hat mir sehr gut gefallen, dass vor einigen Jahren der Award von manchen so gehandhabt wurde.

      Meine Zweifel hatten begonnen, als ich Blogs fand, die gar nicht mehr ihr Blogthema schreiben, sondern mehrmals hintereinander nominiert wurden.

      Danke für deine Ansicht zum „liebsten Award“ . 🙂
      Liebe Grüße
      „Benita“

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  4. Guten Morgen, liebe Benita 🙂
    „Linken“ tu ich entweder, weil mir etwas „gefällt“ oder manches Mal – eher seltener wortlos – weil ich zeigen will, dass ich da war; dass ich gelesen habe; dass der Schreibende nicht alleine ist.
    Aber in diesem Fall schreibe ich lieber – wenn ich die richtigen Worte finde, weil es oft mit „gefallen“ in Wahrheit nichts zu tun hat.

    Folgen tue ich nur Blogs, die ich auch wirklich konsequent lesen möchte.
    Und dann guck ich auch täglich nach Neuem.

    Manche Blogs merke ich mir auch einfach erst mal in den Favoriten des Browsers, um ihn ab Beitrag 1 zu lesen bis „aktuell“.
    Hier merke ich oft schnell, ob er mir liegt oder eher nicht.
    Manche Blogs triggern mich auch zu sehr; gehen an meinen Interessen vorbei oder sind mir einfach zu oberflächlich.
    Dann „ent-favoritisiere“ ich sie wieder und gut.

    Menschen, welchen ich folge, interessieren mich wirklich.
    Und inzwischen habe ich themenbedingt etliche Blogs im Abo, in welchen Menschen bereits seit Wochen oder Monaten nicht mehr schreiben.
    Traurige, suicidale Menschen, um die ich mir Sorgen mache; denen ich das Beste wünsche und von denen ich hoffe, dass sie einfach gerade glücklich sind – und nicht gegangen….
    Und manchmal weiß ich auch nicht, wie ich damit umgehen soll.

    Aber ich bin froh, all die Menschen auf diese Weise kennen lernen zu dürfen.
    Und froh, dass wir uns gegenseitig Stützen sein können.

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Luise,

      danke für deine Worte, und vor allem für deine Idee Blogs, wo du noch nicht sicher bist, ob du ihnen folgen möchtest im Browser als Favoriten abzuspeichern.

      Ich denke es ist wie bei dir, dass ich mir manchmal Sorgen mache und nicht so genau weiß, wie ich damit umgehen soll, wenn sich die Autorinnen der Blogs lange, d. h. Monate nicht melden. Weder auf ihrem Blog, noch in Likes oder Kommentaren. Aber manchmal wäre ich die, die sich nicht melden möchte, nichts lesen möchte und dann auch nicht alles nachlesen kann. Ich mag aber nicht, dass sich andere dann um mich sorgen, obwohl ich es auch wieder mögen würde, wenn ein Mail käme „Alles o.k.?“ … Dann könnte ich antworten „Ja, brauch nur eine Pause!“, weil es manchmal fein ist, wenn jemand nachfragt und ich eine Pause nicht ankündigen kann und will, weil ich plötzlich schreiben will, oder eben auch nicht. … Ich denke, nachfragen werde ich jetzt mal bei einer Bloggerin, die mir im Netz fehlt.

      Ich mag aber auch Blogs manchmal nur zeitweise lesen, weil mir die Kraft fehlt alles täglich zu lesen. Der Kontakt ergibt sich natürlich mehr, wenn ich täglich lese und kommentiere, aber da kann ich nur wenige lesen, was ich auch schade fände. Also ich möchte nicht, dass jemand darauf wartet, dass ich den Blog ohnedies täglich lese. Das kann ich eben nicht versprechen, weil es mich zu sehr belastet. 3 – 4 Mal in der Woche am Blog sein wäre für mich besser um noch ein Leben neben dem Bloggen zu haben.

      Im realen Leben kann ich Menschen besser einschätzen. Beim zwischen Zeilen lesen fehlen immer die spontanen Emotionen des Gegenübers um mich zu orientieren, wie ich handeln soll.

      Aber auch ich freue mich über alle Kontakte, die ich hier am Blog erlebe. Viele besondere Menschen, die ich wohl im Alltag niemals so kennenlernen hätte dürfen.

      Herzliche Grüße

      Gefällt 1 Person

  5. Hallo, mein blog ist ja noch sehr „jung“ und hat auch kein attraktives Thema. Wie Du habe ich damit angefangen, weil ich für mich schreiben wollte. Schnell habe ich aber viel Mails bekommen von Menschen, die in der selben Thematik stecken. so entwickelte sich der Blog dann auch mit Gastbeiträgen. Ich schau nicht drauf, wieviele Follower ich habe. Mich interessiert mehr, dass meine Beiträge gelesen werden. Ich selbst folge nur blogs, die mich interessieren, in denen lese ich dann auch bzw kommentiere sie manchmal auch. Oder ich schicke eine e-mail an den blogger. Bei mir habe ich die Kommentarfunktion nicht mehr aktiviert, weil das Thema sehr heikel ist und ich keine abfälligen oder ekligen Kommentare lesen wollte. Gruß Sonja

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Sonja,
      danke für deine Antwort. Ich gestalte es genauso, dass ich nur Blogs folge, die mich interessieren. Allerdings wächst diese Anzahl ebenso, wie jene, die mich abonnieren. Einfach weil es mittlerweile sehr viele Leute gibt, die bloggen.

      Auch ich hatte die Angst wg. abfälliger Kommentare, aber ich wollte das Risiko eingehen und dachte, falls es so ist, kann ich die Funktion noch immer abschalten. Ich kann nur sagen, dass ich bislang viele interessante Kommentare erhielt, lustige und sehr respektvolle und fast zärtliche / tröstende. Das ist bislang meine Erfahrung seit ca. 5 Monaten hier am Blog.

      Es scheint einen Bloggercodex zu geben, respektvoll miteinander umzugehen. Darüber bin ich sehr froh und dankbar dafür. Allerdings bin ich eben sehr unsicher, wer wirklich liest. Denn manche vergeben „gefällt mir“ für die Arbeit des Schreibens und das ist ja auch absolut in Ordnung. … Es ist meine Unsicherheit …

      Gefällt 1 Person

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