Den Turm aus Bauklötzen selbst zerstören?

Ist das selbst Zerstören des Guten, des Erreichten eine generationsübergreifende Traumafolge aus vergangenen Kriegen entstanden? Bevor es der Feind erhält, zerstöre ich es lieber selbst? Oder ist es ein in uns Menschen genuin angelegtes Muster?

Wenn das Kleinkind den Turm den es eben aus Bauklötzen gebaut hat mit Freude umwirft, irritiert das. Warum macht es das?

Weil es es kann? Weil es es kann! Es ist eine Selbstermächtigung. Ist es dann auch eine Selbstermächtigung, das erlebte Gute zu zerstören? Vielleicht, wenn nichts anderes bleibt um Selbstvertrauen zu gewinnen? Wenn es das einzige ist, das einer gelassen wurde? Die Fähigkeit Freude zu empfinden, oder eben nicht. DAS ENTSCHEIDE ICH SELBST! Ist das so? Die Fähigkeit Freude zu empfinden? Oder geht es um die Möglichkeit diese zu empfinden?

Die Wut und Selbstliebe den Tätern nicht zu gönnen, dass sie ein glückliches Kind vorfinden, das sie immer und immer wieder brechen dürfen, wie ein Perpetuum mobile. Sie dürfen das nicht, sich nicht immer wieder sadistisch freuen daran,  wie das Entsetzen in den eigenen Augen steht. Die eigene Würde wahren!

Das Problem daran, die verinnerlichte Rache zerstört irgendwann die eigene Lebendigkeit wenn der Ausweg nicht gefunden wird. Wie alle Überlebensmuster wendet sie sich gegen eine/n selbst, wenn es dort angewandt wird, wo es darum geht lebendig zu werden, statt bloß zu überleben, zu vegetieren.

Und meine Eltern, als sie mir Gewalt antaten, zerstörten auch sie das Gute, das sie hervorgebracht hatten, weil sie es konnten. War es auch bei ihnen Selbstermächtigung? Mein Vater warf uns stets „Größenwahn“ vor. Vielleicht litt eher er an Größenwahn in dem Glauben die Macht über uns haben zu dürfen. Zerstören zu dürfen, was er doch schließlich mit meiner Mutter gemeinsam ins Leben brachte? …


Dieser Beitrag ist vor einem Monat entstanden. Ich erachtete ihn als Anfang eines weiter zu führenden Gedankens, wollte weiter schreiben an dem was nach meiner Geburtstagsfeier aufgebrochen war im Innen, bevor das Leben mit einem erneuten Schicksalsschlag auf uns einschlug. Jetzt bleibt er so, unvollendet. Wir können nicht mehr anknüpfen, halten die Idee aber für wert veröffentlicht zu werden.

Viel Freude und Liebe am weiterdenken, am Gedanken fühlen.

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18 Gedanken zu „Den Turm aus Bauklötzen selbst zerstören?“

  1. Liebe Benita 🙂
    Als ich dich eben las, kam mir meine Tochter in den Sinn.
    Wie sie inmitten meiner ehelichen Gewalt; all der Erniedrigung und Vergewaltigung bereits als 1-jährige nicht essen und trinken wollte.
    Wie sie als klitzekleines Mädchen wohl entschied, dass dies die einzige Macht sei, die sie habe.
    Und dass sie sich diese auch durch garnichts; rein überhaupt nichts nehmen ließe.

    So sah man an meinem Mädchen all den Seelenhunger, der eigentlich meiner war – und hierdurch zu ihrem wurde.
    Und doch war es unendliche Macht über ihren eigenen Körper, der sie hierdurch Ausdruck verlieh.

    Vielleicht greift man in der größten Not einfach nach jenem Einzigen, das man noch zu haben glaubt.
    Und der eigene Körper ist stets zur Verfügung.

    Wie man hieraus entkommen kann, kann ich dir kaum sagen. Ich hatte das große Glück, dass meine Seele mir jede Selbstzerstörung irgendwann durch Übelkeit oder anderes unmöglich machte. Sie schützte mich vor mir selbst.
    Vielleicht findest Du Möglichkeiten, all die Wut, Traurigkeit, Ohnmacht und andere Gefühle auf andere Dinge zu projezieren, als dich selbst.
    Sie heraus zu lassen, anstatt zu schlucken.

    Ich kann dir aus meiner Perspektive versichern, dass ich dich und deinen Blog auch weiterhin gerne lesen würde – auch wenn Du all dein Innen hier nach außen schreien würdest.
    Egal, wie dunkel und schmerzhaft all dies sein würde.
    Es würde mich nicht schrecken und nicht abhalten, hier bei dir zu sein.
    Ich schicke dir Wärme für dein Herz. ❤

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    1. Liebste Luise ❤ ,
      ich danke dir für deine Ermutigung. Ich habe heute einen neuen Beitrag geschrieben. Darüber worum es tatsächlich ging, die letzten Wochen und wieder ist die Wut, die ich die letzten Tage fühlte nicht dabei. Ich funktioniere da scheinbar anders. Erst wenn ich die Wut in Erkenntnis transformieren kann, finde ich Worte und dann wird es auch keine Entladung, sondern meine bekannten Analysen. Ich schätze deine oft zornigen Beiträge, die uns zugleich immer wieder abstoßen und schrecken. Aber es fasziniert uns, dass du das kannst. Ob ich das so auch möchte? … Ich lerne. Mal sehen, was 2017 bringt. … Dass deine Tochter nicht essen wollte erinnert mich an mich. Ich wollte das auch nicht, bis unser Vater uns zwang. Auch dazu gab es ein Flashback. Trotz dem heute geschriebenen langen Text, bin ich noch nicht am Ende zu berichten, was in den letzten Wochen in mir vorging. Fortsetzung folgt …
      Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und verbringe einen schönen Jahreswechsel und das Beste für dich 2017! ❤

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    1. Liebe Melli,
      herzlichen Dank ❤ , Kraft im Sinne von Ausdauer ist immer wichtig, den Rest nehme ich auch. … Um dort hin zu gelangen bräuchte ich wohl einmal innere Ordnung! Zumindest ein bisschen mehr als derzeit. sooo lieb von dir, danke nochmal ❤
      Dir auch alles erdenklich Liebe. … Zu individuellen Wünschen bin ich gerade nicht fähig. 😏

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  2. Ein spannender Gedanke. Ob so ein kleines Kind, das einen Bausteinturm umwirft wirklich Macht empfindet oder ob es einfach ein Ausprobieren der eigenen Möglichkeiten ist ? Ich weiß schon, dass das nicht dein Thema ist, der
    Gedanke ist mich nur angesprungen …

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          1. Aber, liebe „Benita“ du warst doch nicht hart ! Ich kenne das Phänomen der „Fachsprache“. Wenn man sich in einem wie immer gearteten Bereich bewegt und den dazugehörigen Fachjargon spricht, merkt man nach einer Weile nicht mehr, dass jemand, der nicht in diesem Bereich unterwegs ist, Schwierigkeiten hat mitzukommen.
            Ich wünsch dir, dass du das Limit wieder weiter weg schieben kannst und mehr Bewegungsfreiheit bekommst. ❤

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