Weshalb Suizid keine Option ist!

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(Aufgrund der vielen Kommentare, möchte ich auf jene verweisen, die uns in Ergänzung zum Beitrag besonders wichtig sind!

Hier die wichtigen Gedanken von Ilanah: https://lebendigwerden.wordpress.com/2017/01/22/weshalb-suizid-keine-option-ist/#comment-535

und hier meine Antwort darauf: https://lebendigwerden.wordpress.com/2017/01/22/weshalb-suizid-keine-option-ist/#comment-542 )  … Ich danke allen für ihr Interesse an meinem Text! 😊


… und schon wieder dieses Thema. Ich bedauere, es geht nicht anders. Wir arbeiten uns daran ab. Es arbeitet in uns.

Bereits seit Wochen tragen wir den Titel dieses Beitrages im Kopf herum. Meist haben wir ja nicht viel mehr als einen Titel, oder einen ersten Satz, bevor wir zu schreiben beginnen. Seit Wochen flüchten wir davor dazu zu schreiben. Dieser Text verlangt uns alles ab. Vor allem verlangt er eine Stellungnahme, ein Bekenntnis. Er fordert das eindeutige und unbedingte „JA“ zum Leben – zu diesem Leben mit all seinen Tiefen und Höllen und ja auch mit seinen Höhen oder den Höhen in die wir gelangen könnten und die uns vielleicht noch mehr ängstigen, als die Tiefen, die wir nun doch hinlänglich kennen, die vertraut sind und eine trügerische Geborgenheit liefern. Dieser Beitrag ist ein Bekenntnis zu ∑meinem Leben, nicht mehr und nicht weniger!

Es geht also darum „JA“ zu sagen und nicht „Vielleicht“, oder „schau’n ma mal“ oder „wenn’s gar nicht geht, könnt‘ ich ja noch immer …“! Nein, ∑ich kann nicht, besser ∑ich WILL nichts anderes, als zu diesem Leben stehen, dieses Leben leben, wie es eben geht. So gut es geht und zwar so lange es dauern soll!? Huch, das ist tatsächlich ganz schwierig zuzustimmen. Wie lange das wohl ist? Und das inkludiert ja dann auch ein Leben im Alter, das ja doch immer näher kommt.

Es braucht vor allem eines um diese Zustimmung geben zu können und das ist VERTRAUEN. Vertrauen, das ist ja dann eher eine Fähigkeit, die mir zwar in die Wiege gelegt wurde, aber dann ganz schnell abgewöhnt werden sollte. Das ist aber den Tätern gehörig misslungen! Ja, es war verschüttet und im Grunde liegt noch immer eine gehörige Staubschicht darauf und noch jede Menge anderer Müll, aber ich habe es wohl niemals aus den Augen verloren.

Das Vertrauen in unser Selbst, darin zu wissen, was ∑ich brauche. Und seit einiger Zeit beginnen wir den Zusammenhang zwischen Selbst-vertrauen und Vertrauen in ein höheres Selbst, in universelle Energien zu verstehen. Dieses höhere Selbst, göttliche Energien, oder wie es genannt werden mag, es war immer da, immer und immer! Ein Zynismus angesichts dessen, was wir erfahren und erlitten haben? Das dachten wir lange Zeit, gefangen in einer Anklage die blind war vor Zorn.

Vor vielen Jahren haben wir überlegt, wie wir mit dieser Frage: „Warum ich?“ umgehen sollten und kamen irgendwann zu der Erkenntnis: „Warum NICHT ich?“ Tatsache ist, dass es in dieser Welt sexualisierte Gewalt gibt, vielleicht immer gab. Auch sexualisierte Gewalt an Klein-Kindern. Immer gab es sehr viel Brutalität, die Menschen ihren Mitmenschen antaten und wir Menschen verletzen einander noch immer täglich – geplant und ungeplant oder ungewollt. Und es gab und gibt viel Schmerz, den Menschen sich selbst zufügen und beides gehört wohl zusammen.

Grundlage dafür einem Leben zu vertrauen, dass im Beginn und viele Jahrzehnte nicht wirklich einfach verlaufen ist, um es fast euphemistisch darzustellen,  ist mein immer wiederkehrender Gedanke, dass ich eine alte Seele sei. Was heißt das schon wieder? Esoterisches Zeug? Nennt es wie ihr wollt. Ich befasse mich nicht mit esoterischer Literatur, meist ist sie mir zu plump. Selbst haben wir keine Ahnung, woher dieses „Wissen“ in uns ist. Es sind feste Gedanken, die wir auch nicht fort bekamen, als wir es wirklich versuchten. Immer war es da. Ich denke, dass sein Ursprung in einem Nahtoderlebnis liegt, das wir als Baby hatten, als unser Vater uns in seinem Jähzorn würgte und dann reanimierte. Seit damals sahen wir immer wieder ein grellweißes Licht, wie ein Tunnel bei unserem dritten Auge. Und stets war es so außerordentlich beruhigend und wegweisend, dass wir weitergehen konnten. Noch einen Schritt, noch einen Tag überleben, wissend, dass es Liebe gibt. Dieses erahnen, eine alte Seele zu sein bedeutet jedoch auch Wiedergeburt selbstverständlich anzunehmen. Und Wiedergeburt ist für mich wohl das sicherste Argument gegen einen Suizid.

Ich gehe davon aus, dass ∑ich alle Fähigkeiten mitbekommen habe, um mit diesem Leben in das ich geboren wurde umgehen zu können. Keine Ahnung woher diese Annahme kommt, aber das setzte ich stets voraus und wurde bislang nicht enttäuscht. Auch dann, als ich mich so schwach fühlte, kaum etwas bewältigen zu können, waren wir noch erstaunlich kräftig oder erhielten alle Hilfe, die uns im Moment weiter brachte. ∑Meine Seele hat eine unfassbare Kraft, die nicht körperliche Energie bedeutet, das ist etwas anderes. Dafür kann ∑ich nur über alle Maßen dankbar sein. Mitunter verwundere ich mich, dass es Menschen gibt, die diese Kraft scheinbar nicht besitzen. Wobei wir so sehr wünschten, dass mehr Menschen diese Kraft in sich entdecken könnten. Wir mögen nicht glauben, dass sie in manchen Personen nicht angelegt sei, das würde unser Weltbild doch sehr ins Wanken bringen.

Ausgehend von dieser inneren Kraft, die sich regenerieren lässt durch Energiearbeit, sind wir immer überzeugter, dieses Leben gut bewältigen zu können. Warum habe ich überhaupt bis heute überlebt? Es gab mehrere „Sollbruchstellen“ in meinem Leben. Ich hätte aufgeben können, sagen können, das ist mir alles zu mühsam. Denn MÜHSAM ist genau das Wort, das für mich die Arbeit der Selbsterkenntnis beschreibt. Mühsam und oft einsam. Liegt das einsam daran, dass ich nicht wagte über mein inneres Wissen zu sprechen?

Meine Mutter sagte stets: „Deine Philosophiererei geht mir auf die Nerven!“ und so mied ich mein tiefes Inneres zu offenbaren, aber es ist doch das, das mich/uns ausmacht! Stets hatten wir große Angst, nicht für voll genommen zu werden. Vielleicht fällt uns dieser Beitrag auch deshalb schwer. Es ist ein über den eigenen Schatten springen. … Das Bekenntnis zum eigenen Leben, zum eigenen Selbst beinhaltet auch das Anerkennen der in ∑sich angelegten Fähigkeiten.

Zurück zum mühsamen Weg der Selbsterkenntnis und der Heilung, aber auch zur Wiedergeburt. Ja, ich denke, dass ich mir dieses Leben ausgesucht habe. Dass ∑ich wählte in diese Familie hinein geboren zu werden, in die ich geboren wurde. Jedoch haben wir niemals die erlebte Gewalt ausgesucht, wohl aber mögliche Turbulenzen als Risiko in kauf genommen. Meine Eltern hätten sich auch anders entscheiden können, als sie mit diesem für sie so fremden und herausfordernden Kind konfrontiert wurden. Sie hätten sich dem das ich mitbrachte stellen können und von mir lernen können, statt es unterdrücken zu versuchen. Die Angst ihr eigenes Inneres im Spiegel des liebenden Kindes zu entdecken war zu groß und sie entschieden sich für den Weg der Gewalt.

Das ist schlimm für sie, denn sie haben eine Chance vertan. Mein Vater würde mich nun wieder als „größenwahnsinnig“ beschreiben, aber ich denke tatsächlich so. Es sind stets die Erwachsenen, die von den Kindern lernen können, wenn sie es denn mögen. Kinder sind eine wunderbare Art sich selbst zu erkennen. Vielleicht die größte Möglichkeit, die das Leben jemandem schenken kann? … wieder werde ich traurig, diese Erfahrung in diesem Erdenleben nicht machen zu können. Auch diese Art des Wachsens in der Elternrolle ist sicher mitunter mühsam. ∑Ich stelle es mir aber auch so sehr bereichernd vor. Allerdings braucht es stets viel innere Kraft. Jene Kraft nämlich Fehler eingestehen zu können. Vor sich selbst und vor dem sich zu entwickelnden Leben.

Irrtümer oder Fehlverhalten eingestehen ist vermutlich DAS Mittel, um zu wachsen in Beziehungen, Freundschaften und im Leben selbst. Und die Liebe. Liebe in sich selbst. Die Liebe zu allen Lebewesen, auch zu Feinden. Was schreibe ich da? Wie schwer ist das denn? Unendlich schwierig und ich bin dort noch lange nicht. Das Ziel darf es aber sein, denn ich sehe keinen anderen Weg, die Gewalt auf dieser Erde einzudämmen. Dieses Ende der Gewalt als Lebensziel ist das bereicherndste, das ich mir vorstellen kann. Feinde lieben lernen beinhaltet jedoch niemals, sich klein zu machen, oder alles zu akzeptieren, selbst wenn es den eigenen Vorstellungen und der eigenen Lebensweise widerspricht. Lieben inkludiert für mich sogar Widerspruch, denn nur dann kann ich und auch die andere Person wachsen. Voraussetzung dafür ist jedoch stets Respekt und Anerkennung für die/den anderen in deren Menschenwürde. Auseinandersetzung bedeutet zunächst innere Konfrontation und ermitteln eines Standpunktes, aber auch das stete Hinterfragen ehedem gefundener Erkenntnisse. Sind sie aktuell noch immer brauchbar oder sollte ich doch etwas ändern?

All dieser innere Reichtum, dies zu können oder wenn nicht, es lernen zu können, so gut es geht, spricht eindeutig dagegen dem eigenen Leben ein Ende zu setzen. Es kann dieser Prozess nicht willkürlich beendet werden, wenn ich nicht Gefahr laufen möchte, mich abermals in einer ähnlichen Situation wiederzufinden. Ich denke, dass mir dieses Problem vor dem ich davonlaufen beschloss nochmals in einem neuen Erdenleben präsentiert wird. Genau diese Annahme schreckte uns in unseren dunkelsten Momenten vor einem Suizid ab! Wobei ich sagen muss, dass irgendetwas in uns die schwere Vermutung hegt, die Erkenntnis einer Selbsttötung bereits in einem früheren Leben gewonnen zu haben. Möglicherweise wirkt dies wie eine Grundimmunisierung dagegen? Die Erkrankung Selbstmord haben wir hinter uns und erfahren, dass es uns nicht wirklich weiterhalf!

Dennoch hat es doch so etwas Verlockendes. Was wenn uns nun eine schwere Krankheit ereilt? Was wenn es eine Erkrankung ist, die unerträgliche Schmerzen und großes seelisches Leid bringt? Tja, DAS ist nicht neu, das hatten wir schon. Sowohl die körperlichen Schmerzen, als auch das unerträgliche seelische Leid. Es überkommt uns immer wieder, dieses Leid, aber die Tiefe flacht ab. Das ist ein Segen und Resultat konstanter Arbeit. Aber wenn es eine körperliche Erkrankung wäre, die mit einem langsamen Dahinsiechen bis zum grausamen Tod einhergeht?

Eine solche Erkrankung werden wir nicht bekommen. Allerdings denke ich, wem das zu überheblich klingen mag, dass jede Erkrankung zumindest die Möglichkeit in sich birgt, mithelfen zu können, diese jeweilige Krankheit besser heilen zu lernen. ∑Ich war dankbar, als ich bei meiner Krebserkrankung in der Uniklinik gefragt wurde, ob ich denn an einer Studie teilnehmen möge, um bessere Erkenntnisse zu gewinnen, wie dieser in hohem Prozentsatz letal verlaufende Krebs zu heilen wäre. Dass Ovarialkrebs tendenziell schlechte Prognosen hat, sagte man mir damals freilich nicht. Zudem hatte ich eine besondere für mich positive Form der Erkrankung.

Seit Jahren denke ich, dass DIS möglicherweise eine wundervolle Chance wäre mehr über das menschliche Gehirn in Erfahrung zu bringen. Wir sind überzeugt, dass DIS-Personen Gehinrnregionen nutzen, die in einem „normalen“ Lebenslauf brach liegen, weil sie schlicht nicht genutzt werden müssen! Das wäre doch wirklich fein, wenn diese reaktive Erkrankung auf unerträgliche Gewalt seit frühester Kindheit in positive wissenschaftliche Erkenntnisse transformiert werden könnte.

Daher denke ich, es gibt keinen Grund für einen Suizid, wissend, dass die Entscheidung dafür oder dagegen nicht im Bereich des Verstandes liegt. Zumindest nicht, wenn der seelische Schmerz bereits so groß ist, dass es zu einer Einengung in der Betrachtungsweise kommt. Umso wichtiger ist es, in einem Zustand innerer Klarheit zu einer Entscheidung zu kommen, wie ∑ich im Fall des schlimmsten Schicksalsschlages mit der Möglichkeit der Selbsttötung umgehen möchte. Unentbehrlich ist diese Einstellung aber auch für jene, die Menschen helfen mögen, die denken dass nur noch der selbst herbeigeführte Tod sie retten kann. Niemals kann jemand von dieser Tat abgehalten werden, wenn die Helfer_innen sie selbst als mögliche Ultima Ratio empfinden.

Es gibt keine Probleme nur Herausforderungen um zu wachsen und zu heilen (seelisch), das ist unsere Überzeugung. Der aufrechte Kontakt zum inneren Selbst, das auch das höhere Selbst beinhaltet, ermöglicht diese Aufgaben zu lösen. Das meine ∑ich und ich wünsche allen, die dies lesen Ausdauer, Mut und Liebe ihren Weg zu gehen. Danke fürs Lesen bis hier. 😊  🍀 ❤️ 💚 🌞

 

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28 Gedanken zu „Weshalb Suizid keine Option ist!“

  1. Hallo lebendig werden ein berügrebden Beitrag hast du geschrieben. Ich glaube auch an Wiedergeburt:-) und das mit den Kindern empfinde ich auch so sie halten uns den Spiegel vor. Wir lernen uns durch sie besser kennen. Schön dich gefunden zu haben. Alles gute LG Mission Mom

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  2. Liebe Benita
    Ich kann deine Gedankengänge so gut nachempfinden. Auch ich habe mich irgendwann mal fürs Leben entschieden. Und sei es nur, um die Täter nicht in Sicherheit zu wiegen und ihnen den Triumph zu nehmen. Ja, auch solche Gedanken spielten mit.

    Dennoch würde ich nicht kategorisch einen Suizid ablehnen. Ich mache seit über 30 Jahren Sterbebegleitungen, ich habe Menschen sterben sehen, friedlich und weniger friedlich und ich habe sehr viele elendig verrecken gesehen und da bin ich schon ins Grübeln gekommen. Wenn Ärzte und Seelsorger und Therapeuten am Ende ihres Lateins sind und wirklich nichts mehr tun können, um unmenschliche unerträgliche Qualen zu mindern und der Mensch nichts mehr will als erlöst zu werden, dann ist es für mich ok.

    Ich weiß auch um die Kräfte, die wir alle in uns haben, auch ich hatte eine Zeit, wo die Ärzte mir noch max. 2-3 Monate zu leben gaben aufgrund eines Ovarialtumors.
    Ich lehnte jegliche schulmedizische Behandlung ab, keine OP, keine Chemo, keine Strahlentherapie.
    Ich hatte mich mit dem Gedanken an den nahen Tod ausgesöhnt, was aber nicht bedeutet, dass ich nichts gemacht habe. Viele alternative Verfahren habe ich angewandt und es hat mir geholfen. Das ganze ist jetzt über 10 Jahre her, vom Tumor ist nichts mehr zu sehen. Ich gelte als Ausnahme und als Wunderheilung.

    Dennoch quälen wir uns durch Leiden, die „hausgemacht“ sind, wenn die Natur uns längst hätte sterben lassen, wird eingegriffen auf Teufel komm raus, was nicht selten extreme Leidenssituationen hervorruft.
    Deshalb bin ebenfalls dafür, dass ein Suizid, auch ein asistierter Suizid, durchaus legitim ist.

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    1. Liebe Ilanah,
      schön von dir zu lesen. 😊
      Du schreibst über mehrere wichtige Punkte. Zunächst einmal, danke für die Ergänzung, dass es auch darum geht, den Tätern den Triumph zu nehmen! Diesen Punkt wollte ich tatsächlich noch in meinem Beitrag schreiben und im Schreibprozess war er dann weg. Ebenso der damit zusammenhängende Gedanke, dass ich mit einem Suizid das Kind, das so viel Gewalt erfuhr und überleben wollte damit von mir weise und die Tätersicht annehme!

      Generell geht es in dem Text um MEINEN Umgang damit. Generell möchte ich mich nicht gegen Sterbehilfe z.B. aussprechen. Es ist mir jedoch sehr wichtig, den Sterbeprozess wesentlich menschlicher zu gestalten und Menschen nicht aufzugeben, wenn es gut wäre ihnen Hilfe zukommen zu lassen, und Menschen gehen zu lassen, wenn es nur eine Verlängerung des Leides wäre. Damit beziehe ich mich jetzt auf deinen wichtigen Einwand, dass Menschen mit allen Mitteln am Leben erhalten werden, obwohl sie bereits längst gestorben wären. DAS halte ich dann nicht für Suizid!

      Allerdings möchte ich allen empfehlen, sich mit einer Patientenverfügung vor einem solchen Martyrium zu schützen! UND ich hatte beim Schreiben das Gefühl, dass ich sterben kann, auch wenn Mediziner_innen meinen noch etwas dagegen tun zu mögen. Mein Wunsch und mein Gefühl ist, meinen Tod wahrnehmen zu können und fast in Absprache mit einem höheren Selbst zu planen. Buddhistische Mönche z.B. wissen oft, wann der Zeitpunkt ist und sterben, ohne nachzuhelfen. Das ist vielleicht eine romantische Vorstellung, aber so wünsche ich es mir und arbeite daran, dass es mir/uns einaml so gelingen wird.

      Ganz liebe Grüße
      „Benita“

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  3. Guten Morgen, liebe Benita 🙂
    So unsagbar vieles in deinem Text entspricht auch meinem Innen.
    Und ich finde es überhaupt nicht „Verurteilenswert“ oder was auch immer Negatives.

    All dieses Wissen und Denken ist sehr wertvoll und erhält uns am Leben.

    Oft hatte ich ein Bild vor Augen, wie ich nach einem Suicid im Himmel vor Gott stehe und er lächelt und schüttelt den Kopf, als würde er ein kleines Mädchen betrachten, das den Geburtstagskuchen schon vor der Feier alleine gegessen hat und sagt „Ich hab garnix Schlimmes gemacht“.

    Und er würde das Mädchen in den Arm nehmen und sagen, dass sie nun einen neuen Kuchen backen muß und warten, bis der Tag gekommen ist, um zu feiern.
    Und schickt sie wieder runter, um auszubügeln, was sie angestellt hatte.

    Es ist noch nicht Zeit.

    Auch hatte ich immer Angst davor, durch etwaige Verletzungen mein Leben durch einen gescheiterten Versuch noch zusätzlich zu erschweren.

    Irgendwie geht es immer weiter.
    Und dieses Gefühl, dass alles schon zur rechten Zeit kommen oder gehen wird, hilft ungemein.
    Oft genug kommen Hilfen völlig unerwartet und zur perfekten Zeit aus dem Nirgendwo – wo man zuvor noch solch große Angst hatte, man könne dies niemals schaffen.

    Und oft, wenn man erinnert, wie man noch vor (erst) 10 Jahren gewesen war, kann man erkennen, welch große Leistung und Veränderung man in dieser Zeit erreicht hat. Mit hilft hier immer das Lesen alter Tagebücher und führt mich an ein Gefühl der großen Fremdheit zu dieser so anderen Frau.

    Dieses Gefühl des Größenwahns kenne ich auch gut.
    Mich wundert immer wieder, dass regelmäßige Kirchgänger; angeblich so gläubige Christen oftmals derart voller Angst sind und so abgeschnitten von jenem Gefühl, behütet zu sein.
    Dabei ist er/sie/es doch so fühlbar und so real, wenn man bereit ist, sich zu öffnen.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Beistand.
    Und den tiefen Glauben an das große Ganze und darin dir selbst.
    ❤ Luise

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  4. Sorry, leider habe ich es auch noch nicht herausgefunden, wie das funktioniert. Aber ich schreibe so alle 3 bis 4 Tage einen neuen Beitrag (habe ein großes Bedürfnis mich über das Schreiben auszudrücken) Schreiben ist einfach mein Medium und hilft mir viel, nicht unbedingt um gelesen zu werden (was natürlich auch schön wäre) sondern hauptsächlich um mich zu klären. Kennst Du das?
    Blöderweise habe ich bei Mozello den Blog geschrieben, im wordpress habe ich die Bedienung nicht so gut verstanden, so kann man mich auch nicht liken, aber Kommentare kann man auch abgeben. Eine Zeitlang habe ich über Twitter die neuen Blogbeiträge veröffentlicht.
    Solltest Du es herausfinden wie es geht, so bitte verrate es mir, ich bin nicht so dolle in solchen Sachen, bin schon froh, dass ich es so hingekriegt habe.
    Übrigens habe ich noch eine website auf Jimdo, das ist eine reine Website für meine Bücher, die ich inzwischen veröffentlicht habe. Falls es Dich interessiert: http://www.hilger-geschichten.jimdo.com. Meine Geschichten haben natürlich alle was mit den früheren Erfahrungen zu tun, die so ziemlich weg sind und so kommen seit Jahren langsam die Erinnerungen zurück.

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    1. Danke für den Link, ich seh mal hinein auf deine Website. Bücher… dort mag ich mal hin. Zumindest mal eines! … Weiß nicht, ob ich das Abo anklicke, weil ich keine Ahnung hab, wo das dann im Browser oder so irgendwelche Marker ablegt und das mag ich nicht so. … Ich komm eher auf dem Blog wieder vorbei. Leider ist kommentieren immer auch zeitaufwändig. Das „gefällt mir“ ist mal schneller gedrückt…. ich schreibe auch viel um mich zu klären, allerdings brauche ich längere Pausen, da wir zuerst innen absprechen müssen, was geschrieben werden darf, sonst bekomme ich große Probleme. Was dann herauskommt ist aber immer wieder auch eine Überraschung und es gibt viele Erkenntnisse im Schreibprozess.

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  5. Liebe Benita, während ich deinen beitrag gelesen habe sind mir mehrere Pro und Contra für deine überschrift in den sinn gekommen. Und jetzt, am schluß, weiß ich nicht mehr, wie ich entscheiden würde. Du hast eine menge gründe aufgeführt dafür, einen suizid nicht als alternative gelten zu lassen. Ich habe auch schon mal an dem punkt gestanden und überlegt, ob ich schluß machen soll. Ich weiß nicht genau, warum ich es nicht gemacht habe. Ein gewichtiger grund war sicherlich die gesellschaftliche Nichtakzeptanz des suizids. Und das ich dies so sehr verinnerlicht hatte. Wenn dem nicht so wäre, ich könnte diese zeilen nicht schreiben.
    Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu konfus für dich. LG Christoph

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    1. Lieber Christoph,
      … ist schön, dass du noch da bist. 😊 und nein dein Kommentar war überhaupt nicht konfus. War ganz klar verständlich, danke dafür. … ist ja schön, dass wir alle unsere Krücken haben im Leben zurecht zu kommen. Ich denke, dass das das Wichtigste ist.
      Liebe Grüße
      „Benita“

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        1. Naja, weil du geschrieben hast, dass du mal überlegt hast, einen Schlussstrich zu ziehen. … Hab ich da was falsch verstanden? Vielleicht habe ich dich näher dran gesehen, als du wirklich warst. Das tut mir leid, hab dann doch was missverstanden, offenbar?

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  6. Diese Frage beschäftigt mich schon mein ganzes Leben. Ich glaube auch an Reinkarnation (einzig logische Erklärung für vieles) aber dennoch denke ich an „den letzten Ausweg“ als Möglichkeit. Ich glaube nicht dass (mein) Gott uns in diesem Falle verurteilen würde – mein Gott ist ein Liebender und Verstehender. Und weil ich diesen letzten Ausweg immer habe, hat er mich so mutig gemacht, dass ich vieles wagte – über meine Grenzen hinaus zu gehen, über die ich vielleicht ohne die Möglichkeit des letzten Ausweges – nicht ausprobiert hätte. Denn zu heilen als DIS oder DDNOS (was ich bin siehe http://www.melinas-schreibfamilie.mozello.de) erfordert verdammt viel Mut wieder und wieder in diesen alten Schmerzen zu landen, denn es fühlt sich immer noch wie „sterben“ an, wenn wir versuchen heile zu werden.

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    1. Liebe Melina,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich bin selbst DIS und weiß genau, wovon du sprichst. Allerdings gibt es bereits etliche Co-Bewusstseinszustände, die das Leben sehr erleichtern.
      Ich denke auch nicht, dass „Gott“ verurteilt, wenn ich mir als letzten Ausweg das Leben näme, ich denke jedoch, dass ich eine Aufgabe in diesem Erdenleben habe und ich kann dieser Aufgabe nicht durch Suizid entgehen, das denke ich. Ist als würde ich sagen: „Geschirr spülen mag ich nicht, darum gehe ich aus dem Haus.“ , wenn ich zurückkomme, wird das Geschirr noch da stehen und es muss gemacht werden. Ungefähr so stelle ich mir das mit den Aufgaben vor. Ich muss sie erledigen, dieses Leben oder nächstes, wann immer. Und da ich diese Aufgabe mit Gewalterfahrung nicht nochmal erleben mag, schaue ich, wie weit ich damit komme. … Ist das nun klarer, wie ich es meine? Mich hat der Suizid einer Bekannten dazu gebracht mir meine früheren Gedanken dazu nochmals zu überlegen.

      Ich hab zuvor auf deinen Blog geschaut. Wie kann ich den denn abonnieren? Ich hab da keine Möglichkeit gesehen.

      Liebe Grüße
      „Benita“

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      1. Genauso habe ich es gemeint – habe es nur nicht so ausführlich geschrieben. Wichtig war mir, dass ich Dir sage, wie ich das sehe mit dem Punkt „Herausforderung“ denn es ist schwer, der Weg den unsereins geht. Die Möglichkeit sich zu beenden oder besser als Ausweg zu betrachten, erleichtert mir in der Tat, weil ich so einen Spielraum habe (wenns nicht klappt, dann…). Außerdem habe ich früher etliche Suizidversuche (von 14 bis 26 Jahre) die nicht funktioniert haben – weil ich ganz viele Innens habe – offensichtlich mehr als die die nicht mehr leben wollen – die auf jeden Fall hier bleiben wollen und leben.
        Das Bsp. mit dem Geschirr fand ich seht treffend. So sehe ich es auch, es spült sich eben nicht allein. Und wenn ich dann wiederkomme (Reinkarnation), dann muss ich da trotzdem wieder ran und so wie ich glaube – unter noch schwierigeren Bedingungen.

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          1. Na, leichter….aber es hilft schon. Ich habe jetzt jede Menge bei Dir zu lesen 🙂 und habe schon einige Parallelen bei Dir gefunden. Ich bin übrigens 65 (und immer noch nicht geheilt – erst seit ca. 3 Jahren die Diagnose und in diesem Zeitraum schon 2 gescheiterte Therapien hinter mir – jetzt fange ich bald hoffentlich die 3. an (die Frau hat auch eine Brainspotting Ausbildung). Bei mir sind die Innens einfach Schlag auf Schlag rausgekommen, da war nix mit bremsen – ich wußte gar nicht wos schießt. Die beiden Scheiter-Therapien haben mich viel gelehrt, aber waren reine /versehentliche Konfrontationstherapien – natürlich ohne Aufarbeitung und dadurch lediglich Retraumatisierung….Hoffe es wird nun anders, weil ich mehr weiß – von dem kräftigen Verteidigungsystem da in mir z.Bsp. kann so besser aufpassen, dass die Therapeuten nicht wieder überfordert sind. Aber traurig ist das schon, so alt und jetzt weiß ich erst so ungefähr was mit mir los ist.

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            1. ja, das ist traurig. Dafür hast du doch eine Tochter, wenn ich das richtig gelesen habe? Ich beschäftige mich seit 25 Jahren mit Therapie/n und „erst“ nach 9 „Fehlversuchen“ (ich denke, dass ich mich dennoch weiter entwickelt habe) fand ich meine jetzige Therapeutin bei der ich nun schon viele Jahre bin. Diagnose musste ich mir selbst verpassen und dann gezielt suchen. Familie war bei mir niemals möglich. Das retraumatisierte alles, also seit ewig alleine. … Ich finde es mutig, dich nun diesem Bereich von dir zu stellen. Chapeau! Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir von Herzen, dass deine neue Therapeutin passt. Du hast es gelesen, mir/uns hilft brainspotting sehr. Allerdings sind wir erst am Beginn damit.
              Alles Gute und einen schönen Abend noch.

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              1. 9 Versuche ist auch kein Pappenstiel. Ich kann die Therapien, aus dem jungen Erwachsenenalter gar nicht mehr zählen. Damals gab es die Diagnose DIS etc.(auch sex. Mißbrauch war noch ein Tabuthema) noch gar nicht. Und jede Therapie endete mit der Einweisung in die Psychiatrie (nach einem Suizidversuch)
                Das ist schön, dass Du jetzt eine richtige Therapeutin hast, die kapiert was los ist. Ich finde es schon seltsam, dass man erst lernen muss, was man für eine Diagnose hat und wie das da Innen funktioniert – um dem Therpeuten auf die Sprünge zu helfen. Irgendwie ist das doch ein Unding. Als hätten wir nicht schon genug Leid angesammelt und Hilfen bitter nötig gehabt. Da fällt es manchmal schon schwer zu glauben, dass das alles einen Sinn haben sollte.
                Aber so wie ich mich kenne, habe ich bevor ich runter kam (beschlossen alles auf einmal in diesem Leben zu erledigen :-), das passt irgend wie zu mir) mal wieder mich gründlich überschätzt. Hilft auch ein wenig demütiger zu werden, wenn man so ein Programm drauf hat. Ich bin verdammt stark geworden dadurch und hab viel gelernt, was ich auch nicht missen möchte.

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