Debattieren in Blogistan: manchmal ist es sehr traurig

Weshalb schreibe ich auch kritische Kommentare in anderen Blogs? Will ich dass sich andere damit ändern? Oder will ich sie verstehen? Will ich mich verstehen über die Auseinandersetzung? Bin ich bereit auch mich zu ändern evtl.? Vielleicht ist alles darin. Es sind Blogs, die mir wertvoll sind, oder die Menschen dahinter? Was selbstverständlich schwierig ist, weil ein Blog immer nur ein kleines Fenster auf eine Person öffnet. Aber ein Blog auf dem ich mich nicht wiederfinde, ein Blog, der für mich generell aggressive Ansichten vertritt, ein Blog der mich abstößt interessiert mich nicht.

Es geht niemals darum, zu nörgeln oder besser zu wissen um des nörgelns willen. Dann wenn ich einen kritischen Kommentar schreibe, ist es ein Versuch die Schreiberin oder den Schreiber zu verstehen. Ich versuche einen Dialog zu beginnen und mitunter gelingt es, mitunter eben nicht.

Ja, es stimmt, ich bin vielleicht keine gute Verliererin in Debatten. Es stimmt, es fällt mir schwer, wenn meine Argumente falsifiziert werden. Das tut weh. Aber ich kann es annehmen, ich kann meine Meinung ändern, wenn ich überzeugt werde von dem Argument. Ich mache Fehler, wie alle Menschen. Und ich kann Fehler eingestehen und ich kann mich sogar entschuldigen und meine es auch so, wenn ich es als nötig erachte. Oft entschuldige ich mich auch viel zu oft. Hier am Blog möchte ich auch lernen zu meiner Ansicht zu stehen. Damit bin ich nicht alleine in Blogistan.

Wenn ich einen Kommentar schreibe in dem Wunsch zu verstehen. Wenn ich lange überlege, ob ich diesen Kommentar überhaupt schreiben soll oder darf, weil sich sonst wieder eine Debatte ergibt, die aneinander vorbeigeht, dann ist die Freude am Lesen eines Blogs sehr getrübt.

Ich passe auf mit Worten, weil ich es gerne tue, weil ich Menschen nicht verletzen will. Wenn ich meinen Kommentar formuliere, versuche ich es so zu machen, dass ich meine Ansicht schreibe, und niemals „mach das so, oder so“ oder auch „Du machst das falsch!“ … Wenn ich aber einen Blog lese und anderer Meinung bin, dann kommt es darauf an, wie wertvoll mir die Schreibenden sind. Ich gehe nur in Debatten per Kommentar, wenn ich die Person, die schreibt mag und schätze, weil ich es als enorm anstrengend empfinde, mich in Diskussionen zu begeben. Wenn es aber eine Person ist, die ich vielleicht schon lange lese, die mir in sehr vielen Punkten immer wieder sehr nahe kommt, aber da ist diese eine Ansicht, da kommen wir nicht drüber. Da gibt es keine Verständigung, dann tut mir das weh. Ja, vielleicht nerve ich, wenn ich immer und immer wieder dasselbe Thema anspreche. Ich könnte sagen: „O.k., da tickt sie anders als ich, da finden wir keinen Konsens, soll sein!“ Vielleicht sollte ich das tun?

Wenn ich es aber ohnehin öfters tue, wenn ich mir immer wieder einen Kommentar verbiete und überlege, ob ich jetzt diesen einen kritischen Kommentar schreibe, weil es mir fast körperlich weh tut, was ich lese. Wenn ich versuche so achtsam wie nur möglich zu kommentieren. Niemals Vorwürfe zu machen, immer von meiner Meinung zu sprechen. Wenn meine Meinung nicht sein darf, dann triggert es. Und ja, auch Worte wie „Arschloch“ triggern vehement. Und es kann sein, dass mir das erst bewusst wird, wenn der Kommentar schon abgeschickt ist.

Wenn mir gesagt wird – nicht direkt, aber so direkt, dass ich weiß, gemeint zu sein – dass ich nicht zu widersprechen habe, weil es ja nicht mein Blog ist, sondern dass ich das so hinnehmen muss, was da steht, dann ist das wie wenn mein Vater sagt, ich habe ihm nicht zu widersprechen, weil es ja seine Wohnung ist. Verdammt, aber es betrifft mich, darum sage ich etwas dazu.

Wollen wir Blogs schreiben, wo wir nur in Blasen agieren, in denen alle mit gleicher Ansicht einander über den ewig gleichen Schwachsinn schulterklopfend zustimmen? Mich interessiert es nicht, wenn alle auf meinem Blog nur dann kommentieren, wenn es ein zustimmendes Nicken gibt oder ein streichelweiches Aufmuntern. Wie soll ich bitte andere Ansichten verstehen lernen, wenn wir uns nicht auf Debatten über Themen einlassen? Allerdings in der Sprache respektvoll und achtsam und im tiefen Wunsch zu verstehen und auch meine Ansicht ändern zu mögen, wenn die Argumente mich entlarven.

Allerdings ist mir bewusst, dass scheinbar viele dies nicht mögen. Dass es darum geht die eigene Sichtweise in die Welt zu setzen und es soll nicht widersprochen werden.

Das ist nicht meine Welt. Ich will hier auf dem Blog auch debattieren lernen um es dann im „richtigen Leben“ zu können bzw. zu wagen. Aber ich scheine damit alleine hier zu sein in Blogistan?!

 

P.S. 3 Stunden nach Veröffentlichung: Falls ich als Autorin doch einmal denke, dass ich ein Statement auf meinem Blog veröffentlichen möchte und nicht die Kraft oder den Wunsch habe mich einem kritischen Kommentar zu stellen, was ja auch einmal sein kann, hab ich die Möglichkeit, dies im Beitrag zu schreiben oder aber ich schalte die Kommentarfunktion für diesen Text ab. Das ist eine Anregung, muss selbstverständlich niemand so handhaben.

Foto: pixabay / Sponchia

32 Gedanken zu „Debattieren in Blogistan: manchmal ist es sehr traurig“

  1. Ich sehe es ähnlich wie du, liebe Benita. Es ist nicht leicht, anderer Meinung zu sein. Nicht wenige ringen sich zu einem Statement hin und sind aber nicht stabil genug, um kritischen Antworten standzuhalten. Dann werden sie oft aggressiv und manchmal gehen sie beim Schlagabtausch auch unter die Gürtellinie.

    Wir sind alle verschieden, oft haben wir nicht diegleiche Meinung. Solang es nicht kriminell oder menschenverachtend bzw. -verletzend ist, muss man es aushalten können, wenn andere eine andere Meinung haben, das gehört zum Erwachsensein dazu, denke ich.

    Ich fühle mich oft verletzt, wobei es in der Regel ein Gefühl des Nichtverstandenwerdens, des Nichtgesehenwerdens, des Nichtwahrgenommenwerdens ist, das dahinter steckt und somit mit dem Kommentator nichts zu tun hat.

    Wie sag ich immer so schön „ICH bin verantwortlich dafür was ich sage/schreibe und DU bist verantwortlich dafür was du verstehst/hörst“.

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Ilanha, danke für deine Zeilen. Ich denke, dass auch ich als Schreibende „mit“verantwortlich bin, wie es ankommt, aber vermutlich hast du das ohnehin mit dem ICH bin verantwortlich was ich sage/schreibe gemeint. 🙂

      Sonst ist deinem Kommentar nichts hinzuzufügen.
      Dir einen schönen Tag.

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      1. Naja, man kann als Schreibender aber nicht die jeweiligen Befindlichkeiten aller Leser einbinden, da wird man ja kirre.
        Und selbst wenn man sich alle Mühe gibt, so kommt es oft verquer an bei dem einen oder anderen.
        Beim Kommentieren fällt die nonverbale Kommunikation komplett weg und da sind nicht selten Mißverständnisse vorprogrammiert.

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        1. Liebe Ilanah,
          ich gebe dir vollkommen recht, kommentieren erfordert eine gänzlich andere Herangehensweise als verbale Kommunikation. Daher versuche ich gerade in der schriftlichen Kommunikation ganz besonders vorsichtig mit Worten zu agieren. Dennoch wie du schreibst, Missverständnisse sind hier noch häufiger, als im Gespräch. Vielen Dank für deine Erläuterung, so kann ich deinen Satz „ICH bin verantwortlich dafür was ich sage/schreibe und DU bist verantwortlich dafür was du verstehst/hörst.“ viel besser verstehen. Ein wahrer Satz, wie ich nun erkenne.

          Liebe Grüße
          „Benita“

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  2. Guten Morgen, liebe Benita ❤
    Es ist erst kurz nach 5 und ich habe eben deinen Beitrag entdeckt.
    Danke hierfür und auch dafür, dass ich noch die Chance habe zu kommentieren.

    Als ich meinen Mann kennenlernte, konnte ich es nicht.
    Ich konnte mich nicht "dagegen stellen"; "gegen den Wind heulen" o.ä., sobald ich einen Menschen mochte und ihn nicht verlieren wollte.
    Und ich wollte lieber schweigen. Oder aber "zuerst gehen", als "verlassen werden" – weil Streiten ohnehin zu Verlust führe.
    Erst durch ihn lernte ich, dass man Liebe nicht verliert und dass der andere nicht einfach geht, nur weil ich unbequem bin.
    Weil ich nicht so bin, rede oder fühle, wie er es gerne hätte.
    Und ich bin hierfür sehr dankbar.

    meintoefftoeffumerle hat es oben sehr verständlich auf einen kurzen Nenner gebracht – wofür ich immer halbe Romane brauche.

    Und sicher darfst und kannst Du bei mir kommentieren.
    All das Gekrampfe tut doch nicht gut.

    Aber ich sehe und erkenne, dass Du von (ganz bestimmten, wenigen) Dingen schlicht getriggert wirst.
    Und sobald Du getriggert bist, kämpfst Du mit mir.
    Fast mit Gewalt willst Du unbedingt und eindringlich, dass ich tue, denke, fühle oder schreibe, was DU willst.
    Mit Penetranz und Vehemenz dringst Du förmlich in mein Selbst ein und forderst.

    Du trittst mir mit Gewalt entgegen. Ich fühle deine Hände an meinen Schultern; wie sie mich durchschütteln und fordern, dass endlich der Groschen fällt!!!
    Und ja, auch ich fühle mich dann gezwungen, mit derselben Vehemenz dagegen zu stehen.

    Wir können aber weder die Welt retten.
    Noch brauchen wir für andere sprechen.
    Und wir können vor allem nicht dem anderen seinen Heilungs- und Lebensweg abkürzen und nehmen.

    Es klappt nicht, dem Gegenüber Dinge einzuhämmern, welche er vielleicht irgendwann durch seine Heilung automatisch lernt und begreift.
    Vielleicht auch NIE begreift.
    Weil er so vielleicht überhaupt nicht IST.

    Unsere Blogs sind Ausdruck unseres Selbst – jetzt und heute.

    Wohin würde es führen, wenn ein anderer derartig viel Einfluß bekäme oder hätte, dass der Blogschreiber hierdurch "der andere" würde?!

    Und man hat doch tatsächlich eine Eigen- und Selbstverantwortung und auch eine Wahl.
    Man muß nicht alles lesen. Auch nicht alles kommentieren.
    Man darf auch einfach gehen – für den Moment.
    Sagen, "das tut mir nicht gut, ich entziehe mich für heute; schütze mich"
    Und anderwann wieder kommen.

    Und es ist auch deine Wahl, mich hier frei zu schalten, oder zu löschen.
    Es ist dein Blog.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag und ja, ich mag unseren Austausch auch, wenn er mal unbequem oder schmerzhaft ist.
    Liebe Grüße und alles Liebe ❤
    Luise

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    1. Liebe Luise,
      es ist ein langer Kommentar von dir, dem ich „naturgemäß“ möchte ich sagen, antworten möchte. Wie ich es formuliere, und wie ich mit deinem Geschriebenen umgehe … dafür brauche ich Zeit. Jetzt gerade ein Flashback zu stemmen. … Ich verstehe ganz vieles nicht was du schreibst und stehe hier mit einem Kopfschütteln. Also lass ich es mal einige Tage setzen.
      Liebe Grüße
      „Benita“

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    2. Liebe Luise,

      ich habe also gestern eine Therapiestunde damit verbracht herauszufinden, ob mein Kommentar unpassend, übergriffig, gewaltvoll gewesen wäre. Zumindest meine Therapeutin konnte dergleichen nicht entdecken. … Und sie hat sich tatsächlich über die Stunde hinaus Zeit genommen, deine Beiträge, meinen Beitrag und ganz viele Kommentare zu den Beiträgen zu lesen, was mir schon etwas peinlich war. Sie tat es, weil sie die Dynamik, die sich entwickelt hatte verstehen wollte um mir helfen zu können.
      Wir haben herausgearbeitet, dass es wohl so ist, dass wir einander triggern. Sicher kommen wir einander nahe, weil unsere Erfahrungen sich teilweise überschneiden. In diesem einander triggern liegt sehr viel Chance zu lernen, aber wir müssen ganz besonders achtsam miteinander umgehen. Das gilt für uns beide. Meine Therapeutin meinte sogar, dass wir vielleicht Regeln für Kommentare ausmachen sollten, um Verletzungen zu vermeiden.

      Und in einem deiner Beiträge erkannte sie Doppelbotschaften. Es war jener Beitrag wo du mich ohne Namen direkt angesprochen hast.

      Ich für mich weiß nicht, wie ich in dir dieses Körpergefühl des Fordern und Durchrüttelns auslöste. Ich bedauere, dass es diese Gefühle in dir erzeugte, was ich geschrieben habe. Das wollte ich nicht, erkenne aber auch nicht, wo ich so gewesen wäre. Ich habe meine Kommentare wieder und wieder gelesen und analysiert. Ich erkenne die Gewalt nicht, die du anprangerst. Ich bin ratlos.

      Habe jetzt deinen heutigen Beitrag gelesen. Könnte dieser Mechanismus des Angreifens, die „Kampfsau“ wie du geschrieben hast, weil du dich angegriffen gefühlt hast auch in dieser Auseinandersetzung mit mir gewirkt haben?

      Ich habe gemerkt, dass ich Angst habe auf deinem Blog zu kommentieren und auch ihn zu lesen dzt. So werde ich mich momentan zurückziehen. Vielleicht lese ich stumm mit, vielleicht auch nicht. Das tut mir sehr, sehr leid, aber weiß wirklich nicht, was ich tun kann. Bitte beantworte mir doch die Frage, ob du dich angegriffen fühltest und dann losgestürmt bist und gekämpft hast, vielleicht lässt sich so etwas auflösen?

      Ich weiß nur, dass ich eben gegenteilig reagiere, wenn ich mich angegriffen fühle erstarre ich und verstumme komplett. Ich versuche mich aufzulösen und durch die Spaltung gelingt mir das auch immer wieder. In Bedrohungssituationen kämpfen wir eigentlich nicht. Wir werden stumm und suchen einen Ausweg zu flüchten. Versuchen die Lage zu deeskalieren um heil fliehen zu können.

      Deine Gedanken zu Welt retten und Gekrampfe kann ich hier im Kommentar nicht beantworten. Jetzt nicht. Dazu brauche ich evtl. einen ganzen Beitrag.

      Alles Liebe
      „Benita“

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      1. Liebe Benita 🙂
        Danke zuerst für dein dich-auseinandersetzen.

        Es ist ganz bestimmt ein Kampf-Anteil in mir, der sich *auch* gegen dich wehrt.
        Vielleicht war auch ein Teil Mißverständnis da – weil ich erst vorhin, aufgrund eines Kommentars gestern, auf die Frage kam, ob Du wohl den *gesamten* Beitrag auf dich bezogen hattest?!

        Ich habe ganz offensichtlich mißverständlich geschrieben – bzw. nicht erkennbar formuliert, dass zwar irgendein Gefühl unseres Miteinanders eine Art „Zündung“ war – aber ganz viel des Textes eigentlich eher „allgemein in die Welt“ daraus entstanden ist.
        Ich hoffe nicht, dass Du die Last und Vorwürfe des gesamten Textes auf deinen Schultern trägst – ich würde hoffen, Du weißt inzwischen dass ich dazu neige „in die Welt zu schreien“.

        Bedrängt fühle ich mich hin und wieder dadurch, dass Du nicht locker läßt (z.Bsp. wg. des Fotos von meinem Zimmer.
        Dass deine Ratschläge und Anregungen nicht aufhören – sondern so lange wiederholt werden, bis ich ihnen folge.
        Aber dann sind es eben keine Ratschläge mehr, sondern vielmehr Anweisungen.
        Und hierdurch wehre ich mich.

        Ich fühle mich dadurch, dass Du es „gut meinst“ und mir „DEIN Gutes“ deshalb aufzwingst, bedroht.
        Ich bin anders als Du.
        Und auch stete Wiederholung macht mir „deins“ nicht „mir passender“.
        Und vielleicht ist mein „Nein, danke“; meine Grenze noch immer nicht verständlich genug – hier übe ich noch.

        Vielleicht kannst Du mich ein kleines bißchen besser nachvollziehen. Ich werde hier einen Punkt machen.
        Lassen wir uns Zeit – Du bist mir jederzeit Willkommen, auch mit Kommentaren.
        Auch dir alles Liebe
        Luise

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        1. Liebe Luise,
          Herzlichen Dank für deinen Kommentar, der einige Aha-Erlebnisse in mir auslöste. ❤

          Bin jetzt zu deinem Beitrag mit dem Schlafzimmerbild gegangen und habe gemerkt, dass du das gelöscht hast. Das war mir gar nicht aufgefallen, weil ich es nicht als Ziel hatte. Ich habe meine Kommentare dazu gelesen und erahne was du meinst. Und tatsächlich selbst mit dem Wissen um ein "Nein, danke", erkenne ich dieses nicht in deiner Antwort. Eher ein mir zustimmen. Oje, da sind aber einige Missverständnisse geschehen. 😦

          Dazu vielleicht einige Worte dazu wie ich kommentiere und weshalb ich Aussagen wiederhole. Das ist meine Unsicherheit, weil ich immer denke, dass ich wohl nicht verstanden worden bin und dann kommt deine Antwort, oder die von anderen Menschen und die wiederhole ich dann und dann nochmal was ich meinte, weil ich eben immer denke, dass ich mich nicht klar ausdrücken kann und eh niemals jemand versteht was ich meine. Es tut mir leid. Ich hätte nicht gedacht, dass das bei dir so eindringlich ankommen kann. Ein "Ich hab's kapiert (verstanden)." in so einem Fall reicht schon. Da fehlt mich eben auch die körperliche Präsenz beim Schreiben, wo ich erkennen kann, ob meine Worte ankommen oder nicht.

          Ich bin froh, dass du mir das geschrieben hast, dann will ich das in deinem Blog versuchen anders zu machen. Falls es mir dennoch entkommen sollte, vielleicht kannst du meine Unsicherheit dahinter erkennen und dir denken, "o.k. jetzt ist sie wieder da". Aber ich bemühe mich, das bei dir zu lassen.

          Danke auch für den Hinweis, dass du wohl missverständlich geschrieben hast bei diesem Beitrag. Und ja, ich habe alles in diesem Beitrag auf mich bezogen und alle Last auf mich genommen. Da ich ohnedies dazu neige viel zuviel Verantwortung zu übernehmen als ich müsste, geht das bei mir ganz automatisch und ich fühlte mich von diesem Beitrag erschlagen und dachte, dass du da ganz viel zu mir nie gesagt hast und jetzt kommt alles heraus. Hat übrigens auch meine Therapeutin so gelesen.

          Ich werde mich dennoch etwas zurückziehen momentan. Danke nochmals für deine Antwort.

          Liebe Grüße und hab einen schönen restlichen Tag.
          "Benita"

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          1. Uff
            Ich sehe, dass es uns dennoch beiden gut tut, nicht locker zu lassen und zu versuchen, uns einander anzunähern.
            Bis sich am Ende der Knoten dann doch löst.
            Ich kann nur wieder danke sagen, dass auch Du nicht einfach wegwirfst.

            Und, dass es mir Leid tut, mich nicht klarer auszudrücken.
            Sobald meine Seele ein klitzekleines Löchlein findet (durch die „Zündung“), läuft sie dann aus mit all jenem, das darin gesammelt ist. Und ist auch nicht mehr durch den Verstand zu zügeln oder zu domestizieren.
            Ich hoffe ja immer, die Menschen hier wissen das inzwischen.

            Aber es zumindest nachträglich noch bemerken zu können und richtig zu stellen, ist wenigstens ein *bißchen* hilfreich.

            Meist ist es wohl so, dass ich „Persönliches“ in den Kommentaren erwähne/antworte. Und zum „Ausschütten“ eher Beiträge schreibe.

            So lernen wir uns kennen und besser verstehen aufgrund von Dingen, die uns eher negativ erscheinen.
            Ich wünsche dir alles Liebe und dass vielleicht auch dir am Ende so etwas beim Heilen zu helfen vermag.
            Du bist mir immer Willkommen ❤

            Gefällt 1 Person

            1. Oh, ich denke, dass unsere Hartnäckigkeit uns selbst auch über den Austausch miteinander zu verstehen schon ganz gut ist. Zumindest bin ich froh, dass wir den Knoten – wieder einmal – lösen konnten. 🙂 Diese Auseinandersetzung hat mich tatsächlich traurig gemacht. Das ist doch ein gutes Zeichen, dass es mir eben nicht egal ist, was im Kontakt mit dir geschieht und dass du mir wertvoll bist. So ist eben einander kennenlernen. 🙂 Es gibt Höhen und Tiefen.

              Auch wir danken dir für dein dich öffnen und erklären, für dein hinsehen und hinfühlen mögen und mit uns die Fragen aufzulösen.

              Ich/wir jedenfalls kennen wieder ein Stück mehr von dir und auch von uns.

              Herzlichen Dank für deine wiederholte Einladung auf deinen Blog ❤ 🙂
              Wir kommen wieder! … Wer weiß, wie lange wir das schaffen uns zurückzuhalten? 😉 … bin ja eine Plaudertasche!

              Alles Liebe nochmals ❤
              "Benita"

              Gefällt 1 Person

  3. Lb Benita. Da unterbreche ich mein sommerliches Schweigen um zu sagen dass ich da absolut deiner Meinung bin. In vielen Blogs ist nur „ach wie schön “ und „wie wunderbar du das geschrieben hast“ erwünscht oder irgendwelche leeren Phrasen. Sehr schade

    Gefällt 2 Personen

  4. Liebe Benita, ich schreibe meine Kommentare und das schon einige Zeit, ohne mir je
    Gedanken zu machen. Schon bevor ich einen Blog hatte. Ich schreibe und sage meine Meinung, vertrete meine Sicht, meinen Standpunkt. Denn ich bin ein „Ich“ und ich trage die Verantwortung für meine Worte. Darin liegt meine Überlegung, die Wahl meiner Worte sind so zu formulieren, dass ich nach wie vor – in der Verantwortung – bleibe. Und nicht für das Gesagte verantwortlich gemacht werden kann. Das Wort, ist (kann) eine Waffe, sein, folglich könnte es töten (Rufmord), Aufruf zu Gewalttaten (Kriege), führen.
    Diskussionen, dienen nicht immer der Verständigung, sondern sind ein Schlagabtausch, wortgewandter Machtmenschen, (Politiker, Lehrern, Eltern, Pastoren, Professoren, Otto Normalo).
    Auf einem Blog, möchte ich die Sichtweisen anderer kennen lernen. Eine Sicht beinhaltet zuerst, dass ich akzeptiere, wie mein Gegenüber eine bestimmte Situation sieht. Das ist für ihn real. Ich muss und darf lernen, anzunehmen, wie es mir geboten wird. Damit zolle ich Respekt und vermittle Akzeptanz.
    Das Wesentliche ist aus meinem Verständnis, frei in meinem Entscheidungen zu sein, ob mir ein geschriebener Gedanke, helfen kann, oder ob ich ihn für mich, nicht annehmen werde.
    In Ergebnis bin ich doch bereichert worden, auch mein Gesprächspartner.
    Puh, ein bisschen viel geschrieben
    Hab eine gute Nacht. Hilde

    Gefällt 3 Personen

    1. Liebe Hilde,
      vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Du schreibst „Auf einem Blog, möchte ich die Sichtweisen anderer kennen lernen. Eine Sicht beinhaltet zuerst, dass ich akzeptiere, wie mein Gegenüber eine bestimmte Situation sieht. Das ist für ihn real. Ich muss und darf lernen, anzunehmen, wie es mir geboten wird.“ Bedeutet das denn, dass ich nehmen muss, was da steht, ohne sagen zu dürfen, dass ich es anders sehe? Ist das dann respektlos, wenn ich denke, dass eben eine Wortwahl gewählt wurde, die ich sogar mehr als nur polemisch, sondern als beleidigend auffasse, auch wenn sie mich nicht meint. Stimme ich nicht zu, wenn ich manches wortlos hinnehme, obwohl ich es als nicht in Ordnung empfinde? Was wenn jemand meint, meine Art zu schreiben hat in Ordnung zu sein, gleich wie ich formuliere, weil das ist ja mein Blog? Muss ich dann nicht widersprechen, schon für die Gemeinten, die nicht lesen, oder sich vielleicht gar nicht wehren können? … Ich hadere eben, ob mich eine Wortwahl eines Blogs so sehr belastet, dass ich diesem Blog nicht weiter folgen kann. Es ist ein Blog, den ich schon lange lese und der mir in sicher 95 % oder sogar mehr gut gefällt und ich ihn nicht mehr lesen kann, wegen dieser max. 5 % meines Erachtens verbaler Ausfälle.
      Falls du mir dazu deine Sicht schreiben magst, wäre ich dir dankbar. Nochmals vielen Dank für deine Gedanken.
      Auch dir eine gute Nacht.
      „Benita“

      Gefällt 1 Person

      1. Ich …. MUSS … und …. DARF … lernen, wie es mir geboten wird. In dem Wort MUSS steckt eine deutliche Aufforderung an meinen Verstand. Ich MUSS erkennen, das ich nicht mit dem übereinstimme, was mir geboten wird. Ich ziehe eine Grenze, für mich, bis hier her und nicht weiter. Für mich ist es nicht tragbar, ich stimme nicht mit dem überein. Nicht kompatibel, wie heute gesagt wird.
        Ich DARF aber annehmen, wenn eine Übereinstimmung stattfinden würde. Ich bin frei in meinen Entscheidungen. Ich kann das Negative, wie das Positive annehmen, oder lassen.
        Und ja, ich kann sagen „ich stimme nicht“ mit Deiner Sicht/ Meinung überein. Das nicht übereinstimmen, kann ein Mangel der Unwissenheit, oder noch nicht zu Ende gedachter Sachverhalte sein. Daraus folgt nicht eine verbale Attacke, gegen meinen Kontrahenten. Worte die diskreditieren, obszön, beleidigen, alle diese, die meine Person angreifen, gehören in keine Diskussion.
        Wenn ich schreibe, zeige ich immer eine Seite von mir, ungewollt. Aber nicht vermeidbar. An der Sprache, dem Inhalt und der Wortwahl, lassen wir uns erkennen. Unsere Worte sind wir. Sie kommen aus uns. Sie sind unser Spiegelbild.
        Ich kann die Stimmungen erkennen. Ihre Dominanz, die Härte, Klarheit, das Verständnis, die Klugheit, den Sachverstand, die Nüchternheit. Wärme und Weichheit. den Humor und die Freundlichkeit.
        Wenn mir ein Blog „nicht“ gefällt, plötzlich, dann überprüfe ich, warum entwickelt sich da so ein Sinneswandel bei mir. Was hat es ausgelöst. Wie kann ich es ändern, oder geht es nicht mehr. Dann treffe ich für mich eine Entscheidung, die für mich die Beste ist.
        Das Beste für mich ist meine geistige und körperliche Unversehrtheit.
        Worte haben Macht, sind wie Waffen aus dem falschen Mund, oder Feder.
        LG. Hilde

        Gefällt 2 Personen

        1. Liebe Hilde,
          Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort, die sich mit meiner Ansicht deckt.

          Ich bin aber dankbar, dass es eine Kommunikation zu meinem Problem gab und sich einiges geklärt hat. … Und ich persönlich wurde nicht beschipft, das mag ich klarstellen, weil mein Beitrag hier irreführend sein mag. … Unterstellungen gab es und ich habe meine Entscheidung getroffen, wie ich weiter damit umgehe.

          Vielen, vielen Dank nochmals für deine Gedanken und dafür wie vorsichtig und umsichtig du sie formuliert hast.

          Ganz liebe Grüße
          „Benita“

          Gefällt 1 Person

  5. Debattieren….hm – ausdiskutieren…sich auseinander setzen…hier im Blog? Ja, manchmal ist das auch wichtig, wenn etwas Neues Raum bekommen soll, ein neuer Gedanke von außen – ja, eine Art Rückmeldung von Aussen – ja das ist auch wichtig hier im Blog.
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend Benita,
    Melinas

    Gefällt 2 Personen

    1. Lieber Lu,
      danke dir, ein Pflaster auf meinen Frust. Das weiß ich im Grunde, denn in einigen Blogs geht es ja auch. Und es ist immer wieder eine Freude für mich, mich auszutauschen und zu lernen. Wir konnten schon vieles lernen hier am Blog. …
      Herzliche Grüße auch von mir zu dir.
      „Benita“

      Gefällt 1 Person

        1. Das freut mich sehr, herzlichen Dank, lieber Lu. Ich mag es noch konkretisieren. … Auch ich schätze den Austausch mit dir. Auf deinem wie auf meinem Blog und ebenso deine Beiträge, die mich oft in neue vor allem musikalische und lyrische Regionen führen.
          Eine gute und erholsame Nacht wünsch ich.
          „Benita“

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