Leben mit DIS # 11: Wenn die Tränen nicht stoppen …

… bis irgendein Innenwesen im Kopf Worte findet, die helfen.

Genervte Worte höre ich beim Geschirr spülen, das ich unter Tränen verrichte: „Will sie jetzt nicht irgendjemand einmal in den Arm nehmen und trösten!!!“

Nein ICH bin nicht gemeint. Diejenige die Trost braucht ist ein Innenwesen, das die Kontrolle über den Körper hat und aufgrund ihrer Aufregung seit Tagen keine andere mehr ganz heraus kommt. Um den Alltag noch irgendwie zu erledigen, schieben wir uns in Arme und Beine des Körpers, sehen durch die Augen durch, an ihr vorbei, aber die tiefe Verzweiflung und die Tränen sind trotz Ablenkung nicht zu stoppen. Dass es SIE ist, die Trost benötigt höre ich im Kopf, eigentlich fühle ich es mehr und es fühlt sich richtig an. Weshalb die Ruferin es nicht selbst erledigt, bevor sie versucht die anderen aufzurütteln ist einfach erklärt. Sie kommt nicht an die Erschütterte heran!

Aber WELCHE ruft, WELCHE weint?

Es gibt keine Namen für Innenwesen. Obwohl es Unterschriften mit Namen gibt, wenn wir jährlich einen Anti-Suizid-Vertrag bei unserer Therapeutin unterschreiben. Aber ich habe keine Ahnung, wer, wer ist. Ich höre sie, fühle sie, habe selten Amnesien, bei denen ich keinerlei Erinnerung mehr habe. Aber ich kenne die Innenwesen nicht mit Namen und ich kann sie selten unterscheiden.

Ob es daran liegt, dass unser Vater stets unseren Namen als Kind „vergessen“ hat? Wie bitte kann ich als Vater den Namen meiner Tochter nicht erinnern? Nein, er hat ihn nicht vergessen, es war eine seiner Methoden mich zu demütigen und zu zeigen, dass wir keinen Wert haben. Nicht einmal Wert seien, dass er sich meinen Namen merkt. Mitunter sprach er uns auch mit dem Namen meiner Mutter an. Vielleicht waren die Vergewaltigungen so einfacher für ihn, wenn ich entweder namenlos oder aber in seiner kranken Phantasie seine Frau war?!

In meinen Gedanken dazu, wie das denn nun ist mit den Namen von Innenwesen, gelangte ich im Netz beim Suchen auf die Seite http://www.aufrecht.net/utu/ , auf welcher der Autor seinen persönlichen Zugang zu DIS beschreibt, aber auch wissenschaftliche Quellen zitiert und in seine Überlegungen einbezieht.

Hier Zitate aus seinem Text „Multi oder nicht Multi?“ . Auch wenn es auf dieser Homepage für mich mitunter schwierige Argumente gibt, kann ich diesem Zugang bzgl. Namen und Bedeutung  von inneren Persönlichkeiten sehr viel abgewinnen. Weshalb ich auch daraus zitiere.

Die in manchen Internet-Foren vertretene Ansicht, dass Multis „mehrere echte Personen“ in einem Körper seien und keine wechselnden Persönlichkeits-Zustände ein und derselben Person darstellten, ist nicht stimmig. Wenn sich als Folge einer Abspaltung / Dissoziation (wann und weshalb auch immer sie stattfindet) eine völlig neue und selbstständige Person bilden würde, dann dürfte diese nichts mit einer anderen Person zu tun haben und auch keine Fähigkeiten von ihr übernommen haben; beispielsweise müsste sie das Lesen vollkommen neu von Grund auf lernen, wie in der ersten Klasse Grundschule. Denn niemand ist mit dieser Fähigkeit geboren worden, und es sind sehr langwierige und aufwendige Trainings-Prozesse der impliziten Gedächtnisse dazu notwendig, die normalerweise Jahre dauern (dafür aber auch kaum wieder „verlernt“ werden können).

Wenn eine andere „Person“ aber das Lesen und auch das Sprechen bzw. das Verstehen von Sprache(!) bereits kann (was so gut wie immer der Fall ist), ohne dass sie es langwierig lernen und trainieren musste, dann kann sie nicht vollkommen eigenständig sein, sondern muss ihre Fähigkeiten mit einer anderen Person teilen; insbesondere muss sie die impliziten Gedächtnisse wenigstens teilweise gemeinsam mit ihr nutzen. In diesem Fall aber von einer „eigenständigen Person“ zu sprechen, halte ich nicht für eine korrekte und angemessene Ausdrucksweise. Der Ausdruck „Persönlichkeit“ bringt diese gemeinsame Nutzung lebenswichtiger Gedächtnis-Ressourcen besser zum Ausdruck und sollte anstatt der irreführenden Bezeichnung „Person“ verwendet werden.

(…)

Anstatt über Angst erzeugende und fatalistische Etikette zu reden, habe ich zielgerichtet und motiviert Therapie, insbesondere auch Trauma-Therapiegemacht. Ich habe, wie es von Fachleuten dringend empfohlen wird, meinen Persönlichkeits-Teilen keine Eigennamen gegeben (siehe z.B. http://www.dissoc.de/issd30a.html oder das Buch von Fiedler), sondern nur funktionale Bezeichnungen (Kind, Beobachter, Clown, Angsthase, etc). Ich habe sie nicht abgelehnt, sondern mich im Gegenteil intensiv mit ihnen beschäftigt. Der Erfolg: Ich bin aus der Dekompensations-Phase heraus,

Aus: „Multi oder nicht Multi?“

In diesem Beitrag wird auch auf die Seite der ISSD – INTERNATIONAL SOCIETY
FOR THE STUDY OF DISSOCIATION Deutsche Sektion e.V. verwiesen.

Die DIS-KlientIn ist eine einzige Person, die sich selbst so erlebt, als seien verschiedene Persönlichkeitsanteile von ihr mit einer gewissen Autonomie ausgestattet. Die KlientIn ist jedoch keine Ansammlung aus unterschiedlichen Leuten, die denselben Körper teilen. Die Begriffe «Persönlichkeit» und «alter» (Abkürzungen für alternativer Persönlichkeitsanteil) oder «Innenperson» beziehen sich auf dissoziierte Teile der Psyche, die alternierend das Verhalten der DIS-KlientIn beeinflussen. Manche TherapeutIn bevorzugt hierfür auch den Begriff «Persönlichkeitsanteil» oder «Teil des Selbst».

Wo immer möglich, sollte die Behandlung der KlientIn dazu verhelfen, ein zunehmendes Gefühl für ein integriertes, alltagstaugliches Selbst zu erhalten. Obwohl die TherapeutIn die Persönlichkeitsanteile häufig anspricht, als seien sie getrennt, ist es Aufgabe der therapeutischen Arbeit, ein zunehmendes Gefühl innerer Verbundenheit und innerer Beziehung zwischen den alternierenden Persönlichkeitszuständen oder -anteilen zu fördern. Es ist also kontraproduktiv, die KlientIn dazu zu drängen, daß die zusätzliche alters (Innenpersonen) abspaltet, alternierende Personalitäten zu drängen, Namen anzunehmen, wenn sie vorher keine hatten und unterschiedliche Persönlichkeitsanteile dazu zu drängen, immer elaborierter und autonomer zu werden, als sie bereits in der KlientIn funktionieren. Es ist ebenfalls kontraproduktiv, die KlientIn dazu zu ermutigen, einzelne Persönlichkeitsanteile zu ignorieren oder zu versuchen, sie loszuwerden. Auch sollte die TherapeutIn keine „Lieblinge“ unter den alternierenden Persönlichkeitsanteilen favorisieren oder zerstörerische oder unliebsame Innenpersonen von der Therapie ausschließen, auch wenn solche Schritte manchmal zeitweise in einigen Stadien der Behandlung bei manchen KlientInnen erforderlich erscheinen mögen.

Und schließlich: Die DIS-KlientIn ist eine ganzheitliche Persönlichkeit. Die alternierenden Persönlichkeitsanteile erwachsener KlientInnen teilen sich die Verantwortung für ihr Leben, so wie es jetzt ist. Im psychotherapeutischen Setting sollten die TherapeutInnen, die mit DIS-KlientInnen arbeiten, generell die gesamte Persönlichkeit für das Verhalten aller Persönlichkeitsanteile als verantwortlich ansehen.

Aus: ISSD – Behandlungsrichtlinien; Teil 1 – A. Integration ist ein generelles Behandlungsziel.

Diese Texte sind bereits sehr alt. Ob sie noch den aktuellen Behandlungskonzepten entsprechen, weiß ich nicht? Aber sie sprechen mich sehr an.

Auch die ISSD wurde mittlerweile abgelöst durch die DGTD. Diese ist aus der „International Society for the Study of Dissociation – Deutsche Sektion e.V. (ISSD-D)“ hervorgegangen und hat sich von der amerikanischen Muttergesellschaft gelöst. (Vorsitzende Michaela Huber)

Außerdem möchte ich Sie als Multiplikatorin durch meine Nachricht auch bestärken, Traumaexposition zu fördern. Ich bin zwar nur eine Einzelperson, aber ich glaube, viele Menschen leiden darunter, dass ihre Therapeuten lieber drei Jahre zu lang (ja, ich glaube, es gibt ein „zu lang“) „stabilisieren“, als sich an eine Exposition heran zu wagen.

Aus: Gästebuch Michaela Huber 12.8.2011 (Anonym weiblich 28 J.)


Ich habe diesen Beitrag vor fast 3 Wochen geschrieben und fand kein Ende. Diesen offenen Schluss mögen wir beibehalten. Wir konnten auch nicht erkennen, ob er denn gut genug ist veröffentlicht zu werden, also lag er im Entwürfe-Ordner und reifte vor sich hin.

Anfang bis Mitte September gab es einen Auslöser, der uns sehr den Boden unter den Füßen wegzog, von dem wir uns noch nicht erholt haben. Erst heute glaube ich die Zusammenhänge evtl. zu erkennen. Dazu mehr in einem weiteren Beitrag – hoffentlich. Denn wir fühlen uns noch immer sehr geschwächt.

Ich finde in diesem Beitrag doch interessante und wichtige Aspekte und hoffe es ergeht Ihnen bzw. euch ebenso.

 

Beitragsbild: pixabay – johnhain / 1065 Bilder

57 Gedanken zu „Leben mit DIS # 11: Wenn die Tränen nicht stoppen …“

  1. Liebe Benita,
    zunächst einmal zu Deiner Anrede und zu der allgemeinen, in den Blog´s. Kannst Du Dir vorstellen, das ich mitunter verunsichert bin, welche Anrede ich wählen soll, oder kann.
    Bei einer Anrede habe ich generell eine bestimmte Person, die mir meistens bekannt ist, vor Augen. Bei Menschen die ich nicht kenne, nehme ich nach wie vor gern die Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“. Das gewährt mir Distanz und zwingt mich auf der sachlichen Ebene zu bleiben.
    Bei einem Blog ist es anders, da hebt sich die Schränke der Sachlichkeit auf. Es geht vieles unter die Haut. Sehr Nahe, zu nahe Die meisten Themen sind emotional, sie berühren ungemein.
    Nun schreibst du von „Wir“. Wen meinst Du mit „wir“. Ich habe das Gefühl, einer Gruppe zu schreiben. Viel arger noch, nun erkenne ich Dich nicht mehr als Person. Du schreibst von „wir“ und „euch“. So viele kann ich nicht ansprechen. Denn wenn ich es tuen könnte, müsste ich jeden/der individuell antworten. Mir scheint es äußert schwierig zu sein.
    Ich bleibe da lieber bei Dir. Bei der Person, die sich reguliert, die immer wieder zu sich zurück kehrt. Ich will nicht sagen, dass ich die anderen, die ebenso ein Teil von Dir sind, nicht zu ihnen sprechen würde, aber es kommt mir da so ein Gedanke. Vielleicht willst Du gar nicht über die anderen angesprochen werden. Vielleicht willst Du nur, das sie akzeptiert, angenommen werden. Auch von Außenstehenden.
    Ich muss zugeben, es ist sehr schwer zu verstehen. Ich gebe mir große Mühe. Sei mir nicht mutlos, oder schüttele nicht Deinen Kopf aus, weil Dir Unverständnis und Unwissenheit, widerfährt.
    LG. Hilde

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    1. Liebe Hilde,
      Ich danke dir für deine offenen Worte. Ja, ich kann deine Verwirrung sehr gut verstehen. Auch darum gibt es diesen Blog. Um Menschen, die von dem Thema DIS überhaupt nie gehört haben, die Situation nahe zu bringen. Das kann auch (zu) nahe gehen mitunter. Und jetzt wünsche ich mir eine „korrekte“ Ansprache. Wie soll die denn aussehen? Ich kann das gut nachvollziehen, dass das zuviel ist.
      Ich habe eine Einstellung, dass ist hier am Blog bzw. wenn ich auf anderen Blogs kommentiere sehr gerne liebe oder lieber xy schreibe. Das mache ich, weil ich Menschen sehr gerne einen Vertrauensvorschuss gebe. Ich wüsste nicht, weshalb jemand nicht lieb sein sollte, wenn ich an den Texten doch einen freundlichen, bemühten, suchenden, meist sanften und mit dem eigenen Leben ringenden Menschen dahinter erkenne. Aber das ist mein Zugang. Vielleicht ist das anderen sogar zu nahe? Ich hoffe nicht, oder dass es mir mitgeteilt wird.

      Die Anrede sehr geehrte Damen und Herren nutze ich auch für offizielle, geschäftliche Korrespondenz. Am Blog, wenn ein Liebe xy zu nahe scheint, kann ein Hallo xy helfen Distanz zu wahren, wenn du das möchtest. Also Hallo „Benita“ ist völlig in Ordnung. Hallo du mag ich nicht.
      Zu dem Punkt, wen nun ansprechen? Du, ihr … und was soll das Ganze?
      Bitte mach dir bloß keinen Druck. Ich schrieb über Freundschaften im realen Leben, wo mir etwas fehlt. Nämlich das Bemühen, mich als Ganze Person kennenlernen zu mögen. Es betrifft nicht den Blog. Hier Innenwesen mit Namen ansprechen ist eigentlich unmöglich. Aber ich glaube, wir müssen etwas aufklären. „Benita“ ist NICHT der Name jener die immer wieder zurückkehrt und „sich reguliert“, wie du schreibst.
      „Benita“ ist der Familienname ALLER im System, die sich dazugehörig fühlen. Und es sind keine vollständigen Leute, die in meinem Körper wohnen, sondern mehr oder weniger verselbständigte Persönlichkeitsanteile. Regulieren kann sich kaum jemand gut. Traumafolgestörungen sind vor allem Störungen der Selbstregulierung. Ich bin sehr verständnisvoll, wenn ich mit du oder ihr angesprochen werde. Wenn du für dich einfacher ist, ist es für mich in Ordnung.
      Ich hoffe ich konnte deine Fragen etwas klären und möchte dich ermuntern mich direkt zu fragen, wenn du nicht verstehen kannst, obwohl du dich bemühst. Auch dafür gibt’s diesen Blog. Ich weiß, dass es braucht zu verstehen. Danke, dass du mir Mut zusprichst und deinen guten Willen zu verstehen zeigst.
      Ich mag noch zum Schluss sagen, bitte hab auch Geduld mit mir. Denn ich kenne nur dieses Leben mit den mehreren, dem zersplitterten Ich. Daher ist es für uns ebenso unbegreiflich, wie Menschen, die diese Besonderheit nicht haben, funktionieren. Das ersuche ich zu beachten, wenn du meine Texte liest. Ich kenne nur diese meine Lebensform und sie unterscheidet sich doch in einigem von dem Leben jener Leute, die Dissoziation in dieser Form nicht kennen.

      Herzlichen Dank für deine Mühe, dein Interesse und deine lieben Worte.

      Einen sehr schönen Sonntag Abend dir.
      Liebe Grüße
      „Benita“

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  2. Liebe „Benita“! (welche Bedeutung haben eigentlich die „“, wenn ich das fragen darf? Jetzt, wo ich weiß, dass Namen ein schwieriges Thema ist, möchte ich da natürlich nicht versehentlich etwas falsch machen, weil ich Benita statt „Benita“ schreibe. Falls du das erklären magst…)
    Meine Innens haben auch (bis auf eine!) keine wirklichen menschlichen Namen. Eher Titel oder Bezeichnungen, beispielsweise die Hüterin o.ä.
    Oftmals hab ich mich auch in Überlegungen verloren, ob ich „jemanden“ quasi mit menschlichen Namen benennen „müsste“ aber das fühlt sich einfach falsch an. Wie gesagt, eine hat einen solchen Namen und der kam einfach… Ich weiß auch noch nicht, warum sie da anders ist…?
    Ich hoffe, es geht dir/euch bald besser. Auch ich beschäftige mich gerade sehr mit dem vielesein und den verschiedenen Formen davon, weil sich innen gerade so viel verändert. Es verunsichert und ängstigt mich an Stellen, gleichzeitig erklärt und löst es ganz viel. Die offizielle Diagnose dazu ist mir relativ gleich, solange ich irgendwann mein System immer besser verstehen lerne.
    Alles Liebe, MrsTingley ♥

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    1. Liebe Mrs. Tingley,
      Danke dir sehr dass du nachfragst und für deine lieben Wünsche. 💖 Die „“bedeuten, dass es ein Pseudonym ist, weil mein Nickname ja ein existierender Name sein kann. Damit ich keiner zu nahe trete, die „“. Anfangs schrieb ich immer (Pseudonym) dazu. Das war aber mühsam auf Dauer. Wenn andere die „“ weglassen ist das aber kein Problem für uns. Nur ein Hallo du oder Hallo ihr mag ich nicht. Dann lieber gar keine Anrede und gleich zum Thema kommen. Obwohl ich das wirklich als respektlos und unfreundlich empfinde, auch wenn es heute in der virtuellen Welt üblich ist. Ich finde es schön, jemanden mit liebe*r anzusprechen um in Kontakt zu treten. Es geht doch nie nur um mich und mein Thema, sondern vor allem ums Miteinander, um den Austausch, um liebevollen Kontakt. Das muss mir doch ein paar Bytes Übertragungskosten wert sein!

      Solche Innenwesen mit eher Beschreibungen als Namen hab ich auch. Eine heißt „die Falle“ z.b. Aber was das bedeutet und welche Aufgabe sie hat, war noch nie Thema in Therapie. Das macht mich so traurig. Tatsächlich habe ich mir die Diagnose ja selbst gestellt und danach bestätigen lassen. Es gibt auch bei uns menschliche Namen. Bloß weiß ich nicht, ob wir diese Innens nicht gemacht haben, weil wir keine Hilfe fanden und so immer weiter aufspalten mussten um zu überleben und Therapiezielen zu entsprechen.

      Es ist so Vieles im Fluss und wir haben zuwenig Zeit für uns es zu verarbeiten, das ist das größte Problem.
      Aber evtl. braucht es auch Zeit und wir sind ungeduldig. Funktionieren ist halt dzt. schwierig, aber es muss gehen.

      Auch dir von Herzen alles Liebe und dass es bald klarer und angstfreier wird sich mit DIS zu befassen. 🍀🍀🍀🌸🌻

      Ganz liebe Grüße
      „Benita“

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      1. Liebe Benita, ich weiß nicht ob das irgendwie hilfreich ist…aber die Erklärung meiner Innensnamen – habe ich erhalten von den jeweiligen Innens – indem ich einfach sie gefragt habe, sie haben mir dann die Antworten und Erklärungen für ihre Namen gegeben. Allerdings mache ich das sozusagen in einer „Meditation“. Bislang haben sie mir bereitwillig geantwortet – die meisten jedenfalls und mir schien sogar, dass sie darüber froh waren, dass sie ENDLICH mal erklären durften und meine Aufmerksamkeit bekamen. Kein einziger Therapeut hat sich jemals für meine Namen interessiert (aus meinen beiden gescheiterten Therapien obwohl die Diagnose DIS da bekannt war) und danach gefragt. Ich fand es selbst sehr interessant welche sich hinter dem Namen verbargen, es war echt spannend.
        Hoffe Du hast da auch bald den Mut sie zu fragen – die Falle – warum sieoder er oder Neutrum so heißt. LG

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        1. Liebe Melinas,
          Vielen Dank fürs erzählen eurer Annäherung an die Innens. Ich hab das noch nicht gewagt, weil die gar nicht mögen, wenn ich quasi die bin, die „sich hervortut“ bloß weil ich die meiste Außenzeit habe. Aber im Rahmen einer Meditation geht’s vielleicht.
          Dennoch muss das in Therapie erfolgen, weil sonst scheitert die Therapie und wir kommen nicht weiter.
          Liebe Grüße
          „Benita“

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            1. Aber nein, ich meine, dass auch meine Therapeutin die Innenwesen kennen muss und zwischen und unterscheiden, damit wir Traumata auflösen können. Ich habe nicht zu allen Kontakt. Habe auch Angst, das alleine zu tun. Angst, dass mich das Wissen der Innenwesen überschwemmt. … Ist das nun verständlicher?

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              1. Das versteh ich…das ist eine harte Sache ja…meine kamen auch ohne Therapeutin raus…weil keine verstehende da war….aber letztlich hat es mir geholfen, dass sie herauskamen – hätte auch lieber eine Begleitung gehabt … vielleicht kannst Du Deiner Therapeutin erzählen, dass du Angst hast, dass sie ohne Begleitung herauskommen …

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      2. Hallo Benita!
        Danke für deine Erklärung und die Antwort!
        Es tut mir leid, dass keine oder zu wenig Unterstützung da ist, die Innens kennenzulernen.
        Ungeduld bremst wohl immer aus, aber wer kennt das nicht? Deswegen wünsche ich dir Geduld und ein vorsichtiges behutsames Annähern an Innen. Und irgendwann wird es hoffentlich leichter.
        Liebe Grüße, MrsTingley

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  3. Liebe „Benita“ Auch ich wünsche dir viel Kraft und dass du bald wieder Boden unter den Füßen gewinnst! Alles alles Liebe und viel Güte für dich/euch ❤️

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  4. Liebe Benita 🙂
    Vielen Dank für deinen Beitrag und auch all die Kommentare, welche hierunter Platz gefunden haben.
    Es ist sehr interessant, spannend und auch beruhigend, all dies zu lesen, wenn man sich eben selbst garnichtmehr kapiert.
    Ich wünsche dir/euch von Herzen, dass es bald wieder besser wird in Euch und Seelenfrieden sein kann.
    Ganz herzliche Grüße, Luise ❤

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    1. Liebe Luise,
      Herzlichen Dank für deine Wünsche. 💖 Wie schön, dass mein Beitrag und die Kommentare dir in deiner schwierigen Zeit helfen, dich etwas besser zu verstehen. Ich hatte leider keine Kraft bei dir alles zu lesen oder auch zu kommentieren. Aber ich habe deine Entwicklung der letzten Zeit mitverfolgt und wünsche auch dir, dass du mit allem, was in dir auftaucht in Frieden sein kannst und deinen Weg zur Heilung weitergehst und gut voran kommst. 💓
      Von Herzen alles Liebe
      „Benita“

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  5. Liebe Melinas und liebe „Benita“,

    es ist so wie du, Benita, es erklärt hast. Im Rahmen von ritueller Gewalt kommt es vor, dass Täter ganz bewusst und gezielt eine DIS erzeugen, um das dann für ihre Zwecke zu nutzen…
    Eine reaktive DIS ist sowas wie ein Versuch die Gewalt zu überleben und etwas das entsteht wie eine PTBS und andere Traumafolgen, ohne dass ein Täter es ausdrücklich darauf angelegt hätte.
    Magst du nochmal genauer sagen was du mit „späterer“ meinst, Melinas? Ich habe nicht ganz verstanden worauf du dich beziehst.

    Liebe Grüße
    Bunte Sterne

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    1. Hab ich das jetzt richtig verstanden? Eine reaktive DIS ist sozusagen eine/mehrere Spaltungen die entstanden sind, wenn eine unerträgliche Traumatisierung war und man sich sozusagen automatisch spaltet?
      Und eine nichtreaktive ist eine gezielt hervorgerufene Spaltung mit dem Ziel jemand zu programmieren?
      Vergiß das spätere – irgendwie war in meinem Kopf sofort der Gedanke, dass eine reaktive Dis im Säuglingsalter oder im Kleinkindalter ensteht und später die nicht reaktive – da war im Kopf wohl Chaos entstanden…sorry.

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  6. Liebe „Benita“,

    das tut mir sehr Leid für euch wie sehr ihr unter diesem Verhalten eures Vaters leidet. Es macht mich ganz traurig, dass das für euch einem Kompliment gleich kommt, wenn ihr mit eurem Taufnamen angesprochen werdet.

    Wenn ich eins in den vergangenen Jahren gelernt habe dann das Fachliteratur (oder auch Berichte von anderen Menschen mit DIS) vielleicht ein grober Richtwert sind, aber im Endeffekt jeder anders ist und man darauf hören sollte, was für einen stimmig ist. Ich habe mich anfangs auch leicht irritieren lassen, weil ich mich in vielen Schilderungen überhaupt nicht wiederfinden konnte. Mittlerweile weiß ich, dass das z.T. damit zusammenhängt, dass „meine DIS“ nicht reaktiv entstand.
    Wir hatten zunächst auch große Schwierigkeiten eine innere Landkarte anzufertigen und wenn man unseren ersten Versuch mit der aktuellen Version vergleicht ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Vieles wurde erst im Verlauf der Therapie sichtbar und klarer. Für uns passt da ein bisschen der Satz: „Der Weg zeigt sich erst, wenn man ihn geht“.
    Habt ihr da gute Unterstützung?

    Euch auch alles Liebe 🙂
    Bunte Sterne

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      1. Ich habe ausversehen weiter unten geantwortet, weil ich irgendwie nicht auf „Antwort“ klickte, sondern einen neuen Kommentar schrieb.
        Ich wollte nur Bescheid sagen, da du ja sonst keine Benachrichtigung erhälst, glaube ich.

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    1. Liebe Bunte Sterne,

      eure lieben Worte haben uns jetzt Tränen in die Augen getrieben. Tränen der Erleichtung, des gesehen werdens. Herzlichen Dank euch für euer Mitgefühl. 🙂
      Ja, das ist wirklich ganz anders. Unsere DIS ist reaktiv entstanden.

      Ach, „gute Unterstützung“ ist eine schwierige Aufgabe hier in Österreich. Wir haben eine wunderbare Therapeutin – menschlich gesehen und durchaus mit Traumakenntnis. DIS hat sie jedoch in vielen Jahren Therapie noch nicht wirklich verstanden. Da hatten wir in der letzten Therapiestunde einen emotionalen Ausbruch. Wir hoffen es ändert etwas. Traumakliniken, die wirklich helfen gibt es nicht. Ich kenne nur eine Traumatherapeutin in der Umgebung, die meint sich mit DIS auszukennen und das wohl auch tut, die aber menschlich für uns nicht in Frage kommt. Ich mag auch keine Therapeutin, die meint besser zu wissen, was wir brauchen als wir selbst und uns von oben herab behandelt. Viele andere Traumatherapeut*innen senden DIS Patient*innen aber zu ihr, habe ich zuletzt erfahren.
      Also heißt es darum kämpfen, dass meine Therapeutin sich zusätzliches Wissen um DIS aneignet. Lange Jahre hielt sie es nicht für nötig.

      Dann machte sie Zusatzausbildung, konnte und kann aber keine Kolleg*innen finden, mit denen sie sich austauschen kann. In Österreich ist das hier ein Entwicklungsgebiet, ganz trist.

      Privat habe ich niemanden, die sich um meine DIS bemühen und uns stützen. Damit sind wir alleine. Freundschaften gibts nur, wenn ich „normal“ bin, dh. die DIS nicht auffällt, selbst wenn Menschen davon wissen.

      Vielen herzlichen Dank für euer Interesse und eure Hilfe. Eure Worte tun uns sehr gut. ❤

      Ganz liebe Grüße
      "Benita"

      P.S.: Dieses Trauma wg. Namen ist auch der Grund, weshalb wir in den allermeisten Kommentaren eine Anschrift und Grußformel schreiben. … kam bei manchen schon als Tick herüber. Es ist uns so wichtig.Deshalb.

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      1. Liebe „Benita“,

        wir werden am Wochenende nochmal ausführlicher antworten, weil wir jetzt schon ziemlich müde sind und gleich schlafen gehen.
        Wir wünschen euch noch einen schönen Abend und eine gute Nacht 🙂

        Alles Liebe
        Bunte Sterne

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          1. Liebe „Benita“,
            kann es sein, dass mein Beitrag irgendwie verloren ging?
            Ich schrieb einen relativ langen Beitrag am Samstag und schickte ihn eigentlich auch ab.
            Wenn irgendwas nicht klappte, werde ich mich bemühen ihn nochmal zu schreiben, aber evtl. hast du ihn auch beim Freischalten übersehen?
            Liebe Grüße
            Bunte Sterne

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            1. Liebe Bunte Sterne,

              Dein Beitrag ist angekommen. Bitte um noch etwas Geduld. Ich habe Sa und So gearbeitet. Kleiner Nebenjob um was dazu zu verdienen und war dann so müde und erschöpft und gestern waren noch Wahlen in Österreich mit meiner Ansicht nach schrecklichen Ausgang

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      2. Liebe „Benita“,
        hast du, habt ihr es niemandem erzählt im Freundeskreis? Ich hatte mich so „in die Einsamkeit gefahren“ zu Beginn…und bin sooo dankbar, dass ich es geöffnet habe…zwei wissen es und es war bisher nie wieder Thema und zwei andere wissen es, fragen nach, gehen den Weg meiner „Suche“ nach mir_uns mit…was sehr gut tut… es darf einfach sein, was mich_uns bewegt, es dürfen Tränen laufen und alles vom Innenleben und meiner Wahrnehmung darf geäußert werden… wünsche euch auch jemanden außerhalb der Therapie… alles Gute. Birke

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        1. Vielen Dank, liebe Birke für deine lieben Worte und wünsche. 💚 💓
          Wir haben es mehreren gesagt, aber entweder ist es kein Thema mehr, oder es kam, aber geh du bist doch ganz normal, oder alle sind irgendwie Viele … Ich kann zwei Leute anrufen wenn es nachvollziehbare Probleme gibt, die auch Simples verstehen können. Aber nein, niemand fragt nach meinem Befinden oder trägt etwas mit! Ohne Therapie würde ich wohl außer beim Einkauf wochenlang mit niemandem sprechen können.
          Ja, wir wünschen uns das auch so sehr, sein dürfen, wie ich bin. Ich darf sein, es gibt endlich Menschen, die den Kontakt nicht ganz beenden, weil ich nicht so funktioniere wie sie. Aber mittragen, trösten oder tiefes Interesse – Nein, da gibt’s niemanden.
          Dir / euch alles Liebe
          „Benita“

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      3. Liebe „Benita“,

        es freut mich, dass meine Worte dir gut taten 🙂

        Ich glaube, dass jede DIS anders ist, unabhängig davon ob sie reaktiv entstand oder durch planvolle Spaltung. Einige Kriterien sind natürlich identisch, sonst könnte man die Diagnose ja gar nicht stellen, aber ich kenne tatsächlich relativ viele Menschen mit DIS persönlich und habe auch schon mit mehreren zusammen gewohnt und weiß daher, dass jeder anders ist. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und die meisten der Antworten liegen in einem selbst 😉 Das war es worauf ich eigentlich hinaus wollte, als ich von „groben Richtlinien“ sprach. Für mich war das damals eine wichtige Erkenntnis, weil es mir half mehr darauf zu hören, was für uns richtig und stimmig ist, statt nur darauf zu vertrauen, was erfahrene und bekannte Traumatherapeuten dazu zu schreiben/sagen haben 😉

        In Deutschland ist es schon ziemlich schwer einen Therapeuten zu finden, der sich damit auskennt und auch noch Kapazitäten hat, aber es scheint in Österreich nochmal schwieriger zu sein.
        Wäre es für sie vielleicht eine Option sich über das Internet mit Kollegen auszutauschen? Michaela Huber bietet zum Beispiel eine Mailliste an. Um welche Inhalte es dort im Einzelnen geht weiß ich aber nicht, da sie für Therapeuten und co gedacht ist.
        Ich las einmal an anderer Stelle, dass es irgendwie möglich sein soll, dass man als Österreicherin einen Aufenthalt in einer deutschen Traumaklinik finanziert bekommt, wenn man dies gut begründen kann. Mehr weiß ich dazu aber leider nicht. Hast du davon schonmal gehört oder die Möglichkeit dich irgendwo zu erkundigen? Und käme das für dich überhaupt in Frage?

        Privat ist es bei uns leider auch schwer. Wir mussten/wollten ohnehin (fast) alle Kontakte abbrechen wegen des Ausstiegs und hier haben wir bislang nicht wirklich Freunde finden können, da wir nur in Begleitung raus gehen.
        Es gibt aber einige Mitbewohner, die mitunter doch ganz unterstützend sind. Nur denen möchte ich auch nicht zu viel zumuten, da sie selber genug Probleme haben.
        Ich finde es aber sehr schade wie deine Freunde mit dir umgehen. Meine Freundschaften verliefen zwar bislang ähnlich, aber das lag hauptsächlich an mir, weil ich es so wollte und große Schwierigkeiten damit hatte andere an mich heran zu lassen.

        Danke, dass du das mit der Grußformel nochmal erklärt hast. Ich werde versuchen daran zu denken, wenn wir schreiben 🙂

        Alles Liebe
        Bunte Sterne

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        1. Liebe Bunte Sterne,
          vielen herzlichen Dank für deine lange Antwort. Jetzt hat es doch lange gedauert, bis ich antworte. … Es ist tatsächlich derzeit sehr schwierig für mich, mich zu motivieren.

          Besonders der Hinweis mit der Mailingliste von Michaela Huber kann sehr wertvoll sein. 🙂 Ich werde das an meine Therapeutin weiterleiten.

          In eine Traumaklinik nach Deutschland möchte ich eigentlich nicht, obwohl eine Freundin, dies vor vielen Jahren einmal versucht hat. Aber ich glaube sie hat es dann aufgegeben. Habe erst unlängst gelesen, wie schwierig es für in Deutschland Lebende ist, eine Klinik zu finden, die mit DIS speziell arbeitet. Nachdem meine Krankenkasse meine Therapie generell nicht mehr zahlen möchte, glaube ich kaum, dass sie es zahlen. Aber im Grunde ist mir Klinik ohnedies ein Gräuel. … Aber ganz herzlichen Dank für den Hinweis.
          Weißt du Klinik wäre für mich ein Ort, wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, aber dafür ist mir die Psychiatrie einfach zu gefährlich – so wie sie derzeit strukturiert ist. Aber du machst mir Mut und ich sollte mich evtl. nach mehr Unterstützung umsehen? … mir ist eben etwas eingefallen. Das muss ich aber erst geanauer recherchieren. 🙂

          Bzgl. Freundschaften kenne ich auch das Problem Leute nicht an mich heran zu lassen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich einige schon lange kenne und sie Veränderungen in mir nicht mitmachen können oder wollen?

          Im Grunde bemühen sich alle zu helfen, aber sich irgendwo anlehnen und weinen, das ist nicht drinnen. Erst heute kamen mir bei einem Telefonat die Tränen und der Freund mit dem ich sprach, ging sofort auf emotionale Distanz. Bot zwar Hilfe an, aber Trost ist nicht drinnen. Das ist dann auch immer etwas retraumatisierend. Anderseits will ich auch niemanden überfordern mit meinen Problemen … und offenbar überfordert es auch Menschen, die viel weniger eigene Schwierigkeiten haben. Oder gerade die?

          Ach ja, ich habe mich auch noch nie wirklich daran gehalten, was irgendwo über DIS steht. Aber ich mache schon so lange Therapie und ich verliere den Mut einmal so gesund werden zu können, dass ich ein einigermaßen erträgliches Leben leben kann. Da fragte ich mich, ob ich nicht vielleicht doch mehr darauf geben sollte, was Expert*innen sagen. Deine Worte sind dazu ein wichtiger Hinweis, dass mein /unser Weg doch der richtige ist. Eine ganz schlimme Erfahrung mit einer Gutachterin der Krankenkasse hat uns vor 3 Monaten enorm verunsichert, das hält irgendwie noch immer an.

          Es tut mir sehr leid, dass du es auch so schwierig hast mit Freundschaften. Ich bin wirklich sehr angetan davon, dass du den Ausstieg geschafft hast und ich bin überzeugt, dass sich neue Freundschaften finden werden.
          Auch ich darf nicht den Kopf hängen lassen und werde weiter kämpfen und auch heilen. Es war halt eine schwierige Zeit im September und dieser widerliche Wahlkampf half meiner Stimmung auch nicht.

          … ich werde wieder mehr Yoga machen und es wird wieder besser gehen – muss es einfach.
          Ich hoffe, die nicht zu sehr angejammert zu haben und danke dir nochmals ganz, ganz herzlich für deine Hinweise und deine Unterstützung mir Mut zuzusprechen.

          Wir wünschen dir von Herzen alles Liebe und dass sich bei dir alles weiterhin gut entwickelt und das Leben immer leichter und freundvoller wird. ❤

          "Benita"

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          1. Liebe „Benita“,
            ich bin momentan nicht so ganz auf der Höhe, möchte dir aber dennoch gerne antworten und hoffe es kommt dabei etwas vernünftiges zu stande 😉
            Ich kann gut verstehen, dass du nicht unbedingt in eine Klinik möchtest. Ich bin auch immer froh, wenn es sich vermeiden lässt, auch wenn die eine Klinik in der ich war, wirklich gut war.
            Ansonsten stimmt es wohl leider, dass es für Menschen mit DIS auch in Deutschland schwer ist eine geeignete Klinik zu finden, die den Bedürfnissen gerecht wird. Oft haben die Kliniken so hohe Anforderungen, das man sich schon fast fragt, ob man überhaupt noch einen Klinikaufenthalt benötigt, wenn man so stabil ist.
            Mehr Unterstützung kann aber grundsätzlich nicht schaden. Wie die aussehen kann, ist wahrscheinlich für jeden anders. Ich habe beispielsweise eine Weile ambulante Ergotherapie zusätzlich zu der Psychotherapie gemacht und einen Selbstverteidigungskurs (was aber für einige noch zu schwer war). Auch Reittherapie habe ich mehrere Jahre gemacht und das tat wirlich vielen gut, auch wenn die Reittherapeuten nichts von der DIS wussten, sondern nur generell von Traumafolgestörungen.
            Wenn du magst, würde ich mich freuen zu hören, was dir dazu noch für ein Gedanke gekommen ist.
            Ich habe ehrlich gesagt den Eindruck, dass es gerade die Leute am meisten überfordert, die nicht so viele Schwierigkeiten haben oder die eigentlich Schwierigkeiten haben, aber diese verdrängen und sich nicht damit auseinandersetzen. Letztere haben vielleicht Angst ihr eigenes nicht mehr wegdrücken zu können, wenn sie sich zu sehr auf ihr Gegenüber einlassen. Und die Leute, die nie vergleichbare Schwierigkeiten hatten…die wissen vielleicht nicht wie sie damit umgehen sollen, weil sie keine Erfahrungswerte haben und/oder sehen ihre Sicht auf die Welt und das Leben dadurch „bedroht“. Selbst Therapeuten können sekundär traumatisiert werden, was einer der Gründe dafür ist, dass die eigene Psychohygiene und der Austausch mit Kollegen so wichtig für diese Berufsgruppe ist.
            Hast du schonmal versucht mit deinen Freunden offen darüber zu reden? Also darüber was du dir von ihnen wünschen würdest, ob sie das leisten können, wie sie manche Situationen erleben, ob sie sich manchmal überfordert fühlen, usw. ? Wenn sie im Grunde eigentlich bemüht sind, wäre es vielleicht einen Versuch wert?
            Therapie braucht leider wirklich viel Zeit…und bei mir wurde es tatsächlich erst besser als es in der Therapie auch um die DIS (und den Ausstieg) ging.
            Ich bin wirklich davon überzeugt, dass euer Weg der Richtige ist. Wenn man mal so darüber nachdenkt, woher haben die Experten denn ihr ganzes Wissen? Zu großen Teilen sicherlich aus der Zusammenarbeit mit ihren Patienten 😉 Es ist sicher auch gut zu gucken, was Experten sagen, schließlich sind sie den Weg schon mit vielen Patienten gegangen. Nur man sollte sich immer fragen: „Passt das für uns?“
            Das mit der Gutachterin kann ich gut verstehen… Man hört leider selten etwas gutes von Gutachtern bei Traumafolgestörungen…
            Leider haben wir den Ausstieg noch nicht ganz geschafft. Jedenfalls würden wir es selber nicht so bezeichnen…aber wir sind auf einem sehr guten Weg und es ist schon über ein Jahr her, dass wir das letzte Mal Gewalt erlebten 🙂
            Ich hoffe auch sehr, dass ich neue Freundschaften finden werde, aber das braucht wohl noch etwas Zeit. Na ja, besser später als nie 😉
            Ich wünsche dir viel Kraft fürs weiter kämpfen! Durchhänger und schlechte Phasen gehören leider dazu…Wie schon oben erwähnt, stecken wir momentan auch in einer schlechten Phase. Manchmal muss man einfach nur durchhalten und versuche sich was gutes zu tun (oder wenigstens nicht so viele selbstschädigende Dinge zu tun). Denn eine Erfahrung dir wir (und vielleicht auch ihr?!) gemacht haben ist, dass es wieder vorbei gehen wird, auch wenn es sich gerade nicht danach anfühlt.
            Das mit dem Yoga klingt gut. Ich bin momentan auch am Überlegen, ob ich das mal ausprobiere.
            Keine Sorge, ich finde du hast überhaupt nicht gejammert. Und wenn du gejammert hättest, wäre das auch okay 😉
            Danke für eure lieben Wünsche! Wir wünschen euch auch alles Liebe und dass sich auch bei auch alles gut entwickelt und ihr das Leben nach und nach immer mehr genießen könnt ❤
            Bunte Sterne

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            1. Liebe Bunte Sterne,
              Danke dir für deine ausführliche Antwort, obwohl du auch nicht soviel Kraft hast.
              Oh ja, ich habe schon versucht zu erklären was ich brauche. Eine Freundin verpasste mir einen Maulkorb, d.h. sie untersagte mir ihr etwas über Kinderprostiturion zu berichten. Ich halte mich nicht daran, aber das Vertrauen ist dahin. Andere ziehen sich zurück, sobald ich zeige, wie es mir wirklich geht, statt der Maske, dass alles gut ist.
              Ich muss mich erst umsehen, ob meine Idee zur Hilfe möglich ist. Auf alle Fälle brauche ich neue Freund*innen, so wie du.

              Hatte gestern Therapie und das tat gut. Offenbar kommen wir an Themen heran die bislang, ganz abgespalten waren.

              Ich wünsche dir viel Kraft.

              Gefällt 1 Person

            2. … Es ist interessant, was du alles gemacht hast. Reittherapie klingt super. Yoga ist gut, aber es braucht viel Vorsicht, denn es kann viel auslösen.
              Unsere Idee war bei Windhorse anzufragen um Unterstützung. Das ist eine Gemeinschaft, die psychisch Kranke begleitet. Eigentlich, Menschen mit Psychosen, aber wer weiß? Sie arbeiten mit Achtsamkeit als Grundlage der Psychologie.

              Es freut mich, dass du meine Worte nicht als jammern empfunden hast.

              Alles Liebe dir, ja es wird wieder bergauf gehen für dich ebenso, wie für uns.

              „Benita“

              Gefällt 1 Person

              1. Liebe „Benita“,
                es tut mir wirklich Leid zu hören wie deine Freunde reagiert haben…Das ist ja furchtbar und mir stellt sich da grad die Frage, ob man da überhaupt von Freundschaft sprechen kannn…
                Es freut mich, dass die Therapie so gut war 🙂
                Ja, ich habe tatsächlich schon eine ganze Menge gemacht und mache momentan auch tiergestützte Therapie mit einem Therapiehund und evtl. ab nächstem Jahr auch wieder Reittherapie (Angebote der Einrichtung, in der ich lebe).
                Kannst du mir erklären oder einen Hinweis geben, wo ich gute Erklärungen finden kann wie das mit dem Yoga und dem Auslösen ist? Ich kann mir da grad nicht so richtig etwas drunter vorstellen inwiefern es etwas auslösen kann, was aber mit Sicherheit auch daran liegt, das ich noch nie Yoga gemacht habe.
                Ich finde eure Idee gut. Fragen kostet ja erstmal nichts und Achtsamkeit erlebe ich auch oft als sehr hilfreich. Ich drücke euch die Daumen, dass es klappt. 🙂
                Dir auch alles Liebe!
                Bunte Sterne

                Gefällt 1 Person

                1. Liebe Bunte Sterne,
                  Herzlichen Dank für deine mitfühlenden Zeilen.
                  Die Frage, ob es noch Freundschaft genannt werden kann, stelle ich mir auch schon länger. Zumindest seit ich hier am Blog viel mehr Zuspruch und Wertschätzung erfahre. …. Aber sie unterstützen mich in div. Bereichen. Aber eine Nähe gibt’s nicht mehr wirklich.

                  Vielleicht sollte ich mich auch mal wg. tiergestützter Therapie erkundigen. Tiere stehen mir immer sehr nahe. Es freut mich, dass die Einrichtung wo du lebst so viel anbietet.

                  Das wegen Yoga sind unsere Erfahrungen. Es gibt spezielles Traumayoga, weil Yoga ein sehr mächtiges Werkzeug zur Heilung sein kann, wenn richtig angewendet. Auf meiner Seite „was mir gut tut“ steht ein bisschen was dazu. (Diese Seite ist ja entstandenen auf deine Frage im liebsten Award, den ich damals leider nicht beantworten konnte. Vielen lieben Dank für die Anregung nochmals.)
                  Genauer zu Yoga schreibe ich dir gerne morgen, weil ich heute schon wieder wg. der neuen Wohnung einen Termin hab. Alles viel, aber ich mag diese Wohnung doch haben.

                  Danke fürs Daumen drücken.

                  Einen wunderschönen Tag dir und das Beste.🍀💖
                  Herzliche Grüße
                  „Benita“

                  Gefällt 2 Personen

  7. Ja, auch ich wünsch Dir ein „Besserwerden“ und zu den Namen liebe Benita. Wir haben das Glück, dass wir mit dem Auftauchen, der jeweiligen Innens, meist auch gleich ihre Namen erfahren. Das erleichtert irgendwie die Kommunikation und das Wiedererkennen…aber manchmal nennen sie sich auch nur so wie sie sich fühlen. Z.Bsp. haben wir ein Dreierpärchen die THRs heißen und stehen eigentlich für Depression (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Resignation). Es ist für uns nicht hinderlich uns mit den vielen Namen vereinter zu fühlen, allerdings hatten, die die schon länger da sind auch Phasen der „Abnabelung“ d.h. sie driffteten eine Weile auseinander, was sich als besser zu differenzieren Phase auswirkte im Rückblick. Jetzt nähern sie sich wieder mehr.

    Gefällt 1 Person

  8. Liebe „Benita“,

    zunächst schicken wir euch ganz viel Kraft, damit es euch hoffentlich bald besser geht!

    Zu dem Namensthema wollten wir gerne sagen, dass bei uns bereits alle „Namen“ hatten und diese zumindest mehrheitlich (ich habe nicht jeden einzelnen gefragt) damals von den Tätern gegeben wurden, um einen besseren Zugriff auf uns zu haben, weshalb einige sich irgendwann einen neuen Namen aussuchten.
    Aber ich teile die Ansicht, dass es wohl keinen Sinn machen würde, welchen Namen zu geben, die noch keine hatten, obwohl ich glaube, dass es einer Integration nicht im Weg stehen MUSS.
    Ich merke, dass wir uns trotz unterschiedlicher Namen zunehmend verbundener miteinander fühlen und das ist eigentlich ganz schön (nicht nur, aber auch 😉 ). Von einer „richtigen Integration“ sind wir wohl noch weit entfernt, aber die Richtung stimmt.

    Ganz liebe Grüße
    Bunte Sterne

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Bunte Sterne,
      danke euch sehr für eure Wünsche. ❤
      Ich kann das nicht sagen, ob es einer Integration abträglich ist, wenn die Namen schon bestanden haben. Da bin ich eurer Ansicht, dass es so wie du es beschreibst auch gut gehen kann zueinander zu finden. Weshalb nicht, wenn du bzw. ihr das so empfindet.
      Wir hatten eine andere Voraussetzung. Oft dachten wir, dass es Namen innen geben müsste, wenn wir Literatur zu DIS lasen, aber wir hatten nicht wirklich welche. Manche Namen tauchen auf, aber ich habe keine Innenwesen dazu. Manchmal denke ich, dass ich noch immer nicht erkannt habe, wie das System funktioniert. Innere Landkarte habe ich nie wirklich geschafft, weil ich die Innenwesen nicht erkennen kann. Alles ist diffus. Dafür erkennen wir, dass wir offenbar im Alltag mehr Zeitlücken haben, als wir dachten? Es sind immer nur Augenblicke vielleicht eine Minute oder so, daher fällt es kaum auf.

      Ich denke auch dass dieses gezwungen werden zur Namenslosigkeit durch unseren Vater ganz viel angerichtet hat. Wenn uns jemand mit unserem Taufnamen anspricht im Alltag, d.h. uns wahrnimmt, ist das schon als wäre es ein Kompfliment.

      Alles Liebe euch
      "Benita"

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    1. Ihr lieben zwischens,
      herzlichen Dank für eure lieben Worte und fürs an uns denken. ❤ Wir hoffen sehr, es geht euch schon wieder besser oder sogar gut!
      Wir schicken euch ganz viel Kraft – ist immer hilfreich. Denken ist bei uns dzt. eher schwierig.

      Ganz liebe Grüße
      "Benita"

      Gefällt 1 Person

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