Leben mit DIS #13: „Papa ist tot!“

„Er ist tot. Papa ist tot.“ Diese Worte gehen seit der letzten Therapiestunde in unserem Kopf herum. Werden als Mantra der Erleichterung und Bestätigung immer wieder betont. Selbst wenn es für uns keine Neuigkeit darstellt, schließlich ist er bereits vor über 16 Jahren verstorben, ist es sehr schwierig diese Tatsache wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Das liegt daran, dass es Innenwesen gibt, die noch immer in ihrer Angst vor ihm feststeckten?!!! Darf ich es tatsächlich als Vergangenheit bezeichnen? Es wäre so schön. Eine Erleichterung, die ihresgleichen sucht! Eine sehr hilfreiche Brainspotting Sitzung brachte uns einen entscheidenden Schritt näher an dieses Ziel.

Es war ein Kommentar auf unseren letzten Beitrag, der eine Retraumatisierung und ein Flashback auslösten. Nun, das ist unser Risiko, bei den Themen mit denen ich mich an die Öffentlichkeit wage. Wir hatten überlegt, ob wir die Kommentarfunktion für den Artikel Leben mit DIS #12 ausschalten sollten, da er uns sehr nahe ging und es äußerst schwierig war zu schreiben. Wir haben es nicht getan und ich bin froh darüber. Zum einen herzlichen Dank für all jene stützenden und liebevollen Kommentare, die so gut taten, zum anderen kam da dieser schwierige Dialog, der uns aus der Bahn warf. So stark, dass eine telefonische Krisenintervention mit unserer Therapeutin notwendig wurde. Aber jeder Kommentar, der uns so destabilisieren kann, hat etwas mit uns zu tun. Selbst wenn wir nur nicht erkennen können, dass nicht alles in jenem Kommentar mit mir zu tun hat, sondern auch eine Bearbeitung eigener Schwierigkeiten ist, die mir mitunter übergestülpt werden.

Nun ist es so, dass ich zuletzt nicht über meinen Vater geschrieben habe. Es ging nicht darum, wie ich zu ihm stehe. Dachte ich zumindest. Selbstverständlich ist jene Passage, wo ich zweifle überhaupt darüber sprechen zu dürfen, ihn dieses Verbrechens zu bezichtigen, eine Auseinandersetzung mit meinem Vater. Zusätzlich berühre ich in meinen meist längeren Beiträgen mehrere Themen und meine Leser*innen reagieren darauf, was sie am meisten anspricht.

Bei jenem Dialog war es mein Verhältnis zu meinem Vater, das hinterfragt wurde. Der Kommentar verletzte uns aus mehreren Gründen, die ich hier nicht schildern möchte. Das Gute daran war, dass er mir klar machte, dass ich mit seinem Tod meine Beziehung zu ihm quasi eingefroren hatte. Es war nicht nötig, mich weiter damit auseinanderzusetzen, er war nicht mehr auf dieser Welt. Allerdings wurde es auch dadurch unmöglich diese, seine Absenz überhaupt anzunehmen, denn innen brodelte es. Innen war so vieles noch offen, so vieles wäre zu besprechen oder zumindest zu reflektieren gewesen. Ich habe darauf vergessen. Statt mich dem zu stellen, hatte ich eine enorm intensive emotionale Reaktion auf seinen unerwarteten Tod. Er war nur 68 Jahre geworden, als er einem Herzinfarkt erlag. Damals wechselten wir auch gerade unsere Therapeutin, hatten also auch keine Hilfe um sofort daran zu arbeiten. Alles woran wir gearbeitet hatten, war im Kopf, in Gedanken gewesen, die Emotionen hatten wir ignoriert. So hatten wir übersehen, dass es auch möglich, vielmehr sogar wichtig gewesen wäre, wenn wir unsere Beziehung zu ihm reflektiert hätten. Dazu brauchen wir ihn nicht. Es geht um unsere Heilung. Statt dies zu tun, haben wir unsere Gefühle zu ihm mit ihm begraben. Wir dachten, jetzt ist alles gut, jetzt bedroht er uns nicht mehr.

Welch Irrtum. Innerlich wüteten die Ängste munter weiter. Jetzt habe ich die Chance bekommen, mich dem zu stellen, hin zu fühlen, zu reflektieren und danach los zu lassen und abzuschließen.

Denn er ist tot!

 

Bild: Pixabay / Realme

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52 Gedanken zu „Leben mit DIS #13: „Papa ist tot!““

  1. Mein Vater ist letztes Jahr gestorben. ICH bin darüber nicht traurig, es ist mir fast egal. Ich vermisse ihn auch nicht.
    Wir weinten dennoch bei seiner Beerdigung. Eine war Tod traurig, weil sie keine Chance mehr bekommen würde, auf ein normales, schönes Leben mit ihm.
    Seit dem kommen Dinge hoch, ein Flashback nach dem anderem. Die haben nicht mal so oft was mit ihm zu tun. Alles mögliche kommt hoch, Dinge, die ich nie für möglich halten würde… Viele Suizid Gedanken… Dabei hatten wir schon lange vor seinem Tod nichts mehr mit ihm zu tun.
    Eine hält ihn für einen Retter, der sie nicht gerettet hat, obwohl er es tun hätte müssen. Zwei kennen ihn als Täter. Eine vergöttert ihn, liebt ihn mehr als alles andere…
    Zu deinem letztem Bolg hab ich nichts geschrieben, glaub ich. Aber dich gut verstanden, auch bei den Kommentaren. Es ist nichts nur schwarz oder weis.
    Alles Liebe dir/ euch

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    1. Liebe Vergissmeinnichtdaslebendanach,
      Danke für deine Worte zu meinem Blog. Das freut mich, dass dich angesprochenen hat, was ich geschrieben habe.
      Tja, der Tod deines Vaters. Ich erinnere mich, dass so viele Gefühle durch uns gegangen sind, obwohl wir Jahre davor bereits den Kontakt beendet hatten. Wir haben getanzt vor Freude, waren traurig und wütend, dass keine Aussprache und Klärung mehr möglich war und konnten eine Woche kaum etwas essen vor lauter innerem Tumult. Das bedeutet etwas, da wir bei Stress eher mehr essen als weniger. Ich kann also das Chaos gut verstehen.
      Wir waren auch sehr verwundert, dass es uns so aufwühlt, obwohl so viel zwischen uns stand.
      Auch euch alles Liebe
      „Benita“

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        1. Keine Ahnung, wie das bei euch ist, bei mir war es so, dass das was leichter zu ertragen war zuerst hoch kam und das was zu schrecklich war, war mein Vater, vor allem was ich in den letzten Beiträgen schrieb erst nach vielen Jahren Therapie und zunehmender Stabilisierung ins Bewusstsein trat. Was meint denn der/die Therapeut*in dazu, was ihr dzt. durchmacht?

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          1. Eigentlich ist es auch bei uns so. Die ersten Sachen kammen mit 16 hoch und die waren damal schlimm für mich, aber ein Witz gegen das Zeug von heute. Vor 13 Jahren kammen Sachen dazu und ich lernte paar Innis kennen. Es ging mir übel, war in vielen Kliniken. Aber alles immer noch harmlos im Vergleich zu heute. Wobei schon da Bilder zu Vater auftauchten, ich deshalb Kontakt abbrach, dise aber nicht so konkret waren.
            Das heute ist echt schlimm, scheint was organisiertes zu sein. Vater und Mutter waren auf den schlimmen Partys da. Ein mal rettete Mutter eine vor dem Vater, das einzige mal wo es Liebe von ihr gab. Aber mit Mutter ist mehr gewesen, schon alleine deshalb, weil die geschieden wurden und ich bei ihr blieb.
            Ach egal, ich komm bestimmt noch dahinter. Mit Opa gab es auch was, doch es war wohl mega schlimm, weil dem kind im Flashback nicht mal klar war, wieso es so panisch war. Es haute den Kopf gegen den Schrank und schrie erbärmlich… Ich weiß nicht wieso und wenn man die in Therapie fragt heult sie und kriegt kein Wort raus. Es tauchten nur 2 Einzelbilder auf…
            Wer weiß was da noch kommt, hab so viel Lücken über Jahre.

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            1. Liebe vergissmeinischtdaslebendanach,

              vielen Dank für dein Vertrauen mir all dies zu schreiben. Es geht mir sehr nahe, was du erzählst und ich möchte dir ganz, ganz viel Kraft senden.

              Ich weiß nicht, was dir gut täte, was das Beste für dich wäre derzeit. Dennoch wünsche ich euch genau das. Dass es leichter wird und dass ihr Ausdauer, Hilfe und Liebe bekommt um zu heilen.

              Von Herzen alles Liebe und Gute
              „Benita“

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  2. Hallo „Benita“! Mir hat dieser Beitrag unter anderem gesagt, dass ich sehr behutsam mit meiner Sprache umgehen sollte, weil man mit der Sprache sehr viel auslösen kann beim Gegenüber, im Positiven wie im Negativen. Daran bin ich wieder erinnert worden. Achtsamkeit in der Wahl der Worte und auch möglichst immer vorher darüber nachdenken, wie das beim Gegenüber ankommen könnte. Natürlich kann man es nicht immer abschätzen, wie der andere darauf reagiert bzw. was meine Sprache bei ihm auslöst, aber es ist jedenfalls eine gute Basis, wenn meine Worte bedacht gewählt sind, um Missverständnisse und Kränkungen bzw. noch Schlimmeres zu vermeiden! – Liebe Grüße, Bernhard

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    1. Lieber Bernhard,
      Vielen Dank für deinen wichtigen Kommentar. Vor allem am Blog habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich noch viel achtsamer und vorsichtiger mit meiner Wortwahl umgehen muss, als im Alltag. Da korrigierende Komponenten, wie Mimik oder Ausstrahlung fehlen. Ein Spaß kann verletzten, wenn er zum falschen Augenblick kommt z.B. Und der Blog vermittelt eine trügerische Nähe zu den anderen, die real nicht existiert, da wir einander nicht kennen. Es ist ein Balanceakt zwischen Nähe und Fremdheit. Allerdings ist eine achtsame Wortwahl auch im Alltag wichtig. Mir zumindest. 😊
      Alles Liebe
      „Benita“

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    1. Liebe Sonrisa,
      Mit dem was ich jetzt schreibe, hoffe ich bei dir nicht Verletzung auszulösen. Es ist nur meine Erfahrung von meinem Leben und von Begegnungen mit anderen, die ich jetzt schreibe. Nach meiner Erfahrung ist das ein Zeichen, dass ich mein Leben in meinen Traumabereichen noch nicht (ausreichend) reflektiert und integriert habe. Es ist ein Anzeichen von abgespaltetem Schmerz – beides, verletzen und verletzt werden. Aber es wird besser und weniger werden, je mehr du dich kennst und Trauma integriert hast.
      Dafür wünsche ich dir von Herzen das Beste.
      Alles Liebe
      „Benita“

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      1. LIKE very much! Sehe ich auch so! Danke für die guten Wünsche… ebenso… 🙂
        v.a. freue ich mich, dass Du das so siehst, hoffentlcih auch das eine Mal, wo ich etwas geschrieben hab, das bei Dir dan ganz anders als gemeint ankam… was mir dann voll leid getan hat… lg

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    1. Liebe Myriade,
      herzlichen Dank für deine Worte. Das sehe ich jetzt ebenso wie du. Mein Anteil daran ist, dass ich dies eben nicht alleine erkennen konnte (ohne Gespräch mit meiner Therapeutin), sondern mich auf eine Debatte einließ. Daran kann und will ich arbeiten. Es zeigte mir auf, wo ich etwas ansehen kann und sollte. Die Formulierung war übergriffig, inhaltlich waren bedauerlicherweise Statements, die bei mir andockten, die ich nicht ganz wegweisen konnte – im Laufe des Chats. War mein Vater ein böser Mensch oder primitiv? Wie sehe ich meinen Vater? Da habe ich bislang weggesehen.
      Meine Erfahrung zeigt, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre eigene Lebensgeschichte (noch) nicht angesehen haben und dadurch übergriffig auf meine Erzählungen reagieren. Mich davor schützen kann ich nur, wenn ich mit meinem Leben soweit wie möglich im Reinen bin, wenn ich erkennen kann, dass es das Problem des Gegenübers ist und nicht meines. Krise = Chance, nicht neu diese Erkenntnis, aber immer wieder wahr. … und letztendlich möchte ich immer noch mein Buch schreiben. Da muss ich mich schützen können. Ich weiß nicht, wieviele Menschen ich auf meinem Weg zur Heilung verletzt habe, in jungen Jahren, unwissend und unreflektiert.
      Ganz liebe Grüße
      „Benita“

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      1. Tausend Danke liebe Benita für diese Worte!!! Über diesen Beitrag und über den betreffenden Kommentar habe ich sehr lange nachgedacht und tue es noch immer… Das Verhältnis zu meinem Vater ist keines – ich bin für ihn seit Langem nicht mehr existent und war es im Grunde nie wirklich. Wir sind wie zwei Fremde, die zufällig zusammengewohnt hatten. Leider war ihm mein „Ungehorsam“ ein Dorn im Auge. Meine erste bewusste Erinnerung an ihn ist wie er mir mit einem Prügel nachläuft (da war ich ca. 4-5 Jahre alt) Ich habe (fast) keine Gefühle ihm gegenüber oder besser gesagt ich kann sie nicht fühlen – manchmal wenn mein Bruder erzählt, dass er bei ihm war (er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ihn bevorzugt) ist da ein Anflug von Traurigkeit und ganz viel (ich denke) Schuld, die ich auch jetzt empfinde. Danke nochmals für den Impuls des Wiederansehens und deine weisen und gütigen Worte, die auch mir sehr geholfen haben. Einen schönen Tag für dich!! Alles Liebe 💕

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        1. Liebe Melli,
          Danke für deine Erzählung. Sie geht mir sehr nahe. Eine schreckliche Erinnerung bzw. schrecklich, dass du das erleben musstest. Ich wünsche dir so sehr an diese Gefühle zu kommen, da es ja dir schadet sie nicht zu fühlen. Für ihn ist es keine Strafe. Schuldgefühle dazu sind noch schrecklicher. Weil du damit den prügelnden Vater in dir gegen dich richtest. Du warst und bist doch niemals Schuld daran! Vielleicht liegen dahinter auch noch andere Gefühle, die du dir nicht erlaubst? Hoffentlich tut dieser Einwand von mir nicht weh. Ich bin sehr unsicher wegen meiner Antwort. Verzeih bitte, falls ich etwas sage, das zu nahe oder an deinen Gefühlen vorbei ist. …… So Vieles liegt mir auf der Zunge zu schreiben, aber ich will auch hier nichts aufreißen. Und es ist nicht der Ort dafür näher einzugehen darauf. ….. Hast du dazu je Therapie gemacht?
          Das freut mich, wenn meine Worte dir helfen konnten.
          Danke für die Blumen, die du mir streust.
          Auch dir einen wunderschönen restlichen Tag und von Herzen
          Alles Liebe 💖
          „Benita“

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          1. Liebe Benita! Ich danke dir für deine Antwort!! Alles gut! ❤️ Ich habe bei diesen Themen auch sehr oft die Sorge unbeabsichtigt zu verletzen. Eigentlich generell…
            Da sind bestimmt noch andere Gefühle: Angst und Wut sind präsent, doch niemals auf ihn gerichtet. Da ist noch einiges anzusehen… und ich finde auch, dass es ist nicht der Ort dafür ist. Ich war einige Zeit in Therapie, habe dieses Thema aber außen vor gelassen, weil andere Dinge für mich damals präsenter waren. Ich denke auch da ist ganz viel Schmerzvermeidung dabei. Aber mein Weg wird mich dahin führen und einen kleinen Schritt bin ich wieder vorwärts gekommen. Danke dir für den Impuls und deine Anteilnahme! Dir auch alles Liebe und einen schönen Abend! 💓

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  3. Hallo Benita!
    Oh, es ist so auch mein Thema, wovon du hier schreibst.
    Innen versteht nicht, dass die Großeltern tot sind. Seit meine Großmutter vor ca 2 Monaten verstorben ist, hänge ich in einer Dauerschleife aus alter Angst und Panik, weil es nicht ankommt, dass sie weg ist. Dass jetzt beide weg sind. Völlig dekompensiert hangele ich mich von einer Krisenintervention in die nächste. Rien ne vas plus. Und der Großvater ist schon vor vielen vielen Jahren verstorben aber auch das kommt nicht an.
    Ich weiß nicht, wie es jemals im Innen ankommen soll…

    Es ist schön zu lesen, dass es anscheinend doch möglich ist! 100000 Dank für diesen Beitrag, denn er schenkt mir Hoffnung, dass die Kleinen es doch irgendwann verstehen können…
    Alles Liebe, MrsTingley

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    1. Liebe Mrs Tingley,
      Hoffnung ist wunderbar, vielen lieben Dank, dass du mir davon erzählst. 😊🌺🌞
      Also die Erfahrung mit der Großmutter ist ja tatsächlich noch sehr jung. Es heißt, dass es ca. ein Jahr benötigt, den Tod eines/r Angehörigen zu verarbeiten. Und da sprechen wir von Simples und keine zusätzlichen Trigger, die der Tod auslösen könnte bis DIS.
      Ich weiß von uns, dass wir sehr ungeduldig mit uns sind mitunter, auch mit den Innens. Ich hoffe bei euch ist das anders.
      Irgendwie sieht es so aus, dass die Großeltern eine Stütze waren bei euch? Ich will da jetzt nicht zuviel dazu sagen. Hast du dzt. eine Therapie? Das wäre echt wichtig.
      Uns hat vor allem die Brainspotting-Sitzung sehr gut getan. Da kamen wir an ein Innenkind heran, das so jung war, dass es gar nicht verstand was Tod bedeutet. Tatsache ist, dass das Kinder erst so ab dem 5. LJ beginnen zu verstehen. Jene Innenkinder, die also jünger sind, haben keinerlei Vorstellung dazu, darum können sie auch nicht verstehen, dass jemand tot ist. Sie verbinden mit weg sein, dass sie verlassen wurden und schuld daran sind. Wir haben dem Innenkind, das auch jünger war erklärt, dass Papa jetzt ein Häufchen Erde ist, das konnte das Kind verstehen und meinte, dass es mit etwas Wasser daraus Matsch machen kann und fand das komisch.
      Ich hoffe jetzt nichts geschrieben zu haben, dass euch zusätzlich aufwühlt. Vielleicht kann es ja ein bisschen helfen.
      Auf alle Fälle wünsche ich euch, dass es bald viel besser wird. Ich schicke euch ganz viel Kraft und eine liebe Umarmung, wenn ihr wollt.
      Von Herzen alles Liebe ❤
      "Benita"

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      1. Liebe Benita! Danke für deine Antwort und es freut mich, dass dich mein Erzählen freut. Es ist schön, positives Feedback zum Blog zu bekommen und deshalb wollte ich dir eben dieses geben 😊
        Zur Klarstellung bezüglich meiner Großeltern (das ist mir an dieser Stelle wichtig): sie waren die Täter. Ich hatte bereits einige Zeit keinen Kontakt mehr zu meiner Großmutter und bin jetzt von ihrem Tod dennoch völlig aus der Bahn geworfen, da es enorm viel Traumainhalte hervor spült. Sie als Mittäterin, mein Großvater als Täter. Einige Gedanken sind auf meinem Blog gelandet, andere gehören nur in die Therapie oder bleiben ganz bei mir.
        Ja, ich habe zum Glück eine wunderbare Therapeutin, die mir zur Seite steht.
        Vielleicht ist dein Erklärungsansatz für die Kleinen etwas, womit wir arbeiten können. Noch immer fühlen wir uns nicht in Sicherheit und seit dem Tod der Oma paradoxerweise (wieder) in großer Gefahr und Not. Vielleicht können die Kleinen es doch irgendwann verstehen. Im Moment gibt es nur Not. Größte Not.
        Danke für deine Worte 💕
        Alles Liebe MrsTingley

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        1. Liebe MrsTingley,
          … es tut mir sehr leid, dass ich dich hinsichtlich deiner Großeltern missverstanden habe. Das ist mir wirklich unangenehm, bitte verzeih. Danke für die Aufklärung deinerseits. … Ich bin froh, dass ihr eine wunderbare Therapeutin habt. Bei all den Gefühlen, die der Tod meines Vaters damals bei uns auslöste, sehe ich es nicht als paradox an, dass alles wieder heraufkommt. Aber es ist eine so schwierige Zeit. Ihr schafft das, da bin ich sicher. Ich drück euch die Daumen und schicke nochmals ganz viel Kraft. 🌞 💕
          Herzlichst
          „Benita“

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  4. Liebe Benita,
    nicht immer kann ich Deine Beiträge lesen. Sie bringen mich in eine Welt, die mich von der Leichtigkeit des ( meines) Lebens, abkehren. Sie bringen mich an meine Grenzen, Grenzen der Unfähigkeit, der Machtlosigkeit. Sie bringen mich auch dahin, sich mit mir und meinen Unzulängigkeiten aus einander zu setzen. Mich in Frage zu stellen. Mich zu stellen. Natürlich zu anderen Bereichen. Es ist wie eine Therapie, unentgeltlich, aber ohne Netz.
    Gewalt, Verletzung, all diese Mittel habe ich auch in meinem lg. Leben eingesetzt. Zwingend, weil ich kein anderes Mittel wusste, weil es oftmals, das Einzige war, um eine Situation zu verändern. Einhalt zu bieten, aber im Rückblick, niemals um eine Befriedigung herbei zu führen. Sondern, um Gefahren abzuwenden. Und doch denke ich nun, ich hätte es besser machen können. Heute, da ich nicht mehr gefordert werde aus dem Augenblick heraus zu handeln, kann ich gelassener reagieren.
    Gewalt, Missbrauch sind Straftaten, deshalb nicht verzeihbar. Der Tod ist keine gerechte Strafe für ein Vergehen. Und mit dem Tod, geht nicht ein Vergessen einher, sondern ein Verdrängen. Ein Zudecken, ein gimpflich ausgesprochen – Ruhen -.
    Der Tod nimmt einem erst einmal die Wut. Das Gespür für die eigene Verletzung. Ich will wütend sein. Ich will mich aufbäumen. Ich will meinen Schmerz einen Weg geben. Genau das ist es, was ich auch meinen Kindern geben möchte, auf mich wütend zu sein, damit sie eine Chance haben, zu verstehen. Die Situationen in denen sie Negatives erlebt haben, durch mein Handel, weil sie noch klein und ungeschützt waren, und nicht als Angriff auf ihre Person, verinnerlichen.
    Ich bin Eltern ( Großeltern), und ich trage daran und es weint mich.
    LG. Hilde

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Hilde,
      deine Kommentare berühren mich immer wieder. Ich verneige mich vor deiner Ehrlichkeit dir selbst gegenüber und danke dir herzlichst, mir darüber zu berichten. Wenn mein Schreiben nur dies erreichte, was es in dir auslöst und wo es dich hinführt, habe ich mehr erreicht als ich zu hoffen wagen dürfte. Allerdings ist es ja deine Kraft, dein Mut, deine Liebe, die dir helfen hinzusehen, zu fühlen und zu korrigieren. Du bist eine so kräftige, besondere Frau. Vielleicht magst du deinen Kommentar den du mir geschrieben hast, ausdrucken oder abschreiben und irgendwann deinen Kindern geben? Oder es ihnen in anderen Worten schreiben? Vielleicht bist du noch vor deinem Tod in der Lage mit deinen Kindern zu sprechen, ihnen zu sagen, was du mir hier geschrieben hast? Vielleicht kannst du ihnen dieses tiefe Bedauern auch darüber, dass es für dich keine andere Möglichkeit gegeben hat vermitteln, dann wenn du soweit bist. Es wird dich weiter heilen und deine Familie, die Kinder, die Enkel. Aber zunächst geht es um dich, je mehr du selbst heilen kannst, wird es in deine Familie ausstrahlen. Das weißt du selbst. Lass dir alle Zeit, die du brauchst und lies bei mir, dann wenn es für dich passt.
      Voller Hochachtung und wenn du möchtest mit einer lieben Umarmung sende ich dir
      allerbeste Grüße
      „Benita“

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    2. P.P.S.: Ich denke weiter über deinen Kommentar nach. Du hast bereits einmal geschrieben, dass du auf dich aufpasst. Bitte tue es weiter und falls es dir zuviel wird alleine, vielleicht magst du ein paar Therapiestunden in Erwägung ziehen? … Weil du geschrieben hast: „Es ist wie eine Therapie, unentgeltlich, aber ohne Netz.“ Ich kann keine Therapie anbieten, selbst wenn meine Therapeutin stets sagt, dass ich das ganz gut könnte. Aber auf Distanz etc. … schau bitte weiter gut auf dich.
      Alles Liebe
      „Benita“

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  5. Wenn man nicht die Chance bekommt in einem solchen Moment, diese Emotionen auszuleben und zu regulieren, trägt der Schmerzkörper es weiter mit. Und das spaltet, ab dem Moment. Schutzmechanismus.
    Da erzielt die körperorientierte Traumatherapie sehr, sehr gute Auflösungen. Und mir erscheint diese Reaktion so logisch. Du darfst wieder zurück zu Dir, mit all der Liebe, Wut, Trauer, Angst und die schönen Momente die im Jetzt und Zukunft reichlich vorhanden sind. Und hey das geht nicht von jetzt auf gleich, was zählt ist Du bewegst Dich, reflektierst. Die Wahrheit kann weh tun, sie berührt manchmal einen Splitter, der dann fällt und all das strömt hervor, was sich dahinter anstaute. Das darf gehen. 😉 Zünde eine Kerze an, man sagt, es zeigt den Verstornbenen ein Licht zum Gehen, wenn man an Sie denkt.

    Virtuelle Umärmlung.

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      1. alles hat seine Zeit schau mal den Entwicklungsweg den ihr bis hier hin schon gegangen seid … Zumindest der Teil der hier für mich sichtlich ist, ist ein weiter Weg. Ich wünsche mir Du siehst die Kraft und Stärke auch die dafür nötig war, es stärkt dich jeden Tag, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt. Und gleichzeitig, denke ich machst Du anderen Mut und gibst Einblicke die sonst verborgen bleiben.
        So wertvoll.

        Auf der Suche nach sich selbst, wer damit aufhört wird nichts finden, wer zu viel sucht wird süchtig. Danke für deine Offenheit im geschützen Rahmen.

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