„Die Lebensende-Klinik“ – TV Doku

in memoriam C.

In der Nacht auf den 8. Dezember 2016 nahm sich C. das Leben. Sie war noch keine 40 Jahre alt.

Damals konnte ich es nicht verstehen, es tat mir unsagbar weh und das machte mich ärgerlich, auf mehrere Betroffene und auch auf C. Auch, dass ich nicht helfen konnte, dass ihr nicht geholfen wurde, von Stellen, die dafür eingerichtet wurden schmerzte so sehr. Auf Psychiatrien und bei anderen Kriseninterventionen fand sie keine Ruhe. Sie kämpfte um ihren Seelenfrieden und fand ihn nicht.

Auch die verordneten Psychopharmaka und Alternativmedizin brachten ihr nicht die ersehnte Erleichterung ihres Leides.

Mehrere Wochen war ich letztes Jahr von dieser tragischen Realität, dass sie gegangen war belastet. Gestern und heute ist uns diese Begebenheit wieder sehr nahe. Zuvor beim Yoga weinten wir um C., wieder einmal. Es ist so traurig, wenn eine so junge, kluge, körperlich gesunde und in sich sanfte Frau nicht weiter weiß und ihr Leben beendet.

Einen Tag vor ihrem ersten Todestag wurde im ORF eine Dokumentation zu Sterbehilfe ausgestrahlt. Vor einem Jahr habe ich einen Beitrag geschrieben, weshalb Suizid keine Option ist. Heute bin ich mir nicht mehr sicher, ob das immer so ist. Ich möchte, dass es keine Option ist, aber ich akzeptiere, dass dies nicht für alle Menschen immer so gelten muss. Ich musste vor einem Jahr für mich Stellung beziehen, um mit der Situation umgehen zu können.

Die oben angekündigte TV-Doku zu einer „Lebensende-Klinik“ in Den Haag, wo der Wunsch nach selbst bestimmten Sterben von mehr als 40 Sterbehilfeteams geprüft wird und Sterbehilfe geleistet wird, hat uns sehr aufgewühlt. Es ist eine zärtliche Doku, die den Menschen ihre Würde lässt. Wünsche, die verstanden werden können oder nicht. Es ist eine zutiefst persönliche Entscheidung, sein Leben vorzeitig zu beenden.

Zuvor, als beim Yoga die Tränen kamen, war es nicht, weil C. gegangen war. Schmerzlich war, mir vorzustellen, dass sie diesen Weg alleine gehen musste, einsam, ohne Beistand. Vielleicht sogar mit Schuldgefühlen, bevor sie einschlief für immer!

DAS hatte sie nicht verdient. Niemand sollte so sterben müssen.

Hier geht’s zur Doku, die noch 4 Tage in der ORF/tvthek abrufbar ist:

http://tvthek.orf.at/profile/Weltjournal/5298609/WELTjournal-Die-Lebensende-Klinik-Sterben-auf-Wunsch/13956213

Ich möchte diese Doku teilen, weil ich die Debatte als schwierig, aber wichtig empfinde. Sie macht mir Angst und ich habe noch keine endgültige Meinung dazu.

Bitte passt auf euch auf, wenn ihr sie anseht.

Liebe C., ich hoffe sehr, dass es dir nun gut geht, wo du jetzt bist. R.i.P 🌻

17 Gedanken zu „„Die Lebensende-Klinik“ – TV Doku“

    1. Danke, liebe Sophie, so ging es mir auch. Bei mir hat es einige Zeit gearbeitet und ich glaube sogar meine Sichtweise geändert. Sie ist immer noch nahe, als hätte ich sie erst gesehen.
      Falls du das Bedürfnis hast, dich dazu auszutauschen kannst mir gerne schreiben. Hier oder Mail und ab morgen antworte ich dann auch wieder! 😉
      Alles Liebe dir 💖
      „Benita“

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  1. Hallo Benita,

    herzlichen Dank für Deinen Beitrag zum Thema „Suizid“. Ein ganz heikles Thema.

    Ich denke, wer sich dazu entschließt, geht immer das Risiko ein, dass er/sie es nachher bereut – egal, wo immer man dann sei. Darüberhinaus bin ich inzwischen der festen Überzeugung, dass jedes Leben individuellen Sinn macht. Viele erkennen diesen wahrscheinlich nicht bewusst. Auch weil sie in Verzweifelung leben und keinen anderen Ausweg mehr sehen.

    Wie Du schreibst, liegt dabei jedes Schicksal anders. Genau. Meiner Meinung nach trägt jeder von uns einen einzigartigen Lebensfunken in sich. Ein Geschenk, das wir behalten sollten, bis der Funke am Ende einfach erlischt. Ja, dabei macht mir der Glaube an ein Weiterleben in jedweder Form nach dem physischen Tod festen Mut.

    Dir noch ein ganzes Paket guter Gedanken.

    Liebe Nachtgrüße vom Paul

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    1. Hallo Paul,
      herzlichen Dank für deine Gedanken zu diesem wie du richtig schreibst „heiklen Thema“.

      Auch ich denke, dass es ein Bedauern gibt, vorzeitig aus dem Leben zu gehen. Es gibt in meinem Denken mehrere Leben und was nicht abgeschlossen ist kommt in einem nächsten Leben wieder als neue Aufgabe. Manche Aufgaben möchte ich nicht mehrmals gestellt bekommen.

      Danke für deine lieben Wünsche. 😊 Die tun momentan besonders gut.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Mut und auch Kraft für dein Leben, in dem du dich auch sehr wichtigen Bereichen widmest. (Ich war kurz auf deinem Blog und werde noch länger lesen kommen.) Der erste Eindruck ist sehr interessant. Danke für dein Engagement.

      Liebe Grüße zu dir
      „Benita“

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      1. Hallo Benita,
        herzlichen Dank für Deine ausführlichen Worte.
        Wenn ich Deine Zeilen verfolge und auf mich wirken lasse, fahren wir beide offenbar auf dem gleichen Gleis durchs Leben. Denn ich bin ebenfalls der Überzeugung, dass jeder Mensch in seinem Leben bestimmte Aufgaben zu bewältigen hat.
        Mut und Kraft kann auch ich gut brauchen.
        Herzlichen Dank für Deine Wünsche.
        Wenn Dich Umweltschutz interessiert, schau Dich in Ruhe bei mir um. Zur Luftreinhaltung stricke ich derzeit neue Seiten.
        Oder besuche mal meinen zweiten Blog „https://schreibstueberl.wordpress.com“.
        Mit ganz lieben Grüßen an Dich vom Paul

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    1. Lieber Lu,
      In manchen Lebenssituationen ist es bedrohlich dies als Option zu sehen, weil der Fokus sich verschiebt. Wenn Energie die für Heilung gebraucht wird stattdessen für Planung von Suizid gebunden ist, ist es schade. Der Wunsch der Erleichterung und die Erschöpfung können schnell den Blick einengen.

      Meinen genauen Zugang hab ich im Beitrag dazu beschrieben. Mag esoterisch anmuten, wir wären aber wohl bereits tot ohne die Einstellung. Vielleicht sind es nur gedankliche Krücken, vielleicht ist es mehr?
      Liebe Grüße
      „Benita“

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    2. … ich kann nicht eindeutig zustimmen, dass ich nicht gefragt wurde, auf diese Welt zu kommen. Mit diesem Zugang des in die Welt geworfen seins, hätte ich mich umbringen müssen, weil mein Lebensbeginn und die Folgen zu ungerecht und brutal wären. So konnte ich es nicht ertragen. Ich brauchte ein anderes Weltbild mit Wiedergeburt etc. in dem meine Erfahrungen auch etwas Positives haben.

      Gefällt 1 Person

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