Worauf mich Kommentare bringen

Ergänzung zu Leben mit DIS #14

Weiß nicht, ob diese Erinnerung vielleicht triggern könnte. Bitte passt auf euch auf, falls ihr lesen wollt!

Die lieben Rückmeldungen zum letzten Beitrag und Bemühungen mir mit eigenen Tipps und Tricks zum Schlafen weiterzuhelfen hatten Folgen.

Ich denke positive Folgen.

Wir hatten das Schlafproblem immer mit den Vergewaltigungen in Zusammenhang gebracht, die erst ab dem 14. Lebensjahr bewusst einordenbar waren.

Erst ab diesem Zeitpunkt war es uns möglich eine Gegenstrategie zu entwickeln, wie in der Nacht wach bleiben und abwarten, bis Papa eingeschlafen ist. So tief eingeschlafen, dass die Wahrscheinlichkeit dass er noch zu uns kommt geringer ist.

Damals haben wir öfter dick angezogen geschlafen. Einerseits, weil wir immer knapp am Nervenzusammenbruch lebten und daher permanent froren, obwohl wir unser Bett direkt neben dem Heizkörper stehen hatten und unser Vater die Wohnung tagsüber im Winter auf 28 °C heizte. Anderseits aber auch, weil wir uns sicherer fühlten, so eingehüllt.

Natürlich ist all dies auch nicht dazu angetan in einen friedlichen Schlaf zu sinken, aber zuvor kam eine Erinnerung an ein viel früheres Ereignis. Ein Ereignis zu dem ich bislang nur über einen Traum, den ich evtl. schon einmal erwähnte Zugang fand.

Ich hatte mein gesamtes Leben bis ich Traumatherapie begann, also ungefähr 35 Jahre einen Alptraum, der sich als Erinnerung entpuppte. Denn erst als ich ihn als das wahrnahm, verschwand er.

Der Traum war, dass Hände durch die Wand kommen und mich würgen. Länger brauchte die Erinnerung nicht sein. Als ich mir bewusst machte, dass uns unser Vater als Baby im Gitterbett liegend gewürgt haben muss, wofür es auch Beweise in meinem Bewusstsein gab, die ich nur wie Puzzlesteine zusammenfügen musste, waren Reaktionen meiner Eltern plötzlich verständlich, die darauf abzielten, dieses Ereignis vor mir zu vertuschen.

Die Hoffnung, dass ich mich eh nicht daran erinnere von meinem Vater in die Bewusstlosigkeit gewürgt worden zu sein ging nicht auf. Dass er mich auch wieder ins Leben zurückholen konnte war seiner sehr fundierten erste Hilfe Ausbildung zu verdanken.

Während der Beantwortung der Kommentare kam mir plötzlich die Erkenntnis, dass die Schlafstörungen auch mit diesem Erlebnis zu tun haben könnten. Die Angst, im Bett zu liegen in völliger Abhängigkeit von anderen Menschen. Und dann, falls ich aufwachen sollte und es geht mir schlecht und rufe um Hilfe, oder kann einfach nicht schlafen werde ich gewürgt. So war es damals. Das Bett als nahezu tödliche Falle. Wurde es so in meinem Gehirn abgespeichert? Die später hinzukommenden Erfahrungen bestätigten, dass mein Bett ein gefährlicher Ort ist. Der gefährlichste in der Wohnung.

Das ist eine gute Basis für eine Brainspotting-Sitzung um das Trauma Stück für Stück aufzulösen.

Vielen Herzlichen Dank allen, die mich mit ihren hilfreichen Kommentaren auf dem Weg zu dieser Erkenntnis begleiteten. 💖

27 Gedanken zu „Worauf mich Kommentare bringen“

  1. Liebe Benita,
    nach langer Zeit habe ich wieder in deinem Blog gelesen … Sehr interessant – deine Gedanken zu Schlafstörungen. Sehr aufschlussreich. Ich denke, du hast recht mit deinen Vermutungen über den Grund. Das, was du schreibst, bringt mich selbst zu einer Erkenntnis. Plötzlich wird mir klar (eigentlich nicht plötzlich, im tiefsten Inneren ahne ich es schon lange), womit meine Schlafstörungen zu tun haben. Vor allem, warum ich nachts Angst habe, und das, obwohl ich nicht allein schlafe. Ich habe Angst, durch die dunklen Räume zu gehen, wenn ich zur Toilette muss. Ich habe Angst, das irgendetwas in der Dunkelheit auf mich lauert … Ich habe Angst, dass eine dunkle Gestalt im Türramen des Schlafzimmers erscheint … Ganz schlimm wird es für mich, wenn ich die Nacht allein verbringen muss. Zum Glück passiert das sehr selten. Aber wir werden immer älter und irgendwann bleibe ich möglicherweise allein …
    Herzliche Grüße
    Rosa

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Rosa,
      vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen. Ich kann mich sehr in ihnen wiedererkennen. Daher gibt es bei mir am Weg zur Toilette auch ein Nachtlicht, das immer an ist. ….. Ja, es ist schwer, diese Geister der Vergangenheit endgültig zu bannen. Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg dafür.
      Herzliche Grüße
      „Benita“

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Benita,
    erst musste ich einmal über das Wort „triggern“ stolpern, um darüber nachzudenken. Nun weiß ich die Bedeutung. -Auslöser -, wenn ich es richtig verstanden habe.
    Nun wird mir einiges klar. Immer, wenn ich auf Deiner Seite bin, löst es etwas bei mir aus. Ich war zu Anfang unbedarft und gab mich diesen Empfindungen hin………. Es ist ein Thema für sich.

    Das Bett als Gefahrenort, als Kind zu erleben, ist – unermesslich schrecklich -. Kinder haben schon genug damit zu tun, wenn wir ihnen Märchen vorlesen, vor dem Einschlafen. Oder wenn die Schatten, die das Licht der Straße, oder Mondes, sich an der Wand bewegen. Ich wollte immer, dass die Tür offen blieb, einen Spalt. Das Licht, des anderen Zimmers, gab mir die Sicherheit – geborgen-, beschützt zu sein.
    Ich bin im Schlaf ausgeliefert, das ist so. Ich kann mich nicht verteidigen, das ist so. Wir müssen vertrauen.
    Aber wenn Vertrauen verloren gegangen ist……….., welch ein Schmerz, Verlust. Was für eine Qual.
    Meinen Kinder habe ich Lieder vor gesummt, immer die Gleichen. Oder sanfte Töne auf einer – Zither- erklingen lassen. Mich auf den Treppenabsatz gesetzt und gewartet bis sie eingeschlafen sind.

    Lieben Gruß Hilde

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    1. Liebe Hilde ❤ ,
      Ich hatte leider keine Kraft früher zu antworten. Vielen herzlichen Dank für deine lieben Worte, die mir so nahe gehen. Es liegt soviel Liebe in ihnen, soviel Wissen, was Kinder brauchen. Wenn du mir davon schreibst, kann ich mehr und mehr verstehen, was ich alles nicht hatte und es ist so wichtig für mich das zu erkennen, weil es den Schmerz in mir erklärt. Auch wenn dieses Erkennen für mich sehr traurig ist, so ist es auch äußerst heilsam.
      Herzlichen Dank nochmals dafür.

      ….. und ja, ein Trigger ist ein Auslöser. Manches über diese Begriffe kannst du auch auf meiner Seite https://lebendigwerden.wordpress.com/was-bedeutet/
      lesen.
      Ganz liebe Grüße
      "Benita"

      Gefällt 1 Person

    1. Lieber Michel,
      Ich nehme deine Frage als Ausdruck von Mitgefühl und danke dir dafür. 😊 Beantworten kann ich sie nicht in einem Kommentar, denn es handelt doch mein gesamtes Blog von nichts anderem.
      Ich kenne nur dieses Leben. Es ist mein Leben, also ist es an mir damit zurecht zu kommen.
      Ich bin irgendwann vor vielen Jahren zu der Erkenntnis gekommen, bzw. habe es für mich so definiert, dass ich für jede Aufgabe, die mir mein Leben stellt auch die Fähigkeit in mir trage, damit umzugehen. Wenn ich leben will, heißt es mit Herausforderungen umzugehen. Und ich will leben. Das hab ich als Kind beschlossen und ich werde das mutige Mädchen nicht verraten, welches leben wollte, obwohl sterben damals viel leichter gewesen wäre. …… So kurz wie möglich erklärt. Der Rest steht im Blog, oder kommt noch. ….. Ach ja, ich habe gelernt, dass es eine göttliche Energie, oder wie immer man das nennen mag gibt. Das hilft enorm und gibt Kraft in den dunkelsten Stunden.
      Liebe Grüße
      „Benita“

      Gefällt 5 Personen

  3. Liebe Benita! ❤️ Ich drücke dich wenn du magst und wünsche dir nochmals sehr, dass es bald erholsame Nächte für dich/euch gibt. 🌟 Weil du in deinem vorigen Beitrag von deinem Buch geschrieben hast: ich würde es sofort kaufen, verstehe aber deine Angst sehr sehr gut. Ich denke es könnte vielen Menschen helfen und viel zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Natürlich ist da jedoch immer die Gefahr, dass du/ihr verletzt wirst/werdet. So wünsche ich dir neben gutem Schlaf, auch (noch mehr) Mut deine Wünsche und Träume zu verfolgen, aber immer so wie es für dich/euch passt und sich gut, stimmig und richtig anfühlt. Einen schönen Tag! ☀️🐞🙂

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    1. Liebe Melli,
      vielen herzlichen Dank für deine besonders lieben Zeilen. Es war uns unmöglich früher zu antworten, weil so viel aufwühlendes in uns vorgeht. Danke dir auch fürs Mut zusprechen wegen des Buches. Ja, es braucht Mut, aber auch noch mehr Kraft. Vielleicht bräuchte ich eine Blogpause? Anderseits denke ich, dass einige Beiträge durchaus Teil eines Buches sein können. …. kein Druck, wenn es der richtige Zeitpunkt ist, wird das Buch kommen. Es tut mir sehr gut, dass du es kaufen würdest. ❤
      Noch einen wundervollen Sonntag Abend und alles Liebe 💖 🌺 🌟🌜
      "Benita"

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      1. Liebe Benita! Ich danke dir und wünsche dir/euch das für dich/euch Beste! 💓 Das mit dem späten Zurückschreiben macht natürlich überhaupt nichts (klingt irgendwie hölzern, aber ich hoffe du weißt wie ich das meine 😊) Ja, ich finde es auch sehr heilsam und gut sich und den Dingen die nötige Zeit zu geben. Danke, den wünsche ich dir/euch auch! 🌟🌷😊🌸🌟

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  4. Liebe Benita 🙂
    Ich bin ein bißchen spät dazu gekommen, deine Texte zu lesen und es war bereits alles gesagt, das mir eingefallen wäre.
    Dass das Bett gefährlich ist, war auch mein erster Gedanke.
    Die Frage wäre, wie könnte man eine Schlafstätte umdesignen, dass sie zukünftig völlig anders wirkt als ein „Bett“ und was würdet ihr brauchen, um euch sicher zu fühlen.

    Ich bin mit meiner Waldtapete neben dem Bett sehr glücklich.
    Auch habe ich mir eine Art Himmel aus Samt über dem Bett befestigt.
    Und Heilsteine auf dem Schränkchen daneben.
    Kuscheltiere im Bett.

    Vielleicht fallen Euch schöne Dinge ein, die ihr um euch sammelt zum schlafen. Dinge, die so völlig anders sind als jene, von damals.
    Ich drücke Euch feste die Daumen, dass ihr ganz tolle, freudige Ideen habt und endlich schlafen dürft.
    Alles Liebe, Luise ❤

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Luise ❤ ,
      wir waren zu schwach zu antworten, so vieles geht in uns vor. Wir können dzt. auch wenig von Traumatisierten lesen, weil es uns triggert.
      Danke für deine lieben Tipps. Heilsteine habe ich und auch ein Kuscheltier das mir mein geliebter Neffe geschenkt hat. Er hatte es als Baby in seinem Bettchen.
      Ich hoffe so sehr, dass es in der neuen Wohnung besser wird. "Nur" noch zwei Jahre durchhalten. Verglichen, wie lange meine Schlafstörungen schon andauern ist das wirklich eine sehr kurze Dauer.
      Alles Liebe dir 🌷
      "Benita"

      Gefällt 2 Personen

      1. Danke, dir auch eine gute Nacht, ich bleibe aber noch ein bisschen auf… hab noch was vor 🙂 – Ich habe ein paar Jährchen Therapie hinter mir und das hat doch tatsächlich geholfen. Ich bin durch und durch Nachtmensch, Nächte sind mein großes Glück… mein Zuhause, weil ich dann wach bin. Aber warum das so gekommen ist, das ist wieder eine andere Frage… – und es ist hilfreich, mal darüber nachzudenken.

        Gefällt 2 Personen

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