Tröstliche Tränen

und ∑meine unterschiedlichen Methoden zur Heilung.

Von ganz tief unten formen sich Tränen und rollen leise und sanft die Wangen hinunter. Unaufdringlich und zärtlich tröstend streicheln sie die zarte Haut im Gesicht. Sie sind Zeichen von Schmerz und Trost zugleich. Trost, weil wir sehen dürfen, weil wir fühlen dürfen, was ganz tief begraben ist, was nur seltenst gefühlt werden darf und kann. Zuletzt und als bislang einziger schaffte es der geliebte verstorbene Kater uns dieses Gefühl zu schenken. Geliebt werden, einfach so.

Seit einer Woche meditieren wir täglich 23 Min. Davor hatten wir die Meditation vielleicht zweimal wöchentlich gemacht. Es ist eine geführte Meditation bei der es gilt den Fokus auf die Zukunft zu richten, zu imaginieren, wie es sein könnte.(*)  Mir vorzustellen, was ich mir wünsche. Anfangs war es einfach und erleichternd. Jetzt scheinen wir in tiefere Schichten vorzudringen. Die Wünsche verändern sich. Zumeist ist Heilung der Wunsch. Heute war es geliebt zu werden. Und es war anfangs nicht möglich mir dieses Gefühl vorzustellen. Da war nur diese Leere. Ein Nichts. Bis wir Timmis Liebe (der Kater) als einzigen Bezugspunkt fanden. Als Erinnerung geliebt worden zu sein. So ein Glück!

Obwohl das Einfühlen nun intensiver zu werden scheint, fühle ich mich sehr wohl mit dieser Meditation und wenn ich sie nur einen Tag aussetze, fehlt mir etwas.

∑Ich bin derzeit fest entschlossen, meine Schwierigkeiten in der Nacht schlafen zu können zu heilen. Heute beispielsweise haben wir nachdem wir es wie jeden Tag nicht wagten uns schlafen zu legen, Klopf-Akupressur angewandt.

Ich wollte den Druck den wir uns selbst machen auflösen. Nach vier Klopfrunden erkannten wir, dass unsere Tendenz in der Nacht zu „fressen“ – essen ist eher das falsche Wort in diesem Zusammenhang – eine Wiederholung ist, die jenes Übelkeitsgefühl hervorruft, das durch orale Vergewaltigungen in der Kindheit erzeugt wurde. Das nicht schlafen wagen sind tägliche Flashbacks. Jede Nacht, die Angst nicht ausreichend Kontrolle zu haben um schnell genug auf sexuelle und körperliche Gewalt reagieren zu können. Denn hier ist auch noch das kontinuierliche Gefühl gewürgt zu werden, das aus meinen ersten Lebensmonaten stammt. Ein Würgen, dass uns damals eine Nahtoderfahrung einbrachte. Nur erste Hilfe Kenntnisse meines Vaters, der uns zwar still, aber nicht tot sehen wollte, brachten uns wieder ins Leben zurück. So muss es gewesen sein. Ich habe keine andere Erklärung. Und ich weiß, dass meine Mutter darüber Bescheid wusste. Damals muss ich mir wohl eine Wunde am Hals zugezogen haben. Vielleicht Papas Ehering, der zu scharf war für den Hals des Babys? Diese Wunde war niemals ganz verheilt, sondern es hatte sich „wildes Fleisch“ am Hals gebildet. Meine Mutter versuchte mir in meiner Jugend einzureden, dass ich mich als Baby am Kopfpolster geschnitten hatte. Mir erscheint das unrealistisch. Noch dazu da ich ja das Würgen von Papa erinnere – heute! Zudem schleppte mich meine Mutter richtiggehend zum Hautarzt es entfernen zu lassen. Jene Mutter, der meine Depression, meine Migräne und andere gesundheitliche Probleme so egal waren, dass ich bereits seit meinem 13. Lebensjahr immer alleine Ärzte aufsuchen musste. Jene Mutter, die meinte ich soll mich nicht so anstellen, als ich bei Pfeiffer’schen Drüsenfieber keine Luft mehr bekam und mein älterer Bruder mir das Leben rettete, weil er 18jährig entschied, dass er mit mir ins Spital fährt. In der Klinik angekommen wurde ich dann stationär aufgenommen, da ein junger Arzt sofort erkannte, dass ich hier wohl besser gepflegt würde als daheim. Er fragte mich, ob ich bleiben wolle. Ich wollte unbedingt, obwohl es dann alles andere als angenehm wurde in einem Schlafsaal mit gut 8 alten röchelnden Frauen und einer strengen und bösartigen Oberschwester. Dennoch besser als daheim. Ich fühlte mich als Heldin. Jene Mutter also vereinbarte einen Termin bei einem Hautarzt und begleitete mich dorthin. Und ich war sicher schon 17 Jahre alt. Es war ersichtlich, dass sie es wollte, dass ich das wilde Fleisch entfernen lasse. Mich hatte es niemals gestört. Warum war ihr das so wichtig? Heute weiß ich es. Sie wollte meinen Vater schützen, wie sie es immer tat.

Mir selbst das schlafen zu verbieten war jedoch nur eine scheinbare Sicherheit. Denn trotz switchen zu Innenwesen, die diese Vergewaltigungen und Gewalt ertrugen, blieb die Schlaflosigkeit im Körper bestehen. Es blieb die Panik gespeichert. Nur die Erinnerung an die Gewalttat war abgespalten. Das macht es heute noch schwieriger, die Furcht aufzulösen. Aber wir sind am Weg und ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird. Wir führen zusammen, was zusammen gehört und lösen auf, was uns hindert zu leben! ∑Ich bin zuversichtlich!


* um hier am Blog keinerlei Anschein auf Werbung zu bieten, nenne ich keine Namen und welche Meditation es ist. Sollte jemand näher daran interessiert sein, besteht die Möglichkeit es über Mail bei mir zu erfragen. Ich bedauere, dass es so wohl komplizierter ist, aber mit der DSGVO wage ich keine Verlinkungen mehr zu Seiten, die auch Seminare etc. anbieten, also gewerblich sind.

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11 Gedanken zu „Tröstliche Tränen“

    1. Liebe Myriade,
      ich finde auf deinem Blog keine Kontaktmöglichkeit. Bitte schreib mir doch ein Mail an lebendig_werden@gmx.at , dann kann ich dir gerne nähere Infos schicken. Wie oben beschrieben mag ich es hier am Blog nicht stehen haben. Auch nicht in den Kommentaren. Es tut mir leid, dass das so umständlich ist. Vielleicht bin ich auch übervorsichtig, leider kann ich nicht anders.
      Herzliche Grüße
      „Benita“

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