Im Spiegel, da capo! ….

….. Der Blick von gestern ließ uns nicht los. Wir mussten ihn wiederholen.

Und was sahen wir? Da war ein AlltagsICH, das lächelte und sich wohl fühlt. Anscheinend ist das tatsächlich so, aber das ICH ist flach. Eine Folie, eine schöne Maske, die alle beruhigt, vorspielt, alles wäre in Ordnung.

Wir fragen uns, weshalb das niemanden irritiert, die unsere Geschichte aus Erzählungen kennen. Mit diesem so souveränen Gesicht. Freilich war das nicht immer so, und wer uns länger näher kennt, weiß vielleicht um die Anstrengung der Souveränität bloß für diese AlltagsICHs.

Denn auch dieses „ICH“ ist keine Einzelpersönlichkeit, sondern eine sehr nahe zusammenstehende Gruppe, die sich die Anforderungen des Alltags teilt. Sie teilt sich die Anforderungen, die es bedeutet im Alltag nicht aufzufallen und zu funktionieren. Das ist ein Knochenjob, der sehr oft mit Erschöpfungskopfschmerzen endet. Aber sie haben viel an Leichtigkeit gelernt.

Beim weiteren Blick in unsere Augen, kam die Traurigkeit, die in der Tiefe liegt. Aber diese Innenwesen geben den „flachen“ AlltagsICHs Tiefe und Form. So kommen wir wohl erst über das gelebte „WIR“ zum „ICH“ das eine Gesamtheit darstellt. Falls dies gelingt, oder überhaupt Ziel wäre?

Es formte sich eine Frage: „Kann es möglich sein, je als WIR so glücklich und souverän zu sein, wie es die AlltagsICHs vorleben?” Dass glücklich zu sein kein Dauerzustand ist, ist bekannt, aber vielleicht kann es eine Form von Zufriedenheit für uns als Gesamtheit geben? Das wäre eine schöne Aufgabe, dorthin zu kommen.

Die genauen Blicke in den Spiegel wollen wir fortsetzen. Denn wie sollten andere uns sehen, wenn wir selbst verweigern hinzusehen, was uns unsere Seele zeigt?


Dieser Text wurde gleich im Anschluss an den letzten geschrieben. ….. Die Veröffentlichung erfolgt nun einige Tage und ein paar Verfeinerungen später.

7 Gedanken zu „Im Spiegel, da capo! ….“

    1. Bei uns ist es ja so, dass Innenwesen alleine Schmerz tragen. Diese zu „vergessen“ heißt sie mit ihrem Leid alleine lassen. Vielleicht gibt’s da eine Analogie für dein Leben, dass Teile des Selbst ignoriert werden? Aber natürlich braucht es auch Erholung vor der Konfrontation mit dem erlebten Leid bzw. vorhandenen Schmerz, aber eben nicht Flucht davor! Ohne Pausen und Regeneration ist ein Hinsehen gar nicht möglich! Aber ganz ohne Hinsehen und Mitfühlen ist keine Entspannung möglich.
      Herzliche Grüße 🍀🍀🍀✨💚
      „Benita“

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      1. Ich glaube der Schlüssel liegt im Mitfühlen / im Mitgefühl – auch wenn ich jetzt noch nicht sagen kann warum.
        Wenn ich mich richtig erinnere, liegt auch in der Parsifal-Sage die Heilung des Königs von seiner Krankheit, die der König sich selber zugezogen hat, in Parsifals Frage: „Mein König, was fehlt Dir?“
        Ein Thema, mit dem ich mich schon länger beschäftige, aber für das ich noch keine Antwort gefunden habe. In wieweit das ganze mein eigenes Thema ist, weiß ich auch nicht genau. Aber das Thema „Heilung“ interessiert mich schon mein Leben lang.
        🙏💚🌈

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        1. Da stimmen wir klar zu. Es ist das Mitgefühl, das unsere Emotion spiegelt und damit annimmt. Das sind bereits sehr frühe Erfahrungen, dass Babies die liebenden Erwachsenen brauchen, um selbst zur Ruhe kommen zu können. Babies können sich nicht aus sich selbst heraus beruhigen. Das ist ein Lernprozess, wie das geht und gelernt wird es über die Empathie der Erwachsenen und die Spiegelneuronen in beiden. Kind und Eltern bzw. jene, die das Baby versorgen. ….. Dieses unfertig sein ermöglicht je nach Kultur und Umfeld andere Möglichkeiten zu überleben und des sozialen Umgangs lernen zu können, aber es macht halt auch anfällig für’s erlernen „falscher“ sozialer Muster, wenn diejenigen, die uns in so jungen Jahren umsorgen damit überfordert sind oder anderweitig unfähig dieser Aufgabe verantwortungsbewusst nachzukommen. Das falsch hab ich unter „“ geschrieben, weil es in dem Moment wo es das Baby lernt richtig ist, diese unzuverlässigen Eltern zu spiegeln und imitieren um zu überleben. Später aber ab der Pubertät wird es schwierig aus dieses Erlernte abzulegen. Und wir wissen, dass auch das nur wieder mit spiegeln und Empathie geht. Dann werden die alten Gewohnheiten (neuronalen Netze) im Gehirn überschrieben und Heilung kann geschehen. ….. So verstehen wir das intellektuell. Emotional ist Heilung viel schwieriger zu erreichen.
          Herzliche Grüße 🍀🧡😊
          „Benita“

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          1. Eure rationale Einordnung kann ich gut nachvollziehen. Und so gibt es in meiner frühesten Kindheit auch Erfahrungen, die zu einem entsprechenden Thema passen würden. Auch wenn meine Geschichte keiner Willkür sondern höherer Gewalt entsprang. Daher wahrscheinlich auch mein Interesse an dem Thema.
            Ich glaube, emotionale Heilung ist die Heilung an sich – die eigentliche Heilung. Die Rationalisierung ist einer der Schritte dorthin. Es ist die Hilfe, die unser Geist unserem Körper geben kann, um auch andere Erfahrungen zu machen als jene, die die Realität für uns bereit hält – über unsere Phantasie. Und das ist vermutlich eine der größten Fähigkeiten des Menschen.
            👍💚🌈

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