Geteilt: Warum wir oftmals weder Empathie noch Hilfe bekommen – Traumaheilung

Hier ein ganz wichtiger Beitrag von Dami Charf den wir sehr gerne teilen möchten. Das ist im Grunde DIE alltägliche Erfahrung in unserem Leben seit Jahrzehnten. Solange wir NICHT darüber sprechen, was wir erlebten, wie es uns geht, sind Menschen in unserem Leben. Wenn wir aber „gesehen werden“ als Voraussetzung für eine Freundschaft festlegen, wären bzw. sind wir sehr einsam, weil dann selbst wenige, die bleiben obwohl sie von der Gewalt hören wegfallen müssten?!

Allerdings wissen auch wir, dass wir mitunter nicht hinhören können und abweisend reagieren, wenn eine Erzählung von einem Schicksal uns zu nahe geht.

Und bitte, vor allem jene Freundinnen, die hier lesen sind nicht gemeint, weil sie sich tatsächlich versuchen einzulassen.

Dami Charf sagt, dass Kinder, die sexualisierte Gewalt erlebten noch vor wenigen Jahren zumindest ca. 7 Leute ansprechen mussten, um Hilfe zu erhalten. In den 1970ern und frühen 1980ern war es nahezu unmöglich Hilfe zu erhalten. Vielleicht ist es diese Erfahrung, dass wir alleine gelassen wurden, die hier noch so tief in uns steckt. Dieser abgrundtiefe Schmerz auch außerhalb dieser gefährlichen Familie keine Rettung zu erhalten.

Hier der Text und das Video von Dami Charf:

https://traumaheilung.de/warum-wir-keine-hilfe-bekommen/

11 Gedanken zu „Geteilt: Warum wir oftmals weder Empathie noch Hilfe bekommen – Traumaheilung“

  1. Der Beitrag von Dami ist wirklich wichtig. Genauso wie die Kampagne zum Thema Courage, kann es eventuell Menschen auch aufrötteln hin zu sehen, nachzudenken und zu handeln.
    Natürlich muss jeder bei sich selbst beginnen, aber man beginnt damit auch erst dann, wenn einem bewusst wird was eigentlich abgeht.

    Und ja, für so manche Opfer ist es wichtig zu verstehen, weshalb die Menschen so sind um nicht bei sich selbst die Schuld zu suchen, wie sie es ja sonst immer wieder tun (ob bewusst oder unbewusst). Und auch um mit der Enttäuschung über die Menschen besser klar zu kommen.

    Uns hat das Verhalten der Menschen nämlich auch gefühlt mehr verletzt, als die Traumen selbst. Man fühlt sich so allein gelassen und in einer völlig absurden irrealen Welt!
    Verstehen ist zumindest bei mir der erste Schlüssel um diese Empfindungen zu verarbeiten.

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    1. Liebe Vergissmeinnicht,
      Danke für deine Worte, du sprichst uns aus dem Herzen. In unserer Kindheit und Jugend hat uns am Leben gehalten, dass wir irgendwann groß/alt genug sind aus dieser Familie wegzukommen und dann das! ….. Dass bereits als wir Kind waren alle weggesehen haben, hat uns Jahre in der Therapie beschäftigt! Die Frage „Warum sind Menschen so?“ Auch die (innere) Einsamkeit in der wir leben hängt damit zusammen. ….. Zu verstehen warum es so ist, hilft uns auch enorm nicht zu verzweifeln und mit der Situation zu leben.

      Kannst du uns bitte sagen was diese Courage Kampagne ist? Ist nicht zu uns nach Österreich durchgedrungen.
      Herzliche Grüße
      „Benita“

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      1. Ach, die ist schon länger her. Da wurde ein Obdachloser in der Öffentlichkeit angezündet… Es ging darum, dass man nicht weg sehen soll. Man soll Courage zeigen: etwas sagen, evtl dazwischen gehen oder zumindest sagen dass man die Polizei anruft und es auch tun – um anderen zu helfen, die gerade schlimm behandelt werden, oder gemobbt etc.

        Ja, uns ging es auch so. Und es tut uns bis heute sehr weh.
        Jetzt bei dem Kind Verlust haben wir wieder so ein Verhalten erlebt und das hat heftig getriggert und uns mehr umgehauen als der Verlust selbst…
        Diese Menschen zu verstehen ist wenigstens eine Erklärung und man kann dann besser damit umgehen.

        Liebste Grüße ♥️

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        1. Liebe Vergissmeinnicht,
          Das tut uns sehr leid, dass es mit dem Verlust eures Kindes wieder so war. Wenn ihr mögt, fühlt euch umarmt. 💖

          Allerdings haben wir auch eine Idee, dass es eben nicht unbedingt Ignoranz sein muss. Unsere Ex ist Sternenmama und als sie uns über den Verlust ihres Kindes erzählt hat, war es kaum zu ertragen für uns, weil ihre Emotion noch immer so stark war, nach fünf Jahren. Dennoch bin ich sehr dankbar, dass sie uns erzählt hat, wir haben so einen tiefen Einblick in ein Schicksal erhalten, das wir so nicht kannten. Wir denken, dass Menschen aber oft sich nicht zutrauen zu ertragen zuzuhören. Ich will niemanden verteidigen, wir versuchen auch zu verstehen und es zu verzeihen. Wir wollen nicht nur enttäuscht von den Menschen herumlaufen und hart werden.

          Herzlich 🍀
          „Benita“

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          1. Danke euch für die Umarmung ♥️ nehmen wir gerne an.
            Wollen auch nicht hart werden, wollen verstehen… Manchmal geht das aber irgendwie nicht. Das macht den Schmerz nicht weg, gerade wenn es von Menschen kommt, die Freude sind…
            Ach egal… Will es nur vergessen und aus dem Gedächtnis auslöschen. Mag da nicht mehr drüber reden /schreiben…
            Liebste Grüße

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  2. Liebe Benita, Du weißt ich schätze Dami total…. und sie hat recht indem was sie über die gesellschaftlichen Gründe und Ursachen sagt. Aber mir kam der Gedanke: Was hilft das in der jetzigen Situation? Warte ich darauf, dass sich die Gesellschaft ändert oder versuche ich trotz dieser fehlenden Unterstützung (der Abwehr von Einzelnen, die nichts davon hören wollen von dem Schmerz aus der Vergangenheit der zur Gegenwart wurde) ? Oder suche ich in mir Strategien, wie ich meine Situation verbessern kann?

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    1. Liebe Melina,
      Nur weil es notwendig ist, sich nolens volens eine andere Strategie zu suchen mit einer unzufrieden stellenden Situation umzugehen, bedeutet es ja nicht Missstände stillschweigend hinnehmen zu müssen oder sollen! Im Gegenteil!
      Und es gibt mehrere Gründe, weshalb es wichtig ist darauf hinzuweisen:
      1) Menschen, die nicht wie wir derlei täglich erleben, sondern in einer Familie Geborgenheit erfahren, wissen vielleicht überhaupt nicht um das Leid. Sie darauf hinzuweisen kann helfen, dass manche doch empathisch zuhören wagen. Jede Person mehr die es wagt sich zu öffnen ist ein Gewinn für die Gemeinschaft als ganzes.

      2) Leute, die in ihrer (frühen) Kindheit bereits viel Gewalt erfahren haben und keine Hilfe bekamen, glauben oft, dass sie selbst daran Schuld sind. Aber das sind sie niemals! Beiträge wie dieser können helfen ihnen das bewusst zu machen.
      3) das Bewusstsein um gesellschaftliche Strukturen und wie wir miteinander umgehen ist der erste Schritt um eine Situation zu verbessern. Wenn wir uns nicht bewusst machen, wo der Fehler liegt, kann sich niemals etwas ändern.
      LG „Benita“

      Gefällt 4 Personen

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