Alles Lüge?

Oder: Über die Darstellung von einem Leben nach der Gewalt.

Seit Monaten gibt es das Phänomen, dass das von mir so geschätzte Yoga mir keine oder wenig Erleichterung bringt. Und da es

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aus dem Web, bei Rechten darauf bitte Mail

 einfacher ist, liegt das Problem sicher nicht bei mir. … Aber selbst wenn das Problem bei mir liegt. Nicht ich BIN das Problem, sondern ich habe eines. Welches, ist nicht greifbar für mich. DAS ist das Schlimmste für uns.

Dachte zunächst, dass es uns wohl dzt. nicht gut tut in der Yoga-Gruppe zu praktizieren. Also gestern daheim 2 Stunden „yogiert“ und es ging mir danach blendend. … Und heute … tiefes Elend.

Irgendetwas steckt in mir, wozu ich keinen Zugang finde. Und jetzt noch das. Ich schreibe darüber. Ich habe stets gedacht, dass es doch wahrlich uninteressant ist, zu berichten, wie es mir ergeht. Es ist wichtig weiterzugeben, was mir hilft und darzustellen, wie weit ich bereits gekommen bin. Wir wollten uns den Rücken stärken. Über 18 Jahre in Berufsunfähigkeitspension. Das muss ich doch rechtfertigen. Da muss ich doch etwas geschafft haben in dieser Zeit.

Und ∑ich habe viel geschafft:

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Hymne an schreibende DIS Frauen

Das Schreiben auf diesem Blog ist viel mehr als ich dachte, dass es mir bedeuten würde. Es ist ein Kontakt zu anderen Frauen, die ein komplett anderes Leben führen, mit denen mich eine Diagnose vereint, und die ist in ihren Ausprägungen und Co-Morbiditäten wiederum sehr subjektiv.

Traurig genug, sich über eine Diagnose zu definieren, ist es mir/uns wichtiger, mich als schreibene Frau oder Persönlichkeit(sgruppe) zu begreifen. Und ich sage Danke … jetzt schon, nach so kurzer Zeit in der virtuellen Welt.

Ich lese Beiträge und möchte oft so gerne einen Kommentar schreiben, der mir aber zu kurz greift. Mir stockt der Atem, wenn ich in den beschriebenen Lebensmomenten das Talent der Schreibenden erkenne und ihre Kraft. Ich fühle mit den Texten mit, weil sie mich an mich, an unsere Kämpfe und Erlebnisse erinnern und mit anderen Worten ein anderes Leben beschreiben und doch auch von mir erzählen. Manchmal mit einem Witz, der mir (noch?) nicht zueigen ist. Oder mit einer Klarheit, die ich in mir nicht erkenne. … Ja,ja es gibt Leute, die sehr wohl in meinen Texten auch Klarheit finden.

Zum Publizieren möchte ich sagen, dass ich dabei bin mich an die Öffentlichkeit zu gewöhnen. Was soll ich wie von mir preisgeben. All dies ist im Werden. Jedoch die Vorstellung alleine, mit anderen Frauen, die alle einen weiten Weg gegangen sind und gehen, verbunden zu sein tut mir sehr gut. Vielleicht liest sogar eine meine Zeilen, während ich neue Gedanken formuliere?

Als Kind bzw. Jugendliche wollte ich stets gefragt werden. Wir wussten oder dachten jedenfalls, dass wir etwas zu sagen hätten. Das wollte ich beruflich machen. Nun es kam bislang anders. Heute und hier habe ich die Möglichkeit, diesem Wunsch nachzugehen. Gefragt werde ich, wenn ich gelesen werde, wenn es Menschen gibt, die meinen Blog abonnieren. Texte mögen. All das ist ein Streicheln für meine Seele. Es ist schön dass es euch unbekannte Wesen in den Weiten des Web gibt. Und ich freue mich, dass ich euch und ihr mich gefunden habt. Ich, von meiner Seite, werde weiter nach euch Ausschau halten und in Kontakt treten.

 Herzlich Willkommen in meiner Welt.

Gewalt gegen Kinder und die Folgen für ALLE

Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Bertholt Brecht

Ich habe dieses Zitat von Bertholt Brecht an den Beginn meines Beitrages gestellt, da es so klar darstellt, wie es überhaupt sein kann, dass so viele Kinder in allen Gesellschaften unter (sexualisierter) Gewalt, Misshandlungen, Missbrauch, Kinderhandel, Folter, Vernachlässigung etc. zu leiden haben.

Und was hat das nun mit Gewalt an Kindern in so reichen Ländern wie Österreich zu tun? Es ist eine Tatsache, dass sich selbst reiche Menschen nie als in dem Ausmaß wohlhabend fühlen, wie sie es sind, wohingegen arme Menschen sich nicht als so arm begreifen können, wie es ihr Einkommen beweist. Finanzieller Reichtum scheint ein subjektives Erleben zu sein. Solange dies so ist, wird mit moralischer Argumentation sehr wenig daran zu ändern sein, dass es in einem enormen Ausmaß Gewalt an Kindern gibt. Stets wird es eine Begründung geben, weshalb gerade jetzt nicht politisch dagegen angegangen werden kann. Es wird immer gesellschaftlich wichtigere Projekte und ökonomisch unverzichtbarere Weichenstellungen geben.

Daher halte ich diesen Beitrag auf Ö1 für wichtig, denn er zeigt eine Änderung in der Herangehensweise von Kinderschutzorganisationen.

Ich habe lange gebraucht, um meine Gewalterfahrungen in Kontext zu anderen Menschen zu setzen. Es ist emotional noch immer schwer begreiflich, dass wir viele sind mit diesem Schicksal (und damit meine ich viele Körper, denen Gewalt angetan wurde und nicht Viele in einem Körper), wenn auch in ganz unterschiedlichen Ausformungen und Stärken. Mein Verstand kann es immer wieder als Satz formulieren, aber diese kindliche Isolation, die Einsamkeit als niemand half sind so tief verankert, dass die intellektuelle Intervention noch nicht nach innen gedrungen ist.

Wäre ich also nur eine Frau weltweit, die … großes Pech … massive Gewalt als Kind erleiden musste, wäre all dies tragisch, aber kein Problem global gesehen.

Dass gegen Gewalt an Kindern nicht endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, liegt wohl auch an der Verdrängung der eigenen Gewalterfahrungen all jener, die dazu in der Lage sind. Und hätte ich in dieser Welt funktionieren können, hätte auch ich den Weg des Wegsehens gewählt. Zumindest habe ich es versucht. Schließlich haben wir es so von unseren Eltern vorgelebt bekommen und gelernt.

Die gesellschaftlichen Folgen, dass sehr viele Kinder nicht die Fürsorge und Sicherheit erhalten, die ihnen ein gedeihliches Heranwachsen ermöglichen sind nicht nur immer erneut aufflammende Krisenherde und Kriege weltweit, sondern auch enorme Kosten im Budget der einzelnen Länder und damit eine starke Belastung für die Wirtschaftsleistung aller Staaten.

Vielleicht hilft das monetäre Argument, um Kinder vor Übergriffen effizient zu schützen und so dem Ziel Weltfrieden hoffentlich auch näher zu kommen.

Die folgende Sendung ist wieder 7 Tage nachhörbar über:

http://oe1.orf.at/programm/428054

Dimensionen – die Welt der Wissenschaft

Donnerstag, 25. Februar 2016 19:05

Gefährdete Kinder: Forscher/innen berechnen die Folgen von Kindesmisshandlung und Unterernährung
Gestaltung: Madeleine Amberger

„Wenn ein Kind in einer gewalttätigen Umgebung aufwächst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es als Erwachsener nun seinerseits gewalttätig handelt“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF.

Misshandelte und missbrauchte Kinder leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser Misshandlungen. Neurowissenschaftliche Studien zeigten, dass Gewalt die Entwicklung des Gehirns sowie des Stresssystems beeinträchtigt.

Im Erwachsenenalter leiden diese Menschen nicht nur verstärkt an psychischen Problemen wie Depressionen. Sie neigen auch zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck und sterben verfrüht.

Die Hälfte aller Kinder

Eine Milliarde Kinder leiden unter Gewalt. – Das ist weltweit die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen im Alter von zwei bis 18 Jahren.

Doch es leidet nicht nur das Individuum. Gewalt gegen Kinder betrifft die ganze Gesellschaft. Menschen, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, finden weniger leicht einen Job und fallen eher aus dem Arbeitsprozess heraus. Der wirtschaftliche Schaden beträgt Milliarden.

„Früher dominierten in der Debatte warum man nicht untätig zuschauen dürfe, wie so viele Kinder weltweit misshandelt, vernachlässigt und missbraucht werden, moralische Argumente. Jetzt wird mit den Kosten argumentiert“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF. Denn eine Investition in Vorsorge ist kostengünstiger als die Opfer zu behandeln. Genauso verhält es sich bei der Prävention von Gewalt gegen Kinder.

Wie teuer kommt Gewalt gegen Kinder?

Forscher am Overseas Development Institute in Großbritannien haben berechnet, dass der globale wirtschaftliche Schaden durch die Folgen von psychologischer, sexueller und physischer Gewalt an Kindern sieben Billionen Dollar beträgt. Investition in Prävention, so die Forscher, käme deutlich billiger.

Deborah Fry ist Expertin für öffentliche Gesundheit an der University of Edinburgh in Schottland. Sie veröffentlichte 2015 eine Studie über die Situation der Kinder in Asien. Das Fazit der Studie: Gewalt gegen Kinder ist in jeder ostasiatischen Gesellschaft weit verbreitet. – Wenn auch in verschiedenen Ausprägungen.

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positives Chaos im System

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Seit Montag geht es intern rund. Ich habe meinen Blog online etwas bekannter gemacht und neue Follower gefunden.

Mein Herz schlägt bis zum Hals. Diesen Schritt in die unbekannte Öffentlichkeit zu gehen habe ich nun schon lange vor mir her geschoben. Komisch, dabei bin ich ja sonst nicht mehr so ängstlich, wenn ich über mich erzähle. Allerdings kann ich in einem persönlichen Gespräch spüren, was und wieviel ich von mir preisgebe. Ich/wir kann/können die GesprächspartnerInnen einschätzen, die Atmosphäre wahrnehmen und danach handeln. 

Beim Schreiben im virtuellen Raum habe ich scheinbar keine Kontrolle über das Geschehen – so ∑mein Gefühl (das Summenzeichen vor einem Pronomen bedeutet hier, dass das gesammte System betroffen ist und ein Zusammengehörigkeitsgefühl besteht. Das „wir“ ist in diesem Fall für uns unpassend.). Die vollständige Kontrolle über das Geschehen in meinem Leben zu bewahren ist scheinbar noch immer beruhigend, selbst wenn es ein Trugschluss ist. Das Leben ist nicht kontrollierbar, auch meines nicht und das ist gut so, denn einige Heilungen haben sich erst durch das Wagnis die Kontrolle aufzugeben einstellen können.

Nicht ∑ich bin es, die sich verstecken muss, es sind die Gewaltverbrecher, die uns all dies antaten. Wenn es um Vergewaltigung geht ist eben leider nicht nur das Persönliche politisch, sondern sogar das Intime.

Das Überlebensmuster der Kontrolle möchte ich aber durchaus wertschätzen. Als (Klein-)Kind war es für uns unumgänglich die Situation und damit unser Verhalten dahingehend zu kontrollieren, dass wir im richtigen Moment switchen oder untertauchen konnten. Heute lerne ich zwischen Kontrolle und Vertrauen zu unterscheiden. Ich/wir können nicht alles kontrollieren, das schränkt mich auch ein. Die Kontrolle loszulassen und dem in mir wohnenden Heilungswillen (ist das die Heilkraft des Universums, von Gott, oder wie auch immer es genannt werden mag, oder sind das unterschiedliche Bereiche?) und der Fähigkeit zu genesen zu vertrauen und natürlich auch etwas dafür zu tun hat für mich sehr viel „wunderbares“ ermöglicht. … Über meinen Weg mit einer unvollständigen(?)  DIS und was mir hilft an anderer Stelle. …  positives Chaos im System weiterlesen

Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1

Habe heute im Radio auf Ö1 einen Beitrag gehört, den ich trotz meines rudimentären Blogs unbedingt teilen möchte und ich mache es mir einfach und habe die Beschreibung von der Ö1 Homepage kopiert. Die Sendung ist ab heute noch 7 Tage über den Link nachzuhören oder auf

http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=427519&load_day=/programm/konsole/tag/20160214

Die Sendung dauert nur ca. 20 Minuten.

Motive – Glauben und Zweifeln

Sonntag, 14. Februar 2016 19:05

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge
2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

 

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge

Die sexuellen Übergriffe zahlreicher Männer in der Silvesternacht in Köln haben wochenlange Debatten nach sich gezogen. Augenzeugen und Opfer haben ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen. Auch Flüchtlinge sollen unter ihnen gewesen sein. Die Wogen sind daraufhin hoch gegangen und gerade in den Tagen vor dem Höhepunkt des Karnevals, des Faschings, war die Anspannung, vor allem in deutschen Städten, groß.
Welche Rollenbilder haben die Menschen geprägt, die nach Österreich flüchten? Inwiefern sind sie im Islam verwurzelt? Sind sie kompatibel mit den viel zitierten „westlichen Werten“? Kerstin Tretina hat mit Feministinnen, Religionswissenschaftlerinnen, Soziologen, Flüchtlingsbetreuerinnen und nicht zuletzt Flüchtlingen über die Frage gesprochen: Welche Frauenbilder bringen Flüchtlinge mit? – Gestaltung: Kerstin Tretina

2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

Gisela Ebmer ist evangelisch-reformierte Theologin und Religionspädagogin. In ihrem Kommentar beleuchtet sie das Faktum, dass schon vor Jahrtausenden sexuelle Gewalt gegen Frauen im eigenen Familienkreis totgeschwiegen wurde. Nachzulesen in der Bibel, wo ein Fall in den höchsten Kreisen – in der Familie König Davids – unter den Teppich gekehrt wurde. Und allzu oft passiert das noch heute.
Moderation: Martin Gross

Ich mag an Ö1 die differenzierte Berichterstattung. So auch in diesem Beitrag. Nicht alle Muslime oder Flüchtlinge, die in den letzten Monaten nach Europa kamen haben ein rückständiges Frauenbild, aber dennoch sagte z.B. ein junger Mann aus Afghanistan, dass Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1 weiterlesen

Warum dieser Blog?

Aufgrund der Rückmeldung, dass es sich um einen wichtigen Text handelt, der in der Seitenleiste fast untergeht, hier nochmals als Beitrag:


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Eine Freundin aus Kindertagen

Wie lebt es sich, wenn bereits in frühester Kindheit statt Geborgenheit und Sicherheit sexuelle Gewalt, Demütigung und Todesgefahr den Alltag prägten? Statt Schutz, Ignoranz und Unvermögen mein Leid zu erkennen.

Wie geht ein Leben, in dem eine in ständiger Angst und Anspannung lebt?

Ja, das klingt sehr reißerisch, aber wie soll ich angenehme Worte für eine grausame Vergangenheit und mitunter sehr schwierige Gegenwart finden?

Wie kann ich dennoch eine Zukunft haben? Darf ich zu meinen Erlebnissen und Erfahrungen stehen, selbst wenn es niemanden gibt, der sie bezeugt? Und habe ich irgendwann die Möglichkeit ein gutes Leben zu leben? Aber was bedeutet ein „gutes Leben“ für jemanden wie mich? Wie niedrig sind die Ansprüche? Darf ich mir mehr wünschen, erhoffen, dafür arbeiten?

Wie ist es, dankbar zu sein für Selbstverständlichkeiten im Kontakt mit anderen Menschen, wie z. B. Respekt, weil manche Mitmenschen die geschundene Seele wahrnehmen, ich aber dennoch nicht in der Demutshaltung des Opfers mit ihnen kommunizieren muss. Dankbarkeit dafür, dass es Leute gibt, die neben den Verwundungen auch meine Stärken erkennen und BEIDES sein darf.

Wie ist es, als Spiegel und Mahnmahl für verdrängte Schmerzen anderer herumzulaufen? Nicht von allen, aber doch in vielen Fällen. Das ist zumindest mein Eindruck, wenn übertriebene Ablehnung auf nur minimale Erwähnung meiner Geschichte erfolgt. Wie kann Kommunikation möglich sein, wenn Mitmenschen misstrauisch reagieren, wenn ich überhaupt nichts von meinem Privatleben erzählen möchte, aber auch das Sprechen über mein Leben ganz oft die Situation überfordert? Was tun, wenn es eben keinen unverfänglichen Small Talk gibt, über den ich einfach so plaudern könnte um damit langsam Nähe zu anderen Leuten herzustellen?

UND VOR ALLEM, wie gelingt es, sich aus alldem zu befreien, die Hoffnung zu bewahren oder immer wieder zu finden und leben zu lernen? Denn darum soll es hier gehen, um das Wagnis der Lebendigkeit, was auch immer geschah. Warum dieser Blog? weiterlesen