Zorn: Ein „neues“ Gefühl?! … / Erinnerungen an Psychiatrie u.a.m.

Dieser Text wurde am 3. und 4.1.2017 geschrieben und ich konnte ihn bislang nicht veröffentlichen. Er ist sehr persönlich.

Der Bericht über den Suizid von C. hat zunächst etwas Ruhe, aber vor allem viel Erschöpfung gebracht. Oder eher das Wahrnehmen der bereits vorhandenen Erschöpfung. Den Jahreswechsel haben wir dann soso la la verbracht, was wohl auch an meiner Verfassung lag.

Dann endlich wieder Therapie, die auch innerlich etwas beruhigte. Für einige Stunden. Tags darauf wieder mit Unruhe erwacht. Ausreichend Schlaf führt nicht zur Erholung.

Meine Skills zur Beruhigung wirken nur mäßig. Derzeit ist alles zu viel. Der Tod von C. triggert an so vielen Stellen zugleich. Zeitgleich mögen sich Menschen mit mir treffen. Meine Mutter nervt seit meinem Geburtstag wegen eines Treffens, wo es ohnedies nur um sie geht. Dass ich ihr bereits zwei mal sagte, dass es mir derzeit schlecht geht, kann sie nicht auffassen. So bat ich sie bereits zweimal, dass ich vor Jänner nicht kann. Aber sie macht Druck und Schuldgefühle. Wollte unbedingt ein Treffen zu Weihnachten. … „Wer weiß, ob es mich dann noch gibt, bis du kommst!“ mit leidender Stimme vorgetragen. Vermutlich scheint sie sich wieder zu sicher zu sein, dass sie mich überhaupt noch sieht. Erst wenn ich mit Kontaktabbruch drohe, ist sie bereit meine Grenzen zu achten.

Moment! DAS ist also ein Trigger: Dieses Fordern, ich möge für Mama da sein und C.’s fordern sind sich irgendwie ähnlich. Hier die Androhung des evtl. nahenden Todes und dort der Suizid. Hängen also evtl. Schuldgefühle nicht ausreichend für C. dagewesen zu sein, ihr Ende verhindern hätte zu können damit zusammen, dass es stets meine Mutter war, die jede Energie aus mir heraus saugte um ihre Speicher aufzufüllen? Mamas Bedürftigkeit und zugleich ihr Unwille irgendetwas an ihrem Leben zu ändern? Zorn: Ein „neues“ Gefühl?! … / Erinnerungen an Psychiatrie u.a.m. weiterlesen

Sie ist gegangen! R.i.P. … und was es mit mir macht!

BITTE PASST GUT AUF EUCH AUF BEIM LESEN DIESES BEITRAGES!

Möglicherweise enthält er Trigger!? ∑Ich habe lange versucht nicht darüber zu schreiben, um andere in dieser für viele schweren Zeit rund um Weihnachten und Neujahr nicht zu belasten, aber es zerreißt mich fast. Ich/Wir gehe/n im Kreis. Es ist zuviel für ∑mich, es bei mir zu behalten. Ein Kommentar-Austausch mit Luise Kakadu hat mich überzeugt, dass ich schreiben muss. FÜR MICH! Ich hoffe, es ist auch FÜR EUCH/SIE liebe Leser/in etwas dabei. – Jetzt am Ende des Beitrages, denke ich sagen zu können, dass es nicht so schlimm wird, wie wir anfangs dachten. Zu meiner Sicherheit lasse ich den Warnhinweis dennoch!

 

Ich beginne meinen Beitrag mit einer Interpretation des bekannten Songs aus dem Musicalfilm „The Wizard of Oz“. Die unvergessene Monika Trotz (Jazzsängerin und Komponistin – hier gibt es weitere Beispiele ihrer Musik anzuhören), die leider aufgrund ihrer Erkrankung 2012 viel zu früh aus diesem Leben abberufen wurde, singt eindrucksvoll und berührend.

Ich möchte dieses Lied C. widmen, die Anfang Dezember keinen Ausweg für sich fand, als ihrer irdischen Präsenz ein Ende zu bereiten. R.i.P.

Als ich von ihrem Suizid erfuhr, zog es mir den Boden unter den Füßen weg. Ich fand keine Worte, nur Chaos. Klares Denken war unmöglich. Dabei stand sie mir nicht so nahe. Ich lernte C. als Freundin meines Yoga-Lehrers kennen, als sie fortan ebenso jede Yoga-Stunde besuchte. Bald sah ich ihre grenzenlose Bedürftigkeit, die sie sehr übergriffig machte. Sie versuchte krampfhaft mir zu zeigen, dass sie mich mag, obgleich sie mich noch gar nicht kannte. Diese Anhänglichkeit, dieses Eindringen in meine Intimität, da sie persönliche Grenzen nicht wahren konnte verstörte mich. Ich sah mich genötigt, sie von mir zu weisen. Bat sie um Abstand und da ich wahrnahm, dass sie es als persönliche Zurückweisung, ja als existentiell und ihr gesamtes Wesen für immer etc. betrachtete, sagte ich:“Bitte, das hat mit mir zu tun, darum sage ich, dass ich ein langsames Kennenlernen bevorzuge. Es liegt nicht an dir.“ Bald zog ich mich weitgehend aus dem Yoga zurück, da ∑ich die Atmosphäre nicht ertrug.

Hätte ich damals nicht lügen sollen? War es gelogen? Es lag AUCH an mir. Ich war und bin stolz auf mich, dass ich auf mich achtete und meine Grenzen, die so oft übertreten wurden, wahrte.

Leider kannte sie kein langsames kennenlernen, kein sich aneinander herantasten, sehen, ob es passt. Sie wollte alles sofort, fordernd, oder zog sich komplett zurück. Zurück in ihre Überzeugung, dass sie niemand mochte. Zu ihrem Ende führte wohl ihr Bewusstsein, dass sie falsch auf Menschen zuging, dass sie diese wegstieß von sich, ohne erkennen zu können, wie sie es ändern könne.

Vielleicht belastet mich ihr Ende auch so, weil ich mich manchmal darin erkenne. Glaube zu erkennen, dass ich nicht wahrnehmen kann, dass ich gemocht werde. Allerdings sind es die Menschen, wo ich den Eindruck habe, sie mögen eine Oberfläche, sie mögen mich so, wie sie mich sehen wollen. Dann, wenn gemocht sein von Leuten kommt, wo ich das Gefühl nicht los werde, dass sie bis zu einem Punkt gehen, der für sie offensichtlich der Punkt ist, wie sie mich sehen mögen und nicht weiter gehen, nicht weiter sehen mögen, dann stelle ich dieses „Gemocht werden“ infrage.

Sie ist gegangen! R.i.P. … und was es mit mir macht! weiterlesen

Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen

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Fetzen zu Fremdtätern begleiten seit Jahren die therapeutische Kommunikation.

In der Adventszeit tauchen sie vermehrt aus dem Dunkel der inneren Verließe.

Österreich und seine Keller. Hatte ich auch Keller-Erfahrungen? So eine Erinnerung der letzten Tage. Es macht Angst darüber zu berichten!

Darf man sein Kind verkaufen um sich ein wenig Luxus zu ermöglichen? Habe ich für die Boote bezahlt, die es in meiner frühen Kindheit gab? Kinderprostitution, was für ein Wort? Und wieder etwas, wofür ich keine Beweise habe. Wie auch? War unter fünf Jahren, als es begann, unter vier, vielleicht sogar unter drei Jahren. Es gibt Erinnerungen dazu. Erinnerungsfetzen. Bruchstücke bloß. Durfte ich deshalb nicht in den Kindergarten gehen? Damit niemand etwas merken kann? Damit ich nichts erzählen kann? Hätte wohl eh niemand geglaubt, oder? Die Befürchtung scheint es dennoch gegeben zu haben.

In der Adventszeit tauchen sie aus den Untiefen auf. Früher schob sich ein Parallelsystem über jene Alltagspersonen, welche das restliche Jahr gute Dienste verrichten. Weggetreten, schleichend verdrängt. Es begann stets um Allerheiligen oder wenige Tage davor, wo ich begann mich zu verlieren. Es steigerte sich bis Weihnachten, wo mir das eigene Verschwinden nicht mehr bewusst war. Nur die Unruhe, der Nebel um mich herum und das Gefühl in Watte gepackt zu sein. Fremd selbst in der mir sonst bewussten Fremdheit ∑meines Lebens. Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde es leichter und verlässlich mit Ende der Weihnachtsferien machte es „plopp“ und das Parallelsystem zerplatzte wie eine Seifenblase. Als wäre es nicht gewesen, wachte ich aus dem Schleier um mich herum auf, plötzlich vom goldenen Herbst ins Neujahr katapultiert. Allein wenige schleimige Seifenspuren blieben im Bewusstsein. Eine vage Erkenntnis als Gruß bis nächsten Herbst.  Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen weiterlesen

Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit

Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele, wiewohl ich selbst ausreichend Ausgrenzungserfahrungen habe, finde ich genug Identifikation, um ihn zu teilen.

Selbst fehlt mir derzeit die Kraft etwas dazu zu verfassen. Eigenes (abgebrochenes) Studium der Politikwissenschaft hin oder her. Neben privater Schwäche, schwächen mich auch die weltpolitischen Um- und Zustände.

Herzlichen Dank, liebe Nunu, dass du in Worte gefasst hast, wozu ich derzeit nicht in der Lage bin.

Ich erinnere genau, wie ich selbst dem Abriss der Berliner Mauer mit Anfang 20 im TV folgte. Ein Besuch in der Slowakei. Betroffen von deren Armut. Jahre der Unfähigkeit irgendetwas außerhalb des eigenen Überlebens zu verfolgen, folgten. Ohnmacht, ein Trigger, der mich nun auch im Politischen einholt.

Nunu schreibt am Ende: „Wir brauchen eine menschlichere Politik. Mehr denn je.“ … Dazu ist nichts hinzuzufügen! Danke!

Ich kauf nix!

So, ich muss jetzt mal was Politisches loswerden. Als Greenpeace-Mitarbeiterin, die in der Öffentlichkeit steht, durfte ich bisher nicht dezitiert eine Partei unterstützen (ich hab mich nicht immer dran gehalten, zugegeben) – und ich verstehe das auch. Umweltschutz MUSS überparteilich sein, und die explizite Nähe zu einer bestimmten Partei kann am Weg zum Erlobbyieren eines neuen Umweltgesetzes schaden. Aber nur so nebenbei: Am Tag von Van der Bellens Wahlsieg war einer der Ersten, den ich erleichtert umarmte, mein Chef 🙂 Weil es diesmal einfach um viel mehr ging als Politstrategie: Es geht um die Wahl zwischen Vergangenheit und Zukunft, es geht darum, einen Rechtsruck im Land zu verhindern, an dessen mögliche Auswirkungen ich gar nicht denken will. Einen Mann zu verhindern, dessen Frauenbild wahrscheinlich noch verzopfter und eingestaubter ist als das meines 100-jährigen Großvaters. Daher wollte ich vor der Wahl nächsten Sonntag unbedingt noch einen brennenden Beitrag pro Van der…

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Für und an dich ❤️ ❤️ ❤️

Du hast uns gelehrt was Liebe bedeutet.

Lehrst es uns noch, jeden Augenblick, selbst wenn wir Kilometer von einander entfernt sind.

Bist in meinem Herzen für immer und immer.

Hast uns geliebt, als wir noch kaum ertrugen berührt zu werden.

Es hat dich nicht gekümmert.

Du warst einfach da, auf meinem Schoß, schmiegtest dich in meine Arme und schliefst ein, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, mir/uns nahe sein zu können.

Als wir einander das erste Mal trafen, legtest du voll Vertrauen deinen lieben Kopf in meine Hand.

Das war das Kennenlernen.

Bist „nur“ ein Tier — nein, eine Seele!

Austausch von Seele zu Seele. Von Herz zu Herz.

Sogar mit Worten.

Du verstehst was ∑ich sage, auch wenn du es nicht immer hören magst.

Lehrst uns, dass wir liebenswert sind— wir haben es noch nicht fertig gelernt!

Legst dich auf unseren Bauch, deine Pfote auf unseren Brustkorb, das verletzte Herz zu beruhigen und zu heilen.

Dabei siehst du uns an, als würdest du sagen: „Es ist gut!“ und zugleich zu fragen: „Ist es jetzt gut? Was kann ich noch für dich tun?“

Versuchst aus unseren Augen zu lesen, wie du uns helfen kannst.

Bitte geh noch nicht, außer du willst es unbedingt.

Jetzt wo du krank bist, werde ∑ich dir geben, was wir von dir gelernt haben.

Wir hoffen so sehr, dass wir ähnliche Heilkräfte für dich entwickeln können, wie du für uns.

Ein Knoten unter der Zunge, eine Entzündung, ein Tumor?! Inoperabel, egal was es ist. ¹ Oder gibt es noch eine Chance, eine Medikation, die dir helfen kann?

Hat es das gebraucht um zu zeigen, dass du das Futter so nicht magst?

Was ich seit Jahren beobachte und doch nichts änderte, da ich nur zu Urlaubszeiten mit dir leben darf .

Dass du lieber öfter fressen magst? Lieber selbständiger entscheiden?

Hätte ich etwas sagen sollen?

Gab dir Freiheiten, wenn ich da war. Das war nicht so oft im Jahr.

Und doch über die Jahre bist du mir so nahe gekommen, wie kein Lebewesen auf dieser Welt.

Hättest doch diese Nahrung einfach verweigern können!?

Hast du mit dem neuen Futter deinen Willen? Hoffentlich!

Oder liegt dir etwas anderes auf der Zunge, das du nicht loswerden konntest?

Noch nicht?

Es ist noch nicht zu spät, oder?

Liegt es an deinem sanften Wesen, dass du so vieles auf dich nimmst?

War es zuviel?

Wir Menschen sind zu unfähig dich zu verstehen, selbst wenn du es sicher tausende Male kommuniziert hast, was dich bedrückt.

Vielleicht war es auch nicht zu ändern?

Ich weiß, dass du nicht wolltest, dass ∑ich wieder heimfuhr.

Legtest dich in die Türe, um ∑mich am Abfahren zu hindern! Immer wieder.

∑Habe dir doch versprochen, dass wir wiederkommen! Jedes Mal!

Wir konnten nicht anders.

Hätten wir dich mitgenommen, wärst du in ∑meiner Wohnung krank geworden.

Dein Zuhause ist um so vieles schöner und gesünder als ∑meines!

Wäre ich geblieben, hättest du dich auch nicht wohl gefühlt.

Deine Besitzerin – richtiger, die Frau, die dich in ihr Heim eingeladen hat mit ihr zu leben und ∑ich in einem Haus.

Das geht nur für einen Tag gut, vielleicht zwei, nicht länger.

Zu unterschiedliche Charaktere und zu ähnliche Probleme.

Du magst sie doch auch?!

Selbst wenn sie mitunter zu streng ist. Auch zu sich selbst!

Ist doch viel besser geworden in den letzten Jahren?

Sie ist halt auch eine verletzte Seele.

Viel Arbeit für nur eine Samtpfote!

Zuviel für das größte Herz?

Ausgelaugt?

Am Ende?

Es gibt kein Wort das die Dankbarkeit ausdrückt, die wir für alles fühlen, das du uns bisher gegeben hast.

Hast du uns dich geschenkt?

War der Preis ein (zu) kurzes Leben?

Bleib noch ein paar Jahre bei uns, bitte!

Falls du es möchtest. Falls du es kannst.

Mögen wir Menschen verstehen und dir geben können, was dir nun gut tut, geliebter Kater!

 

1) Bitte erspart uns Kommentare über die Sterblichkeit bei Unterzungentumoren von Katzen. Wir wissen es! Aber wir glauben (aus persönlicher Erfahrung) an überraschend positive Verläufe, Spontanheilungen, Wunder und den eigenen Lebenswillen – insbesondere von Vierbeinern!

Gerne lesen wir diesbezüglich positive Erfahrungsberichte!


Der obige Text wurde daheim geschrieben. Nachdem wir am Dienstag erfuhren, dass die Antibiotika nicht nutzen und ein Verdacht auf einen Tumor besteht. Nun sind wir seit einem Tag hier beim Kater. Gestern ging es ihm ganz gut und er war aufgeweckt und war auch lange im Garten. Heute schläft er sehr viel. Generell schnurrt er kaum derzeit und sabbert viel.

Zuvor lag er auf meinem Bauch, als wir uns auf das Sofa gelegt hatten und als ich aufstehen wollte, wollte er sich nicht von uns wegbewegen. Früher reagierte er sofort, reckte sich und stand auf. Heute ganz lethargisch, sah uns an. Wir mussten ihn von uns wegschieben. Es zerreißt uns fast das Herz.

Wir bemühen uns nicht unentwegt zu weinen. Eigentlich wollten wir einige Einkäufe erledigen und auch noch ins Kieser Training fahren. ∑Ich schaffte aber nicht ihn alleine zu lassen.

Wir haben so große Angst, dass es das letzte Mal sein könnte, dass wir gemeinsam Zeit verbringen.

Don’t want to loose you, Timmi! ❤

Eine Liebe! – Wie ?

Angeregt durch Blogs die ich lese, entstand dieser Text. Eigentlich nur als Stichwortsammlung gedacht, finde ich, dass genau diese Ansammlung von Gedanken bereits etwas aussagt über das für uns Unaussprechliche.

Angst davor.
Unwissenheit welche sexuelle Orientierung.
Horror vor Sexualität generell.
Unvorstellbar ohne Ekelgefühle.
Das Wort aus dem Sprachschatz
gestrichen.
Es bleibt die Einsamkeit und eine dumpfe
Sehnsucht nach etwas, das in
unerreichbarer Ferne liegt.
In einer Ferne, die sich wohl in meinem
Leben nicht mehr ausgehen wird.
Ewiger Schmerz darüber.
Rot die Farbe der Liebe und des Blutes.
So fühlt es sich an.
Liebe ist Leid in mir.

Derealisation und Brasilien

Jetzt ist es soweit. Schon sehr lange möchte ich über meine Erfahrungen mit Joaõ de deus, dem Heiler aus Abadiania berichten. Joaõ de deus hat übrigens niemals behauptet selbst zu heilen. Es war und ist ihm immer wichtig zu betonen, dass es Gott ist, der/die/das heilt. Und mir war wichtig, dass er sich nie als Heiler hervorgetan hatte und er unentgeltlich arbeitet. Ich war damals sehr verzweifelt. ∑Ich hatte bereits so viele Jahre Therapie gemacht. Wir machten seit fast 2 Jahren regelmäßig Yoga, das uns sehr viel half, aber es ging alles so langsam voran. ∑Ich hatte bereits das 45. Lebensjahr überschritten und noch nicht gelebt, eher vegetiert. Die Schmerzen, das Leid schienen kein Ende zu nehmen. Eine endlose Quälerei. Es war mein unbändiger Lebenswille, der mich weitermachen ließ. Und nach meiner Krebserkrankung hatte ich mir selbst auch verboten mit dem Wunsch zu sterben zu kokettieren, da es zu schnell in Erfüllung gehen könnte.

2012 hatte ich dann von einer Frau die Möglichkeit bekommen, dass sie mein Foto mit nach Brasilien zu Joaõ de deus nimmt. Vielleicht kann er mir helfen. Ich dachte, dass ich nichts zu verlieren hätte. Was sollte schon geschehen. Er ist so weit weg, kann mir nichts antun, wenn er nur mein Foto hat und schlimmstenfalls wird sich wohl gar nichts ändern. Dann hatte/n ich/wir es wenigst versucht. Was dann geschah, war ein sensationeller Heilungserfolg nach dem anderen. Mein Leben wurde ein anderes. Aber der Reihe nach.

Zirka zu dem Zeitpunkt als diese Frau mein Foto dem Heiler vorlegte, war ich eben auf der Straße unterwegs. Es war ein sonniger Wintertag mit strahlend blauem Himmel. Ich merkte es nicht, denn meinen Erledigungen nachgehen kostete soviel Kraft. Unter Menschen zu sein soviel Mut. Meine gesamte Aufmerksamkeit war darauf ausgerichtet potentielle Gefahren zu erkennen und nicht allzu verrückt auf mein Umfeld zu wirken, d.h. mir nicht anmerken zu lassen, dass ich permanent erschrak durch den leisesten Windhauch. Plötzlich geschah etwas mit ∑mir, in ∑mir. Ich hielt mitten am Gehsteig inne und lenkte meinen Blick zum strahlend blauen Himmel. Mit einem Mal machte mein Herz auf und ich dachte: „Es ist ja ein schöner Tag heute.“ Es war wohl Jahrzehnte her, dass ich einen solchen Gedanken gefasst hatte. Ich war ein Kind, als ich es zuletzt gedacht hatte, in seltenen Momenten der Ruhe bei meiner Großmutter am Land. Und gleich als diese Worte in mir aufgekeimt waren, war ich erstaunt, verwundert, glücklich irritiert, dass eben dies soeben geschehen war. Es waren mittlerweile bereits Wochen vergangen gewesen, seit ich mein Foto mitgegeben hatte. Ich hatte es bereits vergessen. Wir rechneten mit keiner Veränderung — und nun das? Derealisation und Brasilien weiterlesen