Ein Abschied mit Schmerzen

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Letzte Woche kam es zu einem Eklat. Ja, es stimmt, ich wollte einen Blog bereits länger nicht mehr wirklich lesen. Ja, vielleicht bin ich ein ekelhafter, falscher Mensch. Belüge alle, spiele Dinge vor. Vielleicht ist mein freundlich sein nur aufgesetzt. Ich sehe es nicht so. Ich bemühe mich Menschen nicht zu verletzen. Aber es geht nicht niemals verletzend zu sein, auch wenn es ungewollt ist. Ich bin eben auch ein Mensch und nicht perfekt.

Ich hatte einfach tatsächlich solche Angst vor dieser Frau, die den Blog schreibt, weil ihre immer wieder so derbe Sprache bei uns soviel triggert. Und diese Angst war uns nicht bewusst. Erst seit diesem Vorkommnis, erkennen wir langsam den Hintergrund. Unser Vater, der uns enorm viel (sexualisierte und andere) Gewalt antat, hatte eine solche Sprache. Ja, es tut uns nicht gut, dies zu lesen. Ich verstehe es nicht, weshalb jemand so über Menschen schreiben oder sprechen muss. Ich verstehe auch nicht, weshalb sie so über sich selbst schreibt. Immer wieder sich selbst abwertend und verstärkend, was ihr andere immer und immer gewaltsam antaten.

Aber sie tut es und es tut uns weh, es zu lesen. Vor allem, weil sie es so möchte. Weil es ihr offenbar hilft, so zu schreiben. Viele Kommentare und auch immer wieder Debatten hatten wir in den vergangenen fast 3 Jahren dazu geführt. Sie ist so. Dabei kann sie sehr zärtlich sein. Sie kann kluge, liebevolle zarte Beiträge schreiben, die ans Herz gehen. Sie schreibt intelligente, feinfühlige Kommentare. Es irritiert uns. Es beutelt uns hin und her. Was ist gemeint? Ich jedenfalls hätte ihr schon lange nicht mehr folgen sollen. Vielleicht hätten wir ihr von Anbeginn nicht folgen sollen? Dieses hin und her gerissen werden ….. Es gibt einfach Menschen, die kann ich nicht verstehen, selbst wenn ich mich bemühe. Da ist auch dieses Gefühl es nicht richtig machen zu können. Das ließ uns nicht gehen. Es ist wie ein Rätsel, das ich glaube lösen zu müssen und nicht aufgebe, bis ich es geschafft habe. So sind wir. Oder ist es ein Versuch, die Ohnmacht zu ignorieren, wenn ich mir nicht eingestehe an einer Aufgabe zu scheitern, die ich mir stelle? Ist es Überheblichkeit zu glauben, dass ich verstehen könnte, wenn ich mich nur bemühe? Das war das Motto unserer Kindheit. War es in diesem Fall nur eine Erinnerung an die Ohnmacht unserer Kindheit; die uns diesem Blog folgen ließ? Im Grunde wissen wir bis heute nicht, wie wir in der Kindheit etwas richtig machen hätten können? War es schlicht ein ewiges Flashback diesen Blog zu lesen? Oder bloß ein Trigger? Unsere Therapeutin meint oft, dass es nicht nötig ist, alles zu verstehen, was andere Menschen bewegt. Wir versuchen das zu lernen, aber irgendwie ist es in uns, verstehen zu wollen. Das gibt uns Sicherheit.

Als wir damals ihrem Blog folgten, hatte uns ihre Herkunft, ihr Lebensweg interessiert. Und wir hatten relativ zeitgleich mit dem Bloggen begonnen. Sodass, es noch wenige Follower für mich gab und noch wenige Blogs, die ich las. Es interessierte uns also der Zusammenhang zwischen sexualisierter Gewalt an Kindern und Prostitution. Da habe ich mich wieder gefunden, in den ganz frühen Erfahrungen, als wir als Kleinkind verkauft wurden. Diese sexualisierte Gewalt, die wollten wir vielleicht verstehen dadurch. Das Milieu verstehen, verstehen, warum sich Menschen andere Menschen kaufen um sexuelle (?) Befriedigung zu erlangen. Oder was es bedeutet, dass es Männer gibt, die sich andere Menschen kaufen um über sexuelle Handlungen ihr Minderwertigkeitsgefühl und ihre eigene Ohnmacht zu vergessen, indem sie sich anderer ausgelieferter mehrheitlich Frauen und Kinder als Sexsklaven bedienen.

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Alarmierend: Zu wenig Frauenrechtswissen bei Jugendlichen

Gerade weil sich bei mir so enorm viel tut, kommen wir nicht zum berichten. Die Verlassenschaft nach meiner Großtante fordert viel Kraft und schenkt zugleich viele Erkenntnisse.

Ich freue mich darauf Zeit zu haben darüber schreiben zu können.

Inzwischen habe ich eine arlamierende E-Mail der NGO SOS-Mitmensch erhalten. Beim Wissen um Frauenrechte und deren Übertretung und wo Mädchen und Frauen Hilfe bekommen im Anlassfall besteht großer Verbesserungsbedarf!

https://www.sosmitmensch.at/action/mlr/pv?&idx=453078&cid=142&uid=56761&sid=1&cks=e69485be

Leben mit DIS#17: Mich schämen zu existieren!

Das Thema Scham spielt derzeit eine sehr große Rolle in unserem Leben. Also eine bewusst sehr große Rolle. Denn latent vorhanden und behindernd ist dieses Gefühl kontinuierlich. Es ist so sehr mit uns verbunden, dass es schon als Teil unseres Selbst, als Charaktereigenschaft von ∑mir empfunden wird.

Dass Scham generell an die Oberfläche tritt und dann noch hinterfragt werden darf, hat bereits einen Aspekt von Heilung, denn im Normalfall ist sie einfach da – von früh bis spät, 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Oder eben nicht da, denn es geht darum, sie so gut als möglich zu verstecken. Nur nichts anmerken lassen bedeutet verdrängen oder abspalten. Was vor allem im näheren Kontakt mit anderen Menschen mitunter sehr schlecht funktioniert und dann wieder einen Grund gibt, sich zu schämen. Leben mit DIS#17: Mich schämen zu existieren! weiterlesen

„Vererbte Narben“ – Doku zu Traumafolgestörungen über Generationen

Eine liebe Freundin hat mich auf eine sehr interessante Dokumentation hingewiesen, die am 2. September auf Arte lief. Ich mag sie für Betroffene wie Interessierte an den gesellschaftlichen Folgen von Kriegstraumata oder/und häuslicher Gewalt sehr empfehlen.

„Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen“

Vieles davon wusste ich bereits, da ich mich seit gut 15 Jahren mit der Thematik befasse bzw. als Kind bereits erkannte, dass die Gewalt, die ich erfuhr, nicht aus dem Nichts aufgetaucht war, sondern Zusammenhänge wahrnahm. So tat es einfach gut eine Bestätigung zu erfahren, ging uns aber auch teilweise recht nahe.

Der Film zeigt die neuesten Erkenntnisse auf diesem sehr wichtigen Gebiet auf, wie beispielsweise Traumafolgen bis in die Erbsubstanz nachweisbar sind und zwar von nachweislich nicht selbst traumatisierten Nachkommen. Wobei natürlich das Aufwachsen mit einem traumatisierten Erwachsenen bereits eine Veränderung in der Entwicklung bringen kann. Allerdings geht die Forschung weit darüber hinaus. Manche Tests befinden sich jedoch noch im Stadium von Experimenten mit Versuchsmäusen.

Oft kommt es auch zu einer Vermischung der selbst erfahrenen Traumata mit den evtl. seit Generationen weitergegebenen Leiden, die quasi als Zeug*in/e ebenso im Körper abgespeichert sind. Dies kann bis zu Albträumen gehen über Erlebnisse die Vorfahren erlebten.

Die Dokumentation ist noch bis 9. September auf Arte zu sehen, bzw. wer es nicht schafft, wurde sie dankenswerter weise auch auf YouTube hoch geladen.

Ö1 – Diagonal zum Thema: Gewalt

Nachdem ich es derzeit nicht schaffe, jene Beiträge fertig zu schreiben, die in meinem Ordner für Entwürfe liegen, hilft mir glücklicherweise mein Lieblings-Radiosender Ö1 abermals mit einer Sendung aus, die ich als Hinweis in einen Beitrag packen kann.
Ich bitte weiter um Geduld, denn eigentlich fehlt mir das Schreiben schon. 🙂
Ich bedauere, dass es mir nicht gelingt Absätze zu setzen, weshalb ist mir unerklärlich. Ich hoffe, es ist dennoch lesbar.
Diese Sendung über Gewalt aus der Sendereihe „Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen“ wurde vergangenen Samstag ausgestrahlt und ist noch bis Samstag, 17. Juni 2017 vor 17h nachzuhören unter folgendem Link:
Der Friedensforscher Werner Wintersteiner sagt in dem Beitrag ab 17:53h im Interview mit Johann Kneihs eine für mich bemerkenswerte und logische These, die ich hier deshalb transkribiere:
J.Kneihs: „Würden Sie sagen Gewalt ist Teil der menschlichen Natur?“
W. Wintersteiner: „Man kann sowohl Ja wie Nein sagen. Es kommt darauf an, was man wie definiert. Wenn man damit sagen will, der Mensch ist in diesem Sinn zur Gewalt verdammt, dass es immer Kriege geben wird, dann ist das eine Neutralisierung, die völlig wissenschaftlich unkorrekt ist. Denn selbstverständlich ist es möglich, dass die Menschen bestimmte Probleme die sie haben bewältigen. Das hat die Menschheit ja immer wieder gezeigt. Und eines der entscheidenden Phänomene in Bezug auf die Gewalt ist die institutionalisierte Gewalt des Krieges. Und diese institutionalisierte Gewalt des Krieges kann bei gutem Willen, und das ist auch eine These oder das ist auch belegt von der Friedensforschung, sie kann eingeschränkt werden und es können ja Kriege, wenn der politische Wille gegeben wäre auch abgeschafft werden als Institution – ähnlich wie die Sklaverei.
J. K.: „Werner Wintersteiner, vielen Dank für das Gespräch!“
Außer diesem interessanten Interview hat mich selbstverständlich auch jener Beitrag über häusliche Gewalt besonders interessiert. Er beginnt ab 17:39h und ich habe ihn ebenso unten hervorgehoben.
Auf der Homepage von Ö1, können die einzelnen Beiträge unter 7-Tage Ö1 am Sa, 10.6. / 17:05 h direkt angewählt werden oder auch direkt aus der Auflistung der Beiträge unten im Text.
Es lohnt allerdings durchaus die gesamte Sendung anzuhören. Wenn zwei Stunden am Stück zuviel sind, geht es eben auch auf Raten. 🙂
Triggerwarnung: Jener Beitrag um 18:26 h Faszination Gewalt: Skandinavische Krimis, TV-Serien, Computer-Games bringt einen angekündigten Beitrag einer Leseprobe von fast 2 Minuten Dauer. Von 18:27 h – 18:29 h. Diese Passage ist tatsächlich äußerst grausam und kann übersprungen werden.

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Zorn: Ein „neues“ Gefühl?! … / Erinnerungen an Psychiatrie u.a.m.

Dieser Text wurde am 3. und 4.1.2017 geschrieben und ich konnte ihn bislang nicht veröffentlichen. Er ist sehr persönlich.

Der Bericht über den Suizid von C. hat zunächst etwas Ruhe, aber vor allem viel Erschöpfung gebracht. Oder eher das Wahrnehmen der bereits vorhandenen Erschöpfung. Den Jahreswechsel haben wir dann soso la la verbracht, was wohl auch an meiner Verfassung lag.

Dann endlich wieder Therapie, die auch innerlich etwas beruhigte. Für einige Stunden. Tags darauf wieder mit Unruhe erwacht. Ausreichend Schlaf führt nicht zur Erholung.

Meine Skills zur Beruhigung wirken nur mäßig. Derzeit ist alles zu viel. Der Tod von C. triggert an so vielen Stellen zugleich. Zeitgleich mögen sich Menschen mit mir treffen. Meine Mutter nervt seit meinem Geburtstag wegen eines Treffens, wo es ohnedies nur um sie geht. Dass ich ihr bereits zwei mal sagte, dass es mir derzeit schlecht geht, kann sie nicht auffassen. So bat ich sie bereits zweimal, dass ich vor Jänner nicht kann. Aber sie macht Druck und Schuldgefühle. Wollte unbedingt ein Treffen zu Weihnachten. … „Wer weiß, ob es mich dann noch gibt, bis du kommst!“ mit leidender Stimme vorgetragen. Vermutlich scheint sie sich wieder zu sicher zu sein, dass sie mich überhaupt noch sieht. Erst wenn ich mit Kontaktabbruch drohe, ist sie bereit meine Grenzen zu achten.

Moment! DAS ist also ein Trigger: Dieses Fordern, ich möge für Mama da sein und C.’s fordern sind sich irgendwie ähnlich. Hier die Androhung des evtl. nahenden Todes und dort der Suizid. Hängen also evtl. Schuldgefühle nicht ausreichend für C. dagewesen zu sein, ihr Ende verhindern hätte zu können damit zusammen, dass es stets meine Mutter war, die jede Energie aus mir heraus saugte um ihre Speicher aufzufüllen? Mamas Bedürftigkeit und zugleich ihr Unwille irgendetwas an ihrem Leben zu ändern? Zorn: Ein „neues“ Gefühl?! … / Erinnerungen an Psychiatrie u.a.m. weiterlesen

Leben mit DIS #4: „Das will ich mir gar nicht vorstellen!“

Oder: Über die Macht der Worte!

Ein Satz, wie ein Schuß aus einer Pistole. Ein Satz, der mir seit Donnerstag mit Widerhaken im Fleisch steckt. Ein Satz der Schmerzen in uns hervorrief, den wir wirklich nicht fühlen wollten und wollen! Er verbindet einen Wimpernschlag des gesehen werdens mit der Entscheidung dieses Gesehene von sich zu weisen. Und es geht ja immer so einfach! Nicht sehen wollen oder vielmehr nicht mitfühlen wollen ist in unserer Gesellschaft eine akzeptierte und geförderte Strategie das Leben zu bewältigen. Flüchtlingsschicksale, Sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern, Kinderprostitution, Menschenhandel und wie sie alle heißen, die aktuellen Menschenrechtsverletzungen, die „Sich niemand vorstellen möchte!“ Die Liste ließe sich noch um vieles verlängern.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Bei diesem Satz handelt es sich um eine Sentenz des deutschen Philosophen Theodor W. Adorno aus dessen Minima Moralia. (zit. Wikipedia)

Um sich etwas vorstellen zu können, müssen wir fühlen können, uns selbst spüren können. Wir müssten verlernen mit dem Verstand, das von uns zu weisen, das uns unsere Empathiefähigkeit präsentiert. Wenn wir uns die Folgen all dieser Brutalität und Grausamkeit vorstellten, müssten die Politiker/innen nämlich etwas dagegen unternehmen, weil die Menschen auf die Straße gingen und einforderten, dass Taten gesetzt werden gegen die Schmerzen die sie fühlen. Dann gäbe es Druck von der Bevölkerung dem Leid ein Ende zu setzen, das die Unbeteiligten MITFÜHLEN und das im Nachvollziehen und Mitfühlen bereits solchen Schmerz erzeugt, dass es kaum zu ertragen ist! Aber sie müssten es gar nicht einfordern, denn auch die Politiker/innen könnten nicht anders als alles tun, um das Leid zu ändern, das ihnen Seelennot erzeugt.

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Gewalt gegen Kinder und die Folgen für ALLE

Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Bertholt Brecht

Ich habe dieses Zitat von Bertholt Brecht an den Beginn meines Beitrages gestellt, da es so klar darstellt, wie es überhaupt sein kann, dass so viele Kinder in allen Gesellschaften unter (sexualisierter) Gewalt, Misshandlungen, Missbrauch, Kinderhandel, Folter, Vernachlässigung etc. zu leiden haben.

Und was hat das nun mit Gewalt an Kindern in so reichen Ländern wie Österreich zu tun? Es ist eine Tatsache, dass sich selbst reiche Menschen nie als in dem Ausmaß wohlhabend fühlen, wie sie es sind, wohingegen arme Menschen sich nicht als so arm begreifen können, wie es ihr Einkommen beweist. Finanzieller Reichtum scheint ein subjektives Erleben zu sein. Solange dies so ist, wird mit moralischer Argumentation sehr wenig daran zu ändern sein, dass es in einem enormen Ausmaß Gewalt an Kindern gibt. Stets wird es eine Begründung geben, weshalb gerade jetzt nicht politisch dagegen angegangen werden kann. Es wird immer gesellschaftlich wichtigere Projekte und ökonomisch unverzichtbarere Weichenstellungen geben.

Daher halte ich diesen Beitrag auf Ö1 für wichtig, denn er zeigt eine Änderung in der Herangehensweise von Kinderschutzorganisationen.

Ich habe lange gebraucht, um meine Gewalterfahrungen in Kontext zu anderen Menschen zu setzen. Es ist emotional noch immer schwer begreiflich, dass wir viele sind mit diesem Schicksal (und damit meine ich viele Körper, denen Gewalt angetan wurde und nicht Viele in einem Körper), wenn auch in ganz unterschiedlichen Ausformungen und Stärken. Mein Verstand kann es immer wieder als Satz formulieren, aber diese kindliche Isolation, die Einsamkeit als niemand half sind so tief verankert, dass die intellektuelle Intervention noch nicht nach innen gedrungen ist.

Wäre ich also nur eine Frau weltweit, die … großes Pech … massive Gewalt als Kind erleiden musste, wäre all dies tragisch, aber kein Problem global gesehen.

Dass gegen Gewalt an Kindern nicht endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, liegt wohl auch an der Verdrängung der eigenen Gewalterfahrungen all jener, die dazu in der Lage sind. Und hätte ich in dieser Welt funktionieren können, hätte auch ich den Weg des Wegsehens gewählt. Zumindest habe ich es versucht. Schließlich haben wir es so von unseren Eltern vorgelebt bekommen und gelernt.

Die gesellschaftlichen Folgen, dass sehr viele Kinder nicht die Fürsorge und Sicherheit erhalten, die ihnen ein gedeihliches Heranwachsen ermöglichen sind nicht nur immer erneut aufflammende Krisenherde und Kriege weltweit, sondern auch enorme Kosten im Budget der einzelnen Länder und damit eine starke Belastung für die Wirtschaftsleistung aller Staaten.

Vielleicht hilft das monetäre Argument, um Kinder vor Übergriffen effizient zu schützen und so dem Ziel Weltfrieden hoffentlich auch näher zu kommen.

Die folgende Sendung ist wieder 7 Tage nachhörbar über:

http://oe1.orf.at/programm/428054

Dimensionen – die Welt der Wissenschaft

Donnerstag, 25. Februar 2016 19:05

Gefährdete Kinder: Forscher/innen berechnen die Folgen von Kindesmisshandlung und Unterernährung
Gestaltung: Madeleine Amberger

„Wenn ein Kind in einer gewalttätigen Umgebung aufwächst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es als Erwachsener nun seinerseits gewalttätig handelt“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF.

Misshandelte und missbrauchte Kinder leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser Misshandlungen. Neurowissenschaftliche Studien zeigten, dass Gewalt die Entwicklung des Gehirns sowie des Stresssystems beeinträchtigt.

Im Erwachsenenalter leiden diese Menschen nicht nur verstärkt an psychischen Problemen wie Depressionen. Sie neigen auch zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck und sterben verfrüht.

Die Hälfte aller Kinder

Eine Milliarde Kinder leiden unter Gewalt. – Das ist weltweit die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen im Alter von zwei bis 18 Jahren.

Doch es leidet nicht nur das Individuum. Gewalt gegen Kinder betrifft die ganze Gesellschaft. Menschen, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, finden weniger leicht einen Job und fallen eher aus dem Arbeitsprozess heraus. Der wirtschaftliche Schaden beträgt Milliarden.

„Früher dominierten in der Debatte warum man nicht untätig zuschauen dürfe, wie so viele Kinder weltweit misshandelt, vernachlässigt und missbraucht werden, moralische Argumente. Jetzt wird mit den Kosten argumentiert“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF. Denn eine Investition in Vorsorge ist kostengünstiger als die Opfer zu behandeln. Genauso verhält es sich bei der Prävention von Gewalt gegen Kinder.

Wie teuer kommt Gewalt gegen Kinder?

Forscher am Overseas Development Institute in Großbritannien haben berechnet, dass der globale wirtschaftliche Schaden durch die Folgen von psychologischer, sexueller und physischer Gewalt an Kindern sieben Billionen Dollar beträgt. Investition in Prävention, so die Forscher, käme deutlich billiger.

Deborah Fry ist Expertin für öffentliche Gesundheit an der University of Edinburgh in Schottland. Sie veröffentlichte 2015 eine Studie über die Situation der Kinder in Asien. Das Fazit der Studie: Gewalt gegen Kinder ist in jeder ostasiatischen Gesellschaft weit verbreitet. – Wenn auch in verschiedenen Ausprägungen.

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Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1

Habe heute im Radio auf Ö1 einen Beitrag gehört, den ich trotz meines rudimentären Blogs unbedingt teilen möchte und ich mache es mir einfach und habe die Beschreibung von der Ö1 Homepage kopiert. Die Sendung ist ab heute noch 7 Tage über den Link nachzuhören oder auf

http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=427519&load_day=/programm/konsole/tag/20160214

Die Sendung dauert nur ca. 20 Minuten.

Motive – Glauben und Zweifeln

Sonntag, 14. Februar 2016 19:05

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge
2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

 

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge

Die sexuellen Übergriffe zahlreicher Männer in der Silvesternacht in Köln haben wochenlange Debatten nach sich gezogen. Augenzeugen und Opfer haben ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen. Auch Flüchtlinge sollen unter ihnen gewesen sein. Die Wogen sind daraufhin hoch gegangen und gerade in den Tagen vor dem Höhepunkt des Karnevals, des Faschings, war die Anspannung, vor allem in deutschen Städten, groß.
Welche Rollenbilder haben die Menschen geprägt, die nach Österreich flüchten? Inwiefern sind sie im Islam verwurzelt? Sind sie kompatibel mit den viel zitierten „westlichen Werten“? Kerstin Tretina hat mit Feministinnen, Religionswissenschaftlerinnen, Soziologen, Flüchtlingsbetreuerinnen und nicht zuletzt Flüchtlingen über die Frage gesprochen: Welche Frauenbilder bringen Flüchtlinge mit? – Gestaltung: Kerstin Tretina

2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

Gisela Ebmer ist evangelisch-reformierte Theologin und Religionspädagogin. In ihrem Kommentar beleuchtet sie das Faktum, dass schon vor Jahrtausenden sexuelle Gewalt gegen Frauen im eigenen Familienkreis totgeschwiegen wurde. Nachzulesen in der Bibel, wo ein Fall in den höchsten Kreisen – in der Familie König Davids – unter den Teppich gekehrt wurde. Und allzu oft passiert das noch heute.
Moderation: Martin Gross

Ich mag an Ö1 die differenzierte Berichterstattung. So auch in diesem Beitrag. Nicht alle Muslime oder Flüchtlinge, die in den letzten Monaten nach Europa kamen haben ein rückständiges Frauenbild, aber dennoch sagte z.B. ein junger Mann aus Afghanistan, dass Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1 weiterlesen