Alarmierend: Zu wenig Frauenrechtswissen bei Jugendlichen

Gerade weil sich bei mir so enorm viel tut, kommen wir nicht zum berichten. Die Verlassenschaft nach meiner Großtante fordert viel Kraft und schenkt zugleich viele Erkenntnisse.

Ich freue mich darauf Zeit zu haben darüber schreiben zu können.

Inzwischen habe ich eine arlamierende E-Mail der NGO SOS-Mitmensch erhalten. Beim Wissen um Frauenrechte und deren Übertretung und wo Mädchen und Frauen Hilfe bekommen im Anlassfall besteht großer Verbesserungsbedarf!

https://www.sosmitmensch.at/action/mlr/pv?&idx=453078&cid=142&uid=56761&sid=1&cks=e69485be

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„Vererbte Narben“ – Doku zu Traumafolgestörungen über Generationen

Eine liebe Freundin hat mich auf eine sehr interessante Dokumentation hingewiesen, die am 2. September auf Arte lief. Ich mag sie für Betroffene wie Interessierte an den gesellschaftlichen Folgen von Kriegstraumata oder/und häuslicher Gewalt sehr empfehlen.

„Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen“

Vieles davon wusste ich bereits, da ich mich seit gut 15 Jahren mit der Thematik befasse bzw. als Kind bereits erkannte, dass die Gewalt, die ich erfuhr, nicht aus dem Nichts aufgetaucht war, sondern Zusammenhänge wahrnahm. So tat es einfach gut eine Bestätigung zu erfahren, ging uns aber auch teilweise recht nahe.

Der Film zeigt die neuesten Erkenntnisse auf diesem sehr wichtigen Gebiet auf, wie beispielsweise Traumafolgen bis in die Erbsubstanz nachweisbar sind und zwar von nachweislich nicht selbst traumatisierten Nachkommen. Wobei natürlich das Aufwachsen mit einem traumatisierten Erwachsenen bereits eine Veränderung in der Entwicklung bringen kann. Allerdings geht die Forschung weit darüber hinaus. Manche Tests befinden sich jedoch noch im Stadium von Experimenten mit Versuchsmäusen.

Oft kommt es auch zu einer Vermischung der selbst erfahrenen Traumata mit den evtl. seit Generationen weitergegebenen Leiden, die quasi als Zeug*in/e ebenso im Körper abgespeichert sind. Dies kann bis zu Albträumen gehen über Erlebnisse die Vorfahren erlebten.

Die Dokumentation ist noch bis 9. September auf Arte zu sehen, bzw. wer es nicht schafft, wurde sie dankenswerter weise auch auf YouTube hoch geladen.

„lebendig werden …“ in Zeitschrift an.schläge VI/2017

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Ich fühle mich geehrt. Heißt es. Tue ich es? Gerade eben stresst es mich. Eigentlich freue ich mich sehr. Aber dann sind da noch ∑meine Ansprüche. Jene Ansprüche, die so hoch sind, wie meine Therapeutin uns immer wieder vermitteln versucht und dabei lächelt, weil wir es wieder einmal mit einer Handbewegung vom Tisch wischen. „So bin ich!“, heißt es dann aus unserem Mund. Und wir lachen mittlerweile mit ihr.

Aber jetzt? Was tun?

Worum es geht?

Unser Blog wird in der aktuellen Ausgabe der feministischen Zeitschrift an.schläge VI/2017 erwähnt. ∑Mein Blog als Lese-Empfehlung in einer Printausgabe eines Magazins. Hui, das ist etwas gaaanz Großes für uns.

Am Blog der an.schläge ein Einblick – Bloggen gegen das Tabu.

Ja genau, darum geht es uns – auch. Als wir gefragt wurden, ob das für uns in Ordnung ist, ob wir das wollen, wurden wir auch nach einem Begleittext gefragt, den wir verfassen können. Haben wir auch getan und erbaten uns den Artikel vor der Veröffentlichung lesen zu dürfen. Das gehört so. Also, wir wollten doch wissen, in welchem Zusammenhang wir da genannt werden. Wir gaben unser o.k. – was sonst.

In der erwähnten Ausgabe der an.schläge gibt es den Themenschwerpunkt Psyche & Gesundheit und in Rahmen dessen wird unter anderem dieser Blog vorgestellt.

Wir kennen die Zeitschrift aus unserer aktiveren feministischen Zeit. Es war jene Zeit vor unserer Krebs Erkrankung in der wir die erfahrene Gewalt heilen wollten, indem wir uns für ein Ende der Gewalt in der Gesellschaft über feministisches Engagement einsetzten. Bloß nicht an dem inneren Schmerz anstreifen. Abspalten half und im Kopf bleiben. Nur nicht zuviel fühlen. Denken ging besser, aber nicht gut genug. Unsere mangelnde Konzentrationsfähigkeit durch Flashbacks und Traumafolgen, sowie die Einführung von Studiengebühren zwangen uns zunächst unser Studium der Politikwissenschaft und Frauenforschung abzubrechen. Das war ein außerordentlich schmerzlicher Schritt. Davor hatten wir bereits um Berufsunfähigkeitspension ansuchen müssen. Dann kam die körperliche Krankheit und mit ihr das zurückgeworfen werden auf das verdrängte innere Leid. Seit der Krebs-Diagnose sind über elf Jahre vergangen und unser Leben hat sich in vielen Bereichen geändert. Ich bin feministischem Denken weiterhin verbunden und teile die Linie dieses Magazins. Zudem erwacht mit zunehmender Genesung auch wieder mein Wunsch nach politischem Engagement. Hinsichtlich Krebs gelte ich als geheilt, bzgl. Traumafolgen hat sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert. „lebendig werden …“ in Zeitschrift an.schläge VI/2017 weiterlesen

Resilienz – Ö1 Radiokolleg

Heute gebe ich einen Hinweis auf interessante Folgen des Radiokollegs.

Diese Woche gab es von 15.5 – 18.5. Sendungen zum Thema Resilienz – wie kann Widerstand gegen psychischen Stress evtl. auch wieder erlernt werden, wenn sie als Kind durch unterschiedlichste widrige Umstände nicht erworben werden konnte.

Die Sendereihe ist noch jeweils 7 Tage nachzuhören. Der erste Teil ist also noch bis Montag 9h vormittag bzw. als Wiederholung abends bis 22h anzuhören usf. für alle weiteren Teile Dienstag bis Donnerstag.

Hier geht es zur Ö1 – Homepage zum 1. Teil

Gummiringerl auf einer Hand
ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Hier die Begleittexte zur Sendereihe, die sich leider etwas wiederholen, dennoch auch andere Aspekte anreißen, sowie weiterführende Literatur und Links:

Daran wachsen -Resilienz

Jeder zehnte Mitteleuropäer erkrankt an psychischen Störungen. Jeder zweite fühlt sich gestresst. Der Preis für unsere globalisierte Gesellschaft ist hoch. Die Arbeitsausfälle durch psychische Erkrankungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Wie lernen wir, mit Stress besser umzugehen? Und: Warum stecken manche Menschen extreme Belastungen anscheinend mühelos weg? Resilienz: die psychische Widerstandskraft eines Menschen beschäftigt darum weltweit zahlreiche Forscherteams.

Schutzfaktoren lassen sich gezielt erlernen

Innere Stärke entwickeln und äußere Unterstützung erhalten sind zwei Grundpfeiler im Konzept der Resilienz – Förderung, die Armutsforscherin Margherita Zander entworfen hat. Ihr Anliegen ist es, sogenannte Hochrisikokinder zu fördern. Als dritte Säule nennt sie die Fähigkeit, Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Diese Schutzfaktoren lassen sich gezielt lehren und erlernen.

Krisen zum Guten wenden

Resilienz heißt nicht, Krisen zu vermeiden. Resilienz bedeutet, Krisen zu bewältigen und sie zum Guten zu wenden. Eine realistische Selbsteinschätzung und das Vertrauen, aktiv ein Problem lösen zu können, sind hier entscheidend. Die Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, das eigene Verhalten und das von anderen zu interpretieren. Die Psychotherapeutin Svenja Taubner vom Universitätsklinikum Heidelberg bezeichnet diese Technik als Mentalisieren.

Das Gefühl, Teil eines sinnvollen Ganzen zu sein, ist ein wesentlicher Faktor für die psychische Widerstandskraft. Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky wählte dafür in den 1970er Jahren den Begriff der Kohärenz. Einen Sinn im Leben sehen, seinen Handlungen Orientierung geben und sich als selbstwirksam zu erleben sind Voraussetzungen, um schwierige Situationen zu meistern.

Ein aktiver Vorgang und ständiger Lernprozess

Was zeichnet Menschen aus, die Stress besser aushalten? Wie reagiert ihr Gehirn? Das sind Fragen, die aktuell am Mainzer Resilienz-Zentrum gestellt werden. Wissenschaftler wie Raffael Kalisch und Klaus Lieb untersuchen neuronale Prozesse, die bei widerstandsfähigen Personen besonders aktiv sind. Auf Basis dieser Forschungen sollen Lernprogramme entwickelt werden, die Resilienz fördern und Menschen Krisen besser bewältigen lassen.

Der Psychoneuroimmunologe Christian Schubert vom Universitätsklinikum Innsbruck hat die Wechselwirkung zwischen Immunsystem und psychischer Gesundheit untersucht. Sein Fazit: Menschen, die ihre Lebensziele umsetzen können, sind gesünder. Vertrauen, Geborgenheit und Zuversicht sind das Rüstzeug, um flexibel auf Krisen zu reagieren und sich trotz schwieriger Lebensumstände zu behaupten.

Radiokolleg – Resilienz

 Was die Seele stark macht. Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

Jeder zehnte Mitteleuropäer erkrankt an psychischen Störungen. Jeder zweite fühlt sich gestresst. Der Preis für unsere globalisierte Gesellschaft ist hoch. Die Arbeitsausfälle durch psychische Erkrankungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Woran leiden die Menschen? Was macht sie schwach, was macht sie stark?

Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky prägte bereits in den 1970er Jahren den Begriff der Salutogenese. Er untersuchte Faktoren, die Menschen widerstandsfähiger machen. Kohärenz, das Gefühl, Teil eines sinnvollen Ganzen zu sein, Autonomie und das Gefühl der Selbstwirksamkeit, gehören dazu. Lässt sich das erlernen?

Am Deutschen Zentrum für Resilienzforschung in Mainz untersuchen Wissenschafter/innen die neuronalen Prozesse, die bei widerstandsfähigen Personen besonders aktiv sind. Das Ziel ist es, auf Basis dieser Forschungen Lernprogramme zu entwickeln, die Resilienz fördern und Menschen darin stärken, Krisen besser zu bewältigen. Aus Sicht der Psycholog/innen sind Beziehung, Vertrauen, Geborgenheit und Zuversicht die Grundpfeiler des psychischen Wohlbefindens. Sie sind das Rüstzeug, um flexibel und kreativ auf Krisen zu reagieren und sich trotz widriger Lebensbedingungen zu behaupten.

Die Armutsforscherin Margherita Zander hat jene Schutzfaktoren untersucht, mit denen sich risikogefährdete Kinder am besten fördern lassen. Ihr Konzept basiert auf der bewussten Unterstützung durch Pädagog/innen. Mit ihnen bauen die Kinder eine Beziehung auf, durch sie erwerben sie Selbstbewusstsein. Sie lernen, ihr Leben zielorientiert zu planen. Resilienz bedeutet aber auch, sich der eigenen Gefühle bewusst zu werden und Affekte regulieren zu lernen.

Die Schweizer Psychoanalytikerin Margit Koemeda-Lutz hat dafür den Begriff der Intelligenten Emotionalität geprägt. Denn im Bewusstsein des eigenen Erlebens lässt sich eine innere Balance finden, die Kraft gibt.

Christian Schubert, Madleine Amberger: Was uns krank macht, was uns heilt. Aufbruch in eine neue Medizin, Verlag fischer & gann 2016
Rolf Göppel, Margherita Zander: Resilienz aus der Sicht der betroffenen Subjekte.Die autobiografische Perspektive, Verlag Beltz Juventa 2017
Margit Koemeda-lutz: Intelligente Emotionalität. Vom Umgang mit unseren Gefühlen, Verlag Kohlhammer 2009
Raffael Kalisch: Der resiliente Mensch. Wie wir Krisen erleben und bewältigen, Berlin Verlag 2017

Deutsches Resilienz Zentrum
Hemayat
Institut für Psychosoziale Prävention Universität Heidelberg
Christian Schubert
Margherita Zander

RESILIENZ. Was die Seele stark macht. Ein Hörbuch der Ö1 Sendereihe Radiokolleg von Margarethe Engelhardt-Krajanek, erhältlich im ORF Shop im Internet.

Zur aktuellen Sendung dieser Serie

Ich wünsche allen schöne und lehrreiche Tage. 🐛 🦋 🍀

Ist es erlaubt von schwersten Gewaltfolgen zu genesen?

Welche Frage stelle ich hier? Ich meine dies jedoch absolut ernst. Die Schwierigkeiten die eine Genehmigung der Psychotherapie für Opfer schwerster, auch sexualisierter Gewalt beginnend im Kleinkindalter macht, brachte mich zu dieser suggestiven Frage. Natürlich, wer bitte könne mir verbieten zu genesen. Verbieten nicht, aber sehr erschweren bis unmöglich machen.

Auslöser für diesen Beitrag ist ein Albtraum der mich quälte. Die Überlegung, welche Botschaft mir mein Unterbewusstsein senden wollte, welche Bedeutung darin verborgen wäre, brachte mich zur Titelfrage.

Ich merke mir meine Träume kaum. Eigentlich weiß ich bloß dass ich geträumt habe, wenn ich vor Schrecken erwache oder wie heute vom Wecker aus einem Traum gerissen werde.

Ich träumte, dass ich in einer Wiener Amtsstube sitze. Eine jener Amtsstuben, die wohl seit 50 Jahren nicht mehr saniert wurden, mit wenig einladendem Mobiliar. Solche Ämter gibt es immer weniger, aber sie existieren nach wie vor. Vor mir eine Person bei der nicht auszumachen ist, ob sie weiblich oder männlich ist, die mich wegen meiner Traumafolgestörung DIS befragt. Unisex Kleidung und sie könnte mir ähnlich sehen. Die Befragung oder soll ich es Verhör nennen, denn es glich eher einer Beschuldigung oder dem Versuch mich einer verbrecherischen Handlung zu überführen, findet wie folgt statt.

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Nachrichten, Trigger: Und dann?

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Vieles wäre zu schreiben.

Ich schweige.

Zu voll der Kopf, keine Zeit zu verarbeiten, das Herz zu schwer.

Tränen – Nizza, Türkei, Würzburg, München, Kabul in kaum mehr als einer Woche.

Zu viel Mord und Gewalt in zu kurzer Zeit.

Diktaturen und Gewaltregime andernorts zur Selbstverständlichkeit mutiert.

Häusliche Gewalt schwielt täglich im Verborgenen.

Ein sonniger Sommertag. Blauer Himmel und grüne Blätter vor dem Fenster.

Die Sonne lacht dem Wahnsinn ins Gesicht.

Wohin entwickelt sich die Gesellschaft in der ich lebe?

Bin ein Teil davon.

Telefonieren und  Sprechen zu Gott, was mir am Herzen liegt.

Bitte um Hilfe für Menschen in Not.

Seelische Not und andere.

Meditation.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen.

Zur Ruhe kommen.

Musik, Yoga, welch Glück all diese Möglichkeiten zu haben.

 

 

Der Plastikstrand oder: Wie wir uns selbst vergiften.

Off topic?

Ufert es aus, wenn ich es als Gewalt gegen mich/uns selbst bezeichne, die wir eben auch vererbt bekamen, wie wir unsere Natur und damit auch uns selbst vergiften?

Dieser Beitrag trifft mich tief, weil ich wohl in letzter Zeit immer mehr über Zero Waste lese und dachte, o.k. ich hab andere Sorgen. Ich kann mich ja nicht um alles kümmern.

Das Zitat von Thodor W. Adorno

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen!“,

gilt wohl auch in diesem Fall. Kann ich glücklich werden und heilen, wenn ich nicht über jene Probleme hinausgehe, die mein Leben so bestimmten und ich glücklicherweise so weit genesen zu sein scheine, dass ich Kraft für den Blick über meinen eigenen Tellerrad habe?

Wo beginnt die als Kinder gelernte Gewalt gegen uns selbst und wo hört sie auf?

Ich möchte hier niemals Vergewaltigungen gegen Kinder und Folter beschönigen. Niemals! Dazu weiß ich zu genau, wie groß das Leid ist – über Jahrzehnte, vielleicht lebenslang. Aber ich frage mich, ginge diese Gewalt in einer Welt, in der die Menschheit die Natur und letztendlich sich selbst liebt und respektiert? Ist es nicht ein globales System der Gewalt, das in einander greift und Übergriffe gegen andere Wesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Ökosystem) so erst ermöglicht?

Bitte lest den verlinkten Artikel und seht die Fotos, die zum nachdenken (umdenken?) anregen, die mich dazu brachten den Beitrag auf meinem Blog zu teilen.

Ich kauf nix!

Was ich heute gesehen habe, wird mich wohl noch lange verfolgen. Überschattet davon, was derzeit auf der Welt so passiert und von ziemlichem Schlafmangel war meine Laune sowieso schon eher mau, als wir zur sogenannten Freedom Insel am Rand von Manila fuhren. Diese Freedom Insel war mal ein Naherholungsgebiet, schöne Strände, wunderbare und fürs Ökosystem lebenswichtige Mangrovenwälder. In Manila gibt es das Sprichwort, dass die Stadt zwei Flughäfen hat, einen für die Menschen, den anderen – Freedom Island – für die vielen Zugvögel, die auf ihrer Reise in den Süden hier Station machen. Doch die Strömungen, kommend von der Manila Bay, hatten da was dagegen. Was ich dort sah, brachte mich zum Heulen.

Unglaublich viel Mist, und so gut wie ALLES aus Plastik. Unzählige Verpackungen, Strohhalme, Plastiksackerl in unterschiedlichen Stadien der Verwesung. Neben mir sagte dann plötzlich der Kampagnendirektor von Story of Stuff: „Ach, ich bin jetzt das dritte Jahr hier…

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Gewalt gegen Kinder und die Folgen für ALLE

Erst kommt das Fressen, dann die Moral

Bertholt Brecht

Ich habe dieses Zitat von Bertholt Brecht an den Beginn meines Beitrages gestellt, da es so klar darstellt, wie es überhaupt sein kann, dass so viele Kinder in allen Gesellschaften unter (sexualisierter) Gewalt, Misshandlungen, Missbrauch, Kinderhandel, Folter, Vernachlässigung etc. zu leiden haben.

Und was hat das nun mit Gewalt an Kindern in so reichen Ländern wie Österreich zu tun? Es ist eine Tatsache, dass sich selbst reiche Menschen nie als in dem Ausmaß wohlhabend fühlen, wie sie es sind, wohingegen arme Menschen sich nicht als so arm begreifen können, wie es ihr Einkommen beweist. Finanzieller Reichtum scheint ein subjektives Erleben zu sein. Solange dies so ist, wird mit moralischer Argumentation sehr wenig daran zu ändern sein, dass es in einem enormen Ausmaß Gewalt an Kindern gibt. Stets wird es eine Begründung geben, weshalb gerade jetzt nicht politisch dagegen angegangen werden kann. Es wird immer gesellschaftlich wichtigere Projekte und ökonomisch unverzichtbarere Weichenstellungen geben.

Daher halte ich diesen Beitrag auf Ö1 für wichtig, denn er zeigt eine Änderung in der Herangehensweise von Kinderschutzorganisationen.

Ich habe lange gebraucht, um meine Gewalterfahrungen in Kontext zu anderen Menschen zu setzen. Es ist emotional noch immer schwer begreiflich, dass wir viele sind mit diesem Schicksal (und damit meine ich viele Körper, denen Gewalt angetan wurde und nicht Viele in einem Körper), wenn auch in ganz unterschiedlichen Ausformungen und Stärken. Mein Verstand kann es immer wieder als Satz formulieren, aber diese kindliche Isolation, die Einsamkeit als niemand half sind so tief verankert, dass die intellektuelle Intervention noch nicht nach innen gedrungen ist.

Wäre ich also nur eine Frau weltweit, die … großes Pech … massive Gewalt als Kind erleiden musste, wäre all dies tragisch, aber kein Problem global gesehen.

Dass gegen Gewalt an Kindern nicht endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, liegt wohl auch an der Verdrängung der eigenen Gewalterfahrungen all jener, die dazu in der Lage sind. Und hätte ich in dieser Welt funktionieren können, hätte auch ich den Weg des Wegsehens gewählt. Zumindest habe ich es versucht. Schließlich haben wir es so von unseren Eltern vorgelebt bekommen und gelernt.

Die gesellschaftlichen Folgen, dass sehr viele Kinder nicht die Fürsorge und Sicherheit erhalten, die ihnen ein gedeihliches Heranwachsen ermöglichen sind nicht nur immer erneut aufflammende Krisenherde und Kriege weltweit, sondern auch enorme Kosten im Budget der einzelnen Länder und damit eine starke Belastung für die Wirtschaftsleistung aller Staaten.

Vielleicht hilft das monetäre Argument, um Kinder vor Übergriffen effizient zu schützen und so dem Ziel Weltfrieden hoffentlich auch näher zu kommen.

Die folgende Sendung ist wieder 7 Tage nachhörbar über:

http://oe1.orf.at/programm/428054

Dimensionen – die Welt der Wissenschaft

Donnerstag, 25. Februar 2016 19:05

Gefährdete Kinder: Forscher/innen berechnen die Folgen von Kindesmisshandlung und Unterernährung
Gestaltung: Madeleine Amberger

„Wenn ein Kind in einer gewalttätigen Umgebung aufwächst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es als Erwachsener nun seinerseits gewalttätig handelt“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF.

Misshandelte und missbrauchte Kinder leiden ein Leben lang unter den Folgen dieser Misshandlungen. Neurowissenschaftliche Studien zeigten, dass Gewalt die Entwicklung des Gehirns sowie des Stresssystems beeinträchtigt.

Im Erwachsenenalter leiden diese Menschen nicht nur verstärkt an psychischen Problemen wie Depressionen. Sie neigen auch zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck und sterben verfrüht.

Die Hälfte aller Kinder

Eine Milliarde Kinder leiden unter Gewalt. – Das ist weltweit die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen im Alter von zwei bis 18 Jahren.

Doch es leidet nicht nur das Individuum. Gewalt gegen Kinder betrifft die ganze Gesellschaft. Menschen, die in ihrer Kindheit misshandelt wurden, finden weniger leicht einen Job und fallen eher aus dem Arbeitsprozess heraus. Der wirtschaftliche Schaden beträgt Milliarden.

„Früher dominierten in der Debatte warum man nicht untätig zuschauen dürfe, wie so viele Kinder weltweit misshandelt, vernachlässigt und missbraucht werden, moralische Argumente. Jetzt wird mit den Kosten argumentiert“, sagt Susan Bissell von der UNO-Kinderorganisation UNICEF. Denn eine Investition in Vorsorge ist kostengünstiger als die Opfer zu behandeln. Genauso verhält es sich bei der Prävention von Gewalt gegen Kinder.

Wie teuer kommt Gewalt gegen Kinder?

Forscher am Overseas Development Institute in Großbritannien haben berechnet, dass der globale wirtschaftliche Schaden durch die Folgen von psychologischer, sexueller und physischer Gewalt an Kindern sieben Billionen Dollar beträgt. Investition in Prävention, so die Forscher, käme deutlich billiger.

Deborah Fry ist Expertin für öffentliche Gesundheit an der University of Edinburgh in Schottland. Sie veröffentlichte 2015 eine Studie über die Situation der Kinder in Asien. Das Fazit der Studie: Gewalt gegen Kinder ist in jeder ostasiatischen Gesellschaft weit verbreitet. – Wenn auch in verschiedenen Ausprägungen.

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Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1

Habe heute im Radio auf Ö1 einen Beitrag gehört, den ich trotz meines rudimentären Blogs unbedingt teilen möchte und ich mache es mir einfach und habe die Beschreibung von der Ö1 Homepage kopiert. Die Sendung ist ab heute noch 7 Tage über den Link nachzuhören oder auf

http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=427519&load_day=/programm/konsole/tag/20160214

Die Sendung dauert nur ca. 20 Minuten.

Motive – Glauben und Zweifeln

Sonntag, 14. Februar 2016 19:05

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge
2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

 

1. Die verwirrende Freiheit im Westen – Frauenbilder der Flüchtlinge

Die sexuellen Übergriffe zahlreicher Männer in der Silvesternacht in Köln haben wochenlange Debatten nach sich gezogen. Augenzeugen und Opfer haben ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft gewesen. Auch Flüchtlinge sollen unter ihnen gewesen sein. Die Wogen sind daraufhin hoch gegangen und gerade in den Tagen vor dem Höhepunkt des Karnevals, des Faschings, war die Anspannung, vor allem in deutschen Städten, groß.
Welche Rollenbilder haben die Menschen geprägt, die nach Österreich flüchten? Inwiefern sind sie im Islam verwurzelt? Sind sie kompatibel mit den viel zitierten „westlichen Werten“? Kerstin Tretina hat mit Feministinnen, Religionswissenschaftlerinnen, Soziologen, Flüchtlingsbetreuerinnen und nicht zuletzt Flüchtlingen über die Frage gesprochen: Welche Frauenbilder bringen Flüchtlinge mit? – Gestaltung: Kerstin Tretina

2. Gewalt gegen Frauen – Seit Jahrtausenden verschwiegen

Gisela Ebmer ist evangelisch-reformierte Theologin und Religionspädagogin. In ihrem Kommentar beleuchtet sie das Faktum, dass schon vor Jahrtausenden sexuelle Gewalt gegen Frauen im eigenen Familienkreis totgeschwiegen wurde. Nachzulesen in der Bibel, wo ein Fall in den höchsten Kreisen – in der Familie König Davids – unter den Teppich gekehrt wurde. Und allzu oft passiert das noch heute.
Moderation: Martin Gross

Ich mag an Ö1 die differenzierte Berichterstattung. So auch in diesem Beitrag. Nicht alle Muslime oder Flüchtlinge, die in den letzten Monaten nach Europa kamen haben ein rückständiges Frauenbild, aber dennoch sagte z.B. ein junger Mann aus Afghanistan, dass Tabu Gewalt gegen Frauen – nachhören auf Ö1 weiterlesen