Wenn die Gefühle zurückkommen

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben leichter und schwieriger zugleich.

Früher war es praktisch, einfach ein Gefühl abspalten und den Alltag fast wie ein Roboter weiter zu erledigen.

Wenn Gefühle zurückkommen, erkenne ich das Ausmaß des Erlittenen ebenso, wie ganz langsam die Kraft, die in mir wohnt.

Früher war das Leben wie ein Film, der vor unseren Augen ablief. Nahezu täglich verwundert darüber was das ganze soll, was der Tag mir liefert. Es hatte gefühlt nichts mit mir zu tun und doch war dieses Leben alles, was ich damals hatte.

Wenn Gefühle zurückkommen lässt sich die Perfektion nicht mehr aufrecht erhalten. Es gelingt nicht mehr Tränen zu stoppen, weil das Geschirr gespült werden muss. Mitunter gelingt es nicht einmal mehr die Post zu öffnen. Vor weniger als 10 Jahren hätte ich Personen verachtet, die sich so wenig in Griff haben.

Früher war ich einsam, weil ich andere Menschen nur im Kopf fühlen konnte. Wie fühle ich im Kopf? Ich bekam von irgendeinem Innenwesen Informationen darüber, wie sich jemand anfühlt. Ich spürte das Gegenüber nicht. Alle Menschen – Männer viel mehr als Frauen – erschreckten uns enorm. In schlechten Phasen ist unsere Angst vor Männern auch heute noch enorm. In guten Phasen ertrage ich sie und es gibt sogar Männer mit denen ich quasi befreundet bin und lerne zu widersprechen. Ein enormes Wagnis, das meist nur am Telefon gelingt. Da bin ich in Sicherheit vor potentieller körperlicher Gewalt, die ich demjenigen, den ich vor allem meine niemals zutraue.

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben schwieriger, weil es noch unplanbarer erscheint aber einfacher, weil die Distanz zu den Mitmenschen sich verringert. Leute, die nicht automatisch im Alltag dissoziiert sind, können uns besser wahrnehmen und wir sie und öfters sogar intuitiv reagieren UND bei uns bleiben. Kommunikation wird so erst wirklich möglich – im Moment.

Wenn Gefühle zurückkommen glaube ich zu ahnen, wie ein Leben ohne DIS sein könnte, wie Personen ohne DIS die Umwelt wahrnehmen könnten. Eine interessante Lernerfahrung.

Wir / Ich lerne weiter.

 

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Höhenflug: nicht hoch genug?

Und wieder ein Albtraum. Es ist der dritte Traum in kurzen Intervallen. Ungewöhnlich für uns.

Wir träumten von einem Flugzeugabsturz, oder eigentlich gar keinem Absturz, denn noch bevor es dazu nahezu zwingend kommen musste, fuhr ich erschrocken hoch und war munter.

Aber der Reihe nach.

In dem Traum sitze ich in einem Linienflugzeug. Ich weiß nicht wohin ich fliegen möchte, aber ich beobachte mit großem Unbehagen, dass der/die Pilot_in zwischen der Häuserflucht durchfliegt. Viel zu nahe an hohen Gebäuden. Alles irreal, denn wir sind nicht so niedrig, dass hier schon Gebäude wären. Dennoch sind sie da. Diese Bauwerke sind zwar hoch, aber keine Wolkenkratzer. Ich merke nur, dass wir uns immer wieder mit viel zu hoher Geschwindigkeit den Häusern nähern, dass eine Kollision unumgänglich erscheint. Und tatsächlich streift der Korpus des Flugzeuges eine Fassade nahe meines Fensterplatzes. Auch das ist im Wachzustand real so gar nicht möglich, denn um dies zu ermöglichen hätte davor ein Tragflügel abreißen müssen und bereits das hätte zu einem Absturz geführt.

Mir ist übel vor Angst, dennoch ist im Passagierraum alles ruhig. Keine aufgeregten Reisenden, keine Panik. Ich realisiere die anderen Menschen auch gar nicht. Ich überlege mir die Augen zuzuhalten, damit ich nicht sehen muss, wie gefährlich dieser Flug ist. Dann denke ich, warum bitte fliegen wir denn so tief? Warum wird die Maschine nicht in die Höhe gerissen?

Da geschieht das Unausweichliche, das aber auch irreal ist. Von einem Haus bricht ein großes Stück Fassade ab. Und es stürzt nicht zu Boden, sondern schwebt ähnlich einem riesigen Meteoriten, als wären wir im Weltall von aller Schwerkraft befreit auf das Flugzeug zu und schlägt in die Passagierkabine ein. Viele Sitze vor mir, da ich recht weit hinten sitze. Ich spüre den Luftzug und versuche mich erst jetzt anzuschnallen, um nicht hinausgeschleudert zu werden. Es gelingt mir/uns. In der ganzen Maschine nehme ich keine Menschen wahr. Weder Passagiere noch Flugbegleiter_innen. Aber ich nehme auch nicht wahr, ob ich vielleicht alleine hier bin. Ich denke nicht, denn beim Gedanken an das nun vorhandene Loch in der Kabine, bin ich froh, dass es nicht mich getroffen hatte, die ich auf derselben Seite saß. Ich überlege, dass diese Menschen jetzt wohl tot sind. Noch immer gespenstische Stille. Höhenflug: nicht hoch genug? weiterlesen

Leben mit DIS #3: Hohe Frustrationstoleranz

Hohe Frustrationstoleranz wurde mir stets attestiert. Anscheinend gilt sie bloß im Umgang mit anderen Menschen. Oder vielmehr, wie sich andere Menschen mir gegenüber verhalten. Wie ich reagiere, wenn ich nicht verstanden werde oder wie sehr ich grobes Verhalten anderer ertrage?!

Gegenüber mir selbst scheine ich keinerlei Frustrationstoleranz zu besitzen. Wenn etwas nicht gelingt, ich nicht so funktioniere, wie ich es mir erwünschte. Aber auch wenn andere nicht so funktionieren, kann ich nur nicht zeigen, wie sehr es mich verletzt. Ich kann meine Wut nicht zeigen, meine Wut nicht fühlen.

Es ist nicht tolerant, wenn ich mich selbst verletze, wenn ich selbst oder andere nicht so sind, wie ich es mir wünsche. Wenn sie oder ich nicht so perfekt sind, alles „richtig“ machen, wie ich es erwarte.

Meine mir/uns attestierte Frustrationstoleranz ist ein Verstummen, ein sich nicht wehren können, eine Gefühlsverkrüppelung, die sich nicht anders zu helfen weiß, als zu verstehen. Andere Seelenzustände analysieren, deren Mängel verstehen ist meine/unsere Art uns zu schützen vor deren Lebendigkeit, die mich über alle Maßen ängstigt und überfordert. Selbige Angst überwältigt mich, wenn meine Lebendigkeit aus dem Korsett meines Fühlens hervorbricht. Wenn meine Wut über mich oder andere in mir fühlbar wird, beginne ich mich selbst zu verletzen. Das Verbot meines Vaters, die Bedrohung durch seinen Jähzorn sobald ich Wut in mir fühle. Die stete Angst, dass meine Wut mich tötet, weil die Gewalt meines Vaters nicht einschätzbar ist – weil sein Verhalten jederzeit Totschlag nach sich ziehen kann, wenn ich ihn auf irgendeine Art provoziere. Nein, nicht ich provoziere ihn! Er fühlt sich provoziert. Durch NICHTS. Es ist nicht NICHTS, es sind die gesunden Gefühle eines Babys, durch die er sich provoziert fühlt, die ihn so sehr ängstigen, dass er unwillkürlich und unbeherrscht schlägt und würgt. *) s.u.

Ich habe etwas verstanden. Nach Austausch mit einer verwandten Seele. Ausgelöst durch die Banalität eines missglückten Kuchens, der mich so traurig und wütend machte, dass ich vor mir flüchtete. Meine Gefühle im Computerspiel über Stunden betäubte. Wegen einer Lächerlichkeit. Überbordende Wut auf mich, auf das Kuchenrezept, weil wir die Zutaten für den Kuchen vergeudet haben. Auch das war als Kind verboten. Essen zu vergeuden.

Gezwungen von klein auf aufzuessen, ob es mich ekelt oder nicht. Geschoppt wie eine Weihnachtsgans, wenn ich nicht essen wollte. Wenn ich nicht essen wollte von Menschen, die mir Nahrung lieblos fütterten. Lebensmittel die für mich nicht nährend, sondern ekelhaft schmeckten. Oder schmeckten sie ekelhaft, weil keine Liebe in ihnen war, wenn ich sie serviert bekam?

Ein derart verpatzter Kuchen, der mich überforderte, weil ich ihn nicht essen mochte, es aber keinesfalls geht Nahrungsmittel wegzuwerfen. Selbst wenn es verdorbene Speisen sind, muss ich sie essen.

Ist es ein Flashback? Ja! Es hat mich weiter geführt zu verschüttetem Wissen, verdrängten Ängsten. Unterstützt durch meinen Heiler auf vier Samtpfoten.

Ich befinde mich dzt. nicht in meiner Wohnung. Habe auch das Backrohr schmutzig gemacht. Es war nicht mein Backrohr. Ich sitte Haus, Garten und Kater einer Bekannten. Sie erinnert mich immer wieder an meine Eltern, mit dem Unterschied, dass ich hier lernen kann, mich mit Triggern zu konfrontieren und gegebenenfalls Übergriffe zurück zu weisen. Ähnliche Verhaltensweisen, aber ich darf mich wehren. Das ist eine große Chance für uns. Eine Chance wieder ein Stück zu heilen.

(Anmerkung zum Beitragsbild. Mein geliebter „Heiler“ hier auf der Terrasse meines wunderschönen Urlaubsdomizils, das mir ermöglicht dem Lärm meiner Wohnung und dem Stress der Stadt zu entkommen. Mein Paradies, das hilft Freude und Glück zu lernen. Wieder ein Anlass zu Dankbarkeit.)

*) Mir fiel eben die Gegenwart auf in der ich diese bereits bis zu 49 Jahre alte Begebenheit beschrieb und dass es sich nicht um einen Grammatikfehler handelt, sondern dass ∑ich es scheinbar noch immer so wahrnehme, als wäre es jetzt! ABER es ist Vergangenheit und darf heilen.

Gewalt weitergeben?!

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Es muss ein Ende sein mit der Gewalt, dachte ich mit
14 Jahren.

Ein Ende der Gewalt für mich und als Pubertierende auch in der Welt.

Ein Wunsch, Ein Traum, Ein Sehnen!

Opfer werden zu Täter/inne/n, wird gesagt. Lässt sich das vermeiden?

Davon bin ich überzeugt!

Lässt sich vermeiden andere zu verletzten?

Ich denke Nein!

Wir reden aneinander vorbei, wir schlagen aufeinander hin – meist verbal, auch mit Unterton, der die Wut spüren lässt.

Warum? Unreflektiert?

„Hohe Frustrationstoleranz“steht in psychologischen
Gutachten von mir.

Was bedeutet das?

Sich verletzen lassen, ohne sich zu wehren?

Alles reflektieren und verzeihen?

Mit 16 oder so dachte ich, wenn ich erwachsen bin, werde ich so ein Arschloch wie mein Vater. Das fand ich erstrebenswert – sich keine Gedanken um die anderen zu machen. Und hielt an dem Wunsch fest.

Ich konnte es aber nie, denn Frauen wird nicht verziehen in der Öffentlichkeit zu poltern und aggressiv zu sein.

Ich habe es nie gewagt.

Dann mit ca. 35 lernte ich eine Frau kennen, die sich über weibliche Rollenbilder hinwegsetzte, die ihre berechtigte Wut über Ungerechtigkeit, aber auch viel inneren Schmerz auslebte, oft unfair.

Mein Ideal des rücksichtslosen Lebens zerplatzte an den Wunden, die sie mir schlug – nur verbal.
Heute wieder erinnert.

Hehre Moralvorstellungen, große Theorien der wahren
Gerechtigkeit zersplittern mitunter an der Praxiseignung.

Wir werden verletzt und schlagen zurück, werden wieder verletzt und schlagen noch härter
… darum gibt es doch Kriege?!

Private Kriege, innere Kriege, gesellschaftliche Kriege und nationale Kriege.

Kaum jemand möchte anderen schaden, wer es mag gibt es selten zu. Vor sich selbst nicht und vor anderen auch nicht.

Ich wünsche mir Frieden, vor allem in mir.
Aber wie soll das gehen, wenn wir kommunizieren wollen?

 

 Dieser Text ist vor 3 Wochen entstanden. Ich konnte ihn bislang nicht veröffentlichen. Bis heute.

Stillhalten?: Wenn’s genug ist!

Habe Angst zu schreiben. Tue es dennoch. Um die Furcht zu besiegen? Vielleicht ist es unvernünftig?

„Es ist gefährlich!“, hallt es von innen. Ja, das ist es. Bloggen ist auch gefährlich, weil es viel auslösen kann, aber nicht nur.

Balanciere zwischen zwei Wolkenkratzern – wohl gesichert. „Lieber auf die nächste Therapiestunde warten und inzwischen untertauchen?“  Wir sind auf Tauchstation seit der Debatte um „Leben mit DIS#1a“. Wir fürchten uns weiterzuschreiben.

Innen hat es Vieles ausgelöst, das noch nicht verarbeitet ist, ja nur teilweise eingeordnet. Ich denke, ich muss weiter tun um nicht wieder in mein Muster zu flüchten zu verfallen.

Unter Angst dann den nächsten Beitrag publiziert. Mich gut gefühlt. In der Nacht einen Text zu den inneren Auslösern geschrieben – noch unvollständig. Für uns. Für die Therapie. Ein verletzender Kommentar zum zuletzt veröffentlichten Artikel am nächsten Tag. Vermutlich Unverständnis, vielleicht gut gemeint. Der wackelige Boden wird unter den Füßen weggezogen.

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Leben mit DIS #1a

mit Gedanken zu H.C.Rosenblatts These im Umgang mit eigenen Opferschaftserfahrungen

In meinem Beitrag „Leben mit DIS #1“ brachte ich gegen Ende ein Zitat von Hannah C. Rosenblatt.

Dieser Beitrag im Gesamten, wie auch der Ausschnitt den ich in meinem Text verlinkte beschäftigten mich lange. Eine stichwortartige Replik auf den Beitrag lag bereits nach Kurzem in meinem Ordner für Entwürfe. Die gelesenen Worte hatten mehrere in meinem System getroffen. Von ganz jung bis zum aktuellen Alter war für viele Innenpersonen etwas dabei und das in einer für mich damals aufgewühlten Grundstimmung.

Die Koinzidenz aus Leseerlebnis und labiler Gemütslage, auch durch eine vielleicht zu gut gemeinte Kombination von Yoga, Klangschalen und anderen meditativen Techniken, sowie zusätzliche familiäre Probleme, taten das Ihre um mich lange an den Inhalt zu binden. Einige Tage machten wir nahezu nichts anderes, als zu versuchen Ordnung in Gedanken und System zu bringen. Wir lagen viel und dachten, räumten in der Wohnung herum, meditierten und versuchten uns abzulenken – das war es dann schon. Und wir weinten viel, sehr viel.

Was aber hatte uns so mitgenommen? Nun lässt sich wie oben beschrieben unsere Verfassung keinesfalls nur auf den gelesenen Beitrag zurückführen. Dennoch erkannten wir, dass in Inhalt und Schreibweise Trigger für unterschiedliche unserer Lebensphasen verpackt waren. Zugleich inspirierte uns der Gedankengang sehr und wir hatten Spaß an der intellektuellen Auseinandersetzung. Das machte es so schwierig zu erkennen, dass der Beitrag triggerte und wo.

Wir möchten hier nochmals nachdrücklich klarstellen, dass es alleine in unserer Verantwortung lag, dass wir uns nicht aus dem Sog, den das Lesen für UNS auslöste distanzieren zu können. Wir hätten uns dem Inhalt zu einem anderen – stabileren – Zeitpunkt widmen können.

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Leben mit DIS #1

Anmerkung: Ich/Wir freuen uns über Kommentare und haben die Kommentarfunktion vereinfacht. Es ist jetzt ganz leicht vom eigenen Blog aus oder über ein Facebook oder Twitter Account zu kommentieren. Allerdings, auch das ist uns wichtig: Wir veröffentlichen nur respektvolle Kommentare. Die aber gerne, auch wenn sie kritisch sind. Freue mich von euch zu lesen. 🙂


Ich habe den Blog online gestellt und gedacht, dass bereits ganz viele Innenwesen integriert sind. Auf alle Fälle sind sie bereits mehrere Jahre im Alltag nicht aufgetaucht.

Ich habe mich sicher gefühlt. Und dann die ersten Texte online. Das interne Chaos brach los. Nachdem ich selten Zeitlücken habe – glücklicherweise – fühlt es sich an, als würden mehrere durch meine Augen durchsehen. Das ist enorm anstrengend im Kopf. Die Augen verengen sich und ich meine, dass ich schiele, aber nicht wirklich. Es fühlt sich an, als ob die Innenwesen aus den Augenwinkeln heraus sehen. Manchmal wirklich eine lange Zeit. Und das Gehirn wird bleiern und dabei wie Watte. (Bleierne Watte, eigenartiges Bild. Es trifft es dennoch.) Ich merkte, dass „mehrere“ auf der Straße gehen, wenn ich unterwegs bin. Was einerseits angenehm ist, weil es sich „ganzer“ anfühlt, anderseits ist es irritierend, da Menschen offenbar merken, dass etwas nicht stimmt? Vielleicht auch Einbildung. Eine kurze Zeitlücke hatte ich auch zu verzeichnen. Plötzlich im Yoga eine Übung gemacht – offenbar – und keine Ahnung davon. (Das war bevor ich beschloss alleine daheim zu üben.) Die anderen in der Gruppe waren erstaunt, als ich die Übung die wir immer machen einforderte. Dabei hatte sie mein Körper gerade eben mitgemacht. Ja, so ist das mit DIS bei mir.

Das Selbstbild, dass ich in den letzten Jahren gewonnen hatte, mit einem mal in Stücke gerissen. Sie sind noch da. Hallo. Die Innenwesen haben ein lautes Erkennungszeichen von sich gegeben und Texte veröffentlicht, die ich so nicht in den virtuellen Raum gelassen hätte. Ich nicht! Ein Innendialog, oder bloß ein Versehen? Haben Innenleute das Ruder übernommen und den Text publiziert, oder doch ich in einem emotionalen Ausnahmezustand? Es ist so einfach, Handlungen, die ich setze aber nicht wirklich dahinter stehe, als Aktion von Innenwesen abzutun. Ist es so, oder spreche ich damit den Innenleuten ihre Existenz ab? Das ist der Grat zwischen normaler oder doch „verrückt“? Ich mag kein exklusives Dasein, im Kuriositätenkabinett. Aber so werden Multiple Persönlichkeiten = Menschen mit dissoziativer Identität (DIS) gesellschaftlich behandelt.  DIS ist eine normale Reaktion auf massive gewalttätige Übergriffe, die zumeist vor dem 3. Lebensjahr beginnen. Also vor einer Zeit, in der Kinder eine eigene Identität entwickeln. Damit zu leben ist irritierend.

„Nicht alle Kinder, die massiver Gewalt ausgesetzt sind, entwickeln eine DIS, aber alle Erwachsenen mit DIS erlebten massive Gewalt ab dem frühen Kindesalter.“

Dieser Satz ist nicht von mir, aber ich erinnere mich nicht mehr, wo ich ihn gelesen habe. (Nehme Hinweise dankend entgegen.) Allerdings findet er sich auch in einem Befundbericht, den ich einmal vom allgemeinen Krankenhaus in Wien ausgestellt bekam, allerdings mit komplizierterem Wortlaut.

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