Das Ende der Baugruppe für uns?

Verzeiht, aber wir brauchen jetzt eine Meinung von euch lieben DIS Leuten, die uns lesen, aber auch von allen anderen lieben Leser*innen.

Es ist eben etwas geschehen, das unseren weiteren Verbleib in der Baugruppe und damit unsere neue Wohnung in Frage stellt.

Unser Architekt hat ohne vorherige Rückfrage einen Instagram Account für das Projekt angelegt und neben Fotos vom Baufortschritt auch mehrere Gruppenfotos hochgeladen auf denen wir zu sehen sind. Auch falls dieser Account nur privat wäre (wie er meinte), was er zeitweilig nicht war, sind die Fotos im Facebook-Konzern nun gespeichert. Jede*r weiß, wie Facebook Fotos verkauft etc.

Es ist ein extremer Trigger, es ist als würden wir wieder gegen unseren Willen und ohne zu fragen verkauft. Fotos von uns einfach der Öffentlichkeit gezeigt, ohne uns zu fragen.

Zudem wollten wir nie, dass unser Wohnort bekannt ist. Schon gar nicht auf Instagram oder Facebook. Wie sollen wir uns dort jetzt sicher fühlen?

Vielleicht haben wir jetzt alles verloren, was wir uns in den letzten vier Jahren schwer erarbeitet haben?!!

Wir wissen gerade nicht, was wir tun sollen. Haben ihm schon ein Mail geschrieben, dass wir ihm untersagen Fotos von uns unverpixelt ins Netz zu stellen.

Könnt ihr uns verstehen? Was würdet ihr tun? ….. Verzeiht diesen Hilferuf. Wir wissen nicht, wo wir uns hinwenden können. Hier seid ihr lieben DIS Frauen, die das hoffentlich nachvollziehen können.

Danke fürs lesen. Herzliche Grüße und noch einen schönen Sonntag. 💖🕊️🎶🍀🍀🍀🌷

Lockdown über Monate als Single = Einsamkeit ¹⁰⁰

Ohne Nähe und Liebe lebte es sich im Alltag vor Corona bereits ziemlich schwierig und belastet. Der Lockdown treibt uns langsam zum Wahnsinn.

Ich habe Angst um uns. Wirklich große Angst. ….

Statt Schlafen laufen wieder einmal nur Tränen.

Nur einmal wöchentlich mit einem Menschen, nämlich der Therapeutin, zu sprechen ist einfach zu wenig.

Zwei, drei Worte beim zahlen an der Kasse des Supermarkt zählen wir nicht als Gespräch.

Verzeihung, ich weiß, dass es vielen schlecht geht und wir wollen nicht jammern, aber wir sind so erschöpft.

Auch wenn dieser Beitrag entbehrlich ist zu lesen, bitte verzeiht ihn uns.

Leben mit DIS #28a: Die Frage nach dem „ich“ oder „wir“, dem „du“ oder „ihr“!

Gestern war es wieder einmal soweit, dass wir uns enorm unwohl fühlten, weil wir in einem Mail an die Baugruppe, also an jene Menschen mit denen wir kurz- bis mittelfristig nahe beisammen leben werden mit „ich“ über uns schrieben. Wir verleugnen uns, um uns zu schützen?! Früher oder später werden wir uns als DIS outen müssen, wenn wir uns wohl fühlen wollen und uns nicht in dieser Gruppe ständig verstecken wollen. Ganz oft fühlt sich das WIR einfach richtiger an als ein ICH. Ein ICH bedeutet ja auch etwas anderes. Es bedeutet nicht ∑ICH. Das ist wieder etwas anderes. Aber wie erkläre ich ein ICH ALS SUMME VIELER ICHS, die sich gerade einmal recht nahe sind, was aber oft nicht der Fall ist. Und ein ∑ICH bedeutet keinesfalls, dass in diesem Moment kein vereinzeltes ICH mehr im Körper herumschwirrt, das von alledem nichts mitbekommt. Ein komplettes Co-Bewusstsein aller Innenwesen und ein so nahe zusammenstehen, dass alle, wirklich alle zu einem ICH gerinnen kennen wir (noch?) nicht. Manchmal ist sich jedoch die Gruppe der Alltagspersönlichkeiten näher und ein anderes Mal wieder so fremd dass ein ∑ICH für diese Gruppe auch unmöglich erscheint. Und dennoch lassen wir es zu, von uns nahen Menschen als DU angesprochen zu werden.

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Berührungsmangel-Wahnsinn

Ende von Woche 6 der Corina bedingten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen:

Wie schon die letzten Beiträge beweisen, kennt unser Denken derzeit kaum einen anderen Inhalt als Berührungen und deren Entbehrung. Während wir folglich überlegen, ob wir uns nicht auf einem öffentlichen Ort so sehr aufführen sollten, dass wir zwangsweise in die Psychiatrie eingeliefert werden, erschien ein bemerkenswerter Beitrag von Beatrix, in dem wir uns wieder fanden. (Link siehe unten)

Also der Plan mit der Psychiatrie war als Gedanke kurz da, weil uns dann nolens volens wohl jemand berühren müsste. Wobei diese Berührung bis zum Niederspritzen vermutlich wenig tröstlich und freundlich erfolgen würde. Gleich ob die Berührung von Polizei oder Krankenpfleger*innen käme. In unserem Fall am Besten von beiden.

Unsere Erfahrungen mit Psychiatrie erlauben uns auch nicht dort Hilfe zu suchen. Wobei wir brauchen ja keine Medikation sondern nur eine liebevolle oder zumindest respektvolle Berührung oder Umarmung. Wenn dieser massive Wunsch aktuell ein pathologisches Geschehen darstellen sollte, müssten wir sehr am Geisteszustand jener zweifeln, die solches attestieren.

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Berührungen und COVID 19

Ich möchte diesen Beitrag sehr gerne teilen, weil er nochmals die Notwendigkeit der Berührungen für die körperliche und geistige Gesundheit darstellt. Herzlichen Dank dafür.
In Österreich dürfen Gesundheitsberufe, die Berührungen ausüben meines Wissens derzeit nicht tätig sein. Falls jemand gegenteiliges weiß, bitte ich sehr um Information darüber in den Kommentaren.

Ich wünsche euch allen von Herzen liebevolle Berührungen und ganz viel Kraft und Zuversicht. 🍀🍀🍀🤗

Rebalancing

Die COVID 19 Pandemie bringt uns Menschen aus dem Berührungs-Gleichgewicht: Viele sind unsicher – das erfahre ich auch bei Anrufen in meiner Praxis – denn keiner weiß, ob oder wenn, wie gefährlich oder bedrohlich es ist, sich in diesen Zeiten berühren zu lassen.
Andererseits: wer weiß denn um die Gefährlichkeit für unser Leben, ob des Mangels an Berührungen?

Einsamkeit ist Lebensgefährlich

Das neben Viren und Bakterien auch Rauchen, Bewegungsmangel etc. schädlich sein können, weiß heutzutage jedes Schulkind. Schon bedeutend weniger wissen, dass auch Einsamkeit lebensbedrohlich ist. Eine Studie von Holt-Lunstad, Smith und Layton mit dem Namen „Social Relationships and Mortality Risk“ stellt den Zusammenhang zwischen menschlichen Beziehungen und Sterblichkeit in den Mittelpunkt. Das Ergebnis:
Die Beziehungsqualität und Quantität ist für unser Überleben von großer Bedeutung. Für unser Leben sind Rauchen und Alkoholismus von gleichwertiger Gefahr, wie die Einsamkeit. Diese Metastudie verwendete 148 Einzelstudien mit über 300 000 teilnehmenden Menschen.

Nun…

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Wenn die Gefühle zurückkommen

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben leichter und schwieriger zugleich.

Früher war es praktisch, einfach ein Gefühl abspalten und den Alltag fast wie ein Roboter weiter zu erledigen.

Wenn Gefühle zurückkommen, erkenne ich das Ausmaß des Erlittenen ebenso, wie ganz langsam die Kraft, die in mir wohnt.

Früher war das Leben wie ein Film, der vor unseren Augen ablief. Nahezu täglich verwundert darüber was das ganze soll, was der Tag mir liefert. Es hatte gefühlt nichts mit mir zu tun und doch war dieses Leben alles, was ich damals hatte.

Wenn Gefühle zurückkommen lässt sich die Perfektion nicht mehr aufrecht erhalten. Es gelingt nicht mehr Tränen zu stoppen, weil das Geschirr gespült werden muss. Mitunter gelingt es nicht einmal mehr die Post zu öffnen. Vor weniger als 10 Jahren hätte ich Personen verachtet, die sich so wenig in Griff haben.

Früher war ich einsam, weil ich andere Menschen nur im Kopf fühlen konnte. Wie fühle ich im Kopf? Ich bekam von irgendeinem Innenwesen Informationen darüber, wie sich jemand anfühlt. Ich spürte das Gegenüber nicht. Alle Menschen – Männer viel mehr als Frauen – erschreckten uns enorm. In schlechten Phasen ist unsere Angst vor Männern auch heute noch enorm. In guten Phasen ertrage ich sie und es gibt sogar Männer mit denen ich quasi befreundet bin und lerne zu widersprechen. Ein enormes Wagnis, das meist nur am Telefon gelingt. Da bin ich in Sicherheit vor potentieller körperlicher Gewalt, die ich demjenigen, den ich vor allem meine niemals zutraue.

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben schwieriger, weil es noch unplanbarer erscheint aber einfacher, weil die Distanz zu den Mitmenschen sich verringert. Leute, die nicht automatisch im Alltag dissoziiert sind, können uns besser wahrnehmen und wir sie und öfters sogar intuitiv reagieren UND bei uns bleiben. Kommunikation wird so erst wirklich möglich – im Moment.

Wenn Gefühle zurückkommen glaube ich zu ahnen, wie ein Leben ohne DIS sein könnte, wie Personen ohne DIS die Umwelt wahrnehmen könnten. Eine interessante Lernerfahrung.

Wir / Ich lerne weiter.

 

Höhenflug: nicht hoch genug?

Und wieder ein Albtraum. Es ist der dritte Traum in kurzen Intervallen. Ungewöhnlich für uns.

Wir träumten von einem Flugzeugabsturz, oder eigentlich gar keinem Absturz, denn noch bevor es dazu nahezu zwingend kommen musste, fuhr ich erschrocken hoch und war munter.

Aber der Reihe nach.

In dem Traum sitze ich in einem Linienflugzeug. Ich weiß nicht wohin ich fliegen möchte, aber ich beobachte mit großem Unbehagen, dass der/die Pilot_in zwischen der Häuserflucht durchfliegt. Viel zu nahe an hohen Gebäuden. Alles irreal, denn wir sind nicht so niedrig, dass hier schon Gebäude wären. Dennoch sind sie da. Diese Bauwerke sind zwar hoch, aber keine Wolkenkratzer. Ich merke nur, dass wir uns immer wieder mit viel zu hoher Geschwindigkeit den Häusern nähern, dass eine Kollision unumgänglich erscheint. Und tatsächlich streift der Korpus des Flugzeuges eine Fassade nahe meines Fensterplatzes. Auch das ist im Wachzustand real so gar nicht möglich, denn um dies zu ermöglichen hätte davor ein Tragflügel abreißen müssen und bereits das hätte zu einem Absturz geführt.

Mir ist übel vor Angst, dennoch ist im Passagierraum alles ruhig. Keine aufgeregten Reisenden, keine Panik. Ich realisiere die anderen Menschen auch gar nicht. Ich überlege mir die Augen zuzuhalten, damit ich nicht sehen muss, wie gefährlich dieser Flug ist. Dann denke ich, warum bitte fliegen wir denn so tief? Warum wird die Maschine nicht in die Höhe gerissen?

Da geschieht das Unausweichliche, das aber auch irreal ist. Von einem Haus bricht ein großes Stück Fassade ab. Und es stürzt nicht zu Boden, sondern schwebt ähnlich einem riesigen Meteoriten, als wären wir im Weltall von aller Schwerkraft befreit auf das Flugzeug zu und schlägt in die Passagierkabine ein. Viele Sitze vor mir, da ich recht weit hinten sitze. Ich spüre den Luftzug und versuche mich erst jetzt anzuschnallen, um nicht hinausgeschleudert zu werden. Es gelingt mir/uns. In der ganzen Maschine nehme ich keine Menschen wahr. Weder Passagiere noch Flugbegleiter_innen. Aber ich nehme auch nicht wahr, ob ich vielleicht alleine hier bin. Ich denke nicht, denn beim Gedanken an das nun vorhandene Loch in der Kabine, bin ich froh, dass es nicht mich getroffen hatte, die ich auf derselben Seite saß. Ich überlege, dass diese Menschen jetzt wohl tot sind. Noch immer gespenstische Stille. Höhenflug: nicht hoch genug? weiterlesen

Leben mit DIS #3: Hohe Frustrationstoleranz

Hohe Frustrationstoleranz wurde mir stets attestiert. Anscheinend gilt sie bloß im Umgang mit anderen Menschen. Oder vielmehr, wie sich andere Menschen mir gegenüber verhalten. Wie ich reagiere, wenn ich nicht verstanden werde oder wie sehr ich grobes Verhalten anderer ertrage?!

Gegenüber mir selbst scheine ich keinerlei Frustrationstoleranz zu besitzen. Wenn etwas nicht gelingt, ich nicht so funktioniere, wie ich es mir erwünschte. Aber auch wenn andere nicht so funktionieren, kann ich nur nicht zeigen, wie sehr es mich verletzt. Ich kann meine Wut nicht zeigen, meine Wut nicht fühlen.

Es ist nicht tolerant, wenn ich mich selbst verletze, wenn ich selbst oder andere nicht so sind, wie ich es mir wünsche. Wenn sie oder ich nicht so perfekt sind, alles „richtig“ machen, wie ich es erwarte.

Meine mir/uns attestierte Frustrationstoleranz ist ein Verstummen, ein sich nicht wehren können, eine Gefühlsverkrüppelung, die sich nicht anders zu helfen weiß, als zu verstehen. Andere Seelenzustände analysieren, deren Mängel verstehen ist meine/unsere Art uns zu schützen vor deren Lebendigkeit, die mich über alle Maßen ängstigt und überfordert. Selbige Angst überwältigt mich, wenn meine Lebendigkeit aus dem Korsett meines Fühlens hervorbricht. Wenn meine Wut über mich oder andere in mir fühlbar wird, beginne ich mich selbst zu verletzen. Das Verbot meines Vaters, die Bedrohung durch seinen Jähzorn sobald ich Wut in mir fühle. Die stete Angst, dass meine Wut mich tötet, weil die Gewalt meines Vaters nicht einschätzbar ist – weil sein Verhalten jederzeit Totschlag nach sich ziehen kann, wenn ich ihn auf irgendeine Art provoziere. Nein, nicht ich provoziere ihn! Er fühlt sich provoziert. Durch NICHTS. Es ist nicht NICHTS, es sind die gesunden Gefühle eines Babys, durch die er sich provoziert fühlt, die ihn so sehr ängstigen, dass er unwillkürlich und unbeherrscht schlägt und würgt. *) s.u.

Ich habe etwas verstanden. Nach Austausch mit einer verwandten Seele. Ausgelöst durch die Banalität eines missglückten Kuchens, der mich so traurig und wütend machte, dass ich vor mir flüchtete. Meine Gefühle im Computerspiel über Stunden betäubte. Wegen einer Lächerlichkeit. Überbordende Wut auf mich, auf das Kuchenrezept, weil wir die Zutaten für den Kuchen vergeudet haben. Auch das war als Kind verboten. Essen zu vergeuden.

Gezwungen von klein auf aufzuessen, ob es mich ekelt oder nicht. Geschoppt wie eine Weihnachtsgans, wenn ich nicht essen wollte. Wenn ich nicht essen wollte von Menschen, die mir Nahrung lieblos fütterten. Lebensmittel die für mich nicht nährend, sondern ekelhaft schmeckten. Oder schmeckten sie ekelhaft, weil keine Liebe in ihnen war, wenn ich sie serviert bekam?

Ein derart verpatzter Kuchen, der mich überforderte, weil ich ihn nicht essen mochte, es aber keinesfalls geht Nahrungsmittel wegzuwerfen. Selbst wenn es verdorbene Speisen sind, muss ich sie essen.

Ist es ein Flashback? Ja! Es hat mich weiter geführt zu verschüttetem Wissen, verdrängten Ängsten. Unterstützt durch meinen Heiler auf vier Samtpfoten.

Ich befinde mich dzt. nicht in meiner Wohnung. Habe auch das Backrohr schmutzig gemacht. Es war nicht mein Backrohr. Ich sitte Haus, Garten und Kater einer Bekannten. Sie erinnert mich immer wieder an meine Eltern, mit dem Unterschied, dass ich hier lernen kann, mich mit Triggern zu konfrontieren und gegebenenfalls Übergriffe zurück zu weisen. Ähnliche Verhaltensweisen, aber ich darf mich wehren. Das ist eine große Chance für uns. Eine Chance wieder ein Stück zu heilen.

(Anmerkung zum Beitragsbild. Mein geliebter „Heiler“ hier auf der Terrasse meines wunderschönen Urlaubsdomizils, das mir ermöglicht dem Lärm meiner Wohnung und dem Stress der Stadt zu entkommen. Mein Paradies, das hilft Freude und Glück zu lernen. Wieder ein Anlass zu Dankbarkeit.)

*) Mir fiel eben die Gegenwart auf in der ich diese bereits bis zu 49 Jahre alte Begebenheit beschrieb und dass es sich nicht um einen Grammatikfehler handelt, sondern dass ∑ich es scheinbar noch immer so wahrnehme, als wäre es jetzt! ABER es ist Vergangenheit und darf heilen.

Gewalt weitergeben?!

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Es muss ein Ende sein mit der Gewalt, dachte ich mit
14 Jahren.

Ein Ende der Gewalt für mich und als Pubertierende auch in der Welt.

Ein Wunsch, Ein Traum, Ein Sehnen!

Opfer werden zu Täter/inne/n, wird gesagt. Lässt sich das vermeiden?

Davon bin ich überzeugt!

Lässt sich vermeiden andere zu verletzten?

Ich denke Nein!

Wir reden aneinander vorbei, wir schlagen aufeinander hin – meist verbal, auch mit Unterton, der die Wut spüren lässt.

Warum? Unreflektiert?

„Hohe Frustrationstoleranz“steht in psychologischen
Gutachten von mir.

Was bedeutet das?

Sich verletzen lassen, ohne sich zu wehren?

Alles reflektieren und verzeihen?

Mit 16 oder so dachte ich, wenn ich erwachsen bin, werde ich so ein Arschloch wie mein Vater. Das fand ich erstrebenswert – sich keine Gedanken um die anderen zu machen. Und hielt an dem Wunsch fest.

Ich konnte es aber nie, denn Frauen wird nicht verziehen in der Öffentlichkeit zu poltern und aggressiv zu sein.

Ich habe es nie gewagt.

Dann mit ca. 35 lernte ich eine Frau kennen, die sich über weibliche Rollenbilder hinwegsetzte, die ihre berechtigte Wut über Ungerechtigkeit, aber auch viel inneren Schmerz auslebte, oft unfair.

Mein Ideal des rücksichtslosen Lebens zerplatzte an den Wunden, die sie mir schlug – nur verbal.
Heute wieder erinnert.

Hehre Moralvorstellungen, große Theorien der wahren
Gerechtigkeit zersplittern mitunter an der Praxiseignung.

Wir werden verletzt und schlagen zurück, werden wieder verletzt und schlagen noch härter
… darum gibt es doch Kriege?!

Private Kriege, innere Kriege, gesellschaftliche Kriege und nationale Kriege.

Kaum jemand möchte anderen schaden, wer es mag gibt es selten zu. Vor sich selbst nicht und vor anderen auch nicht.

Ich wünsche mir Frieden, vor allem in mir.
Aber wie soll das gehen, wenn wir kommunizieren wollen?

 

 Dieser Text ist vor 3 Wochen entstanden. Ich konnte ihn bislang nicht veröffentlichen. Bis heute.

Stillhalten?: Wenn’s genug ist!

Habe Angst zu schreiben. Tue es dennoch. Um die Furcht zu besiegen? Vielleicht ist es unvernünftig?

„Es ist gefährlich!“, hallt es von innen. Ja, das ist es. Bloggen ist auch gefährlich, weil es viel auslösen kann, aber nicht nur.

Balanciere zwischen zwei Wolkenkratzern – wohl gesichert. „Lieber auf die nächste Therapiestunde warten und inzwischen untertauchen?“  Wir sind auf Tauchstation seit der Debatte um „Leben mit DIS#1a“. Wir fürchten uns weiterzuschreiben.

Innen hat es Vieles ausgelöst, das noch nicht verarbeitet ist, ja nur teilweise eingeordnet. Ich denke, ich muss weiter tun um nicht wieder in mein Muster zu flüchten zu verfallen.

Unter Angst dann den nächsten Beitrag publiziert. Mich gut gefühlt. In der Nacht einen Text zu den inneren Auslösern geschrieben – noch unvollständig. Für uns. Für die Therapie. Ein verletzender Kommentar zum zuletzt veröffentlichten Artikel am nächsten Tag. Vermutlich Unverständnis, vielleicht gut gemeint. Der wackelige Boden wird unter den Füßen weggezogen.

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