Das macht mir/uns Mut …..

….. wir hoffen auf mehr Sichtbarkeit und einen Abbau von Tabu und Diskriminierung aufgrund von psychischer Erkrankung.

Das wird nicht heute und nicht morgen umgesetzt werden können, aber wie Frau Beate Wimmer-Puchinger sagte, es ist das erste Mal, dass im Gesundheitsministerium das Augenmerk überhaupt auf einen Abbau dieses Tabus gesetzt wird!

https://tvthek.orf.at/profile/Pressekonferenz-Psychische-Gesundheit-und-Auswirkungen-durch-Corona/13891855/Pressekonferenz-Psychische-Gesundheit-und-Auswirkungen-durch-Corona/14057163

Inside out

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Dieser Beitrag wurde am 28. Mai 2020 nahezu fertig verfasst. Damals waren wir noch tief in dem Prozess Scham zu erkennen, inneres nach außen zu kehren, nicht wissend wohin uns all diese Introspektion führen wird. Heute sind wir  – bin ich – einige Erkenntnisprozesse weiter. Um den Weg etwas nachvollziehen zu können, den wir gegangen sind, möchte ich auch diesen älteren Text veröffentlichen.

Es geht uns heute um Vieles besser als vor diesen zwei Wochen. Ich bitte das bei möglichen Kommentaren zu berücksichtigen.

Wenn wir eine besondere Fähigkeit besitzen, dann ist es jene, ganz tief in die Untiefen unserer Seele einzutauchen. Oft benötigen wir Hilfe dafür, aber wenn diese vorhanden ist, scheuen wir nicht, diesen Weg zu gehen, zu reflektieren und zu transformieren. Bei jedem Tauchgang wird mehr Müll hochgeholt und einer „nachhaltigen Entsorgung“ zugeführt. Dies zu können ist ein großes Glück, wofür wir sehr dankbar sind.

Hier kommt der erste Beitrag für all jene, die gerne verfolgen, wie wir unseren Weg gehen und sich vielleicht gefragt haben, warum wir doch längere Zeit so schweigsam waren. Herzlichen Dank für euer Interesse. Jene, die vielleicht nur sporadisch hier sind, oder diese Seite gar zum ersten Mal besuchen, auch ihr seid freilich herzlich willkommen.


Wenn dieses Gefühl das letzte Stück Dreck zu sein an die Oberfläche schwappt, ist das einerseits hilfreich, weil sich Verdrängtes und Abgespaltenes nicht dazu eignet heil zu werden, aber es ist auch so schmerzhaft, dass es kaum zu ertragen ist.

Dieses Gefühl nichts wert zu sein ist eines, das uns von ganz klein auf gelehrt wurde. Ich/wir habe/n es übernommen. Das ging damals auch gar nicht anders.

Klein machen, ja sich selbst unsichtbar machen war erforderlich um zu überleben. Als Kind war es niemals hilfreich diesen Schmerz zu zeigen. Aber auch die abgrundtiefe Scham durfte niemals auch nur zu erahnen sein. Die Scham keine andere Lösung gefunden zu haben, als sich aufzuspalten um zu überleben. Es fühlt sich an, als hätten wir uns aufgegeben, selbst wenn die Spaltung genau das Gegenteil bewirkte.

Daher kam ein Mäntlein drüber, welches dieses Gefühl unter sich verbirgt, und noch eins und noch eins und zwar so lange, bis alles perfekt verborgen war. So perfekt, dass es nicht zu erkennen ist und damit niemanden stört. Diese früh erlernte Strategie haben wir als Erwachsene beibehalten. Noch mehr Mäntlein wurden übergezogen und Folien über das ICH gelegt. Stets versuchend es anderen recht zu machen, damit wir nicht stören, aber nicht weil wir in unserem Wesen so zurückhaltend wären, sondern vielmehr weil es ein Garant dafür war, keiner Gewalt oder nur aggressiverem Widerspruch ausgesetzt zu werden, den wir fürchteten und gewohnheitsmäßig erwarteten. Wir erkannten nicht, dass es erlaubt war zu leben und was leben, so wie ICH bin, bedeuten könnte! Nur nicht (zu unangenehm) auffallen. Allein das Ziel „unsichtbar sein“ als Kind vs. „“normal“ selbstsicher erscheinen im Kontakt“ heute als Erwachsene ist diametral entgegen gesetzt. — Was für ein Kraftakt permanent zwei konträre Erwartungen erfüllen zu wollen. Denn das alte Glaubensmuster des mich/uns Versteckens war zum Selbstverständnis geworden. Selbstsicherheit als Rolle, die zwar das alte Glaubensmuster stets infrage stellt und auch erodiert, blieb bislang als Verkleidung nur die äußere Hülle.

Irgendwann vor vielen Jahren, hatten wir einmal in ein Tagebuch geschrieben, dass wir unsere Rollen so perfekt spielen, dass wir uns verloren haben und sie unser Verhängnis geworden sind.

Wen wundert folglich, dass wir so wenig Kraftreserven übrig haben zu leben, was wir glauben tatsächlich zu sein, oder wie wir sein wollen?

Schade um diese Energieverschwendung. Jahrzehntelange Angewohnheiten abstreifen, — es wird mir/uns schon gelingen – nach und nach. Ein erster Schritt der Erkenntnis ist gemacht.


….. Fortsetzungstext zur Arbeit der letzten Wochen folgt hoffentlich in Kürze 😉

 

Juhuuu, wir haben einen Hund gestreichelt ….

Zunächst vielen, vielen lieben Dank für all die tröstlichen, liebevollen, zu Herzen gehenden Kommentare.

Wir können gar nicht sagen, wie viel uns das bedeutet und auch hilft. 💖🤗💐

Es ging uns heute doch soweit besser, dass wir einen längeren Spaziergang machen konnten.

Auf diesem Spaziergang sind wir einer Dame mit zwei entzückenden kleinen Hunden begegnet, die voller Freude auf uns zugegangen sind und sich sehr gerne streicheln ließen. Auch ein nettes Gespräch mit der Besitzerin hat sich ergeben.

Es ist uns so wichtig, euch mitzuteilen, dass es auch jetzt Lichtblicke gibt, und euer liebes Interesse und Mitgefühl bei uns ankommt.

Ihr seid so wundervoll. Vielen lieben Dank nochmals, dass ihr da seid bzw. Sie da sind. 💚🌞

Möge es euch allen so gut gehen, wie es aktuell nur geht. 🍀🍀🍀

Von Herzen alles Liebe euch allen. 💖

Sein dürfen #3: Wer bin ich(wir)?

Nachdem wir oder ich als Gesamtes dieses Portrait der Schriftstellerin Marjana Gaponenko* gesehen haben, kroch von ganz unten eine Wahrheit über uns hervor:

„Mein Leben ist nichts anderes, als zu versuchen normal zu werden, ohne wirklich zu wissen, wie das sein soll!“

Vielleicht sollten wir darauf verzichten dies anzustreben?

* https://tvthek.orf.at/profile/kulturMontag/1303/kulturMontag/14045695/Marjana-Gaponenko-Die-Zauberin-von-Oz/14666932

Danke Corona …..

Ich/wir können gar nicht sagen, wie sehr wir uns darauf freuen, dass sich das Land, eigentlich vor allem diese Stadt, ab Montag im Schlafmodus befinden wird. Wir versäumen nichts, brauchen keine Termine aus Überforderung abzusagen und uns schlecht fühlen, weil wir so wenig Ressourcen und Kraft für Sozialkontakte haben.

Und wenn dann auch noch die Straßen leer sind und kaum Autos fahren, beginnen wir zu feiern. Wir hoffen so sehr auf Ruhe, die wir dringend benötigen. Und noch dazu leben wir dann für (hoffentlich) kurze Zeit nicht mehr das Leben einer Außenseiterin. Endlich sind wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Rückzug für alle!

Wie jemand im Forum des STANDARD geschrieben hat, sind es ideale Zustände für Sozialphobiker*innen. ….. So ist es.

Wenn da nicht diese Vision gewesen wäre, dass wir bald sterben werden. Diese Eingebung war plötzlich da. Und zwar zu einer Zeit als es in Wien noch gar keine Corona Fälle gegeben hatte. …… Wir haben innerlich so darauf reagiert, dass wir gerne noch weiterleben wollen. …… Zur Risikogruppe für das Virus gehören wir jedenfalls nicht. ….. Vielleicht brauchten wir wieder einmal das bewusste Bekenntnis zu unserem Leben? …… Jetzt wollen wir die für uns hoffentlich ruhigen kommenden Wochen dafür nutzen in eben diesem Leben weiter anzukommen.

Schreiben bedeutet ….

Gedanken zum Schreiben an meiner/unserer Autobiographie:

„Schreiben bedeutet Transformation meiner/unserer Vergangenheit in eine Form, die für uns erträglich ist und mit der wir leben können.“ Benita Wiese

Ein Mann hat eine Erfahrung gemacht, jetzt sucht er eine Geschichte dazu — man kann nicht leben mit einer Erfahrung, die ohne Geschichte bleibt, scheint es, und manchmal stellte ich mir vor, ein anderer habe genau die Geschichte meiner Erfahrung. ….

Max Frisch: „Mein Name sei Gantenbein“, S 897

Sie verhalten sich nicht zur Gegenwart, sondern zu einer Erinnerung. Das ist es. Sie meinen die Zukunft schon zu kennen durch Ihre Erfahrung. Drum wird es jedesmal dieselbe Geschichte.

Max Frisch: „Biographie“, S 639

Liebe zwischen Flashbacks

Dieser Beitrag ist bereits vor einer Woche entstanden und beschreibt eine Gefühlslage, die sich über mehrere Wochen aufgebaut hat, jedoch nach der letzten Therapie etwas Erleichterung gefunden hat. ….. Vieles geht derzeit durcheinander innen. ….


Tief im Herzen ist ein unerträglicher Schmerz, der auf- und abschwillt. Vieles ist geschehen und hat Erfahrungen ins Bewusstsein gedrängt, die als latente Ahnung im Hinterkopf darauf warteten hervor zu brechen.

Sind es die CBD-Tropfen, die Zugang zu neuen Schichten des Unterbewusstseins schafften oder Innenwesen, die lange geschlafen hatten wach geküsst haben? Letzteres fühlt sich öfter plausibel an, wenn wir durch die Straßen unserer näheren langjährigen Wohnumgebung gehen und immer wieder blitzen Gedanken der Verwunderung auf, noch nie hier gewesen zu sein und dies und jenes noch nie gesehen zu haben. Vielleicht sind auch beide Beschreibungen wahr?

Manchmal scheint es bloß ein anderer Blickwinkel zu sein, ein Blick in die Ferne, der noch niemals gewagt oder eingenommen wurde zuvor, der unsere Aufmerksamkeit fesselt.

Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und es sind beide Pole des Gefühlsspektrums so ungewohnt nahe(?!!) spürbar. Schmerz und Leid, die in bodenlose Tiefen ziehen und auch die Freude und Liebe im Herzen, beim Anblick der Knospen an den Ästen der Linde vor unserem Fenster.

…. UND….

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Dazu gehören!

all human rights for all - best one

Seit Tagen fliehen wir davor zu schreiben. Alles mögliche und unmögliche wird gemacht, nur um nicht nieder zu schreiben, was uns seit einer guten Woche alles durch den Kopf geht und unsere Gefühle okkupiert. Wir haben Angst. Dabei ist es doch gar nicht so schlimm, denken wir, was wir schreiben wollen. Aber es zerreißt uns fast das Herz.

In der vergangenen Woche kam das Thema sich irgendwo zugehörig fühlen zu wollen so geballt auf uns zu. Zuerst war wie im letzten Beitrag bereits beschrieben die Debatte auf einem anderen Blog und danach die Erfahrung in der Baugruppe.

Nach der Verzweiflung und der kurzfristigen Beruhigung kam nach und nach die Reflexion hinzu.

Immer wieder ging es um diese Einsamkeit unter Menschen. Es ging darum sich niemals zugehörig zu fühlen und dass es eine enorme Belastung ist, so große Angst macht, anderen Menschen das Herz zu öffnen. Dass es so einfach ist, alleine einsam zu sein. Dass die Isolation eine Erholung ist und Menschen immer nur Gefahr bedeuten. Dass ich nicht weiß wie und ob wir aus dieser Qual aussteigen können.

Begegnung als Sehnsuchtsort und Horrorszenario zugleich.

Als Kind uns Jugendliche war das wichtigste rechtzeitig flüchten zu können. Vor den Übergriffen rechtzeitig zu switchen um den Schmerz nicht zu fühlen, vor Papas Jähzorn so schnell wie möglich abtauchen oder deeskalieren und kalmieren um einem möglichen Totschlag zu entgehen. Immer war alles möglich. Unser Ziel war, dass ich niemals eine Schlagzeile in der Kronen-Zeitung (größte Boulvard-Zeitung des Landes) werden wollte: „Familiendrama! Mann tötet Frau und Tochter und richtet sich selbst!“ ….. so ungefähr dachte ich wäre es möglich in der Zeitung zu landen. All unser Streben war es, dies zu verhindern. Alle Kraft, alle Ressourcen waren gebunden an dieses Ziel. Alle Bedürfnisse wurden diesem Ziel untergeordnet. Nur überleben, mehr wollte ich nicht. Dazu gehören! weiterlesen

Alarmierend: Zu wenig Frauenrechtswissen bei Jugendlichen

Gerade weil sich bei mir so enorm viel tut, kommen wir nicht zum berichten. Die Verlassenschaft nach meiner Großtante fordert viel Kraft und schenkt zugleich viele Erkenntnisse.

Ich freue mich darauf Zeit zu haben darüber schreiben zu können.

Inzwischen habe ich eine arlamierende E-Mail der NGO SOS-Mitmensch erhalten. Beim Wissen um Frauenrechte und deren Übertretung und wo Mädchen und Frauen Hilfe bekommen im Anlassfall besteht großer Verbesserungsbedarf!

https://www.sosmitmensch.at/action/mlr/pv?&idx=453078&cid=142&uid=56761&sid=1&cks=e69485be

Leben mit DIS/DDNOS #19: Meine verdrehte Welt

Situation 1: Aufgrund einer Verlassenschaft habe ich derzeit vermehrten Kontakt zu meiner Mutter. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil je selbstverständlicher ich für sie erreichbar bin, desto eher behandelt sie mich wie früher. Das bedeutet ich muss bei jedem Treffen darum kämpfen, dass sie respektvoll mit mir umgeht. Sonst behandelt sie mich wie ein Ding, ihr Eigentum mit dem sie machen kann, was sie will. Ihre Antwort zu ihrem Lebensgefährten, der meinte: „Wie sprichst du denn mit „Benita“?“: „Ich darf mit ihr reden, wie ich will, das ist meine Tochter!“ Ja, ich kann mich heute dagegen wehren und habe es getan! Allerdings mit mäßigem Erfolg.

Zusätzlich ist sie nämlich mittlerweile wieder dazu übergegangen mir bei jedem Telefonat oder Aufeinandertreffen zu erklären, welch wunderbarer Mensch mein verstorbener Vater war, der mich meine gesamte Kindheit bereits als Baby beginnend vergewaltigte, verkaufte für sexuelle Dienstleistungen und die gesamte Familie quälte mit seinem Sadismus und Jähzorn. Als ich ihr zuletzt sagte, sie solle damit aufhören, weil ich ihre Worte nicht so stehen lassen kann und wir dann nur streiten können, meinte sie: „Zu mir war er ja immer gut!“

Ich brauchte mehrere Tage und eine weitere Lobeshymne über ihn, die sie am Telefon sang, um zu erkennen, welch große Mutterliebe es bedeutet, wenn der Vater meine Kinder misshandelt und ihnen Gewalt antut, zu sagen, dass er zu mir als Mutter „immer gut war!“ Mir graut, wie wenig Liebe unsere Mutter für meinen Bruder und mich jemals hatte und bis heute hat.

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