Leben mit DIS #44: Auszug aus einer Wohnung der Verzweiflung

Wir räumen auf und packen ein, und finden Unmengen an Botschaften über unser Leben in diesen 20 Jahren in dieser Wohnung. Botschaften der Reflexion und Botschaften der Verzweiflung.

Wir finden auch Archive von Zeitschriften, die in 49 m² niemals Platz hatten und die Wohnung damit auch zum Teil zu müllten.

Sie erinnern an die Zeit, als wir entdeckten, dass wir unser Leben zum Großteil vergessen hatten und zeugen von der Angst davor, dass es in Zukunft auch so sein wird. Wir wollten von diesem Zeitpunkt an einfach alles aufheben, um uns zu erinnern. Als Anker für das allzu flüchtige, weil schwer traumatisierte Gedächtnis.

Sie erinnern aber auch an eine Zeit, wo eine Zeitschrift zu kaufen einfach ein Luxusgut für uns war. Und Luxusgüter wirft man nicht weg. Würden Leute mit viel Geld ihren Schmuck wegwerfen? Es ist für uns vergleichbar damit.

Das leben in Armut oder die permanente Bedrohung dadurch sind allgegenwärtig in dieser Wohnung. Auch Kleidung, die oft schon verschlissen ist, wird aufgehoben und daheim noch getragen. Uns sieht eh niemand. Es kommt auch niemand auf Besuch und das war in den letzten Jahren auch gut so. Es war unmöglich jemanden in diese Wohnung zu lassen.

Das wird sich ändern und hat sich zum Teil schon geändert.

Doch hier beim Packen fließen Tränen. Tränen über die fehlende Hilfe in all den Jahren, das Chaos nicht erst jetzt zu bereinigen, wo wir ausziehen und überfordert sind. Tränen, dass es so war. Tränen, dass wir in diesen Umständen gelebt haben.

Ja, der Anschein den wir nach außen geben passt nicht zu dieser Wohnung. Niemand glaubt uns, dass die Wohnung so aussieht. Niemand hat uns all die Jahre geglaubt, dass es uns längst entglitten war Ordnung zu schaffen.

Wir sind aus dieser Wohnung geflüchtet und draußen war es eine bessere Welt. Ein Zeichen für unser Leben bislang.

Die Flucht vor jenem Ort, der Ruhe und Entspannung bringen soll. Der Ort der Sicherheit und Geborgenheit ausstrahlen sollte. Wir sind sicher bereits 45 Jahre vor dem geflüchtet, was andere „Zuhause“ nennen und damit ein Wohlgefühl verbinden. Die ersten zehn Jahren konnten wir noch nicht fliehen.

Auch diese Wohnung, aus der wir nun wegziehen, war bloß eine Wohnung die uns permanent triggerte, wie wir nun wissen. Es war die Umgebung, die an die Kindheit erinnerte, der wir uns 20 Jahre erfolgreich stellten. Es hat uns verändert hier zu leben. Wir ziehen als andere Frau aus, als jene die hier einzog. Es scheint als wäre es ein anderes Leben.

In der neuen Wohnung fühlen wir uns wohl, hätten am Liebsten alles hinter uns gelassen und neu begonnen. Aber unser Leben kommt mit. Es kommt auch mit in Form von Zetteln der Erinnerung, Notizen der Verzweiflung und Angst, Reflexionen über den eigenen Platz bzw. das eigene Leben in dieser Gesellschaft. Daran wollen wir noch wachsen und diese Botschaften nicht einfach entsorgen.

Dennoch werfen wir auch viel weg. Die Archive werden großteils weggeworfen. Es muss sein und ist gut so. Ob das Nachwirkungen hat, werden wir sehen, aber wir denken eher nicht.

Wir hoffen fertig zu werden bis zum großen Tag der Übersiedlung. Es sind nur noch 6 Tage.

Wir packen weiter …..

Schau dir „Dissoziative Identitätsstörung: Jessie lebt mit 7 Persönlichkeiten I TRU DOKU“ auf YouTube an

Wir mögen gerne hier eine Dokumentation über eine weitere Frau mit einer DIS teilen, in der wir uns absolut wiederfinden.

Auch die Situation wie sie damit umgeht und es möglich ist, es als Außenstehende:r zu ignorieren ist erschreckend und unser Alltag.

Dadurch wird natürlich die massive Belastung nur erzählt und nicht vorgeführt, was wir schätzen. Denn weshalb müssen DIS Betroffene ihre innersten Verletzungen nach außen kehren, noch dazu vor einer Kamera, was für sich schon ein enormer Trigger sein kann, damit ihnen geglaubt wird, wenn es doch von niemandem in dieser Gesellschaft sonst erwartet wird? Wo bleibt bei Frauen, die (sexuelle) Gewalt erfahren haben die Empathie?

Allerdings ist es auch fein, offen über einiges sprechen zu dürfen, wenn es passt, denn über die erlittene Gewalt nicht sprechen zu können bzw. dürfen ist retraumatisierend. Das ist der Zwiespalt beim Umgang mit dem Brechen von dem Tabu selbst (sexualisierte) Gewalt ab dem frühesten Kindesalter erlitten zu haben, dem Zwiespalt beim Versuch das Tabu um DIS zu brechen und zugleich unbeschadet aus diesem Vorgang hervorzugehen.

Hier ist der Link zur Dokumentation:

Schau dir „Dissoziative Identitätsstörung: Jessie lebt mit 7 Persönlichkeiten I TRU DOKU“ auf YouTube an weiterlesen

Transgenerationale Traumata – Kriegsenkel*innen

https://www.kriegsenkel-kongress.de/

Das Thema „Kriegskinder“ und „Kriegsenkel*innen“ beschäftigt uns im Grunde seit unserem 15 Lebensjahr. Damals wurde uns bewusst, wie sehr die Aggressivität und Lieblosigkeit der Eltern auch mit ihren Erfahrungen im 2. Weltkrieg zusammen hingen. Uns wurde bewusst, dass sie traumatisierte Kriegskinder waren.

Der online-Kongress –  ”Kriegsenkel“ hat uns dies wieder ins Bewusstsein gerufen und erkennen lassen, dass wir mit diesem Lebensthema noch nicht abgeschlossen haben. Auch wenn uns einige Interviews nicht ansprachen, waren doch etliche dabei, die uns sehr viel gaben. Das geerbte Leid ist noch immer groß, wurde uns klar. Und es ist immer wieder schwierig, den eigenen Schmerz von dem der Eltern zu trennen und vor allem zu erkennen, dass wir/ich bei den Übergriffen nicht gemeint waren.

Was auch immer sie uns angetan haben, es war bzw. ist der Wahnsinn der Eltern. Auch Traumatisierte tragen Verantwortung für ihnen Schutzbefohlene. Die Einsicht darüber was Verantwortung für eigene Kinder bedeutet, hatten unsere Eltern nicht. Nahezu jedes Verhalten war doch so viel besser als eine Kindheit im Bombenhagel, Kälte und mit Hunger?! Nein, so ist das nicht!

Und die distanzierte und kühle Großmutter väterlicherseits? Auch sie mehrfach traumatisiert?! Da war der erste Weltkrieg als sie eine Jugendliche war und der zweite in dem sie ihr Kind alleine durchbringen musste und ihren bereits vor dem Kriegsdienst kränklichen, geliebten Mann kurz nach dem Kriegsende verloren hatte. Er hatte sich von seinem Einsatz nicht mehr erholt.

Der Großvater mütterlicherseits, der im 2. Weltkrieg an der Ostfront gekämpft hatte und sich in sich weitgehend zurück gezogen hatte. Vor oder nach dem frühen Krebstod seiner Frau kurz nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft, wissen wir nicht. Alleine mit einem Kind, das ihm nahezu fremd war, da es in seiner Abwesenheit geboren wurde. Ein Mädchen, das sich in einem der Hungerwinter als Kleinkind die Finger abgefrohren hatte. Unsere Mutter, hineingeboren in einen Krieg. Als Kleinkind im Luftschutzkeller, selbst schutzlos, da die Erwachsenen mit ihrer eigenen Todesangst beschäftigt waren. Was macht es mit einer Frau schwanger zu sein, in einem Krieg? Kann ein solches Kind ein Wunschkind sein? Betonte unsere Mutter deshalb immer wieder, dass unser Bruder und wir doch Wunschkinder seien? Fühlte sie sich als ungewünscht? Lebte sie deshalb ihr Leben nie wirklich? Was waren und sind ihre Talente? Wir kennen unsere Mutter nicht und es ist von ihr so gewollt. Denn jedes noch so vorsichtige oder auch vehemente Nachfragen führt nur dazu, dass sie mit Ablehnung reagiert und uns unterstellt sie analysieren zu wollen. Und was wäre schlimm daran zu analysieren und reflektieren? Es ist Teil davon jemanden zu verstehen. So wenig sie von sich preisgeben möchte, ist sie an uns interessiert, selbst wenn sie stets das Gegenteil behauptet. Sie lebt ihr Desinteresse an anderen Menschen.

Unsere Urgroßmutter, die ihre Tochter verloren hatte, erzog das pubertierende Mädchen (unsere Mutter), das ihre geliebte Mutter Mitte der 1950er verloren hatte, so gut sie es in ihrer eigenen Trauer vermochte.

Zärtlichkeit oder Geborgenheit konnten diese Menschen alle nicht geben. Zu sehr waren sie im eigenen Schmerz gefangen.

Lachen habe ich in dieser Familie kaum jemanden gehört, außer den Vater, der sich amüsierte wenn er andere z.B. mich(uns) quälte und damit zum Weinen brachte.

Es heißt, dass Traumata vier bis neun Generationen vererbt werden können. Vor allem sehr hartnäckige Beschwerden könnten geerbte Traumata sein. Hat unser Problem in der Nacht nicht schlafen zu können, noch einen Hintergrund von früheren Generationen?

Die Tatsache zuviel Verantwortung für andere zu übernehmen liegt sicher darin begründet, dass wir als Jüngste die Mutter der Familie waren für die Eltern und den älteren Bruder. „Benita, du musst härter werden!“, meinte die Mutter damals. Wie hätte ich so die Mutterrolle für die Familie übernehmen sollen, wären wir hart genug gewesen, diese massive Überforderung zurückzuweisen? Und DAS wollte die Mutter auch nicht. Projizierte sie doch stets ihre verstorbene Mutter in uns. Leben mit Widersprüchen, war eines der Dilemma unserer Kindheit. Im Grunde war jede Art der Anpassung an die Wünsche der Eltern falsch. Vielleicht ist uns unser Bauchgefühl bei Entscheidungen deshalb wesentlich wichtiger als auch noch so gute Tipps von anderen?

Auch (ungewollte) Kinderlosigkeit kann seinen Ursprung in der viel zu frühen Elternrolle vieler Kriegsenkel*innen haben. Als Erwachsene müssen sie nun ihr eigenes inneres Kind betreuen, da ist für leibliche Kinder keine Kraft übrig.

Es ist ein so weites Feld, das es hier zu erkunden gilt. Noch immer.

Über Hass und Lebendigkeit

Das Webinar zum Schlafen hat uns dazu bewegt uns einem Schlafprogramm auf neurowissenschaftlicher Basis zu unterziehen das wir dort kennengelernt haben. Wir wollen noch nicht mehr dazu erzählen, weil wir uns erst im Teststadium befinden. Wir wollen hier auch keine Werbung machen und halten uns neutral. Wenn wir davon überzeugt sind, können wir auch auf Mail-Anfrage Infos dazu weitergeben. Noch ist es zu früh dafür.

30 Tage dürfen wir das Programm testen und bei Missfallen retournieren und bekommen alle Kosten ersetzt. Soweit so gut. Es war ein Anreiz uns drüber zu wagen, obwohl komplexe Traumatisierung von den Anbietern durchaus als schwierige Indikation gewertet wurde und wir mehrmals zur Vorsicht gemahnt wurden auch um Retraumatisierungen und Flashbacks zu vermeiden. Auch wurde uns dringend empfohlen das Training von einer Therapeutin / einem Therapeuten begleiten zu lassen.

Nun es ist freilich selbstverständlich, dass die Erfahrungen, die wir damit machen auch in der Therapie besprochen werden. Auch unsere durchaus fortgeschrittene Heilungssituation, ermutigte uns es bei allen Schwierigkeiten zu erproben. Und wir kennen unsere Grenzen nach über zehn Jahren Yoga und Meditation bereits sehr gut. Zudem ist es gerade die Vorsicht der Anbieter die sehr seriös auf uns wirkt. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und dennoch viel Mut gemacht auf Grundlage von validierten Daten einer Studie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Wir arbeiten nun seit nur drei Tagen mit diesem Schlaftraining und es hat uns mit einigem konfrontiert. Zunächst wurde uns klar, dass wir auch deswegen nicht schlafen, weil wir tatsächlich täglich darauf warten, dass wir „endlich“ vergewaltigt werden, damit wir dann in Ruhe einschlafen können und nicht mitten im Schlaf unsanft geweckt werden. Eine wichtige Erkenntnis, denn wir wurden seit Jahrzehnten nicht mehr vergewaltigt. Das Gehirn hatte es aber unbewusst noch immer so abgespeichert. Als nächstes klärte sich unser Verhältnis zum Hass auf unsere Eltern, für den wir uns immer enorm geschämt haben und uns dafür innerlich gegeißelt haben.

Es kamen folgende Gedanken: „Wir dürfen die Eltern hassen, aber sie sind es nicht wert!“ Was ohne Kenntnis über unsere Erfahrungen extrem klingt, ist doch sehr logisch bei allem, was wir erlebten bzw. erlitten.

Wir erkannten, wie sich der, noch dazu verdrängte, tiefe Hass den wir fühlen nur gegen uns richtet. Der Hass hält uns in der negativen Verbindung zu unseren Eltern. Ihn loslassen bedeutet unsere Eltern loslassen und unser Leben frei zu leben. Intellektuell wissen wir das bereits lange, aber das änderte noch nichts daran. Bewusst bekamen wir keinen Zugang zu dieser Emotion. Letzendlich bringt und das Loslassen von diesem tiefen Hass ein großes Stück weiter zu unserer Lebendigkeit. Möge es gelingen. Bei all dieser Anstrengung sind wir so aktiv wie schon sehr lange nicht.

Das Schlaftraining hat bislang einen logischen aber auch widersprüchlichen Effekt. Einerseits stresst es uns, da es auf einer unbewussten Ebene ganz tiefe Überlebensmuster von uns angreift und beginnt diese aufzulösen. Negative Gedanken, die wir so gewohnt sind, dass sie zu uns gehören werden uns vor Augen geführt und es ist sehr anstrengend sie loszulassen. Es findet also ein innerer Kampf statt, Vergangenheit gegen Zukunft, Leiden gegen Lebendigkeit und Freiheit. Anderseits aber führt uns genau dieses Erkennen und Loslassen zu einer inneren Ruhe die uns neu ist.

Wir fühlen uns aktuell also gestresst und ruhig zugleich.

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu DIS haben uns immer auch deshalb fasziniert, weil uns bei unserem Psychiatrieaufenthalt anno 1992 ein auffälliges EEG attestiert wurde, mit dem die Ärz*innen damals nichts anfangen konnten. DIS wurde nicht diagnostiziert. (*)

Wer weiß, wohin uns all dies führen wird? Wir bleiben neugierig!


(*) https://www.psymag.de/11355/neurowissenschaftliche-befunde-gespaltene-ich-dissoziative-stoerungen/

Leben mit DIS #36: „Warum müssen wir immer arbeiten?“

Wir haben beschlossen, dass wir strukturierter an unseren Projekten dranbleiben wollen und sind ganz beseelt von dieser Entscheidung.

Ein Erfolgsjournal soll uns dabei unterstützen.

Allein ein Innenkind weint und es entspannt sich folgender Dialog: „Warum müssen wir immer arbeiten?“

Das Kind meint damit Hausarbeit, Baugruppe, Arzttermine, also im Grunde alles was so ein Erwachsenenleben ausmacht im Vergleich zu Kleinkindern, die in der Gegenwart und in den Tag hinein leben.

Antwort: „Weil wir erwachsen sind.“

Das Kind versteht es nicht. Es ist ja nicht erwachsen, auch wenn der Körper das ist. Die Tatsache, dass der Körper eigentlich schon ziemlich lange erwachsen ist, ist für das Innenkind fremd. Für das Kind und andere Innenkinder kommen Traumata hoch, als es viel zu früh für den Haushalt verantwortlich gemacht wurde und bestraft wurde oder zumindest gedemütigt wenn es nicht so funktionierte, wie ein geführter Haushalt sein sollte. Und es hatte niemals funktioniert, weil es eine enorme Überforderung war.

Uns Erwachsenen kommt der Gedanke, ob es einfach damals nur eine Schikane war, um einen Grund zu finden uns zu quälen? Es steht für uns ohne Zweifel, dass der Vater ein Tyrann und Sadist war. Dazu würde es passen.

Ich versuche die Antwort zu präzisieren, weshalb wir arbeiten müssen bzw. wollen: „Wir wollen doch alleine in einer Wohnung leben. Da fühlen wir uns sicher(er). Dann müssen wir eben einiges arbeiten, damit wir so leben können.“

Die Tränen hängen dem Innenkind noch immer in den Wimpern. Es schaut traurig.

Wir verstehen, dass wir in unserem Erfolgsjournal die Bedürfnisse der Innenkinder unbedingt beachten müssen. Es muss genügend Zeit bleiben zum in den Himmel schauen oder in die Baumkrone vor dem Fenster und evtl. einen Buntspecht beobachten oder andere Vögel. Es sollten auch andere Bedürfnisse zur Erholung einfließen. Das brauchen wir Erwachsenen auch.

Ja, wir haben Angst vor dem Leben. Das war wieder einmal der erste Satz nach dem Erwachen, den wir im Kopf hatten.

Dann haben wir nachgedacht, worüber wir glücklich und dankbar sind. Und es ist uns manches eingefallen.

Gedanken lassen sich lenken. Davon sind wir überzeugt und haben es schon oft genug praktiziert. Aus Angst vor Veränderung kann Freude über den Erfolg werden, das wissen wir.

Wir gehen weiter ….

Erfahrungen zum Traumakongress nach dem 3. Tag

Trauma is perhaps the most avoided, ignored, belittled, denied, misunderstood, and untreated cause of human suffering.

Peter Levine

Trauma ist vielleicht die am meisten vermiedene, ignorierte, herabgewürdigte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens.
Peter Levine

Zunächst einmal sind wir extrem müde, aber unserem Englisch hat die Übung bislang sehr gut getan.

Am ersten Tag war es noch einigermaßen schwierig dem Interview zu folgen und parallel auf deutsch Notizen zu machen, mittlerweile geht es bereits recht gut.

Und das mitschreiben lohnt sich! Wir haben gestern und heute je vier Interviews gehört, am ersten Tag nur eines, da wir unterwegs waren und können sagen, dass uns sieben Gespräche von den neun gehörten fasziniert haben und sicher in unserer Heilung weiterbringen werden, durch die erfahrenen Erkenntnisse aber vor allem auch durch die neu oder vertieft erlernten Werkzeuge. Die anderen beiden brachten ebenso wichtige Erkenntnisse, aber wir hatten leider Probleme mit den Interviewten, wobei das evtl. auch daran liegen könnte, dass diese beiden Gespräche auf französisch geführt wurden und wir nur mittels der Simultanübersetzung folgen konnten. Eine emotionale Verbindung zu den Sprecher*innen war uns dadurch unmöglich und es wurde langatmig zuzuhören. Unsere Französich-Kenntnisse sind definitiv zu gering für diese Fachgespräche.

Die bislang wichtigste Erkenntnis ist auch nicht neu, aber doch in dieser Klarheit selten ausgesprochen:

„Nur sprechen hilft in der Therapie mit Trauma nicht, es braucht mindestens ein Werkzeug, eine Methode um Traumata zu lösen. Denn Trauma sitzt im Körper!“

frei übersetzt nach Bob Schwarz

Es wurden bislang mehrere Methoden vorgestellt, die wir zum Teil kannten und auch bereits verwendet hatten, aber doch nicht konsequent. Das wollen wir noch weiter forcieren. Wenn es Interesse gibt, werde ich die Methoden und Expert*innen gerne in einem nächsten Beitrag, nachdem wir ausgeschlafen haben, hier vorstellen. Und auch genauere kleine Einblicke in jene Bereiche, die wir besonders interessant fanden. Bitte lasst es uns doch in den Kommentaren wissen, wenn es die eine oder den anderen interessiert.

Bis inkl. Montag gibt`s Programm. Anmelden sollte hier noch möglich sein:
https://quantum-way.com/en/evenements/espace-sommet-trauma-attachement-resilience-2021

oder mit dem Link im letzten Beitrag.
Ganz unten auf der Seite findet sich auch das Programm des Kongresses.

Ein schönes Wochenende wünschen wir euch und hoffen den Interview-Marathon durchzuhalten, weil gerade morgen und auch am Sonntag noch so viele interessante Interviews angekündigt sind.

Ach, das ist alles ein richtiges Vernügen!!!!!!

Traumakongress von 21.4. bis 26.4.

Gratis Traumakongress –
Trauma, Attach(e)ment & RESILIENCE – von 21.4. – 26.4. leider nur auf Englisch oder Französisch.

35 Traumaexpert*innen in Zoom Interviews. U.a. Stephen Porges – Polyvagal-Theorie oder Bessel Van der Kolk.

Das gesamte Programm gibt’s hier zu sehen:

https://quantum-way.com/en/evenements/espace-sommet-trauma-attachement-resilience-2021/

Hier gibt’s weitere Infos und gratis Anmeldemoglichkeit: https://sommet.quantum-way.com/ref/th55883053

Wir haben es leider auch erst am Abend erfahren. Auch wenn es zu viele Stunden Information in den wenigen Tagen sein mögen, kann ja auch gewählt das eine oder andere Interview verfolgt werden.

Vielleicht ist es ja für manche Leserin, manchen Leser hier interessant?

Wir haben ein Kontaktproblem!

Mit wenigen Worten hat Julia hier eine überaus wichtige Aussage getroffen, die wir gerne rebloggen, da uns das Fehlen der Bindung bzw. das Fehlen des Beobachtens was im Kontakt zwischen uns und dem/der jeweiligen Gesprächspartner*in stattfindet in nahezu jedem Kontakt, vor allem in näheren außerordentlich fehlt.

Dafür braucht es den Willen zur Reflexion und den Mut hinzusehen bzw. zu fühlen.

Danke liebe Julia für diesen so wichtigen Beitrag.

Was wir jedoch leider überhaupt nicht teilen ist, dass der Herr Gopal Norbert Klein in dem Video-Mitschnitt von Frankfurt aufgrund dessen, dass wir Menschen Bindung brauchen die Maßnahmen gegen Corona als falsch darstellt und jene, die sich daran halten als von Angst besetzt. Dabei sind es einfach unterschiedliche Ängste zwischen den verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft in Bezug auf Covid-Maßnahmen und -Erkrankung, was er später durchaus aussagt und für ein Miteinander bzw. in Kontakt treten der unterschiedlichen Parteien aufruft, was wir sehr schätzen.

Wer das verlinkte Video differenziert hören kann, mag es anhören. Für uns war es vor allem zu Beginn schwierig anzuhören, weil wir uns abgewertet gefühlt haben.

Warum wir den Beitrag dennoch teilen? Weil wir die Grundaussage wie enorm wichtig es für unsere Gesellschaft ist miteinander in Kontakt zu treten und wirkliche Bindung zu fühlen, unterstützen. Diese Bindung fehlte vor Covid und fehlt auch jetzt. Als hätte die Pandemie diese Problematik nur mehr ins Rampenlicht gerückt. Es wird aufgezeigt, woran es wirklich mangelt in der Gesellschaft, in den meisten Kontakten. Es mangelt an einer Kommunikation in der wir uns wirklich für einander öffnen.

Hochsensibel und Multipassioniert

Und die Lösung ist nur im Bindungskontext zu finden.

„Was wir Menschen am Dringendsten brauchen – nach Sauerstoff, Wasser, Essen und Trinken – ist BINDUNG.“

Was Arno Gruen als Theorie in all seinen Büchern bis ins kleinste Detail beschrieben hat als auch Stephen Porges und Gabor Maté über die Polyvagaltheorie und Entwicklungstrauma, überführt nun Gopal Nanzer-Klein mit dem Lokalen-Gruppen-Projekt und dem Ehrlichen Mitteilen in die Praxis – gestern z.B. in Frankfurt vor dem Römer.

Wir müssen dort hinschauen, wo wir sonst nie hinschauen: auf das, was gerade jetzt im Kontakt zwischen uns stattfindet.

Der Körper ist die Wiege des Verstandes und nicht umgekehrt.

Alles Liebe, Julia

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Dami Charfs Onlinekongress „Trauma & Beziehung“

Onlinekongress 2021 – Trauma und Beziehung Tag 1

Wir haben gerade gemerkt, dass dieser Link nicht mehr geht.

Hier geht’s zur Startseite: https://traumaheilung.de/start/

Dort ist es auch noch möglich sich anzumelden.

Der Kongress dauert von 22. – 26. Februar 2021

Dieser höchst interessante Onlinekongress hat am Montag begonnen und wir haben bislang drei von vier Interviews des ersten Tages gehört und sie waren alle so berührend oder auch erklärend, dass wir sie gerne öfters hören wollen. Leider sind die Gespräche nur 24h gratis online zu hören. Allerdings ist es nicht so teuer einen Mitschnitt zu kaufen.

Wir sind so begeistert!!!!

Einer der Interviewpartner, der immer wieder zu hören ist zum Thema Dissoziation ist Johannes B. Schmidt. Er spricht auch über komplexe Dissoziation bzw. DIS mit einem außerordentlichen Verständnis und einem Gefühl von Nähe, die einfach gut tun.

Außer ihm waren am ersten Tag Diana Sterzig – über die Prägung des eigenen Lebens bereits als Baby, Katia Saalfrank – über Trauma und Elternschaft und Sigrid Plate – zu prä- und perineutralem Trauma bzw. wie ein gutes „Willkommen“ in dieser Welt funktionieren kann, im Gespräch mit Dami Charf.

Vielleicht hilft es zu wissen, wer am ersten Tag gesprochen hat auch wenn die Gespräche leider nur mehr bis Dienstag 6h früh gratis zu hören sind.

Vielleicht mag jemand hineinhören.

Alles Liebe und Gute für alle, die auf unserem Blog lesen! Danke für eure Geduld, dass wir gerade wenig schreiben können. 💖🍀🎋

Lockdown über Monate als Single = Einsamkeit ¹⁰⁰

Ohne Nähe und Liebe lebte es sich im Alltag vor Corona bereits ziemlich schwierig und belastet. Der Lockdown treibt uns langsam zum Wahnsinn.

Ich habe Angst um uns. Wirklich große Angst. ….

Statt Schlafen laufen wieder einmal nur Tränen.

Nur einmal wöchentlich mit einem Menschen, nämlich der Therapeutin, zu sprechen ist einfach zu wenig.

Zwei, drei Worte beim zahlen an der Kasse des Supermarkt zählen wir nicht als Gespräch.

Verzeihung, ich weiß, dass es vielen schlecht geht und wir wollen nicht jammern, aber wir sind so erschöpft.

Auch wenn dieser Beitrag entbehrlich ist zu lesen, bitte verzeiht ihn uns.