Die Schwimmerin

Meditieren hat nicht nur Vorteile. Das könnte ich denken, wenn ich meinen momentanen Schmerz ansehe.

Dein Schmerz ….. ha, ha, du fühlst es doch eh nur mit, abgeschwächt, wenn überhaupt!

Ja, ich Erzählerinstimme. Wer bin ich denn?

Gestern waren wir das erste Mal in diesem Sommer im Schwimmbad. Es ist mein Lieblingsbad. Jugendstilambiente mit wunderschönem Ausblick. Und danach waren wir sehr müde, ja fast erschöpft, wie immer. Da es ein Thermalbad mit hohem Schwefelgehalt ist, ist auch dies für den Körper anstrengend, dachte ich immer.

Dennoch war an Schlafen nicht zu denken. Wir schauten fern. Noch dazu einen Film, wo es um eine Vergewaltigung und daraus folgende Schwangerschaft ging. …. Keine gute Idee, gar keine gute Idee!? Oder doch? Denn im Grunde war der Boden schon durch das Schwimmen aufbereitet. Jedes Jahr dieselbe Situation. Der Körper schwimmt. Es tut so sehr gut und  wir tun es sehr gerne. Wir kommen zurück und der Tag danach ist eine Katastrophe.

Nun beim Meditieren hatten wir klar gespürt, dass wir nicht wissen, wer diese Person ist, die da schwimmt. Ich kann mich an den gesamten Tag erinnern. An umgängliche Gespräche im Schwimmbad. Eine leutselige Person, die etwas angeberisch ist. Sie weiß, dass sie viel besser schwimmt als die meisten Badegäste.

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Das Dilemma und mein Weg hinaus

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Fotoausstellung Baden bei Wien

Oder: Darf es mir/uns gut gehen und was bedeutet „gut gehen“ für uns?

Seit das Trampolin Einzug in mein Leben gehalten hat, hat sich so vieles verändert. Das ist langsam nicht mehr neu und dennoch wundere ich mich jeden einzelnen Tag, wenn ich erwache und nicht mehr von dieser Schwermut geplagt bin, die mir noch vor drei Monaten täglich „Wozu lebe ich überhaupt?!“ in mein Gehirn schrie kaum dass ich die Augen öffnete. Stattdessen zu erwachen und zu denken: „Mein Leben ist in Ordnung!“ oder „Es ist gut!“ mit einem zarten Lächeln im Gesicht, ist eine Freiheit, die uns dennoch überlegen lässt.

So von einen Tag auf den anderen, ein neues Leben? Aber ist es ein neues Leben? Natürlich nicht! Darf es uns denn gut gehen? Das war stets die Frage unseres Lebens. Und so arbeiten wir uns auch hier am Blog an dieser plötzlich neuen Wahrnehmung ab. Bereits die letzten Beiträge handelten von nichts anderem.

Plötzlich geänderte Wahrnehmungen bei Leuten mit DIS/DDNOS sind auch mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht ist ja gar nichts anders und nur eine andere Person heraußen, die den Alltag übernommen hat? Das kann auch mehrere Monate andauern, dass sich eine Person oder mehrere in den Vordergrund kämpft bzw. kämpfen und genau dort bleiben. Die dunklen Monate von Mitte Oktober bis Mitte Jänner war das über viele, viele Jahre so bei uns.

Nein, so fühlt es sich nicht an. Es fühlt sich ganzer an, kompletter. Das Wohlfühlen scheint vielleicht nicht alle, aber doch viele zu betreffen.

Eine weitere Änderung in meinem Alltag ergibt das Lesen anderer Blogs von jenen, die Gewalt erlebten. Jene Blogs zu lesen erzeugte in mir immer wieder das Gefühl verstanden zu werden. Ein Empfinden von Verbundenheit. Ich fand mich vor allem dort wieder, wenn es darum ging mit schwierigen Gefühlslagen zurande zu kommen. Seit einiger Zeit ist das anders. Es fällt uns schwer, diese Blogs zu lesen. Es ist nicht so, dass wir plötzlich keinerlei Zugang mehr zu den Emotionen und Seelenzuständen hätten, vielmehr haben sie nur als Erinnerung mit uns zu tun. Ob das auf ein anderes Innenwesen in der Außenwelt spricht, oder „bloß“ auf mehr Distanz zu anderen Personen, was ein großer Heilungsschritt wäre? Ein mich nicht mehr auflösen in den Geschichten der anderen, sondern meine eigenen Grenzen wahren. Die ersten Gedanken beim lesen eines anderen Blogs mit dieser veränderten Wahrnehmung waren: „Ja, das ist alles ganz schrecklich, aber es ist nicht meine Geschichte. Es muss MIR nicht schlecht gehen deswegen!“ Früher war es so, dass Mitgefühl mit anderen für uns vor allem Mit-LEID hieß, was uns nicht bewusst war. Wir litten tatsächlich mit vielen schmerzhaften Blogartikeln mit und es gab uns eine Existenzberechtigung!

Als Kind war ich verantwortlich für das Wohlbefinden der gesamten Familie. Meine Mutter und mein Bruder waren zu ängstlich, sich gegen den sadistischen Vater zur Wehr zu setzen. Diese beiden galt es zu trösten und stärken, damit sie sich nicht schwach fühlten mit ihrem Unvermögen, obwohl sie es waren.

Und den Vater hatte ich auf vielfältigste Weise zufrieden zu stellen. Ich hatte ihm zu dienen, als Sklavin im Haushalt, als Sexsklavin, als intellektuelle Gesprächspartnerin (das war wohl das woraus ich tatsächlich auch profitierte), die jedoch niemals widersprechen durfte und ihn bloß stellen, auch wenn er Unsinn sprach. Letztendlich hatte ich bei allen dreien die Aufgabe ihre Probleme anzuhören und ihnen Mut zu zusprechen.

Wir haben nun den Verdacht, dass uns jenes Muster Probleme anzuhören und Mut zu zusprechen das Gefühl der Geborgenheit vermittelte beim Lesen schlimmer Erfahrungen auf anderen Blogs. Das Gefühl des wiedererkennen, des dazu gehören. Es war ein Gefühl von früher. Das Dilemma und mein Weg hinaus weiterlesen

Emotionale Hochschaubahn oder: Wird Depression zur Erinnerung für uns?

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Erstaunliches geschieht. Die letzten Monate waren mit Arbeit überhäuft. Seit unserer Entscheidung für eine neue Wohnung in Gemeinschaft vor über einem Jahr, geht es innen rund. Vor allem seit Anfang dieses Jahres laufen die Planungsarbeiten für die Errichtung der Gebäude auch für die Baugemeinschaft voll an. Garten und Gemeinschaftsräume wollen geplant werden. Die Zeit des Beschnupperns ist ebenso Vergangenheit, wie die Zeit des sehr zurückhaltenden Umgangs miteinander. Befindlichkeiten und Eigeninteressen drängen an die Oberfläche und reiben sich an ebensolchen der anderen.

Gute 20 Jahre leben in Zurückgezogenheit und auch Isolation haben ein nahezu abruptes Ende für uns genommen. Fast möchten wir sagen ein zu abruptes. Nichts ist selbstverständlich für uns. Das ist es auch für andere in der Gruppe nicht, aber für uns ist es vielleicht noch außergewöhnlicher?! Ein dazu gehören, obwohl wir in Berufsunfähigkeitspension sind, obwohl wir immer wieder sehr ängstlich sind oder uns gegen Umarmungen vor allem von Männern aussprechen. Auch, dass wir bei Gruppentreffen aufgrund immer wieder auftretender Überforderung weinen, ist kein Grund uns ablehnend zu begegnen. Vielmehr bekommen wir immer wieder Zuspruch, Unterstützung und Trost. All das ist besonders für uns. Langsam lernen die anderen uns kennen. Über unsere DIS/DDNOS wissen nur zwei zukünftige Mitbewohnerinnen Bescheid. Oder sollte ich schreiben: „Über unsere DIS/DDNOS wissen SOGAR zwei zukünftige Mitbewohnerinnen Bescheid?“ Wir sind sehr dankbar, dass es sich entwickelt, wie es sich entwickelt. Trotz aller Anstrengung und dem immer wieder auftretendem Gedanken, dass wir das nicht schaffen und überlegen, ob wir aussteigen sollten. Langsam aber merken wir, dass jene Aufgaben, die wir von uns selbst erwarten ohne Überforderung lösen zu können, auch diejenigen überfordern, die nicht an einer Traumafolgestörung leiden. Es liegt nicht an uns, dass wir nichts schaffen. Manches ist einfach zu viel. Menschen überfordern sich. Nicht nur wir! Heureka!!! Es nutzt eben nichts, dass uns unsere Therapeutin dergleichen seit bereits einer gefühlten Ewigkeit vermitteln will. Wir haben es nicht verstanden oder ihr nicht geglaubt.

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Sein dürfen #1b: Auf dem Podest!

Folgenden Beitrag haben wir am selben Tag wie den zuletzt veröffentlichten geschrieben. Er ist also über einen Monat alt. Dann kam der Stress mit DSGVO und anderer und wir hatten keine Kraft und Worte übrig. Der Blog ist angepasst und das erleichtert.

Manches in diesem Beitrag beschriebene ist bereits mit meiner Therapeutin besprochen. Dennoch erachte ich den Text noch für interessant. Schäme mich zwar für manche Stellen, stehe aber dazu.

Ein wunderschönes Wochenende euch allen. Das Chaos um die DSGVO hat mir die Gemeinschaft der Blogger_innen noch näher gebracht. Ihr seid wunderbar. 😃❤️🌞🍀 Wie schön, dass es euch gibt. 💖🌻


Zitternd ging ich zur Psychotherapie. Ich erinnere nicht, ob ich schon einmal solche Angst davor hatte hinzugehen. Die Furcht begann erst als ich aus der Straßenbahn ausgestiegen war und die Straße zur Therapeutin entlang ging. Wir wollten nicht hin. Wir fürchteten, dass sie uns unser Erfolgserlebnis, unser Glücksgefühl wegnimmt.

Ich glaube wir haben meist Angst vor Therapie. Traumatherapie ist alles andere als angenehm. Sie tut weh, immer wieder und wer will das schon. Allein die Tatsache, dass sich mit den Jahren doch sehr vieles zum besseren geändert hat, gibt uns die Kraft es auf uns zu nehmen. Auch das Gefühl dieses Leben alleine (noch) nicht zu schaffen und was meine aktuelle langjährige Therapeutin betrifft auch die Tatsache, dass sie die beste Begleitung ist, die wir bislang hatten, wenn ich auch aufzählen könnte, was mir nicht passt. Das tue ich nicht gerne, schließlich liest sie mit (auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin – herzlichen Dank dafür!) und ich könnte ja eine andere Hilfe suchen, wenn ich unzufrieden wäre. Wenn ich die Hoffnung – oder sollte ich Phantasie schreiben ? – auf wirklich perfekte Therapie, die mich flugs heilt, am besten ohne Heilungsschmerz nicht bereits verworfen hätte. …. Da ist dieser unbändige Wunsch, dass irgendjemand das alles doch gut machen kann. Ganz gut, so als hätte ich eine andere Lebensgeschichte. Wann ich akzeptieren kann, dass mein Leben eben so ist, wie es ist? Es ist so schwierig anzunehmen!

Zudem habe ich zu viele Erfahrungen mit Therapien gemacht, die viel mehr schadeten als halfen. Diese hilft, auch wenn es mich immer wieder anwidert, wie mühsam es ist und wie lange es dauert, und, und, und.

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Sein dürfen #1a: Die Angst überwinden

und wie der „Zufall“ dabei mitunter hilft!

Was für eine Zeit, im positivsten Sinne — letztendlich! Soviel Angst und soviel Überwindung eben dieser. Und es ist mir passiert, sie zu überwinden. Bewusst wäre ich viel lieber davon gelaufen.

Zuerst war der Termin mit der Reperatur meiner Heizung zu überstehen. Das war die leichteste Übung, obwohl ich sie seit Monaten vor mir her schob, weil ich solche Angst hatte. Angst nicht bloß vor dem Handwerker der in meine Wohnung kommt, sondern auch davor, was alles kaputt sein könnte.  Die schlimmsten Horrorszenarien malten wir uns aus. Waren überzeugt, dass die Leitung etwas hat und wir den großen Kasten irgendwie von der Wand weg bekommen,  abbauben müssen. Letztendlich war es eine Kleinigkeit und der nette Handwerker war binnen 15 Minuten wieder aus der Wohnung draußen.

Die Heizugsreparatur geschafft zu haben trotz starker Belastung, die uns ein Treffen der Baugruppe nur drei Tage davor bescherte, war ein Grund zu großer Freude.

Wir trafen einige Leute der Baugruppe auf der Baustelle um zu sehen wie die Arbeiten voran gehen. Es war einer der ersten wärmeren Tage. Vielleicht lag es daran, dass viele meinten mich umarmen zu müssen.

Wir fühlten es bereits und sahen auch, dass einige Männer von unserer Gruppe anwesend waren. Ein Innenwesen meinte noch erschrocken: „So viele Männer!“ Noch bevor es gelang manche in Sicherheit zu bringen, passierte bereits ein Umarmungs-Marathon, gegen den wir keinerlei Chance hatten uns zu wehren. Umarmungen oder Berührungen von Männern sind enorm schwierig bis unerträglich für uns. Das geht nur langsam mit Vorwarnung und viel Achtsamkeit. Und es sollte bereits ein Vertrauensverhältnis bestehen. Sonst kann ich sehr gut darauf verzichten. Schon die Situation, dass sich ein zumeist wesentlich größerer Mann zu mir herunter beugt lässt einen Film von Gewalterinnerungen ablaufen, der einen Fluchtinstinkt auslöst. Leider bedeutet Flucht bei uns in den meisten Fällen dissoziieren, selbst wenn ein zurückweichen leicht möglich wäre. Bei diesen Umarmungen hätte uns wahrscheinlich sogar ein bloßes zurück zucken vor dieser unerträglichen Situation gerettet. Das konnten wir nicht. Wir haben keinen Impuls für angebrachte Reaktionen, wenn etwas triggert. In unserer Kindheit war Dissoziieren angebracht um die Gewalt zu minimieren. Heute erschwert es die Lage.

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Leben mit DIS #16: Aber das Trauma ist doch vorbei – oder doch nicht?

Als ich heute erwachte, strahlte bereits die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Mit Ohropax in den Ohren war es in unserer Wohnung friedlich und ruhig. Wir Fühlten uns gut und dachten: „Die Gewalt ist endgültig vorbei. Wir reden uns doch bloß ein, dass alles so schwer ist. Wenn wir positiver denken, dann geht alles viel leichter. Wir brauchen uns nur ein klein wenig mehr anstrengen.“

Vor vierzehn Tagen etwa hatten wir eine Idee, wie wir endlich unser Buch umsetzen könnten. Eine Freundin, die uns letzten Donnerstag besuchte meinte noch, dann könne ich es ja binnen zwei Monaten schreiben. „Sehr lustig!“, sagte jemand innen, ohne es laut auszusprechen, denn die Freundin meinte es ernst. Ich widersprach, dass das doch eine sehr kurze Zeit ist, aber ich kann beginnen.

Heute wollten wir das unbedingt angehen. Wir freuten uns darauf.

Nur noch eine Kleinigkeit war zu erledigen. Bei unseren Heizkörpern gibt es manches zu reparieren. Einer tropft, ein anderer wird nicht warm. Wir müssen die Fernwärme anrufen und einen Termin für eine Reparatur vereinbaren. Ein Innenwesen mahnte zur Vorsicht: „Wenn wir das nun machen, kann es sein, dass uns das aus der Bahn wirft und wir nicht schreiben können.“ „Blödsinn!“, dachte ich. Ist ja nur ein ganz kurzer Anruf. Leben mit DIS #16: Aber das Trauma ist doch vorbei – oder doch nicht? weiterlesen

Beziehungen ohne Gewalt: Ein schwieriger Lernprozess

Die Quelle des Bildes ist unbekannt. Bei rechtlichen Ansprüchen bitte um E-Mail und es wird sofort gelöscht!


Ich muss ordnen, was in meinem Inneren tobt. *switch*, das Gefühl spaltet sich ab, sobald ich es ausdrücken versuche. Das Innenwesen versteckt sich? Betrifft es nicht uns alle? Wurde jemand getriggert?

Seit mehreren Tagen folgt ein Trigger auf den anderen. Vielleicht hätten wir mehrere Beiträge von anderen nicht lesen dürfen. Es ging auf mehreren unterschiedlichen Blogs um Beziehungen, Familie und die Frage ob Menschen die komplex traumatisiert sind Kinder haben sollten. Es waren schwierige Gedanken oder glückliche Darstellungen harmonischer Situationen. Beides triggerte gleichermaßen.

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Worauf mich Kommentare bringen

Ergänzung zu Leben mit DIS #14

Weiß nicht, ob diese Erinnerung vielleicht triggern könnte. Bitte passt auf euch auf, falls ihr lesen wollt!

Die lieben Rückmeldungen zum letzten Beitrag und Bemühungen mir mit eigenen Tipps und Tricks zum Schlafen weiterzuhelfen hatten Folgen.

Ich denke positive Folgen.

Wir hatten das Schlafproblem immer mit den Vergewaltigungen in Zusammenhang gebracht, die erst ab dem 14. Lebensjahr bewusst einordenbar waren.

Erst ab diesem Zeitpunkt war es uns möglich eine Gegenstrategie zu entwickeln, wie in der Nacht wach bleiben und abwarten, bis Papa eingeschlafen ist. So tief eingeschlafen, dass die Wahrscheinlichkeit dass er noch zu uns kommt geringer ist.

Damals haben wir öfter dick angezogen geschlafen. Einerseits, weil wir immer knapp am Nervenzusammenbruch lebten und daher permanent froren, obwohl wir unser Bett direkt neben dem Heizkörper stehen hatten und unser Vater die Wohnung tagsüber im Winter auf 28 °C heizte. Anderseits aber auch, weil wir uns sicherer fühlten, so eingehüllt.

Natürlich ist all dies auch nicht dazu angetan in einen friedlichen Schlaf zu sinken, aber zuvor kam eine Erinnerung an ein viel früheres Ereignis. Ein Ereignis zu dem ich bislang nur über einen Traum, den ich evtl. schon einmal erwähnte Zugang fand.

Ich hatte mein gesamtes Leben bis ich Traumatherapie begann, also ungefähr 35 Jahre einen Alptraum, der sich als Erinnerung entpuppte. Denn erst als ich ihn als das wahrnahm, verschwand er.

Der Traum war, dass Hände durch die Wand kommen und mich würgen. Länger brauchte die Erinnerung nicht sein. Als ich mir bewusst machte, dass uns unser Vater als Baby im Gitterbett liegend gewürgt haben muss, wofür es auch Beweise in meinem Bewusstsein gab, die ich nur wie Puzzlesteine zusammenfügen musste, waren Reaktionen meiner Eltern plötzlich verständlich, die darauf abzielten, dieses Ereignis vor mir zu vertuschen.

Die Hoffnung, dass ich mich eh nicht daran erinnere von meinem Vater in die Bewusstlosigkeit gewürgt worden zu sein ging nicht auf. Dass er mich auch wieder ins Leben zurückholen konnte war seiner sehr fundierten erste Hilfe Ausbildung zu verdanken.

Während der Beantwortung der Kommentare kam mir plötzlich die Erkenntnis, dass die Schlafstörungen auch mit diesem Erlebnis zu tun haben könnten. Die Angst, im Bett zu liegen in völliger Abhängigkeit von anderen Menschen. Und dann, falls ich aufwachen sollte und es geht mir schlecht und rufe um Hilfe, oder kann einfach nicht schlafen werde ich gewürgt. So war es damals. Das Bett als nahezu tödliche Falle. Wurde es so in meinem Gehirn abgespeichert? Die später hinzukommenden Erfahrungen bestätigten, dass mein Bett ein gefährlicher Ort ist. Der gefährlichste in der Wohnung.

Das ist eine gute Basis für eine Brainspotting-Sitzung um das Trauma Stück für Stück aufzulösen.

Vielen Herzlichen Dank allen, die mich mit ihren hilfreichen Kommentaren auf dem Weg zu dieser Erkenntnis begleiteten. 💖

Hinweis auf Blog: „Sofies viele Welten“

Die liebe Sofie und die bunten Schmetterlinge hat auf ihrem Blog in den letzten Tagen mehrere sehr bemerkenswerte Beiträge veröffentlicht.

Am 12. Jänner schrieb sie

über PTBS bei DIS

Dieser Beitrag wurde von Melinas Schreibfamilie rebloggt und ergänzt und diese Ergänzung nochmals bei Sofie geteilt.

über Therapie von DIS – Melinas Schreibfamilie – Ergänzung zu PTBS bei DIS

 

Und nun am 17. Jänner veröffentlichte sie den wunderbar stärkenden und Mut machenden Beitrag

über Die Dimension der Heilung

Ich könnte etwas dazu sagen, wenn ich könnte. Mir fehlt die Kraft an allen Ecken und Enden um zu schreiben.

Ein gestern begonnener Beitrag hat nach einigen Stunden Schreibarbeit noch kein Ende gefunden. Vielleicht wird er noch?

Darum bin ich einerseits außerordentlich dankbar für diese so wichtigen und wundervollen Gedanken, die Sofie in Worte gefasst hat. Und ebenso für die Ergänzung von Melinas.

Ich ersuche euch Sofie und die bunten Schmetterlinge und Melinas um Nachsicht, dass ich mich bei euch so einfach bediene und hoffe, dass ihr meine lieben Leser_innen von dem Geschriebenen manches davon mitnehmen könnt.

Ich verstehe, dass einige von euch die Beiträge bereits kennen und hoffe, dennoch bei euch auf Interesse zu stoßen.

Es lohnt sich sehr diese Artikel zu lesen!

Herzliche Grüße an alle 🌺🧡🌺

Fühlen lernen

Zitternd liegen meine Finger auf der Tastatur. In mir vibriert es. Habe heute zwei Tage nacheinander Pukka-Kräuterkapseln genommen. Wir sind ausgeschlafener als in den letzten Wochen und die Dissoziation geht (dadurch?) zurück, das ist zum Teil kaum zu ertragen. Irgendwo stehen wir zwischen dem Wunsch, dass die Spaltung weniger wird und der Erlösung durch die Spaltung und dem Wunsch, weniger zu fühlen.

Seit einiger Zeit begleitet uns emotionales Kopfschütteln. Die Worte fehlen, nur der Kopf geht kaum sichtbar von rechts nach links und retour. Als wollte ich kontinuierlich sagen: „Das kann doch alles nicht wahr sein!“ Tränen und Unwissen, was genau nicht wahr sein kann.

Es gibt ein frühes Kindheitsfoto von mir, als ich im Gitterbett liegend meinen Kopf auf meine Hände stütze. Wenn ich es heute ansehe, sieht es aus, als hätte ich genau dies gedacht. „Das kann doch nicht wahr sein!“ oder auch „Was geht denn hier ab?!“ Vielleicht auch: „Ich bin im falschen Film, das kann nicht sein!“ Natürlich habe ich als Baby/Kleinkind all dies nicht gedacht, aber das Entsetzen, das Entsetzen von damals ist so nahe. Fühlen lernen weiterlesen