„Mein“ Körper

∑Ich führe einen Kampf gegen meinen Körper. Das geht so weit, dass ich ihn nicht als „mein“ bezeichnen mag. Die Osteoporose, die als Folge der Krebserkrankung und erblich bedingt an meinen Knochen nagt, ist weiter fortgeschritten. Die Medikamente, die laut Testmethoden helfen haben eine Vielzahl an Nebenwirkungen, die uns enorm ängstigen. Einige davon haben wir bekommen. Acht Jahre haben wir unterschiedliche Präparate verabreicht bekommen, mit leichten Verbesserungen, ohne Krafttraining, das am besten für den Knochenaufbau sein soll. Seit 1 ½ Jahren haben wir die Therapie beendet, auf eigenes betreiben. Die Nebenwirkungen sind mittlerweile glücklicherweise verschwunden, leider wurde die Knochendichte wieder geringer. Es gibt Hinweise, dass das der Effekt des Medikaments sein kann. Ein Suchtmittel für den Knochen?

Der Körper, der uns trägt tagaus, tagein muss funktionieren. Zuvor wollte ich zum Krafttraining gehen, um gegen diese Krankheit anzukämpfen. Aber meine Seele war nicht dabei, ich war nicht dabei. Als wir den Körper aus der Wohnung bewegen wollten – entweder jetzt sofort, oder es geht sich heute nicht mehr aus – da rief es in uns: „Ich hasse diesen Körper, der Männer nur immer geil gemacht hat, uns aber niemals Liebe brachte.“

Ja, das war die Wahrheit. Dieser entsetzliche Kampf gegen diesen Körper in Worte gefasst. Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich einen für sein Alter ansehnlichen Körper, aber lieben kann ich ihn kaum. Ganz selten nur. Meist ekelt mir und mir kommen Tränen. Der Schmerz ist nahezu unerträglich und es wundert mich nicht, dass der Körper an diesem nun langsam zerbricht, sich auflöst.

Gestern führten wir ein langes Telefonat mit einer Notrufnummer, weil wir verzweifelten an dem Befund, den wir Mittwoch abends aus dem Postkasten zogen. Wir verzweifelten, weil wir keinesfalls wieder diese grausamen Osteoporosemedikamente nehmen wollen. Weil aber Wirbelbrüche und Knochenbrüche als Folge der Osteoporose entsetzlich schmerzhaft sind, die wir uns so lange wie möglich ersparen wollen. Wir hatten noch niemals einen Knochen gebrochen. Außer einer angeknacksten Rippe.

Gestern dachten wir, dass wir evtl. nicht sehr alt werden. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Gestern hatten wir keinen Lebenswillen mehr, die Kraft zu kämpfen ist wirklich gering. Aber vielleicht geht es nicht mehr darum zu kämpfen? Sollen wir das kämpfen lassen? Lieben statt kämpfen?

Dieser Körper, der nichts, absolut gar nichts dafür kann, dass sich erwachsene Menschen an ihm vergriffen und ihn benutzten, bräuchte Liebe. Alles schreit aus ihm heraus: „Hab mich lieb!“

Leicht möglich, dass dann sogar Selbstheilungskräfte erwachen, die auch Krankheiten stabilisieren, vielleicht sogar heilen können, für welche die pharmazeutisch ausgerichtete Medizin nur sehr brutale Medikation kennt, die immer wieder als Körperverletzung beschrieben wird, wegen der Nebenwirkungen.

Wieder mehr auf meine Ernährung sehen, dankbar sein für diesen Körper, der uns trotz allem noch gute Dienste leistet. Weiter Krafttraining, Sport und alternative Therapien suchen. Er ordiniert noch unser TCM-Arzt, der uns bereits einmal so sehr geholfen hat. Und so lange es geht, wird es gehen. Wer weiß, vielleicht werde ich auf diese Art älter als eingespannt in ein straffes Therapieprogramm das mich unter pharmakologische „Drogen“ setzt?

Die Herausforderung heißt Urvertrauen. Vertrauen in das Leben selbst, dass dieses es gut mit mir meint. Gott ist das schwierig. Loslassen und Lieben statt kämpfen.

… möge ∑ich genug Mut dafür aufbringen können, das wünsche ich mir für uns.

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Wenn die Gefühle zurückkommen

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben leichter und schwieriger zugleich.

Früher war es praktisch, einfach ein Gefühl abspalten und den Alltag fast wie ein Roboter weiter zu erledigen.

Wenn Gefühle zurückkommen, erkenne ich das Ausmaß des Erlittenen ebenso, wie ganz langsam die Kraft, die in mir wohnt.

Früher war das Leben wie ein Film, der vor unseren Augen ablief. Nahezu täglich verwundert darüber was das ganze soll, was der Tag mir liefert. Es hatte gefühlt nichts mit mir zu tun und doch war dieses Leben alles, was ich damals hatte.

Wenn Gefühle zurückkommen lässt sich die Perfektion nicht mehr aufrecht erhalten. Es gelingt nicht mehr Tränen zu stoppen, weil das Geschirr gespült werden muss. Mitunter gelingt es nicht einmal mehr die Post zu öffnen. Vor weniger als 10 Jahren hätte ich Personen verachtet, die sich so wenig in Griff haben.

Früher war ich einsam, weil ich andere Menschen nur im Kopf fühlen konnte. Wie fühle ich im Kopf? Ich bekam von irgendeinem Innenwesen Informationen darüber, wie sich jemand anfühlt. Ich spürte das Gegenüber nicht. Alle Menschen – Männer viel mehr als Frauen – erschreckten uns enorm. In schlechten Phasen ist unsere Angst vor Männern auch heute noch enorm. In guten Phasen ertrage ich sie und es gibt sogar Männer mit denen ich quasi befreundet bin und lerne zu widersprechen. Ein enormes Wagnis, das meist nur am Telefon gelingt. Da bin ich in Sicherheit vor potentieller körperlicher Gewalt, die ich demjenigen, den ich vor allem meine niemals zutraue.

Wenn Gefühle zurückkommen wird das Leben schwieriger, weil es noch unplanbarer erscheint aber einfacher, weil die Distanz zu den Mitmenschen sich verringert. Leute, die nicht automatisch im Alltag dissoziiert sind, können uns besser wahrnehmen und wir sie und öfters sogar intuitiv reagieren UND bei uns bleiben. Kommunikation wird so erst wirklich möglich – im Moment.

Wenn Gefühle zurückkommen glaube ich zu ahnen, wie ein Leben ohne DIS sein könnte, wie Personen ohne DIS die Umwelt wahrnehmen könnten. Eine interessante Lernerfahrung.

Wir / Ich lerne weiter.

 

Liebe verbreiten – lernen

Melinas Schreibfamilie Blog hat uns nominiert Liebe zu verbreiten.

Und weil ∑ich wie bereits einmal erwähnt  den im Internet grassierenden Hasstiraden etwas entgegensetzen möchte, mache ich bei derlei Initiativen gerne mit.

Allerdings ist es ein sehr großer Auftrag „Liebe verbreiten“! Wie verbreite ich Liebe in den Weiten des Netzes in dem sich zu verfangen so einfach ist?

Bzw. selbst wenn es vielleicht nicht immer so ankommen mag, so ist doch dieser Blog darauf ausgerichtet Liebe zu verbreiten. Also zunächst Liebe zu lernen und unsere Erkenntnisse darüber weiterzugeben. Ist es jedoch möglich Liebe zu lernen, wenn wir den Keim der Zärtlichkeit in uns getötet haben? Ist es möglich überhaupt zu leben, wenn wir keine Liebe mehr in uns haben? Im Grunde glaube ich, dass Liebe wie Luft und Wasser nötig ist um zu leben.

Sie mag verschüttet sein, sehr verschüttet, aber ohne zumindest ein Körnchen von Liebe in uns kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich leben lässt.

Es geht also darum Liebe zu kultivieren, zu fördern? Kann ich Liebe verbreiten, wenn ich noch nicht so recht in der Lage bin zu lieben? Und ab wann bin ich dazu in der Lage? Gibt es eine „perfekte“ Liebe? Ist es nicht bereits eine Anmaßung und Lieblosigkeit einen Versuch zu lieben einer Bewertung zu unterwerfen? Liebe verbreiten – lernen weiterlesen

Gedanken – noch immer „Helfer“ und auch Gefühle

Luise Kakadu benennt in diesem Beitrag in ihrer direkten Art das Problem schonungslos. Und weil es so sehr das Wesen des Hilfssystems trifft, wie sie es beschreibt, teile ich es gerne auf meinem Blog.

Weil es eben nicht immer nur möglich ist sich auf das System auszureden und weil es nicht sein kann dass die Opfer alles verstehen und verzeihen müssen. Und es kann auch nicht sein, dass die Opfer eine Verbesserung des Systems erkämpfen müssen!!!

Ich habe immer sehr viel Verständnis, weil es eben nicht anders geht, überhaupt Hilfe zu erhalten, aber es retraumatisiert oft. Auch wenn es sehr wichtig ist die Selbstverantwortung der Opfer einzufordern und zu fördern, aber das passiert oft nicht bzw. nicht so, dass es hilfreich wäre.

Selbstverständlich ist es ein Problem, dass sich Menschen vielleicht einen Hilfsjob viel romantischer vorstellen als er ist. Tatsache ist auch, dass über Trauma und Hilfe für Traumaopfer einfach viel zu wenig bekannt ist. Dass z.B. PTBS erst in den 1980ern erstmals als Diagnose auftaucht. Andere Bezeichnungen gab es davor wohl, aber alle Forschungen bezogen sich auf Kriegsheimkehrer. Vergewaltigung und Gewalt gegen Kinder in der Familie waren davor zwar auch erkannt, aber nicht anerkannt. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte. (Sigmund Freud erkannte das Ausmaß von Gewalt an Frauen, war jedoch so erschüttert, dass er seine Studie umschrieb. Frauen wurden fortan hysterisch genannt.) Es bedeutet, dass die Traumaforschung noch immer fast in den Kinderschuhen steckt.

Die Opfer können dafür aber nichts und ein ehrlicher Umgang mit ihnen auch über das fehlende Wissen bzw. die Angst der Helfer ist eine Frage des Repekts gegenüber der Hilfe suchenden Person.

Bevor ich in Berufsunfähigkeitspension ging, arbeitete ich zehn Jahre mit wöchentlich einer Packung Schmerztabletten, weil der psychische Stress so stark war, dass es ohne tägliche massive Kopfschmerzen nicht ging berufstätig zu sein. Einmal rechtfertigte ich mich wegen eines Fehlers mit: „Das habe ich aber nicht gewusst!“ Mein damaliger Chef antwortete mir darauf: „Information ist eine Holschuld!“

In keinem Beruf in der Privatwirtschaft ist es möglich zu sagen, dass ich etwas nicht wisse und darum die Arbeit schlecht mache oder die Kunden Verständnis dafür haben müssten. Aber Opfer haben eben keine Lobby und sie sind psychisch schwach, besonders wenn sie auf Hilfe dringend angewiesen sind. Und meist haben sie auch keine Angehörigen die in diesem Fall helfend für sie ihre Angelegenheit durchkämpfen. Ich erinnere Gewalt als Kind in der Familie bedeutet, dass die eigenen Eltern Täter sind statt Unterstützung und das zieht sich auch in andere Beziehungen der Opfer.

So jetzt endlich der Text von Luise Kakadu. Herzlichen Dank, liebe Luise für deine klaren Worte, die mich immer wieder unangenehm aufrütteln. Da liegt soviel Kraft in dir. 🙂 ❤

Da ich nur den gesamten Text rebloggen konnte, möchte ich daruf hinweisen, dass der Teil mit der Auseinandersetzung mit Helfenden und dem Hilfssystem erst weiter unten beginnt.

Ab diesem Satz: „Gestern, der Austausch in den Kommentaren mit Isa (weiter unten), gab mir einiges zum Nachdenken.“

 

Missbrauch, Folgen und der Weg

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Es ist noch keine 12 und ich habe heute schon fast alles fertig.
War schon einkaufen und so gesehen, geht es mir und uns gut.
Sicher – mein Mann wußte heute nicht, ob er wütend werden soll, oder einfach mit mir gemeinsam drüber lachen.

Ich bin maulig, nörgelig und völlig fixiert darauf, jeden Mangel wahrzunehmen; alles, das nicht getan wird oder ist
und darauf, was besser wäre.

Garnicht mal nur auf mich selbst bezogen – sondern irgendwie im Blick auf ein Gemeinsam.
Wer tut was, damit die Arbeit verteilt ist nach Fähigkeiten und Zeitaufwand.
Und wie ist das eigentlich mit der Wertschätzung?!

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Helfen und Hilfe annehmen: schwierig – beides!

Weil es mich immer in meinem Leben begleitet. Weil es jedes Leben begleitet, aber traumatisierte Personen, die sich jahrzehntelang in sog. Hilfssystemen bewegen betrifft es umso mehr.

Dazu kommt, dass das permanente Misstrauen da ist. Das gelernte Misstrauen gegenüber allen Menschen wurde uns ja mit der Muttermilch mitgegeben. Nicht Urvertrauen, dass wir Hilfe verdienen und auch erhalten wurde uns gelehrt, sondern das genaue Gegenteil.

Niemand da, der unsere Bedürftigkeit sieht, was ein Baby dringend braucht um sich zu regulieren, sich zu beruhigen oder für etwas zu interessieren. Niemand da, die oder der Interesse an meinem Wohlergehen hat, nein mein Wohlergehen hat sich danach zu richten, was die anderen mögen, nicht wie ich mich fühle. Ich habe für die anderen da zu sein, für mich ist niemand da.

Diese Tatsache als Baby und Kleinkind, wo die eigenen Bedürfnisse zwar artikuliert werden jedoch auf höchstes Wohlwollen der nahen Bezugspersonen angewiesen sind um Erfüllung zu erhalten, rächt sich als traumatisierte Erwachsene. Wenn nicht gelernt werden konnte, dass das Leben sicher ist, weil andere Menschen helfen die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, wenn ich es nicht kann, ist es schwierig, dies als Erwachsene zu erlernen. Helfen und Hilfe annehmen: schwierig – beides! weiterlesen

Leben mit DIS #7: Quo vadis, „Benita“? Wer bin ∑ich?

Alles in meinem Leben ist im Umbruch. Es ist so schwierig zu beschreiben, was momentan in ∑mir vorgeht. Daher langes Schweigen. Angst vor dem Neuen oder Neugierde auf neue Erfahrungen? Ich bin derzeit chronisch erschöpft. Obwohl – langsam, ganz, ganz langsam bekomme ich endlich wieder Boden unter die Füße.

∑Meine Welt, wie ich sie noch Anfang Oktober 2016 als sicher und stabil bzw. stabilisierend für mich erachtete ist zusammengebrochen. Zwei unerwartete Todesfälle haben uns in einem Ausmaß irritiert, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Der Schock war stark, so stark und eindrücklich, dass es unmöglich geworden war, manche Gewohnheit weiter zu verfolgen. Ich wurde auf ∑mich zurückgeworfen und nun stehe ich da. Angesicht in Angesicht mit ∑mir selbst! Tatsächlich? War es Authentizität, die sich aus dem Schutthaufen erhob, wie Phönix aus der Asche?

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Per Los gestalten

Ein wichtiger Artikel in der „Zeit“, den ich gerne weiter verbreite und sehr empfehlen möchte.

Demokratie neu gedacht, oder eher zurück zu ihren Wurzeln?!

Mir gefällt die Anregung.

aquas de marco

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Manchmal freue ich mich über einen guten Artikel, heute war wieder so ein Moment. In der ZEIT stand ein sehr schöner Artikel zum Thema Demokratie.“ In der modernen Welt gibt es viele Minderheiten, hin und wieder werden ihre Namen verändert. Aus „Negern“ wurden „Schwarze“ und „African Americans“. Aus „Krüppeln“ wurden „Menschen mit Behinderung“ und „anders Begabte“, aus „Eskimos“ wurden „Inuit“.Aus den „einfachen Leuten“ wurden „Asis“, „Proleten“ und „White Trash“. „
Ist ein Zitat aus dem Artikel der Autoren Bastian Berbner, Tanja Stelzer und Wolfgang Uchatius. Er ist durchaus lesenswert, möglicherweise auch für die Menschen, denen die Demokratie egal ist, die enttäuscht sind oder die das ganze Thema nervt.
Manchmal lohnt ein Blick zurück in die Geschichte. Ja, Geschichte kann langweilig sein, aber ohne Geschichte würden wir uns immer noch die Finger an der heißen Herdplatte verbrennen. Leider vergessen wir komplexere Sachen schneller. Die Zeit Autoren haben das Demokratische Los…

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Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen

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Fetzen zu Fremdtätern begleiten seit Jahren die therapeutische Kommunikation.

In der Adventszeit tauchen sie vermehrt aus dem Dunkel der inneren Verließe.

Österreich und seine Keller. Hatte ich auch Keller-Erfahrungen? So eine Erinnerung der letzten Tage. Es macht Angst darüber zu berichten!

Darf man sein Kind verkaufen um sich ein wenig Luxus zu ermöglichen? Habe ich für die Boote bezahlt, die es in meiner frühen Kindheit gab? Kinderprostitution, was für ein Wort? Und wieder etwas, wofür ich keine Beweise habe. Wie auch? War unter fünf Jahren, als es begann, unter vier, vielleicht sogar unter drei Jahren. Es gibt Erinnerungen dazu. Erinnerungsfetzen. Bruchstücke bloß. Durfte ich deshalb nicht in den Kindergarten gehen? Damit niemand etwas merken kann? Damit ich nichts erzählen kann? Hätte wohl eh niemand geglaubt, oder? Die Befürchtung scheint es dennoch gegeben zu haben.

In der Adventszeit tauchen sie aus den Untiefen auf. Früher schob sich ein Parallelsystem über jene Alltagspersonen, welche das restliche Jahr gute Dienste verrichten. Weggetreten, schleichend verdrängt. Es begann stets um Allerheiligen oder wenige Tage davor, wo ich begann mich zu verlieren. Es steigerte sich bis Weihnachten, wo mir das eigene Verschwinden nicht mehr bewusst war. Nur die Unruhe, der Nebel um mich herum und das Gefühl in Watte gepackt zu sein. Fremd selbst in der mir sonst bewussten Fremdheit ∑meines Lebens. Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde es leichter und verlässlich mit Ende der Weihnachtsferien machte es „plopp“ und das Parallelsystem zerplatzte wie eine Seifenblase. Als wäre es nicht gewesen, wachte ich aus dem Schleier um mich herum auf, plötzlich vom goldenen Herbst ins Neujahr katapultiert. Allein wenige schleimige Seifenspuren blieben im Bewusstsein. Eine vage Erkenntnis als Gruß bis nächsten Herbst.  Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen weiterlesen

Dankbarkeit als Skill: Lächeln des Tages #1

Als Hilfe in der dunklen Jahreszeit, die mit ihren „Familienfesten“ nicht bloß wegen des Fehlens an Sonnenschein emotional schwierig ist, habe ∑ich eben den Entschluss gefasst, hier so oft mir danach ist, zu berichten, was an dem jeweiligen Tag besonders gut war. ∑Ich sage bewusst nicht täglich, weil ∑ich dazu neige ∑mich unter Druck zu setzen. Das wäre dann nicht der Sinn der Übung. Wäre vermutlich für meine Leser/innen auch eher langweilig?!

Wofür bin ich dankbar?

Die Erkenntnis, dies zu tun kam mir eben, als sich nun in der Nacht wieder eine Schwere auf ∑mein Herz legte, obwohl der heutige Tag ein sehr erfolgreicher war.

Um dies nicht zu vergessen, möchte ∑ich nun in unregelmäßigen Abständen zumindest drei bis fünf positive Momente des abgelaufenen Tages vor den Vorhang bitten.

Heute:

  1. Nach Wochen der Schwere, mit relativer Leichtigkeit und Freude erwacht.
  2. Ins Fitnesscenter gefahren (Kieser Training), nachdem ich nun 17 Tage Pause gemacht hatte (Plan ist 1 – 2 x wöchentlich) und ∑mein Trainingsprogramm viel besser bewältigt, als ∑ich befürchtet hatte.
  3. Ein Lokal ausgewählt, in dem ∑ich meinen Geburtstag mit 2 – 3 Freund/inn/en feiern möchte und vor Ort reserviert.
  4. Einkauf erledigt und im Supermarkt NICHT automatisch jemanden vorgelassen, der vorgab es eilig zu haben und dabei nur Bier und Spirituosen in Händen hielt, die er übrigens bei einer Expresskasse auch zahlen hätte können, zu der ich nicht hin gekonnt hätte, weil ich zu viele Artikel gekauft hatte. Erinnerte ihn an die Expresskasse, die frei war und er meinte, da will er nicht hin. Ich zuckte nur mit den Schultern und blieb unbeeindruckt! … ∑Meine Grenzen gewahrt damit!
  5. Bei allen Erledigungen ein freundliches Lächeln von wirklich ALLEN Menschen bekommen, die mit mir in Kontakt waren. Im Fitness sogar einige nette Worte Smalltalk gewechselt, die gar nicht oberflächlich, sondern einfach ein netter Kontakt waren.
  6. DAS WICHTIGSTE: Unterwegs immer wieder (Gott, das Universum, … Bezeichnung je nach Wunsch) gebeten, dass ∑ich beschützt werde vor negativer Energie anderer in Straßenbahn und Geschäften und tatsächlich fühlten wir uns unter einer wohl durchlässigen Schutzglocke, die negative Emotionen von ∑mir abhielt.
  7. DAS BESONDERE; DAS STRAHLENDE: Immer wieder das Gefühl, dass Timmi bei uns ist und bereits gestern den Gedanken gehabt oder vielleicht übermittelt bekommen (?), dass er uns dort, wo er nun ist besser helfen kann. Heute konnte ∑ich dies annehmen. Mag für manche esoterisch klingen, aber ich weiß, dass ∑ich telepathische Fähigkeiten habe und wohl immer hatte. Das ist mitunter anstrengend, wenn ∑ich im Voraus Unglücksfälle ahne bzw. weiß und doch nichts daran ändern kann, aber eben auch positiv, wie in dieser Kommunikation.

 

Einen wunderbaren Sonntag wünsche ich euch bzw. Ihnen. 😊

Für und an dich ❤️ ❤️ ❤️

Du hast uns gelehrt was Liebe bedeutet.

Lehrst es uns noch, jeden Augenblick, selbst wenn wir Kilometer von einander entfernt sind.

Bist in meinem Herzen für immer und immer.

Hast uns geliebt, als wir noch kaum ertrugen berührt zu werden.

Es hat dich nicht gekümmert.

Du warst einfach da, auf meinem Schoß, schmiegtest dich in meine Arme und schliefst ein, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, mir/uns nahe sein zu können.

Als wir einander das erste Mal trafen, legtest du voll Vertrauen deinen lieben Kopf in meine Hand.

Das war das Kennenlernen.

Bist „nur“ ein Tier — nein, eine Seele!

Austausch von Seele zu Seele. Von Herz zu Herz.

Sogar mit Worten.

Du verstehst was ∑ich sage, auch wenn du es nicht immer hören magst.

Lehrst uns, dass wir liebenswert sind— wir haben es noch nicht fertig gelernt!

Legst dich auf unseren Bauch, deine Pfote auf unseren Brustkorb, das verletzte Herz zu beruhigen und zu heilen.

Dabei siehst du uns an, als würdest du sagen: „Es ist gut!“ und zugleich zu fragen: „Ist es jetzt gut? Was kann ich noch für dich tun?“

Versuchst aus unseren Augen zu lesen, wie du uns helfen kannst.

Bitte geh noch nicht, außer du willst es unbedingt.

Jetzt wo du krank bist, werde ∑ich dir geben, was wir von dir gelernt haben.

Wir hoffen so sehr, dass wir ähnliche Heilkräfte für dich entwickeln können, wie du für uns.

Ein Knoten unter der Zunge, eine Entzündung, ein Tumor?! Inoperabel, egal was es ist. ¹ Oder gibt es noch eine Chance, eine Medikation, die dir helfen kann?

Hat es das gebraucht um zu zeigen, dass du das Futter so nicht magst?

Was ich seit Jahren beobachte und doch nichts änderte, da ich nur zu Urlaubszeiten mit dir leben darf .

Dass du lieber öfter fressen magst? Lieber selbständiger entscheiden?

Hätte ich etwas sagen sollen?

Gab dir Freiheiten, wenn ich da war. Das war nicht so oft im Jahr.

Und doch über die Jahre bist du mir so nahe gekommen, wie kein Lebewesen auf dieser Welt.

Hättest doch diese Nahrung einfach verweigern können!?

Hast du mit dem neuen Futter deinen Willen? Hoffentlich!

Oder liegt dir etwas anderes auf der Zunge, das du nicht loswerden konntest?

Noch nicht?

Es ist noch nicht zu spät, oder?

Liegt es an deinem sanften Wesen, dass du so vieles auf dich nimmst?

War es zuviel?

Wir Menschen sind zu unfähig dich zu verstehen, selbst wenn du es sicher tausende Male kommuniziert hast, was dich bedrückt.

Vielleicht war es auch nicht zu ändern?

Ich weiß, dass du nicht wolltest, dass ∑ich wieder heimfuhr.

Legtest dich in die Türe, um ∑mich am Abfahren zu hindern! Immer wieder.

∑Habe dir doch versprochen, dass wir wiederkommen! Jedes Mal!

Wir konnten nicht anders.

Hätten wir dich mitgenommen, wärst du in ∑meiner Wohnung krank geworden.

Dein Zuhause ist um so vieles schöner und gesünder als ∑meines!

Wäre ich geblieben, hättest du dich auch nicht wohl gefühlt.

Deine Besitzerin – richtiger, die Frau, die dich in ihr Heim eingeladen hat mit ihr zu leben und ∑ich in einem Haus.

Das geht nur für einen Tag gut, vielleicht zwei, nicht länger.

Zu unterschiedliche Charaktere und zu ähnliche Probleme.

Du magst sie doch auch?!

Selbst wenn sie mitunter zu streng ist. Auch zu sich selbst!

Ist doch viel besser geworden in den letzten Jahren?

Sie ist halt auch eine verletzte Seele.

Viel Arbeit für nur eine Samtpfote!

Zuviel für das größte Herz?

Ausgelaugt?

Am Ende?

Es gibt kein Wort das die Dankbarkeit ausdrückt, die wir für alles fühlen, das du uns bisher gegeben hast.

Hast du uns dich geschenkt?

War der Preis ein (zu) kurzes Leben?

Bleib noch ein paar Jahre bei uns, bitte!

Falls du es möchtest. Falls du es kannst.

Mögen wir Menschen verstehen und dir geben können, was dir nun gut tut, geliebter Kater!

 

1) Bitte erspart uns Kommentare über die Sterblichkeit bei Unterzungentumoren von Katzen. Wir wissen es! Aber wir glauben (aus persönlicher Erfahrung) an überraschend positive Verläufe, Spontanheilungen, Wunder und den eigenen Lebenswillen – insbesondere von Vierbeinern!

Gerne lesen wir diesbezüglich positive Erfahrungsberichte!


Der obige Text wurde daheim geschrieben. Nachdem wir am Dienstag erfuhren, dass die Antibiotika nicht nutzen und ein Verdacht auf einen Tumor besteht. Nun sind wir seit einem Tag hier beim Kater. Gestern ging es ihm ganz gut und er war aufgeweckt und war auch lange im Garten. Heute schläft er sehr viel. Generell schnurrt er kaum derzeit und sabbert viel.

Zuvor lag er auf meinem Bauch, als wir uns auf das Sofa gelegt hatten und als ich aufstehen wollte, wollte er sich nicht von uns wegbewegen. Früher reagierte er sofort, reckte sich und stand auf. Heute ganz lethargisch, sah uns an. Wir mussten ihn von uns wegschieben. Es zerreißt uns fast das Herz.

Wir bemühen uns nicht unentwegt zu weinen. Eigentlich wollten wir einige Einkäufe erledigen und auch noch ins Kieser Training fahren. ∑Ich schaffte aber nicht ihn alleine zu lassen.

Wir haben so große Angst, dass es das letzte Mal sein könnte, dass wir gemeinsam Zeit verbringen.

Don’t want to loose you, Timmi! ❤