Leben mit DIS #7: Quo vadis, „Benita“? Wer bin ∑ich?

Alles in meinem Leben ist im Umbruch. Es ist so schwierig zu beschreiben, was momentan in ∑mir vorgeht. Daher langes Schweigen. Angst vor dem Neuen oder Neugierde auf neue Erfahrungen? Ich bin derzeit chronisch erschöpft. Obwohl – langsam, ganz, ganz langsam bekomme ich endlich wieder Boden unter die Füße.

∑Meine Welt, wie ich sie noch Anfang Oktober 2016 als sicher und stabil bzw. stabilisierend für mich erachtete ist zusammengebrochen. Zwei unerwartete Todesfälle haben uns in einem Ausmaß irritiert, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Der Schock war stark, so stark und eindrücklich, dass es unmöglich geworden war, manche Gewohnheit weiter zu verfolgen. Ich wurde auf ∑mich zurückgeworfen und nun stehe ich da. Angesicht in Angesicht mit ∑mir selbst! Tatsächlich? War es Authentizität, die sich aus dem Schutthaufen erhob, wie Phönix aus der Asche?

Leben mit DIS #7: Quo vadis, „Benita“? Wer bin ∑ich? weiterlesen

Per Los gestalten

Ein wichtiger Artikel in der „Zeit“, den ich gerne weiter verbreite und sehr empfehlen möchte.

Demokratie neu gedacht, oder eher zurück zu ihren Wurzeln?!

Mir gefällt die Anregung.

aquas de marco

eb_14223

Manchmal freue ich mich über einen guten Artikel, heute war wieder so ein Moment. In der ZEIT stand ein sehr schöner Artikel zum Thema Demokratie.“ In der modernen Welt gibt es viele Minderheiten, hin und wieder werden ihre Namen verändert. Aus „Negern“ wurden „Schwarze“ und „African Americans“. Aus „Krüppeln“ wurden „Menschen mit Behinderung“ und „anders Begabte“, aus „Eskimos“ wurden „Inuit“.Aus den „einfachen Leuten“ wurden „Asis“, „Proleten“ und „White Trash“. „
Ist ein Zitat aus dem Artikel der Autoren Bastian Berbner, Tanja Stelzer und Wolfgang Uchatius. Er ist durchaus lesenswert, möglicherweise auch für die Menschen, denen die Demokratie egal ist, die enttäuscht sind oder die das ganze Thema nervt.
Manchmal lohnt ein Blick zurück in die Geschichte. Ja, Geschichte kann langweilig sein, aber ohne Geschichte würden wir uns immer noch die Finger an der heißen Herdplatte verbrennen. Leider vergessen wir komplexere Sachen schneller. Die Zeit Autoren haben das Demokratische Los…

Ursprünglichen Post anzeigen 48 weitere Wörter

Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen

cropped-webcam-toy-foto6.jpg

Fetzen zu Fremdtätern begleiten seit Jahren die therapeutische Kommunikation.

In der Adventszeit tauchen sie vermehrt aus dem Dunkel der inneren Verließe.

Österreich und seine Keller. Hatte ich auch Keller-Erfahrungen? So eine Erinnerung der letzten Tage. Es macht Angst darüber zu berichten!

Darf man sein Kind verkaufen um sich ein wenig Luxus zu ermöglichen? Habe ich für die Boote bezahlt, die es in meiner frühen Kindheit gab? Kinderprostitution, was für ein Wort? Und wieder etwas, wofür ich keine Beweise habe. Wie auch? War unter fünf Jahren, als es begann, unter vier, vielleicht sogar unter drei Jahren. Es gibt Erinnerungen dazu. Erinnerungsfetzen. Bruchstücke bloß. Durfte ich deshalb nicht in den Kindergarten gehen? Damit niemand etwas merken kann? Damit ich nichts erzählen kann? Hätte wohl eh niemand geglaubt, oder? Die Befürchtung scheint es dennoch gegeben zu haben.

In der Adventszeit tauchen sie aus den Untiefen auf. Früher schob sich ein Parallelsystem über jene Alltagspersonen, welche das restliche Jahr gute Dienste verrichten. Weggetreten, schleichend verdrängt. Es begann stets um Allerheiligen oder wenige Tage davor, wo ich begann mich zu verlieren. Es steigerte sich bis Weihnachten, wo mir das eigene Verschwinden nicht mehr bewusst war. Nur die Unruhe, der Nebel um mich herum und das Gefühl in Watte gepackt zu sein. Fremd selbst in der mir sonst bewussten Fremdheit ∑meines Lebens. Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde es leichter und verlässlich mit Ende der Weihnachtsferien machte es „plopp“ und das Parallelsystem zerplatzte wie eine Seifenblase. Als wäre es nicht gewesen, wachte ich aus dem Schleier um mich herum auf, plötzlich vom goldenen Herbst ins Neujahr katapultiert. Allein wenige schleimige Seifenspuren blieben im Bewusstsein. Eine vage Erkenntnis als Gruß bis nächsten Herbst.  Leben mit DIS #6: Erinnerungsfetzen weiterlesen

Dankbarkeit als Skill: Lächeln des Tages #1

Als Hilfe in der dunklen Jahreszeit, die mit ihren „Familienfesten“ nicht bloß wegen des Fehlens an Sonnenschein emotional schwierig ist, habe ∑ich eben den Entschluss gefasst, hier so oft mir danach ist, zu berichten, was an dem jeweiligen Tag besonders gut war. ∑Ich sage bewusst nicht täglich, weil ∑ich dazu neige ∑mich unter Druck zu setzen. Das wäre dann nicht der Sinn der Übung. Wäre vermutlich für meine Leser/innen auch eher langweilig?!

Wofür bin ich dankbar?

Die Erkenntnis, dies zu tun kam mir eben, als sich nun in der Nacht wieder eine Schwere auf ∑mein Herz legte, obwohl der heutige Tag ein sehr erfolgreicher war.

Um dies nicht zu vergessen, möchte ∑ich nun in unregelmäßigen Abständen zumindest drei bis fünf positive Momente des abgelaufenen Tages vor den Vorhang bitten.

Heute:

  1. Nach Wochen der Schwere, mit relativer Leichtigkeit und Freude erwacht.
  2. Ins Fitnesscenter gefahren (Kieser Training), nachdem ich nun 17 Tage Pause gemacht hatte (Plan ist 1 – 2 x wöchentlich) und ∑mein Trainingsprogramm viel besser bewältigt, als ∑ich befürchtet hatte.
  3. Ein Lokal ausgewählt, in dem ∑ich meinen Geburtstag mit 2 – 3 Freund/inn/en feiern möchte und vor Ort reserviert.
  4. Einkauf erledigt und im Supermarkt NICHT automatisch jemanden vorgelassen, der vorgab es eilig zu haben und dabei nur Bier und Spirituosen in Händen hielt, die er übrigens bei einer Expresskasse auch zahlen hätte können, zu der ich nicht hin gekonnt hätte, weil ich zu viele Artikel gekauft hatte. Erinnerte ihn an die Expresskasse, die frei war und er meinte, da will er nicht hin. Ich zuckte nur mit den Schultern und blieb unbeeindruckt! … ∑Meine Grenzen gewahrt damit!
  5. Bei allen Erledigungen ein freundliches Lächeln von wirklich ALLEN Menschen bekommen, die mit mir in Kontakt waren. Im Fitness sogar einige nette Worte Smalltalk gewechselt, die gar nicht oberflächlich, sondern einfach ein netter Kontakt waren.
  6. DAS WICHTIGSTE: Unterwegs immer wieder (Gott, das Universum, … Bezeichnung je nach Wunsch) gebeten, dass ∑ich beschützt werde vor negativer Energie anderer in Straßenbahn und Geschäften und tatsächlich fühlten wir uns unter einer wohl durchlässigen Schutzglocke, die negative Emotionen von ∑mir abhielt.
  7. DAS BESONDERE; DAS STRAHLENDE: Immer wieder das Gefühl, dass Timmi bei uns ist und bereits gestern den Gedanken gehabt oder vielleicht übermittelt bekommen (?), dass er uns dort, wo er nun ist besser helfen kann. Heute konnte ∑ich dies annehmen. Mag für manche esoterisch klingen, aber ich weiß, dass ∑ich telepathische Fähigkeiten habe und wohl immer hatte. Das ist mitunter anstrengend, wenn ∑ich im Voraus Unglücksfälle ahne bzw. weiß und doch nichts daran ändern kann, aber eben auch positiv, wie in dieser Kommunikation.

 

Einen wunderbaren Sonntag wünsche ich euch bzw. Ihnen. 😊

Für und an dich ❤️ ❤️ ❤️

Du hast uns gelehrt was Liebe bedeutet.

Lehrst es uns noch, jeden Augenblick, selbst wenn wir Kilometer von einander entfernt sind.

Bist in meinem Herzen für immer und immer.

Hast uns geliebt, als wir noch kaum ertrugen berührt zu werden.

Es hat dich nicht gekümmert.

Du warst einfach da, auf meinem Schoß, schmiegtest dich in meine Arme und schliefst ein, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, mir/uns nahe sein zu können.

Als wir einander das erste Mal trafen, legtest du voll Vertrauen deinen lieben Kopf in meine Hand.

Das war das Kennenlernen.

Bist „nur“ ein Tier — nein, eine Seele!

Austausch von Seele zu Seele. Von Herz zu Herz.

Sogar mit Worten.

Du verstehst was ∑ich sage, auch wenn du es nicht immer hören magst.

Lehrst uns, dass wir liebenswert sind— wir haben es noch nicht fertig gelernt!

Legst dich auf unseren Bauch, deine Pfote auf unseren Brustkorb, das verletzte Herz zu beruhigen und zu heilen.

Dabei siehst du uns an, als würdest du sagen: „Es ist gut!“ und zugleich zu fragen: „Ist es jetzt gut? Was kann ich noch für dich tun?“

Versuchst aus unseren Augen zu lesen, wie du uns helfen kannst.

Bitte geh noch nicht, außer du willst es unbedingt.

Jetzt wo du krank bist, werde ∑ich dir geben, was wir von dir gelernt haben.

Wir hoffen so sehr, dass wir ähnliche Heilkräfte für dich entwickeln können, wie du für uns.

Ein Knoten unter der Zunge, eine Entzündung, ein Tumor?! Inoperabel, egal was es ist. ¹ Oder gibt es noch eine Chance, eine Medikation, die dir helfen kann?

Hat es das gebraucht um zu zeigen, dass du das Futter so nicht magst?

Was ich seit Jahren beobachte und doch nichts änderte, da ich nur zu Urlaubszeiten mit dir leben darf .

Dass du lieber öfter fressen magst? Lieber selbständiger entscheiden?

Hätte ich etwas sagen sollen?

Gab dir Freiheiten, wenn ich da war. Das war nicht so oft im Jahr.

Und doch über die Jahre bist du mir so nahe gekommen, wie kein Lebewesen auf dieser Welt.

Hättest doch diese Nahrung einfach verweigern können!?

Hast du mit dem neuen Futter deinen Willen? Hoffentlich!

Oder liegt dir etwas anderes auf der Zunge, das du nicht loswerden konntest?

Noch nicht?

Es ist noch nicht zu spät, oder?

Liegt es an deinem sanften Wesen, dass du so vieles auf dich nimmst?

War es zuviel?

Wir Menschen sind zu unfähig dich zu verstehen, selbst wenn du es sicher tausende Male kommuniziert hast, was dich bedrückt.

Vielleicht war es auch nicht zu ändern?

Ich weiß, dass du nicht wolltest, dass ∑ich wieder heimfuhr.

Legtest dich in die Türe, um ∑mich am Abfahren zu hindern! Immer wieder.

∑Habe dir doch versprochen, dass wir wiederkommen! Jedes Mal!

Wir konnten nicht anders.

Hätten wir dich mitgenommen, wärst du in ∑meiner Wohnung krank geworden.

Dein Zuhause ist um so vieles schöner und gesünder als ∑meines!

Wäre ich geblieben, hättest du dich auch nicht wohl gefühlt.

Deine Besitzerin – richtiger, die Frau, die dich in ihr Heim eingeladen hat mit ihr zu leben und ∑ich in einem Haus.

Das geht nur für einen Tag gut, vielleicht zwei, nicht länger.

Zu unterschiedliche Charaktere und zu ähnliche Probleme.

Du magst sie doch auch?!

Selbst wenn sie mitunter zu streng ist. Auch zu sich selbst!

Ist doch viel besser geworden in den letzten Jahren?

Sie ist halt auch eine verletzte Seele.

Viel Arbeit für nur eine Samtpfote!

Zuviel für das größte Herz?

Ausgelaugt?

Am Ende?

Es gibt kein Wort das die Dankbarkeit ausdrückt, die wir für alles fühlen, das du uns bisher gegeben hast.

Hast du uns dich geschenkt?

War der Preis ein (zu) kurzes Leben?

Bleib noch ein paar Jahre bei uns, bitte!

Falls du es möchtest. Falls du es kannst.

Mögen wir Menschen verstehen und dir geben können, was dir nun gut tut, geliebter Kater!

 

1) Bitte erspart uns Kommentare über die Sterblichkeit bei Unterzungentumoren von Katzen. Wir wissen es! Aber wir glauben (aus persönlicher Erfahrung) an überraschend positive Verläufe, Spontanheilungen, Wunder und den eigenen Lebenswillen – insbesondere von Vierbeinern!

Gerne lesen wir diesbezüglich positive Erfahrungsberichte!


Der obige Text wurde daheim geschrieben. Nachdem wir am Dienstag erfuhren, dass die Antibiotika nicht nutzen und ein Verdacht auf einen Tumor besteht. Nun sind wir seit einem Tag hier beim Kater. Gestern ging es ihm ganz gut und er war aufgeweckt und war auch lange im Garten. Heute schläft er sehr viel. Generell schnurrt er kaum derzeit und sabbert viel.

Zuvor lag er auf meinem Bauch, als wir uns auf das Sofa gelegt hatten und als ich aufstehen wollte, wollte er sich nicht von uns wegbewegen. Früher reagierte er sofort, reckte sich und stand auf. Heute ganz lethargisch, sah uns an. Wir mussten ihn von uns wegschieben. Es zerreißt uns fast das Herz.

Wir bemühen uns nicht unentwegt zu weinen. Eigentlich wollten wir einige Einkäufe erledigen und auch noch ins Kieser Training fahren. ∑Ich schaffte aber nicht ihn alleine zu lassen.

Wir haben so große Angst, dass es das letzte Mal sein könnte, dass wir gemeinsam Zeit verbringen.

Don’t want to loose you, Timmi! ❤

Leben mit DIS #4: „Das will ich mir gar nicht vorstellen!“

Oder: Über die Macht der Worte!

Ein Satz, wie ein Schuß aus einer Pistole. Ein Satz, der mir seit Donnerstag mit Widerhaken im Fleisch steckt. Ein Satz der Schmerzen in uns hervorrief, den wir wirklich nicht fühlen wollten und wollen! Er verbindet einen Wimpernschlag des gesehen werdens mit der Entscheidung dieses Gesehene von sich zu weisen. Und es geht ja immer so einfach! Nicht sehen wollen oder vielmehr nicht mitfühlen wollen ist in unserer Gesellschaft eine akzeptierte und geförderte Strategie das Leben zu bewältigen. Flüchtlingsschicksale, Sexuelle Gewalt an Frauen und Kindern, Kinderprostitution, Menschenhandel und wie sie alle heißen, die aktuellen Menschenrechtsverletzungen, die „Sich niemand vorstellen möchte!“ Die Liste ließe sich noch um vieles verlängern.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“

Bei diesem Satz handelt es sich um eine Sentenz des deutschen Philosophen Theodor W. Adorno aus dessen Minima Moralia. (zit. Wikipedia)

Um sich etwas vorstellen zu können, müssen wir fühlen können, uns selbst spüren können. Wir müssten verlernen mit dem Verstand, das von uns zu weisen, das uns unsere Empathiefähigkeit präsentiert. Wenn wir uns die Folgen all dieser Brutalität und Grausamkeit vorstellten, müssten die Politiker/innen nämlich etwas dagegen unternehmen, weil die Menschen auf die Straße gingen und einforderten, dass Taten gesetzt werden gegen die Schmerzen die sie fühlen. Dann gäbe es Druck von der Bevölkerung dem Leid ein Ende zu setzen, das die Unbeteiligten MITFÜHLEN und das im Nachvollziehen und Mitfühlen bereits solchen Schmerz erzeugt, dass es kaum zu ertragen ist! Aber sie müssten es gar nicht einfordern, denn auch die Politiker/innen könnten nicht anders als alles tun, um das Leid zu ändern, das ihnen Seelennot erzeugt.

Leben mit DIS #4: „Das will ich mir gar nicht vorstellen!“ weiterlesen

Familiengeheimnisse: The next generation?

Nicht mit ∑mir!

Als wir unseren Neffen kennenlernten, hatte er bereits 9 Monate Leben hinter sich gebracht. Also eigentlich 18 Monate. Die Hälfte davon im geschützten Raum. Ich hatte es gefühlt Tante zu sein und meinen Bruder kontaktiert, nach neun Jahren nahezu kompletter Funkstille, die bloß von der Nachricht des Todes meines Vaters unterbrochen worden war.

Es war nett von meinem Bruder, dass er mir dies persönlich sagen wollte. Ein amtliches Schreiben erreichte ∑mich damals nur Tage später.

Nach meinem Anruf und der Bestätigung, dass ich Tante bin, wurde es schwierig. Mein Bruder hatte Angst gehabt mir von seiner Vaterschaft zu berichten, da ich immer wieder meinte, dass er Therapie bräuchte und besser nicht Vater wäre, wenn er dies verweigert. Gemeinsame Therapiestunden um einander nach fast einem Jahrzehnt wieder zu finden und das erste Kennenlernen mit meinem Neffen folgten.

Das hatte ich mir gut überlegt. Ich war von allen Verwandten verlassen worden, als ich ein Kind war. Die Familie brach den Kontakt zu meinen Eltern ab – oder war es umgekehrt? – zu dem Zeitpunkt, als sie erkannten, wieviel Gewalt es bei uns gab? Oder hatten sie es nicht erkannt, sondern nur das Weite gesucht da meinen Eltern niemand so recht nahe sein wollte, der einigermaßen liebesfähig und einfühlsam war. Jene Verwandten fehlten mir. Verzeihen wollte ich diesen frühen und sehr existentiellen Verlust Jahrzehnte nicht. Ich konnte es nicht verstehen, dass sie uns Kinder mit diesen Eltern alleine ließen.

Das wollte ich niemals machen. Bei allen Schwierigkeiten mit meinem Bruder, war mir klar, dass ich das Vertrauen und die Liebe meines Neffen gewinnen möchte. Dass dies jedoch von mir Verantwortung für dieses junge Leben bedeutet. Zumindest solange er mich sehen möchte, werde ich da sein, schwor ∑ich mir. Mit dem Buben war es stets einfach für mich. Wir standen einander nahe, obwohl ich stets haderte, ihn nicht genug lieben zu können. Nicht die Leichtigkeit zu haben, die ein unbeschwerteres Leben mit sich gebracht hätte. Dennoch er besuchte mich stets gerne. Familiengeheimnisse: The next generation? weiterlesen

Derealisation und Brasilien

Jetzt ist es soweit. Schon sehr lange möchte ich über meine Erfahrungen mit Joaõ de deus, dem Heiler aus Abadiania berichten. Joaõ de deus hat übrigens niemals behauptet selbst zu heilen. Es war und ist ihm immer wichtig zu betonen, dass es Gott ist, der/die/das heilt. Und mir war wichtig, dass er sich nie als Heiler hervorgetan hatte und er unentgeltlich arbeitet. Ich war damals sehr verzweifelt. ∑Ich hatte bereits so viele Jahre Therapie gemacht. Wir machten seit fast 2 Jahren regelmäßig Yoga, das uns sehr viel half, aber es ging alles so langsam voran. ∑Ich hatte bereits das 45. Lebensjahr überschritten und noch nicht gelebt, eher vegetiert. Die Schmerzen, das Leid schienen kein Ende zu nehmen. Eine endlose Quälerei. Es war mein unbändiger Lebenswille, der mich weitermachen ließ. Und nach meiner Krebserkrankung hatte ich mir selbst auch verboten mit dem Wunsch zu sterben zu kokettieren, da es zu schnell in Erfüllung gehen könnte.

2012 hatte ich dann von einer Frau die Möglichkeit bekommen, dass sie mein Foto mit nach Brasilien zu Joaõ de deus nimmt. Vielleicht kann er mir helfen. Ich dachte, dass ich nichts zu verlieren hätte. Was sollte schon geschehen. Er ist so weit weg, kann mir nichts antun, wenn er nur mein Foto hat und schlimmstenfalls wird sich wohl gar nichts ändern. Dann hatte/n ich/wir es wenigst versucht. Was dann geschah, war ein sensationeller Heilungserfolg nach dem anderen. Mein Leben wurde ein anderes. Aber der Reihe nach.

Zirka zu dem Zeitpunkt als diese Frau mein Foto dem Heiler vorlegte, war ich eben auf der Straße unterwegs. Es war ein sonniger Wintertag mit strahlend blauem Himmel. Ich merkte es nicht, denn meinen Erledigungen nachgehen kostete soviel Kraft. Unter Menschen zu sein soviel Mut. Meine gesamte Aufmerksamkeit war darauf ausgerichtet potentielle Gefahren zu erkennen und nicht allzu verrückt auf mein Umfeld zu wirken, d.h. mir nicht anmerken zu lassen, dass ich permanent erschrak durch den leisesten Windhauch. Plötzlich geschah etwas mit ∑mir, in ∑mir. Ich hielt mitten am Gehsteig inne und lenkte meinen Blick zum strahlend blauen Himmel. Mit einem Mal machte mein Herz auf und ich dachte: „Es ist ja ein schöner Tag heute.“ Es war wohl Jahrzehnte her, dass ich einen solchen Gedanken gefasst hatte. Ich war ein Kind, als ich es zuletzt gedacht hatte, in seltenen Momenten der Ruhe bei meiner Großmutter am Land. Und gleich als diese Worte in mir aufgekeimt waren, war ich erstaunt, verwundert, glücklich irritiert, dass eben dies soeben geschehen war. Es waren mittlerweile bereits Wochen vergangen gewesen, seit ich mein Foto mitgegeben hatte. Ich hatte es bereits vergessen. Wir rechneten mit keiner Veränderung — und nun das? Derealisation und Brasilien weiterlesen

Nachrichten, Trigger: Und dann?

IMAG0571 (613x1024)

Vieles wäre zu schreiben.

Ich schweige.

Zu voll der Kopf, keine Zeit zu verarbeiten, das Herz zu schwer.

Tränen – Nizza, Türkei, Würzburg, München, Kabul in kaum mehr als einer Woche.

Zu viel Mord und Gewalt in zu kurzer Zeit.

Diktaturen und Gewaltregime andernorts zur Selbstverständlichkeit mutiert.

Häusliche Gewalt schwielt täglich im Verborgenen.

Ein sonniger Sommertag. Blauer Himmel und grüne Blätter vor dem Fenster.

Die Sonne lacht dem Wahnsinn ins Gesicht.

Wohin entwickelt sich die Gesellschaft in der ich lebe?

Bin ein Teil davon.

Telefonieren und  Sprechen zu Gott, was mir am Herzen liegt.

Bitte um Hilfe für Menschen in Not.

Seelische Not und andere.

Meditation.

Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen.

Zur Ruhe kommen.

Musik, Yoga, welch Glück all diese Möglichkeiten zu haben.

 

 

Was ich (nicht) weiß

Dieser Beitrag von regenbogentänzerin hat mich zu Tränen gerührt. Sie hat mich mit ihren Worten tief getroffen, weil sie so wahrhaftig sind. Ich kann so sehr nachempfinden, was sie meint. Manches trifft auf mich ebenso zu, anderes nicht mehr oder anders.

Was bleibt, ist die Überforderung damit erwachsen sein zu sollen ohne jemals Kind zu sein gedurft zu haben.