Im Kontakt mit anderen Menschen ist das Vielesein… — Geteilte Ansichten

Eine feine Sammlung von möglichen Reaktionen auf DIS haben Pauline-s in ihrem Beitrag zusammengestellt, den wir hier sehr gerne teilen. Vielen Dank dafür.

Uns persönlich sprechen vor allem diese Definitionen an:

„… eine Behinderung. Meistens kommt das Gegenüber auf Dauer nicht mit uns klar, oder nur mit einer Handvoll unkomplizierter, netter, sozialkompatibler Innenpersonen. Wir müssen uns immer verstecken, wenn wir Beziehungen halten wollen. Sobald man mehr von uns mitbekommt, gehen Kontakte kaputt. Ab einem bestimmten Punkt werden wir zu viel.“

„… nicht das Problem. Es ist die Gewalt im Hintergrund, die unser Gegenüber nicht realisieren und mit uns in Verbindung bringen kann oder will. Unsere Biographie ist die Bruchstelle in Kontakten.“

„… bereichernd. Man knüpft einzelne Verbindungen, das Gegenüber kann einen ganzen Freundeskreis geschenkt bekommen. Man kann viel Spaß zusammen haben und viel Berührendes erleben. Und man lernt Toleranz, Geduld, Herzöffnung, Mutigsein und sowas alles. Also, beide Seiten lernen das.“

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Und wie würden wir es selbst definieren?

„… immer wieder der Auslöser für die schwierige Frage: „Liegt das Problem bei mir/uns oder bei den anderen innen oder außen?“ und welchen „Wahnsinn“ trägt mein Gegenüber mit sich, von dem ich/wir nichts weiß/wissen oder es nicht verstehe/n oder erkenne/n?“

„… ein Aspekt, der einen sehr langen Atem und viel Einfühlungsvermögen und Selbstreflexion von allen Seiten benötigt, wenn aus dem Kontakt Freundschaft oder sogar mehr (?) werden soll!“

„… alles andere als unkompliziert, aber dafür auch nicht langweilig!“

„… immer wieder enorm schmerzhaft für uns! Und zwar egal ob wir Ablehnung oder Zuneigung erfahren.“

 

Hier geht’s zum gesamten Beitrag von Pauline-s:

„… ganz nützlich. Wenn´s zu viel wird, wechseln wir uns ab. So denken doch manche Leute über DIS, oder? Ist ja auch Konfliktprävention, wenn Streit in der Luft liegt, kommt einfach jemand Unbeteiligtes und deeskaliert. Haha, wenn´s mal so einfach wäre! Und das Gegenüber wird nicht überfordert, solange wir einfach nur unter der Tarnkappe vor […]

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15 Gedanken zu „Im Kontakt mit anderen Menschen ist das Vielesein… — Geteilte Ansichten“

  1. Das Thema finde ich sehr schwierig: ich kann nun einmal an dir/euch? nichts Seltsames oder Andersartiges erkennen. Ob das nun daran liegt, dass ich nur die „Außenminister“ und „Diplomaten“- Anteile kennen gelernt habe oder vielleicht daran, dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung gar so verschieden ist …..
    „gewisse Ähnlichkeiten zu ganz „normalen“ Lebensformen“ schreibt Ankordanz als handelte es sich um Aliens von Alpha Centauri ….

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    1. Liebe Myriade,
      Also ich würde sagen, beides. Freilich lernst du nur jene kennen, für die es möglich ist, sich gefahrlos in der Öffentlichkeit zu bewegen. Und all jene die Traumata in sich tragen bleiben verborgen und so gut es geht geschützt. Darum können wir dir auch z.B. wenn wir gemeinsam in einem Lokal sitzen sehr viel schwerer, oder vielleicht gar nicht Auskunft über das Innenleben geben. Das würde viel zu viel Chaos erzeugen, überfordert uns. Die Gefahr in der Öffentlichkeit aufzufallen ist lebensbedrohlich. Jede Gefahr evtl. in einen psychischen Ausnahmezustand zu geraten, der einen Psychiatrie Aufenthalt nach sich ziehen könnte, ist auszuschließen. Hier von daheim schriftlich geht das, das Innenleben versuchen zu erklären. Daher kannst du nichts erkennen. Haben wir einander doch stets in der Öffentlichkeit getroffen. Ergo stimmt beides: es sind nur „Diplomat*innen“ draußen und daher ist Fremd- und Selbstwahrnehmung extrem unterschiedlich. Allerdings verstehen wir nicht, wie ist denn die Vorstellung, was anders sein sollte. Wie sollte eine DIS Person von außen zu erkennen sein? Wie sehen traumatisierte aus? Das Mal ist innen. Das ist ja das Schlimme. Die Gewalt nicht zu erkennen ist Aufgabe, warum eine DIS als Kind und Jugendliche gebildet und perfektioniert wird. Alles soll „normal“ (die liebe Familie) erscheinen, obwohl extreme Gewalt und Verwahrlosung herrschen. Leiden tun nur wir.

      Zu Ankordanz Beschreibung kann ich nichts sagen. Wir suchen eben immer die Ähnlichkeiten, warum auch nicht. Wir versuchen Unos zu verstehen.

      Die Schlussfolgerung mit Aliens, wie er es beschreibt hat was. 😁 Wir wollten uns da nicht so einlassen. Weil wir seinen Gedanken nicht immer folgen können.

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  2. Ich glaube, wir sind alle multidimensionale Wesen. Und wie Ihr richtig anführt: wir tragen alle unseren Wahnsinn mit uns herum.
    Was am Schluss bleibt ist die Frage:
    „Wieviel Andersartigkeit ertragen wir denn heute?“ (Zitat F. Bensmann)
    Ich vermute, das ist die eigentliche Grenze.
    🙏💚🤗

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    1. Lieber Ankordanz,
      dies wollte ich mit meiner Definition nicht aussagen. Die Aussage „wir sind doch alle ein bisschen multipel“ ist eine, die wir mit aller Klarheit zurückweisen und nur dort auftauchen kann, wo es keine Einsicht in die extreme Gewalt im Hintergrund von DIS gibt. Und ich weiß schon, dass du es anders bezeichnet hast, aber meinst du mit Multidimensionalität nicht genau dies?
      Allerdings interessiert uns immer die unterschiedliche Wahrnehmung von DIS und Unos, schon um unsere eigenen Bedürfnisse klar definieren zu können.
      Liebe Grüße
      „Benita“

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      1. Liebe Benita,
        mit „multidimensional“ meinte ich nicht explizit „multipel“ (auch wenn das ein Aspekt sein kann). Ich meinte vielmehr die Betrachtung des Menschen als ein Wesen, daß aus vielen „Einzelwesen“ besteht (Zellverbund, Organverbund, Konglomerat aus Unterbewusstsein, Tagesbewusstsein und Überbewusstsein,… – medizinische Betrachtungsweisen als ein Beispiel neben vielen). Und durch das Eingebundensein in größere Zusammenhänge sind wir sogar auch wieder nur ein jeweiliges „Einzelnewusstsein/wesen“ eines grösseren „Organismus“.
        Wenn man sich diese Zusammenhänge bewusst macht, fällt einem der Umgang mit DIS vielleicht leichter, weil gewisse Ähnlichkeiten zu ganz „normalen“ Lebensformen sichtbar werden. Wenn man dann noch die eigene Andersartigkeit hinzu nimmt, wird die Toleranz vielleicht groß genug, um die Andersartigkeit ertragen zu können – soweit zumindest meine Hoffnung.
        (Eine Aussage über die Definition oder die Hintergründe einer DIS möchte mir nicht anmaßen – ich bin kein Fachmann.)
        🙏💚🤗

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        1. Lieber Ankordanz,
          Danke für die Erklärung deiner Betrachtungsweise. Meiner Erfahrung nach sind die wenigsten Menschen gewillt oder in der Lage (?) sich solche Zusammenhänge bewusst zu machen.
          Allerdings finde ich es um ein Vielfaches zu wenig, wenn Andersartigkeit nur „ertragen“ wird. Wir möchten in Würde angenommen und ernst genommen werden, das ist es, wie ich/wir anderen Menschen versuchen zu begegnen. Andere nur „ertragen“ erscheint mir sehr aggressiv und überheblich. Verzeih, dass ich mich an einem Wort stoße, aber dieses „ertragen“ irritiert mich doch etwas.
          Herzlich
          „Benita“

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          1. Liebe Benita,
            ich kann verstehen, dass Euch ein Einzelbegriff wichtig ist. Ich vermute, Euch geht es wie mir, wenn mir ein Thema wichtig ist. (Auch wollte ich korrekt zitieren.)
            Allerdings glaube ich, dass der Begriff nicht unbedingt falsch ist. Der Bereich, in dem Andersartigkeit interessant und reizvoll ist ist vergleichsweise klein. Und gerade uns fremde Ängste und Unsicherheit oder jene, die wir zu verdrängen suchen müssen ertragen werden, bis wir gelernt haben, sie anzunehmen, wollen wir nicht auch alles positive verlieren.
            🙏💚🤗

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              1. „Dort stehen zu bleiben, wäre jedoch unerträglich.“
                Ich kann Euch gut verstehen, aber leider kann man dieses Verhalten nur von wenigen erwarten bzw. erhoffen. Nur wenige sind bereit ihre gewonnenen Bequemlichkeiten auch wieder aufzugeben – noch dazu für etwas so unsicheres wie Hoffnung oder Liebe. So bleibt für die Übrigen ihrerseits nur die Hoffnung…
                👍💚🤗

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                1. Ja, es ist traurig, denn sie verstärkten gegenseitig ihre Furcht mit dem Versuch, ihre vermeintliche Gefährdung durch Aggression gegen andere zu schützen – und gefährden damit die Anderen tatsächlich. (Dieses Spiel hat zwar nach meiner Erkenntnis einen „natürlichen“ Sinn, aber das macht es leider nicht besser…)
                  🙏💚🤗

                  Gefällt 1 Person

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