Off topic und geteilt: Kriegerische Sprache Deutsch

Wir haben zuvor einen interessanten Text zum Kriegsvokabular in der deutschen Alltagssprache gelesen. Eigentlich lohnt es immer darüber nachzudenken, wie wir uns ausdrücken und verständigen, in diesem Zusammenhang ist der Anlass dafür leider zu aktuell, was die Reflexion noch dringlicher macht.

Hier der Link zum Artikel im SZ-Magazin:

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/sprache/kriegerische-sprache-deutsch-91384?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

War Songtext
von Edwin Starr

War deutsche Übersetzung

War Songtext

(War) h’uh
Yeah!
(What is it good for?)
Absolutely (nothin) uh-huh, uh-huh
(War) h’uh
Yeah!
(What is it good for?)
Absolutely (nothin‘)
Say it again, y’all

(War) h’uh (h’uh) look out!
(What is it good for?)
Absolutely (nothin‘)

Listen to me

Ooh war, I despise
‚Cause it means destruction of innocent lives
War means tears, to thousands of mother’s eyes
When their sons go off to fight and lose their lives
I said, war (h’uh)
Good God, y’all!
(What is it good for?)

Absolutely (nothin‘) ‚gin
Say it, again

(War) whoa (h’uh) whoa-whoa, Lord

(What is it good for?)
Absolutely (nothin‘)
Listen to me!

(War)
It ain’t nothin‘ but a heartbreaker!
(War)
Friend only to the undertaker

Ooh, war
Is an enemy to all mankind
The thought of war blows my mind
War has caused unrest

Within the younger generation
Induction, then destruction
Who wants to die?
Ooh war, Good God (h’uh) y’all!

(What is it good for?)
Absolutely (nothin‘)

Say it, say it, say it
(War)
Woah-h’uh (h’uh) yeah uh
(What is it good for?)

(Absolutely) nothin‘
Listen to me

(War)
It ain’t nothin‘ but a heartbreaker
(War)
It’s got one thing and that’s the undertaker

Ooh, war
Has shattered many a-young man’s dreams
Made him disabled, bitter, and mean
And life is much too short and precious
To spend fighting wars each day
War can’t give life
It can only take it away
Oh, war!
(H’uh) Good God, y’all
(What is it good for?)
Absolutely (nothin‘)

Say it, again
(War)
Whoa (h’uh) whoa-whoa, Lord
(What is it good for?)
A-absolutely (nothin‘)
Listen to me!
(War)
It ain’t nothin‘ but a heartbreaker
(War)
Friend only to the undertaker
Woo!

Peace, love and understanding tell me
Is there no place for anything else?
They say we must fight
To keep our freedom
But Lord, knows there’s got to be
A better way
Oooh

(War)
God, y’all! (uh)
(What is it good for?)
You tell ‚em! (h’uh)
Say it, say it, say it
(War)
Good God (h’uh) now, h’uh
(What is it good for?)
Stand up and shout it
(Nothin‘!)

Bitte an das Leben

Mögen wir so leben können, als würden wir mindenstens 500 Jahre alt,

voller Neugier, Wünschen und Plänen

und zugleich

mögen wir so leben können, als wäre es täglich unser letzter Tag und es wäre gut,

zufrieden mit dem was wir momentan erreicht haben.

© Benita Wiese

Zuerst kam der Gedanke, dass wir nicht wissen, ob wir dieses Jahr überleben werden. Wie sollten wir auch? Dann kamen obige Zeilen.

Leider können wir aktuell nicht mehr schreiben, weil viel zu viel für die neue Wohnung zu erledigen ist.

Danke euch / Ihnen, wenn ihr / Sie unserem Blog dennoch treu bleibt. Wir versuchen zwischendurch etwas zu veröffentlichen. Es ist nur leider aktuell sehr unregelmäßig.

Einen wunderschönen Sonntag Abend und herzliche Grüße 😊💖💚🍀🕊🍀🕊🌼🌸🌻

Leben mit DIS #39: der Erfolg sich zu wehren

Leider ist aktuell zu wenig Zeit zu schreiben. Das Leben geht aber weiter und so war heute der 80. Geburtstag unserer Mutter zu feiern.

Die Atmosphäre war eigenartig. Ihr Lebensgefährte hatte zur Familienfeier einen seiner Freunde eingeladen, ohne sie davor zu fragen. Zusätzlich zur unpassenden Anwesenheit des Fremden entpuppte der sich auch noch als überaus gesprächig. Mit unserer Mutter zu sprechen war nahezu unmöglich.

Wir haben kein nahes Verhältnis zu unserer Mutter, aber diese Konstellation war uns doch sehr unangenehm. Es tat uns leid, dass ihre Feier so gestört wurde. Zudem beschimpfte ihr Lebensgefährte sie immer wieder, was sie evtl. überhört hatte oder es ohne Widerspruch hinnahm.

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Geschützt: Das Drama geht weiter

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Wir müssen eine Entscheidung treffen ….

von pixabay

aber wir sind wie gelähmt.

Und worum es genau geht können wir hier auch nicht besprechen, das ist besonders schlimm und belastet uns sehr.

Vielleicht können wir uns aufraffen und werden gegen unsere Überzeugung einen Passwort geschützten Beitrag schreiben. Immer noch besser als gar nichts.

Wärt ihr liebe Leserinnen und Leser bereit so einen Text zu lesen? Denn nur für uns brauchen wir HIER nicht zu schreiben.

Im Gegensatz zum letzten Beitrag ….

oder vielleicht auch nicht?!

Dr. Charmaine Liebertz referiert in diesem Vortrag an der pädagogischen Hochschule OÖ nicht nur über die Wichtigkeit von Humor in der Pädagogik, die Entwicklung des Humors in der Evolution, sondern spricht auch weit darüber hinaus über das Humorverbot in Diktaturen, die Clowns without borders, über Männer- und Frauenwitz bzw. das unterschiedliche Lachverhalten der Geschlechter und Vieles mehr im menschlichen Alltag und das äußerst unterhaltsam und kurzweilig.

Dieser Vortrag dauert 1:32h, aber sie lohnen sich.

Mehr solche WissenschafterInnen an Universitäten und in der Wissenschaftsvermittlung sind ein großer Gewinn.

Leben in einem Wohnprojekt

Es bleibt die Frage offen, ob die Last, die wir mit uns tragen zuviel für die Gruppe wird, was wir spüren werden.

Oder auch ob die Anforderungen eines Zusammenlebens mit so vielen Menschen, in näherem Austausch zuviel für uns wird.

Werden wir uns abgrenzen können? Was aktuell oft sehr schwierig ist. Werden wir unsere Bedürfnisse nach Rückzug leben können? Werden wir uns auf ein liebevolles Miteinander einlassen können, ohne permanent getriggert zu werden? Denn erst dadurch, dass uns liebevoll und verständnisvoll begegnet wird, erkennen wir das Ausmaß der erlittenen Gewalt. Und das ist oft kaum zu ertragen.

So kam es letzten Donnerstag dazu, dass wir bei 37 Grad Hitze einfach eine Moderation eines Arbeitstreffens völlig vergeigt hatten. Was bei diesen Temperaturen schon verzeihlich ist. Ein Wunder, dass wir als Gruppe überhaupt irgendetwas klären und beschließen konnten.

Dennoch, es war für uns unverzeihlich, dass wir versagten. Was auch mit ein Trigger war, dem ein zweiter folgte. Und dem allem folgte ein Nervenzusammenbruch über drei Tage. Einen Tag weinten wir durch. Die folgenden zwei gab es glücklicherweise immer längere Pausen zwischen den Weinattacken. Und wir erkannten den ursprünglichen Trigger.

Fehler waren als Kind und Jugendliche verboten. Mehr noch, sie waren lebensgefährlich. Jeder Fehler konnte dazu führen, dass wir nicht überlebten, weil der Vater die Kontrolle zu verlieren drohte und uns im Affekt töten könnte.

Das war der Trigger mit dem wir konfrontiert waren, als wir merkten, dass uns die Moderation mehr als entgleitet. Wir hatten Todesangst. In einer solchen Gemütslage kann jedes Wort einen zusätzlichen Zusammenbruch bewirken. Und es entlud sich dann auch an einem anderen Thema, da wir unsere Todesangst ja selbst vor unseren Außenpersonen verstecken gewohnt sind. Normal ist das hilfreich, um die Situation zu verlassen, was irgendwie auch nicht ging. Wir moderierten ja ein Meeting.

Es waren die anderen Teilnehmerinnen des Treffens, die uns beruhigten so gut sie es konnten. Was beruhigend und aufwühlend war, denn es zeigte uns unser Leid der Kindheit so klar auf. Trost gab es damals niemals. Im besten Fall geschah nicht noch mehr Gewalt und Ablehnung. Das kam aber selten vor. Dieser Versuch aller uns beizustehen war so enorm viel an Glück.

Sich diesen Emotionen zu stellen war und ist eine große Herausforderung. Aber wir sind dankbar in diese Lage zu gelangen. Die Zeiten der Flucht werden geringer. Wir haben NICHT geswitcht. Welch enorme Leistung.

Wir haben noch niemals etwas so Großes zu erreichen versucht, wie dieses Wohnprojekt. Es ist so viel größer und intensiver als wir erwartet hatten. Und auch so viel komplexer.

Vermutlich war es gut, all dies nicht von Anfang an zu erfassen, sonst hätten wir es nicht gewagt.

Die große Herausforderung bleibt, dass wir nicht wegziehen können, falls es nicht passen sollte. Das erlaubt unser Budget nicht. Und jetzt wird es wirklich konkret. Im Herbst wird der Mietvertrag unterzeichnet.

Leben mit DIS #36: „Warum müssen wir immer arbeiten?“

Wir haben beschlossen, dass wir strukturierter an unseren Projekten dranbleiben wollen und sind ganz beseelt von dieser Entscheidung.

Ein Erfolgsjournal soll uns dabei unterstützen.

Allein ein Innenkind weint und es entspannt sich folgender Dialog: „Warum müssen wir immer arbeiten?“

Das Kind meint damit Hausarbeit, Baugruppe, Arzttermine, also im Grunde alles was so ein Erwachsenenleben ausmacht im Vergleich zu Kleinkindern, die in der Gegenwart und in den Tag hinein leben.

Antwort: „Weil wir erwachsen sind.“

Das Kind versteht es nicht. Es ist ja nicht erwachsen, auch wenn der Körper das ist. Die Tatsache, dass der Körper eigentlich schon ziemlich lange erwachsen ist, ist für das Innenkind fremd. Für das Kind und andere Innenkinder kommen Traumata hoch, als es viel zu früh für den Haushalt verantwortlich gemacht wurde und bestraft wurde oder zumindest gedemütigt wenn es nicht so funktionierte, wie ein geführter Haushalt sein sollte. Und es hatte niemals funktioniert, weil es eine enorme Überforderung war.

Uns Erwachsenen kommt der Gedanke, ob es einfach damals nur eine Schikane war, um einen Grund zu finden uns zu quälen? Es steht für uns ohne Zweifel, dass der Vater ein Tyrann und Sadist war. Dazu würde es passen.

Ich versuche die Antwort zu präzisieren, weshalb wir arbeiten müssen bzw. wollen: „Wir wollen doch alleine in einer Wohnung leben. Da fühlen wir uns sicher(er). Dann müssen wir eben einiges arbeiten, damit wir so leben können.“

Die Tränen hängen dem Innenkind noch immer in den Wimpern. Es schaut traurig.

Wir verstehen, dass wir in unserem Erfolgsjournal die Bedürfnisse der Innenkinder unbedingt beachten müssen. Es muss genügend Zeit bleiben zum in den Himmel schauen oder in die Baumkrone vor dem Fenster und evtl. einen Buntspecht beobachten oder andere Vögel. Es sollten auch andere Bedürfnisse zur Erholung einfließen. Das brauchen wir Erwachsenen auch.

Ja, wir haben Angst vor dem Leben. Das war wieder einmal der erste Satz nach dem Erwachen, den wir im Kopf hatten.

Dann haben wir nachgedacht, worüber wir glücklich und dankbar sind. Und es ist uns manches eingefallen.

Gedanken lassen sich lenken. Davon sind wir überzeugt und haben es schon oft genug praktiziert. Aus Angst vor Veränderung kann Freude über den Erfolg werden, das wissen wir.

Wir gehen weiter ….

Zwischen massiver Überförderung und Glücksgefühl ….

Oder: Über den Wunsch wo dazu zu gehören und sich einzubringen.

Ob es je möglich ist über diesen Blog oder auch in einem Buch tatsächlich vermitteln zu können, was es bedeutet mit komplexen Traumatisierungen zu leben und versuchen zu heilen? Wir zweifeln immer mehr.

Wir denken es kann einen Einblick geben, es kann helfen jene Angst des Unbekannten ein wenig abzubauen und damit eine erste kleine Brücke darstellen zu Menschen, die schwere und schwerste auch sexualisierte Gewalt erlebten oder eher erlitten. Vielleicht kann es auch neugierig machen und für manche das Thema komplexe Traumatisierung überhaupt erst ins Bewusstsein rücken. Das Leben damit, die Hürden und Besonderheiten, die Wünsche und Bedürfnisse, die immer nur unser Leben beschreiben, finden sich bei aller Unterschiedlichkeit dennoch in ähnlicher Form im Alltag anderer DIS-Personen wieder. Wenn uns gelingt das Interesse zu wecken, dann haben wir bereits viel erreicht. Auch wenn wir so viel mehr erreichen woll(t)en. Vor allem möchten wir an dieser Gesellschaft teilhaben als die, die wir sind, auch wenn uns das immer wieder selbst nicht so klar ist. Wenn dieses nach sich Suchen auch einen Platz hätte, das wäre wundervoll.

Eine Beschreibung kann jedoch jene Erfahrung des Kennenlernens und persönlichen Austausches niemals ersetzen, das erkennen wir immer mehr. Das gilt für beide Seiten. Sowohl komplex Traumatisierte, als auch Menschen mit geringen Traumatisierungen ohne langfristige Folgen, können das System (schwerer und schwerster) Traumafolgen nur in der Begegnung begreifen und miteinander wachsen. Wir meinen mit „Menschen mit geringen Traumatisierungen“ die Mehrzahl der Menschen, da wir davon ausgehen, dass es kein Leben ohne die eine oder andere Zäsur gibt, die traumatisch wahrgenommen wird und Nachwirkungen hat.

Dieser über alle Maßen große Wunsch irgendwo dazu gehören zu dürfen, ohne uns verstellen zu müssen begleitet uns auch in der Baugruppe. Nach und nach „outen“ wir uns mit dem Wunsch in Mehrzahl angesprochen zu werden. Das hat mehrere Gründe. Nachdem man uns unser Leid nicht ansieht, ist es eine Möglichkeit etwas zu thematisieren, das sonst unsichtbar bliebe. Zum anderen soll diese Nachbarschaft ein Umfeld sein, in dem wir uns erholen können müssen. Wir können uns dort nicht ebenso verstecken, wie wir es in unserem gesamten Alltag machen mit Ausnahme unserer Therapeutin.

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Erfahrungen zum Traumakongress nach dem 3. Tag

Trauma is perhaps the most avoided, ignored, belittled, denied, misunderstood, and untreated cause of human suffering.

Peter Levine

Trauma ist vielleicht die am meisten vermiedene, ignorierte, herabgewürdigte, verleugnete, missverstandene und unbehandelte Ursache menschlichen Leidens.
Peter Levine

Zunächst einmal sind wir extrem müde, aber unserem Englisch hat die Übung bislang sehr gut getan.

Am ersten Tag war es noch einigermaßen schwierig dem Interview zu folgen und parallel auf deutsch Notizen zu machen, mittlerweile geht es bereits recht gut.

Und das mitschreiben lohnt sich! Wir haben gestern und heute je vier Interviews gehört, am ersten Tag nur eines, da wir unterwegs waren und können sagen, dass uns sieben Gespräche von den neun gehörten fasziniert haben und sicher in unserer Heilung weiterbringen werden, durch die erfahrenen Erkenntnisse aber vor allem auch durch die neu oder vertieft erlernten Werkzeuge. Die anderen beiden brachten ebenso wichtige Erkenntnisse, aber wir hatten leider Probleme mit den Interviewten, wobei das evtl. auch daran liegen könnte, dass diese beiden Gespräche auf französisch geführt wurden und wir nur mittels der Simultanübersetzung folgen konnten. Eine emotionale Verbindung zu den Sprecher*innen war uns dadurch unmöglich und es wurde langatmig zuzuhören. Unsere Französich-Kenntnisse sind definitiv zu gering für diese Fachgespräche.

Die bislang wichtigste Erkenntnis ist auch nicht neu, aber doch in dieser Klarheit selten ausgesprochen:

„Nur sprechen hilft in der Therapie mit Trauma nicht, es braucht mindestens ein Werkzeug, eine Methode um Traumata zu lösen. Denn Trauma sitzt im Körper!“

frei übersetzt nach Bob Schwarz

Es wurden bislang mehrere Methoden vorgestellt, die wir zum Teil kannten und auch bereits verwendet hatten, aber doch nicht konsequent. Das wollen wir noch weiter forcieren. Wenn es Interesse gibt, werde ich die Methoden und Expert*innen gerne in einem nächsten Beitrag, nachdem wir ausgeschlafen haben, hier vorstellen. Und auch genauere kleine Einblicke in jene Bereiche, die wir besonders interessant fanden. Bitte lasst es uns doch in den Kommentaren wissen, wenn es die eine oder den anderen interessiert.

Bis inkl. Montag gibt`s Programm. Anmelden sollte hier noch möglich sein:
https://quantum-way.com/en/evenements/espace-sommet-trauma-attachement-resilience-2021

oder mit dem Link im letzten Beitrag.
Ganz unten auf der Seite findet sich auch das Programm des Kongresses.

Ein schönes Wochenende wünschen wir euch und hoffen den Interview-Marathon durchzuhalten, weil gerade morgen und auch am Sonntag noch so viele interessante Interviews angekündigt sind.

Ach, das ist alles ein richtiges Vernügen!!!!!!