Geteilt: Die größte Heilung

An dieser Geschichte, die Pollys veröffentlicht hat, gefällt mir gar nicht so sehr der Aspekt der Verzeihung, den sie hervorhebt.

Was uns besonders begeistert ist die Tatsache, dass mit dieser Form der „Bestrafung“ Gewalt und Aggression die Grundlage entzogen wird. So wird es unmöglich mit destruktiven Methoden die Gesellschaft zu sehr zu erschüttern und zu zerstören.

Statt Aggression und Gewalt zu verstärken wird so das Gute, das ebenso in allen schlummert, betont. …… Ein Weg, der überall Beachtung finden sollte.

Liebe statt „law and order“ Politik. Wunderbar!

https://wp.me/paOM6I-sS

Abschied nehmen!

Seit gestern ist er vermehrt an unserer Seite.

Gerade als beim meditieren diese Depression hochstieg und Innenwesen mit Tränen in den Augen riefen: ”Ich will nicht nach Wien!” und durch nichts zu beruhigen waren, kam er, einer der beiden Kater des Hauses. Er half beim zur Ruhe kommen und spendet Trost. Auch jetzt liegt er in unserer Nähe.

Oft fühlen wir uns in dieser Stadt gefangen, die seit einigen Jahren bereits die Auszeichnung trägt, die lebenswerteste Stadt der Welt zu sein. Oh ja, sie ist schön. Zum Teil ein Freilichtmuseum, umrahmt von Natur. Aber sie trägt eine ansteckende Negativität im Herzen, die deren Bewohner*innen heimsucht. Der Wiener Grant war uns sogar als geborene Wienerin stets zuwider. Wir können und wollen im Jammern nichts Charmantes erkennen.

Aber wir können nicht weg. Nur in dieser Stadt, die uns in ihren Krallen festhält können wir uns eine Wohnung leisten. Oft und oft haben wir es durchgerechnet. Ohne soziale Zuschüsse gibt’s keine Wohnung für uns und dafür müssen wir einige Jahre ohne staatliche Unterstützung an einem Ort in Österreich leben, wenn wir aus Wien fortziehen wollten. Unmöglich! Es ist die Kleinteiligkeit dieses kleinen Staates, der bis ins Letzte in politische Zuständigkeiten unterteilt ist mit eigenen Gesetzen. Das hat einige Vor- und viele Nachteile. Dennoch bin ich dankbar, dass Wien politisch anders tickt, als weite Teile des Landes. …… „Jeder noch so schöne Ort ändert sich, wenn du dort lebst.“, wirft eine innen in die Debatte ein.

Stimmt! Ob ich hier leben wollte, wo ich meine Sommer verbringe? Wohl eher nicht. Das Wesen der Einwohner ist auch hier oft schwierig.

Wien hat viele Vorteile. Von der Kultur über die Anonymität der Großstadt und die grüne Lunge den Wienerwald, ist diese Stadt tatsächlich lebenswert. Vielleicht, so hoffen wir, wird es besser – vor allem ruhiger – in der neuen Wohnung, die am anderen Ende der Stadt liegt. Dort, wo wir kaum Kindheitserinnerungen haben, das könnte Trigger minimieren — hoffentlich! Fast eine uns fremde Stadt in der großen Metropole, die eigentlich zu klein scheint für eine solche Bezeichnung.

Wenn die Wohnung endlich gebaut würde und wir dann eingezogen sind, dann ….. Dann nehme ich mir eine Katze oder einen Kater, die uns trösten, so hoffen wir, wenn es zuviel wird rundherum. 🐱

Die Gesellschaft verroht!

Danke liebe Lunis für diesen Beitrag, den ich sehr wichtig finde und gerne teile.

Ich weiß, zwar, dass Selbstverletzung in der Kunst z.B. bei Marina Abramovic oder auch Valie Export und anderen immer wieder auch seinen Platz hat, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, hier sehe ich/wir aber keine Kunst. Hier scheint es eher um Brot und Spiele zu gehen. Wie im antiken Rom wird der Bevölkerung eine Möglichkeit geboten, aufgestaute Aggressionen zu kanalisieren und dadurch nicht gegen die Regierenden und reales Unrecht aufzubegehren. Die Gladiatorenspiele unserer Zeit sind widerliche Darstellungen zwischen Größenwahn und Empathielosigkeit.

Myriade hat mich hingewiesen, dass nicht klar ist, dass das verlinkte Video von Joko und Klaas NICHT die beanstandete Show ist! Daher möchten wir kurz das eingebettete Video beschreiben:

Hier kommen Menschen zu Wort, die sich in unterschiedlichen Gebieten zivilgesellschaftlich engagieren. Es dauert ca. 15 Min. und zeigt unseres Erachtens, was Mut und Stärke tatsächlich sind. Solche Personen ins Rampenlicht zu stellen, davon wünschen wir uns definitiv mehr.

Ein:T:R:aum:A:partment

Es erschreckt mich. Es erschreckt mich zutiefst so Sendungen wie die von Joko und Klaas zu sehen.
Nein eigentlich sehen wir die nicht. Aber man entkommt den Ausschnitten in sozialen Medien, im Frühstücksfernsehen und selbst auf Spiegel online nicht.

Wenn man nur noch Schlagzeilen machen kann, indem alles härter, brutaler und abgefuckter ist.
Wie sich Menschen gegenseitig zum SPASS quälen! Und für Einschaltquoten.
Wo Menschen wie Charlotte Roche sich so etwas dermaßen krankes antun, wie gerade diese Woche.
Ich wage es fast nicht mal das in Worte zu verpacken, was sie da getan hat.
Bitte, passt auf euch auf. Das ist echt nichts für schwache Nerven. Nicht mal nur in der Beschreibung, für die ich versuche so wenig wie möglich Worte zu verwenden.
Das volle Video der „Show“ habe ich mir selbst nicht angesehen.

Ursprünglichen Post anzeigen 525 weitere Wörter

Geteiltes Leid ist halbes Leid?!

Dieser Beitrag entstand als Reaktion auf ein Gespräch mit meiner Liebsten:

Habe ihn vor einigen Tagen beim Bügeln nochmals angesehen, den Film: „24 Wochen“.  Ich will an deiner Seite sein und dann sind sie da, die Fragen, die ich nicht zu stellen wage.

Wir wagen sie nicht zu stellen, weil wir nicht wissen, ob wir mit der Antwort oder vor allem mit der Emotion dahinter umgehen können, ob wir so reagieren können, dass es dir gut tut und weiterhilft.

Und das sagen gerade wir, die wir immer darunter litten, dass uns niemand fragt, weil diese Angst bei anderen so sehr besteht. Und wir erkennen, wie tief, diese Angst in uns ist. Ist es auch die Furcht vor den eigenen Gefühlen, vor unserer nur zum Teil zugänglichen Erfahrung der ehemaligen Schwangerschaft, die vielleicht von deinem Erleben angetriggert werden könnte. Wo wir bis heute nicht erinnern, ob wir zu einer Abtreibung gezwungen wurden. Wir möchten keine Angst haben, wir wollen hinsehen, gemeinsam, alleine, gleich in welche Untiefen es uns führt. Wir wissen, dass wir schwimmen können und durchtauchen, egal was kommt!

Deine Worte: „Ich hab mein Kind umgebracht!“ sitzen tief in uns. Sehen wir das auch so? Machen wir dir Vorwürfe deshalb? Können wir diese, deine Entscheidung mittragen, verstehen oder akzeptieren, dass wir vermutlich niemals wirklich eine Meinung dazu haben können oder dürfen, da wir nicht in dieser Situation waren. Können wir dein Leid mittragen? Können wir Trost spenden für eine Lebenserfahrung, die vielleicht nicht zu trösten ist? Das beginnen wir erst zu verstehen!

Dieser Satz von dir hat es so sehr auf den Punkt gebracht, dass du nochmals in einer so viel schwierigeren Lage warst, als es eine Freundin war, deren Kind „bloß“ zu einem späten Zeit der Schwangerschaft im Mutterleib verstarb. Dass das nicht vergleichbar ist!!!

Wir sind es, die stets nach Gutem suchen in entsetzlichen Lebenslagen. Es rettet unser Leben, im Misthaufen unserer Kindheit und unseren Lebens, in dem größten Leid, die Stecknadel des Guten zu suchen. Was kann nur gut daran sein, sich in einer solchen Situation zu befinden? Wir haben dich danach gefragt, nach dem Guten in diesem Erleben. War das in Ordnung? Du hast uns einmal erzählt, dass es nicht die Behinderung gewesen wäre, die dich zu diesem Schritt bewogen hätte. Es war die Erklärung der Ärzte gewesen, dass dieses Kind wohl in seinem gesamten Leben mit starken Schmerzen leben müsste. Das war der Grund, dich für diese Spätabtreibung zu entscheiden. Welche Ohnmacht, Erklärungen von Ärzten ausgeliefert zu sein und auf dieser Basis eine Entscheidung über ein Menschenleben treffen zu müssen. Über mindestens ein Menschenleben, wo doch die Entscheidung unmittelbar ebenso das Leben der größeren Schwester, deiner Erstgeborenen betrifft, wie deines. Mindestens diese beiden Leben der Kinder lagen in deiner Hand. Ist es das Gute daran, dass du dich entscheiden durftest für eine Abtreibung nach medizinischer Indikation, wie du es getan hast in unserer Gesellschaft, oder ist es vielleicht sogar schlecht?

Welch große Entscheidung ist das? Eine Entscheidung, die zu groß für die Seele erscheint, gleich wie sie ausfällt. Und wie ist es möglich, diese Entscheidung loszulassen? Zu sagen, ich habe das getan und stehe dazu. Niemand kann jemals wissen, ob es die richtige Entscheidung war. Gibt es ein richtig und falsch in diesem Zusammenhang überhaupt? Gibt es nicht nur ein: „Ich muss eine Entscheidung treffen und das ist meine Entscheidung, nach bestem Wissen und Gewissen zu diesem Zeitpunkt!“ Und danach mit den Folgen leben.

Du sagtest, heute ist es gut. Das Leben ist gut so, wie es ist. Dennoch ist da noch immer diese tiefe Wunde, die ich fühle. Was sagt dein Sohn? Ich wüsste es so gerne. Ich weiß, dass es möglich ist mit Verstorbenen zu kommunizieren. Wir konnten es, oder glaubten es zu können. Wie können wir bei dir sein, ohne dich in eine Richtung zu drängen, die vielleicht unsere wäre und nicht deine. Wir wollen bei dir sein und deinen Weg, dein Leben begleiten. Mehr steht uns nicht zu und es ist eine große Ehre, wenn wir das dürfen.

Wir respektieren deinen Weg immer mehr, fühlen immer mehr mit dir, auch wenn es Trauer und Tränen sind, die wir teilen. Du öffnest uns deine Seele, dafür sind wir unendlich dankbar. Es gibt kein größeres Geschenk.

Dazu gehören!

all human rights for all - best one

Seit Tagen fliehen wir davor zu schreiben. Alles mögliche und unmögliche wird gemacht, nur um nicht nieder zu schreiben, was uns seit einer guten Woche alles durch den Kopf geht und unsere Gefühle okkupiert. Wir haben Angst. Dabei ist es doch gar nicht so schlimm, denken wir, was wir schreiben wollen. Aber es zerreißt uns fast das Herz.

In der vergangenen Woche kam das Thema sich irgendwo zugehörig fühlen zu wollen so geballt auf uns zu. Zuerst war wie im letzten Beitrag bereits beschrieben die Debatte auf einem anderen Blog und danach die Erfahrung in der Baugruppe.

Nach der Verzweiflung und der kurzfristigen Beruhigung kam nach und nach die Reflexion hinzu.

Immer wieder ging es um diese Einsamkeit unter Menschen. Es ging darum sich niemals zugehörig zu fühlen und dass es eine enorme Belastung ist, so große Angst macht, anderen Menschen das Herz zu öffnen. Dass es so einfach ist, alleine einsam zu sein. Dass die Isolation eine Erholung ist und Menschen immer nur Gefahr bedeuten. Dass ich nicht weiß wie und ob wir aus dieser Qual aussteigen können.

Begegnung als Sehnsuchtsort und Horrorszenario zugleich.

Als Kind uns Jugendliche war das wichtigste rechtzeitig flüchten zu können. Vor den Übergriffen rechtzeitig zu switchen um den Schmerz nicht zu fühlen, vor Papas Jähzorn so schnell wie möglich abtauchen oder deeskalieren und kalmieren um einem möglichen Totschlag zu entgehen. Immer war alles möglich. Unser Ziel war, dass ich niemals eine Schlagzeile in der Kronen-Zeitung (größte Boulvard-Zeitung des Landes) werden wollte: „Familiendrama! Mann tötet Frau und Tochter und richtet sich selbst!“ ….. so ungefähr dachte ich wäre es möglich in der Zeitung zu landen. All unser Streben war es, dies zu verhindern. Alle Kraft, alle Ressourcen waren gebunden an dieses Ziel. Alle Bedürfnisse wurden diesem Ziel untergeordnet. Nur überleben, mehr wollte ich nicht. Dazu gehören! weiterlesen

Alarmierend: Zu wenig Frauenrechtswissen bei Jugendlichen

Gerade weil sich bei mir so enorm viel tut, kommen wir nicht zum berichten. Die Verlassenschaft nach meiner Großtante fordert viel Kraft und schenkt zugleich viele Erkenntnisse.

Ich freue mich darauf Zeit zu haben darüber schreiben zu können.

Inzwischen habe ich eine arlamierende E-Mail der NGO SOS-Mitmensch erhalten. Beim Wissen um Frauenrechte und deren Übertretung und wo Mädchen und Frauen Hilfe bekommen im Anlassfall besteht großer Verbesserungsbedarf!

https://www.sosmitmensch.at/action/mlr/pv?&idx=453078&cid=142&uid=56761&sid=1&cks=e69485be

Sein dürfen #2: Zwischen Wollen und Können!

IMG_20181014_202329091.jpg

Eigentlich wollte ich einen Beitrag schreiben, weshalb ich es nicht verstehen kann, dass sich Unos die — wenn auch veraltete — Krankheitsbezeichung „Multiple Persönlichkeit“ immer wieder freiwillig geben. Ich wollte schriftlich erforschen, was denn wirklich dahinter stecken könnte. Ich wollte darlegen, wieso ich dies jenen gegenüber als respektlos empfinde, die es weder hip noch lustig finden, eine Dissoziative Identität nach schwerer Gewalt beginnend in der frühen Kindheit entwickelt zu haben und die mal schlechter und mal besser aber viel zu oft ganz nahe am Abgrund balancierend ihr Leben versuchen zu verbessern. Anlass war ein Kommentar von mir auf einem Blog, den ich bereits lange lese, wo ich einen launigen Beitrag fand mit dem Titel „multiple Persönlichkeit“ und dem Inhalt der persönlichen Zerrissenheit im Alltag einer Selbständigkeit. Der Autor liest meinen Blog auch bereits seit geraumer Zeit, daher hat es mich erschüttert, auf einen solchen Beitrag zu stoßen. Sein dürfen #2: Zwischen Wollen und Können! weiterlesen