„lebendig werden …“ in Zeitschrift an.schläge VI/2017

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Ich fühle mich geehrt. Heißt es. Tue ich es? Gerade eben stresst es mich. Eigentlich freue ich mich sehr. Aber dann sind da noch ∑meine Ansprüche. Jene Ansprüche, die so hoch sind, wie meine Therapeutin uns immer wieder vermitteln versucht und dabei lächelt, weil wir es wieder einmal mit einer Handbewegung vom Tisch wischen. „So bin ich!“, heißt es dann aus unserem Mund. Und wir lachen mittlerweile mit ihr.

Aber jetzt? Was tun?

Worum es geht?

Unser Blog wird in der aktuellen Ausgabe der feministischen Zeitschrift an.schläge VI/2017 erwähnt. ∑Mein Blog als Lese-Empfehlung in einer Printausgabe eines Magazins. Hui, das ist etwas gaaanz Großes für uns.

Am Blog der an.schläge ein Einblick – Bloggen gegen das Tabu.

Ja genau, darum geht es uns – auch. Als wir gefragt wurden, ob das für uns in Ordnung ist, ob wir das wollen, wurden wir auch nach einem Begleittext gefragt, den wir verfassen können. Haben wir auch getan und erbaten uns den Artikel vor der Veröffentlichung lesen zu dürfen. Das gehört so. Also, wir wollten doch wissen, in welchem Zusammenhang wir da genannt werden. Wir gaben unser o.k. – was sonst.

In der erwähnten Ausgabe der an.schläge gibt es den Themenschwerpunkt Psyche & Gesundheit und in Rahmen dessen wird unter anderem dieser Blog vorgestellt.

Wir kennen die Zeitschrift aus unserer aktiveren feministischen Zeit. Es war jene Zeit vor unserer Krebs Erkrankung in der wir die erfahrene Gewalt heilen wollten, indem wir uns für ein Ende der Gewalt in der Gesellschaft über feministisches Engagement einsetzten. Bloß nicht an dem inneren Schmerz anstreifen. Abspalten half und im Kopf bleiben. Nur nicht zuviel fühlen. Denken ging besser, aber nicht gut genug. Unsere mangelnde Konzentrationsfähigkeit durch Flashbacks und Traumafolgen, sowie die Einführung von Studiengebühren zwangen uns zunächst unser Studium der Politikwissenschaft und Frauenforschung abzubrechen. Das war ein außerordentlich schmerzlicher Schritt. Davor hatten wir bereits um Berufsunfähigkeitspension ansuchen müssen. Dann kam die körperliche Krankheit und mit ihr das zurückgeworfen werden auf das verdrängte innere Leid. Seit der Krebs-Diagnose sind über elf Jahre vergangen und unser Leben hat sich in vielen Bereichen geändert. Ich bin feministischem Denken weiterhin verbunden und teile die Linie dieses Magazins. Zudem erwacht mit zunehmender Genesung auch wieder mein Wunsch nach politischem Engagement. Hinsichtlich Krebs gelte ich als geheilt, bzgl. Traumafolgen hat sich in den letzten Jahren vieles zum Positiven verändert. „lebendig werden …“ in Zeitschrift an.schläge VI/2017 weiterlesen

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„Vererbte Narben“ – Doku zu Traumafolgestörungen über Generationen

Eine liebe Freundin hat mich auf eine sehr interessante Dokumentation hingewiesen, die am 2. September auf Arte lief. Ich mag sie für Betroffene wie Interessierte an den gesellschaftlichen Folgen von Kriegstraumata oder/und häuslicher Gewalt sehr empfehlen.

„Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen“

Vieles davon wusste ich bereits, da ich mich seit gut 15 Jahren mit der Thematik befasse bzw. als Kind bereits erkannte, dass die Gewalt, die ich erfuhr, nicht aus dem Nichts aufgetaucht war, sondern Zusammenhänge wahrnahm. So tat es einfach gut eine Bestätigung zu erfahren, ging uns aber auch teilweise recht nahe.

Der Film zeigt die neuesten Erkenntnisse auf diesem sehr wichtigen Gebiet auf, wie beispielsweise Traumafolgen bis in die Erbsubstanz nachweisbar sind und zwar von nachweislich nicht selbst traumatisierten Nachkommen. Wobei natürlich das Aufwachsen mit einem traumatisierten Erwachsenen bereits eine Veränderung in der Entwicklung bringen kann. Allerdings geht die Forschung weit darüber hinaus. Manche Tests befinden sich jedoch noch im Stadium von Experimenten mit Versuchsmäusen.

Oft kommt es auch zu einer Vermischung der selbst erfahrenen Traumata mit den evtl. seit Generationen weitergegebenen Leiden, die quasi als Zeug*in/e ebenso im Körper abgespeichert sind. Dies kann bis zu Albträumen gehen über Erlebnisse die Vorfahren erlebten.

Die Dokumentation ist noch bis 9. September auf Arte zu sehen, bzw. wer es nicht schafft, wurde sie dankenswerter weise auch auf YouTube hoch geladen.

Liebe verbreiten – lernen

Melinas Schreibfamilie Blog hat uns nominiert Liebe zu verbreiten.

Und weil ∑ich wie bereits einmal erwähnt  den im Internet grassierenden Hasstiraden etwas entgegensetzen möchte, mache ich bei derlei Initiativen gerne mit.

Allerdings ist es ein sehr großer Auftrag „Liebe verbreiten“! Wie verbreite ich Liebe in den Weiten des Netzes in dem sich zu verfangen so einfach ist?

Bzw. selbst wenn es vielleicht nicht immer so ankommen mag, so ist doch dieser Blog darauf ausgerichtet Liebe zu verbreiten. Also zunächst Liebe zu lernen und unsere Erkenntnisse darüber weiterzugeben. Ist es jedoch möglich Liebe zu lernen, wenn wir den Keim der Zärtlichkeit in uns getötet haben? Ist es möglich überhaupt zu leben, wenn wir keine Liebe mehr in uns haben? Im Grunde glaube ich, dass Liebe wie Luft und Wasser nötig ist um zu leben.

Sie mag verschüttet sein, sehr verschüttet, aber ohne zumindest ein Körnchen von Liebe in uns kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich leben lässt.

Es geht also darum Liebe zu kultivieren, zu fördern? Kann ich Liebe verbreiten, wenn ich noch nicht so recht in der Lage bin zu lieben? Und ab wann bin ich dazu in der Lage? Gibt es eine „perfekte“ Liebe? Ist es nicht bereits eine Anmaßung und Lieblosigkeit einen Versuch zu lieben einer Bewertung zu unterwerfen? Liebe verbreiten – lernen weiterlesen

Debattieren in Blogistan: manchmal ist es sehr traurig

Weshalb schreibe ich auch kritische Kommentare in anderen Blogs? Will ich dass sich andere damit ändern? Oder will ich sie verstehen? Will ich mich verstehen über die Auseinandersetzung? Bin ich bereit auch mich zu ändern evtl.? Vielleicht ist alles darin. Es sind Blogs, die mir wertvoll sind, oder die Menschen dahinter? Was selbstverständlich schwierig ist, weil ein Blog immer nur ein kleines Fenster auf eine Person öffnet. Aber ein Blog auf dem ich mich nicht wiederfinde, ein Blog, der für mich generell aggressive Ansichten vertritt, ein Blog der mich abstößt interessiert mich nicht.

Es geht niemals darum, zu nörgeln oder besser zu wissen um des nörgelns willen. Dann wenn ich einen kritischen Kommentar schreibe, ist es ein Versuch die Schreiberin oder den Schreiber zu verstehen. Ich versuche einen Dialog zu beginnen und mitunter gelingt es, mitunter eben nicht.

Ja, es stimmt, ich bin vielleicht keine gute Verliererin in Debatten. Es stimmt, es fällt mir schwer, wenn meine Argumente falsifiziert werden. Das tut weh. Aber ich kann es annehmen, ich kann meine Meinung ändern, wenn ich überzeugt werde von dem Argument. Ich mache Fehler, wie alle Menschen. Und ich kann Fehler eingestehen und ich kann mich sogar entschuldigen und meine es auch so, wenn ich es als nötig erachte. Oft entschuldige ich mich auch viel zu oft. Hier am Blog möchte ich auch lernen zu meiner Ansicht zu stehen. Damit bin ich nicht alleine in Blogistan.

Wenn ich einen Kommentar schreibe in dem Wunsch zu verstehen. Wenn ich lange überlege, ob ich diesen Kommentar überhaupt schreiben soll oder darf, weil sich sonst wieder eine Debatte ergibt, die aneinander vorbeigeht, dann ist die Freude am Lesen eines Blogs sehr getrübt.

Ich passe auf mit Worten, weil ich es gerne tue, weil ich Menschen nicht verletzen will. Wenn ich meinen Kommentar formuliere, versuche ich es so zu machen, dass ich meine Ansicht schreibe, und niemals „mach das so, oder so“ oder auch „Du machst das falsch!“ … Wenn ich aber einen Blog lese und anderer Meinung bin, dann kommt es darauf an, wie wertvoll mir die Schreibenden sind. Ich gehe nur in Debatten per Kommentar, wenn ich die Person, die schreibt mag und schätze, weil ich es als enorm anstrengend empfinde, mich in Diskussionen zu begeben. Wenn es aber eine Person ist, die ich vielleicht schon lange lese, die mir in sehr vielen Punkten immer wieder sehr nahe kommt, aber da ist diese eine Ansicht, da kommen wir nicht drüber. Da gibt es keine Verständigung, dann tut mir das weh. Ja, vielleicht nerve ich, wenn ich immer und immer wieder dasselbe Thema anspreche. Ich könnte sagen: „O.k., da tickt sie anders als ich, da finden wir keinen Konsens, soll sein!“ Vielleicht sollte ich das tun?

Wenn ich es aber ohnehin öfters tue, wenn ich mir immer wieder einen Kommentar verbiete und überlege, ob ich jetzt diesen einen kritischen Kommentar schreibe, weil es mir fast körperlich weh tut, was ich lese. Wenn ich versuche so achtsam wie nur möglich zu kommentieren. Niemals Vorwürfe zu machen, immer von meiner Meinung zu sprechen. Wenn meine Meinung nicht sein darf, dann triggert es. Und ja, auch Worte wie „Arschloch“ triggern vehement. Und es kann sein, dass mir das erst bewusst wird, wenn der Kommentar schon abgeschickt ist.

Wenn mir gesagt wird – nicht direkt, aber so direkt, dass ich weiß, gemeint zu sein – dass ich nicht zu widersprechen habe, weil es ja nicht mein Blog ist, sondern dass ich das so hinnehmen muss, was da steht, dann ist das wie wenn mein Vater sagt, ich habe ihm nicht zu widersprechen, weil es ja seine Wohnung ist. Verdammt, aber es betrifft mich, darum sage ich etwas dazu.

Wollen wir Blogs schreiben, wo wir nur in Blasen agieren, in denen alle mit gleicher Ansicht einander über den ewig gleichen Schwachsinn schulterklopfend zustimmen? Mich interessiert es nicht, wenn alle auf meinem Blog nur dann kommentieren, wenn es ein zustimmendes Nicken gibt oder ein streichelweiches Aufmuntern. Wie soll ich bitte andere Ansichten verstehen lernen, wenn wir uns nicht auf Debatten über Themen einlassen? Allerdings in der Sprache respektvoll und achtsam und im tiefen Wunsch zu verstehen und auch meine Ansicht ändern zu mögen, wenn die Argumente mich entlarven.

Allerdings ist mir bewusst, dass scheinbar viele dies nicht mögen. Dass es darum geht die eigene Sichtweise in die Welt zu setzen und es soll nicht widersprochen werden.

Das ist nicht meine Welt. Ich will hier auf dem Blog auch debattieren lernen um es dann im „richtigen Leben“ zu können bzw. zu wagen. Aber ich scheine damit alleine hier zu sein in Blogistan?!

 

P.S. 3 Stunden nach Veröffentlichung: Falls ich als Autorin doch einmal denke, dass ich ein Statement auf meinem Blog veröffentlichen möchte und nicht die Kraft oder den Wunsch habe mich einem kritischen Kommentar zu stellen, was ja auch einmal sein kann, hab ich die Möglichkeit, dies im Beitrag zu schreiben oder aber ich schalte die Kommentarfunktion für diesen Text ab. Das ist eine Anregung, muss selbstverständlich niemand so handhaben.

Foto: pixabay / Sponchia

Gedanken – noch immer „Helfer“ und auch Gefühle

Luise Kakadu benennt in diesem Beitrag in ihrer direkten Art das Problem schonungslos. Und weil es so sehr das Wesen des Hilfssystems trifft, wie sie es beschreibt, teile ich es gerne auf meinem Blog.

Weil es eben nicht immer nur möglich ist sich auf das System auszureden und weil es nicht sein kann dass die Opfer alles verstehen und verzeihen müssen. Und es kann auch nicht sein, dass die Opfer eine Verbesserung des Systems erkämpfen müssen!!!

Ich habe immer sehr viel Verständnis, weil es eben nicht anders geht, überhaupt Hilfe zu erhalten, aber es retraumatisiert oft. Auch wenn es sehr wichtig ist die Selbstverantwortung der Opfer einzufordern und zu fördern, aber das passiert oft nicht bzw. nicht so, dass es hilfreich wäre.

Selbstverständlich ist es ein Problem, dass sich Menschen vielleicht einen Hilfsjob viel romantischer vorstellen als er ist. Tatsache ist auch, dass über Trauma und Hilfe für Traumaopfer einfach viel zu wenig bekannt ist. Dass z.B. PTBS erst in den 1980ern erstmals als Diagnose auftaucht. Andere Bezeichnungen gab es davor wohl, aber alle Forschungen bezogen sich auf Kriegsheimkehrer. Vergewaltigung und Gewalt gegen Kinder in der Familie waren davor zwar auch erkannt, aber nicht anerkannt. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte. (Sigmund Freud erkannte das Ausmaß von Gewalt an Frauen, war jedoch so erschüttert, dass er seine Studie umschrieb. Frauen wurden fortan hysterisch genannt.) Es bedeutet, dass die Traumaforschung noch immer fast in den Kinderschuhen steckt.

Die Opfer können dafür aber nichts und ein ehrlicher Umgang mit ihnen auch über das fehlende Wissen bzw. die Angst der Helfer ist eine Frage des Repekts gegenüber der Hilfe suchenden Person.

Bevor ich in Berufsunfähigkeitspension ging, arbeitete ich zehn Jahre mit wöchentlich einer Packung Schmerztabletten, weil der psychische Stress so stark war, dass es ohne tägliche massive Kopfschmerzen nicht ging berufstätig zu sein. Einmal rechtfertigte ich mich wegen eines Fehlers mit: „Das habe ich aber nicht gewusst!“ Mein damaliger Chef antwortete mir darauf: „Information ist eine Holschuld!“

In keinem Beruf in der Privatwirtschaft ist es möglich zu sagen, dass ich etwas nicht wisse und darum die Arbeit schlecht mache oder die Kunden Verständnis dafür haben müssten. Aber Opfer haben eben keine Lobby und sie sind psychisch schwach, besonders wenn sie auf Hilfe dringend angewiesen sind. Und meist haben sie auch keine Angehörigen die in diesem Fall helfend für sie ihre Angelegenheit durchkämpfen. Ich erinnere Gewalt als Kind in der Familie bedeutet, dass die eigenen Eltern Täter sind statt Unterstützung und das zieht sich auch in andere Beziehungen der Opfer.

So jetzt endlich der Text von Luise Kakadu. Herzlichen Dank, liebe Luise für deine klaren Worte, die mich immer wieder unangenehm aufrütteln. Da liegt soviel Kraft in dir. 🙂 ❤

Da ich nur den gesamten Text rebloggen konnte, möchte ich daruf hinweisen, dass der Teil mit der Auseinandersetzung mit Helfenden und dem Hilfssystem erst weiter unten beginnt.

Ab diesem Satz: „Gestern, der Austausch in den Kommentaren mit Isa (weiter unten), gab mir einiges zum Nachdenken.“

 

Missbrauch, Folgen und der Weg

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Es ist noch keine 12 und ich habe heute schon fast alles fertig.
War schon einkaufen und so gesehen, geht es mir und uns gut.
Sicher – mein Mann wußte heute nicht, ob er wütend werden soll, oder einfach mit mir gemeinsam drüber lachen.

Ich bin maulig, nörgelig und völlig fixiert darauf, jeden Mangel wahrzunehmen; alles, das nicht getan wird oder ist
und darauf, was besser wäre.

Garnicht mal nur auf mich selbst bezogen – sondern irgendwie im Blick auf ein Gemeinsam.
Wer tut was, damit die Arbeit verteilt ist nach Fähigkeiten und Zeitaufwand.
Und wie ist das eigentlich mit der Wertschätzung?!

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Leben mit DIS #10: „Warum immer so schüchtern?!“

Mit einer Tonlage zwischen Anklage und Ermunterung stellte der 88jährige Vater einer Freundin uns heute diese Frage.

Seit ungefähr 10 Jahren verbringen wir im Sommer mehrere Tage bis Wochen im Haus von C. Davor war es das Haus von O., der es bereits zu Lebzeiten an seine Tochter weitergab, so wie auch er es geerbt hatte. Es ist ein großes Haus. Sowohl O. mit seiner Frau als auch C. und deren Familie lebten hier. Nun sind C.’s Kinder ausgezogen. Neben den Haushalten der Eltern und der Tochter gibt es noch eine Gästewohnung, in der ich im Sommer unentgeltlich der Stadt mit Hitze und Lärm entfliehen darf.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen die es sich leisten können so großzügig agieren. Viele erkennen den eigenen Wohlstand nicht. So bin ich dankbar hier sein zu dürfen. Nachdem ich das gratis Haus sitten beendet habe, mach ich heuer einfach nur Urlaub.

Leben mit DIS #10: „Warum immer so schüchtern?!“ weiterlesen

Reblogg über Trauma und Trigger

Diesen Beitrag hat Hannah C. Rosenblatt bereits Anfang Juli veröffentlicht. Ich finde ihn sehr hilfreich für Leute mit und ohne Trauma um manches zu verstehen. Herzlichen Dank nochmals an Hannah. Gerne wollte ich auch noch etwas Eigenes zu diesem Thema schreiben, aber das wird sich wohl noch verzögern. Uns ist anderes heute näher. Dennoch möchte ich diesen bemerkenswerten Beitrag vorschicken.

Er enthält sehr viel Information, also nehmt euch / nehmen Sie sich Zeit. Ich stimme nicht mit allem ganz überein, aber in sicher 90 % des Textes finden wir uns wieder.

Viele neue Erkenntnisse beim Lesen wünschen wir. 😊

Neulich stand ich mit einer Freundin in einem Laden. Aus den Lautsprechern dudelte “This Love” von den Maroon 5. Ein Song aus dem “Dragostei din tei-Sommer”. Dem Sommer, in dem wir 18 wurden und wussten, dass wir nie wieder einfach mal eben so in eine Psychiatrie abgeschoben werden konnten. Der Sommer, in dem wir zwischen […]

über Trauma, Trigger, Volvo fahren — Ein Blog von Vielen

Klopf-Kongress 2017

Seit ich bei Sophie über das Klopfen lese bin ich wirklich sehr daran interessiert, obwohl wir es selbst noch immer nicht versucht haben. Wir denken und haben es auch schon gelesen, dass es auch zur Traumaheilung ein gutes Werkzeug sein kann.

Darum möchten wir die Information über den Klopfkongress 2017 gerne unseren Leser_innen zugänglich machen.

Viel Vergnügen und alles Gute, oder auch nur möge es helfen, an alle. 🙂

Leben im Wandel

Vom 22. – 30.07.17 erzählen 18 Referenten über die Anwendungsmöglichkeiten der Klopfakupressur-Technik, für ganz unterschiedliche Lebensbereiche.

Da ist eine spannende Auswahl zusammengekommen, finde ich. Z.B. bei Prüfungsangst, Essstörungen, Heißhunger auf Süßes, Insektenstichen und Sonnenbrand, Herzöffnung, Selbstliebe, Entwicklungstrauma, Ängsten usw.. Hier findet man das Programm.

Die Interviews sind eine Zeit lang kostenfrei anzuhören.

Anmelden kann man sich hier: Klopf-Kongress 2017

Habt es gut.

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Leben mit DIS #9: Selbstdarstellung?

Ich / wir waren Sonntag bei einem Frauentreff, den eine langjährige Freundin in unregelmäßigen Abständen organisiert. Da ruft sie ihre Freundinnen zu einem zwanglosen Plausch zusammen.

Es ist lange her, dass wir dabei waren. Die letzten Jahre denke ich, fanden wir keine Zeit (?) hinzugehen. Und auch diesmal gab es Innenwesen, die unser dabeisein offenbar verhindern wollten. Wir haben die Nacht durchgemacht, fanden erst gegen 6h früh ins Bett und um 11h war der Beginn angesetzt. Als wir um 11.30h aufstanden nach viel zuwenig Schlaf, sandten wir ein SMS, dass wir wohl so gegen 13h da sind, ob sie denn noch dort wären.

Sie waren dort. Was ich angekommen vorfand war eine kleine Gruppe Frauen, die ums Wort rangen. Zwei davon waren lauter, sprachen fast unentwegt. Es war schwierig sich gegen diese durchzusetzen. Und was mir fehlte war das Herz in der Debatte. Das Herz beim Sprechen und Zuhören der anderen. War dafür überhaupt Zeit? Wollte sich eine dafür Zeit nehmen und Kraft? Und ich entdeckte wohl, dass wenn eine Stillere zu Wort kam diese Empathie dabei war, aber sie kamen nicht oft zu Wort.

Es erschreckt mich, dass diese Freundin solche Frauen um sich schart. Und ja, ich / wir haben uns verändert, seit wir diesen Blog schreiben. Die Organisatorin ist eine Freundin, die bei meinem letzten verunglückten Geburtstag dabei war. Ihr lastete ich keine Teilhabe am Scheitern an, da sie später gekommen war. Allerdings weiß ich seit Jahren von ihrer Flucht vor ihrem Inneren, vor ihrem sich beschäftigen. Aber ich schätze sie für ihre Sozialprojekte, für ihre Intelligenz und für die Jahre die ich sie bereits kenne. Sie ist da und nicht da zugleich, das ist ganz eigenartig für mich seit jeher. Ich mag sie trotz aller Irritationen zwischen uns. Leben mit DIS #9: Selbstdarstellung? weiterlesen

Helfen und Hilfe annehmen: schwierig – beides!

Weil es mich immer in meinem Leben begleitet. Weil es jedes Leben begleitet, aber traumatisierte Personen, die sich jahrzehntelang in sog. Hilfssystemen bewegen betrifft es umso mehr.

Dazu kommt, dass das permanente Misstrauen da ist. Das gelernte Misstrauen gegenüber allen Menschen wurde uns ja mit der Muttermilch mitgegeben. Nicht Urvertrauen, dass wir Hilfe verdienen und auch erhalten wurde uns gelehrt, sondern das genaue Gegenteil.

Niemand da, der unsere Bedürftigkeit sieht, was ein Baby dringend braucht um sich zu regulieren, sich zu beruhigen oder für etwas zu interessieren. Niemand da, die oder der Interesse an meinem Wohlergehen hat, nein mein Wohlergehen hat sich danach zu richten, was die anderen mögen, nicht wie ich mich fühle. Ich habe für die anderen da zu sein, für mich ist niemand da.

Diese Tatsache als Baby und Kleinkind, wo die eigenen Bedürfnisse zwar artikuliert werden jedoch auf höchstes Wohlwollen der nahen Bezugspersonen angewiesen sind um Erfüllung zu erhalten, rächt sich als traumatisierte Erwachsene. Wenn nicht gelernt werden konnte, dass das Leben sicher ist, weil andere Menschen helfen die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, wenn ich es nicht kann, ist es schwierig, dies als Erwachsene zu erlernen. Helfen und Hilfe annehmen: schwierig – beides! weiterlesen