Wenn Liebe erschüttert!

Wenn Liebe heute weh tut, weil sie alles erschüttert, was ich einst unter Aufbringung all meiner Kräfte und darüber hinaus lernen musste, um zu überleben, was dann?

Sind es „Wachstumsschmerzen“ am Weg zu verlernen, ….

…. dass ich keinen Wert habe; keine Rechte, etwas zu erbitten; keine Bedürfnisse zu haben!

Dies war es, was ich lernen musste und nur als „wir“ erfüllen konnte.

Nichts war für uns als Kind und Jugendliche selbstverständlich, niemals! Keine Zuwendung war jemals selbstverständlich oder gratis! Jedes liebe Wort musste mit dem eigenen Körper oder bzw. und der eigenen Seele erkauft werden. Sogar die Nahrung oder Versorgung bei Krankheit.

Es waren Akte der Selbstverkrüppelung, ein Suizid auf Raten ohne Sterben zu dürfen, um zu überleben, damals.

Ein unwürdiger Tanz auf dem Hochseil, ohne Sicherung, zur Belustigung derer, die mich hätten schützen sollen!

Mein potentieller Tod war im Spektakel einkalkuliert und gewollt gleichermaßen wie verboten und befürchtet! Der Nervenkitzel der besonderen Art für sadistisch veranlagte Eltern!

Das Drama durfte ich nicht einmal beenden!

Es ist schwierig, heute zu verstehen, warum sich eine so sehr auf uns einlässt, zuhört und versucht unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen und sogar zu erfüllen! Warum?

Vielleicht weil unser Selbstbild voll Selbsthass nicht mit der Wahrnehmung von außen überein stimmt?

Vielleicht, weil wir gar nicht so widerlich sind, dass wir uns am Besten vor dieser Welt verstecken um niemanden zu belästigen? Vielleicht sind wir es nicht mehr?! Aber waren wir es je?

Schaffen wir es zu verlernen, was wir verdient hätten niemals lernen zu müssen?

As time goes by?!

Ein Abschied mit Schmerzen

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Letzte Woche kam es zu einem Eklat. Ja, es stimmt, ich wollte einen Blog bereits länger nicht mehr wirklich lesen. Ja, vielleicht bin ich ein ekelhafter, falscher Mensch. Belüge alle, spiele Dinge vor. Vielleicht ist mein freundlich sein nur aufgesetzt. Ich sehe es nicht so. Ich bemühe mich Menschen nicht zu verletzen. Aber es geht nicht niemals verletzend zu sein, auch wenn es ungewollt ist. Ich bin eben auch ein Mensch und nicht perfekt.

Ich hatte einfach tatsächlich solche Angst vor dieser Frau, die den Blog schreibt, weil ihre immer wieder so derbe Sprache bei uns soviel triggert. Und diese Angst war uns nicht bewusst. Erst seit diesem Vorkommnis, erkennen wir langsam den Hintergrund. Unser Vater, der uns enorm viel (sexualisierte und andere) Gewalt antat, hatte eine solche Sprache. Ja, es tut uns nicht gut, dies zu lesen. Ich verstehe es nicht, weshalb jemand so über Menschen schreiben oder sprechen muss. Ich verstehe auch nicht, weshalb sie so über sich selbst schreibt. Immer wieder sich selbst abwertend und verstärkend, was ihr andere immer und immer gewaltsam antaten.

Aber sie tut es und es tut uns weh, es zu lesen. Vor allem, weil sie es so möchte. Weil es ihr offenbar hilft, so zu schreiben. Viele Kommentare und auch immer wieder Debatten hatten wir in den vergangenen fast 3 Jahren dazu geführt. Sie ist so. Dabei kann sie sehr zärtlich sein. Sie kann kluge, liebevolle zarte Beiträge schreiben, die ans Herz gehen. Sie schreibt intelligente, feinfühlige Kommentare. Es irritiert uns. Es beutelt uns hin und her. Was ist gemeint? Ich jedenfalls hätte ihr schon lange nicht mehr folgen sollen. Vielleicht hätten wir ihr von Anbeginn nicht folgen sollen? Dieses hin und her gerissen werden ….. Es gibt einfach Menschen, die kann ich nicht verstehen, selbst wenn ich mich bemühe. Da ist auch dieses Gefühl es nicht richtig machen zu können. Das ließ uns nicht gehen. Es ist wie ein Rätsel, das ich glaube lösen zu müssen und nicht aufgebe, bis ich es geschafft habe. So sind wir. Oder ist es ein Versuch, die Ohnmacht zu ignorieren, wenn ich mir nicht eingestehe an einer Aufgabe zu scheitern, die ich mir stelle? Ist es Überheblichkeit zu glauben, dass ich verstehen könnte, wenn ich mich nur bemühe? Das war das Motto unserer Kindheit. War es in diesem Fall nur eine Erinnerung an die Ohnmacht unserer Kindheit; die uns diesem Blog folgen ließ? Im Grunde wissen wir bis heute nicht, wie wir in der Kindheit etwas richtig machen hätten können? War es schlicht ein ewiges Flashback diesen Blog zu lesen? Oder bloß ein Trigger? Unsere Therapeutin meint oft, dass es nicht nötig ist, alles zu verstehen, was andere Menschen bewegt. Wir versuchen das zu lernen, aber irgendwie ist es in uns, verstehen zu wollen. Das gibt uns Sicherheit.

Als wir damals ihrem Blog folgten, hatte uns ihre Herkunft, ihr Lebensweg interessiert. Und wir hatten relativ zeitgleich mit dem Bloggen begonnen. Sodass, es noch wenige Follower für mich gab und noch wenige Blogs, die ich las. Es interessierte uns also der Zusammenhang zwischen sexualisierter Gewalt an Kindern und Prostitution. Da habe ich mich wieder gefunden, in den ganz frühen Erfahrungen, als wir als Kleinkind verkauft wurden. Diese sexualisierte Gewalt, die wollten wir vielleicht verstehen dadurch. Das Milieu verstehen, verstehen, warum sich Menschen andere Menschen kaufen um sexuelle (?) Befriedigung zu erlangen. Oder was es bedeutet, dass es Männer gibt, die sich andere Menschen kaufen um über sexuelle Handlungen ihr Minderwertigkeitsgefühl und ihre eigene Ohnmacht zu vergessen, indem sie sich anderer ausgelieferter mehrheitlich Frauen und Kinder als Sexsklaven bedienen.

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Alarmierend: Zu wenig Frauenrechtswissen bei Jugendlichen

Gerade weil sich bei mir so enorm viel tut, kommen wir nicht zum berichten. Die Verlassenschaft nach meiner Großtante fordert viel Kraft und schenkt zugleich viele Erkenntnisse.

Ich freue mich darauf Zeit zu haben darüber schreiben zu können.

Inzwischen habe ich eine arlamierende E-Mail der NGO SOS-Mitmensch erhalten. Beim Wissen um Frauenrechte und deren Übertretung und wo Mädchen und Frauen Hilfe bekommen im Anlassfall besteht großer Verbesserungsbedarf!

https://www.sosmitmensch.at/action/mlr/pv?&idx=453078&cid=142&uid=56761&sid=1&cks=e69485be

Ein interessantes Leben

Wir sind eingedeckt, die Verlassenschaft unserer Großtante zu regeln. Vieles gäbe es dazu zu schreiben. Dazu fehlen mir gerade Kraft und Zeit.

Allerdings habe ich heute beim Blättern in ihren Dokumenten entdeckt, dass sie jenes Auto, das ich nun verkaufen muss, erst vor fünf Jahren gekauft hatte.

Damals war sie in ihrem 91. Lebensjahr! Hätte ich in diesem Alter noch ein neues Auto gekauft? Selbst wenn es ein Gebrauchtwagen war? Hätte ich tatsächlich so intensiv bis zuletzt gelebt, wie es sich für uns darstellt, wenn ich in ihrer Wohnung sitze und ihre Präsenz spüre? Es berührt uns dieses Leben und ihren Charakter in Anklängen zu erfassen. Anhand ihrer Bücher beispielsweise. Ich bedauere, dass ich sie nicht zu ihren Lebzeiten kennen lernen durfte. Ich war ein Kleinkind, als ich sie zuletzt gesehen hatte. Dann wollte wohl auch sie keinen Kontakt zu meinen Eltern und ließ uns Kinder alleine. Wie die meisten anderen Verwandten ebenso. Schade, dass ich nie eine Antwort bekommen werde, warum?

Es passt nicht zu diesem wachen, interessierten Geist, der mir in ihrer Wohnung zu begegnen scheint. So gerne möchte ich mir diese Lebenslust bis zuletzt als Vorbild nehmen, wäre nicht ihre Absenz in meiner Kindheit, die weh tut, auch wenn ich Erklärungen dafür finden kann.

Ich will verstehen und doch nicht in ihren Sachen wühlen um sie heute kennen zu lernen. Wie schaffe ich diesen Spagat zwischen dem mich berühren lassen und forschen nach diesem Leben und dem nicht gegen ihren Willen in ihren Sachen lesen? Ich kann sie nicht mehr fragen, was ich lesen darf und welche Fotos ich ansehen darf.

Und doch ist es uns so wichtig, wieder ein Puzzle mehr zu verstehen.

(Foto: Auf diesem Klavier spielte die betagte Großtante bis zuletzt. Wie gerne hätte ich mein gesamtes Leben Klavier spielen gelernt. ….. )

Beziehungen ohne Gewalt: Ein schwieriger Lernprozess

Die Quelle des Bildes ist unbekannt. Bei rechtlichen Ansprüchen bitte um E-Mail und es wird sofort gelöscht!


Ich muss ordnen, was in meinem Inneren tobt. *switch*, das Gefühl spaltet sich ab, sobald ich es ausdrücken versuche. Das Innenwesen versteckt sich? Betrifft es nicht uns alle? Wurde jemand getriggert?

Seit mehreren Tagen folgt ein Trigger auf den anderen. Vielleicht hätten wir mehrere Beiträge von anderen nicht lesen dürfen. Es ging auf mehreren unterschiedlichen Blogs um Beziehungen, Familie und die Frage ob Menschen die komplex traumatisiert sind Kinder haben sollten. Es waren schwierige Gedanken oder glückliche Darstellungen harmonischer Situationen. Beides triggerte gleichermaßen.

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sexuelle Konditionierung

Am Wochenende hatte ich nach fast einem Jahr wieder Besuch von meinem lieben Neffen. Wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag. Groß ist er und im Auftreten schon so erwachsen, obwohl er gerade erst dreizehn geworden ist.

Getrübt wurde der schöne Tag nur durch seinen Vater. Als er sich von seiner Frau trennte, hatte ich meinem Bruder gesagt, dass ich schon sehe, dass sie nicht zusammen passen und dass ich zu ihm stehe, auch wenn die Art wie er sich getrennt hatte nicht in Ordnung war. Und ich fügte an, sobald du jedoch deinen Sohn verletzt will ich nichts mit dir zu tun haben. Tatsache ist, dass er offenbar nicht anders kann, als andere Leute immer wieder zu verletzen. Sein Kind im Besonderen. Ich merke, dass ich meinen Bruder zu hassen beginne. Das ist unfassbar traurig. Er verweigert jegliche Therapie, will nichts von der Gewalt wissen, die auch er erlebte, weil es ihn ängstigt hinzusehen. Stattdessen wird er immer mehr wie unser Vater, lebt seine seelische Verkümmerung aus und kultiviert sie noch, damit ja nichts mehr weh tut. Das Kranke wird für gesund erklärt durch ihn. Die anderen sind falsch. Das ist immer der einfache Weg. sexuelle Konditionierung weiterlesen

Worauf mich Kommentare bringen

Ergänzung zu Leben mit DIS #14

Weiß nicht, ob diese Erinnerung vielleicht triggern könnte. Bitte passt auf euch auf, falls ihr lesen wollt!

Die lieben Rückmeldungen zum letzten Beitrag und Bemühungen mir mit eigenen Tipps und Tricks zum Schlafen weiterzuhelfen hatten Folgen.

Ich denke positive Folgen.

Wir hatten das Schlafproblem immer mit den Vergewaltigungen in Zusammenhang gebracht, die erst ab dem 14. Lebensjahr bewusst einordenbar waren.

Erst ab diesem Zeitpunkt war es uns möglich eine Gegenstrategie zu entwickeln, wie in der Nacht wach bleiben und abwarten, bis Papa eingeschlafen ist. So tief eingeschlafen, dass die Wahrscheinlichkeit dass er noch zu uns kommt geringer ist.

Damals haben wir öfter dick angezogen geschlafen. Einerseits, weil wir immer knapp am Nervenzusammenbruch lebten und daher permanent froren, obwohl wir unser Bett direkt neben dem Heizkörper stehen hatten und unser Vater die Wohnung tagsüber im Winter auf 28 °C heizte. Anderseits aber auch, weil wir uns sicherer fühlten, so eingehüllt.

Natürlich ist all dies auch nicht dazu angetan in einen friedlichen Schlaf zu sinken, aber zuvor kam eine Erinnerung an ein viel früheres Ereignis. Ein Ereignis zu dem ich bislang nur über einen Traum, den ich evtl. schon einmal erwähnte Zugang fand.

Ich hatte mein gesamtes Leben bis ich Traumatherapie begann, also ungefähr 35 Jahre einen Alptraum, der sich als Erinnerung entpuppte. Denn erst als ich ihn als das wahrnahm, verschwand er.

Der Traum war, dass Hände durch die Wand kommen und mich würgen. Länger brauchte die Erinnerung nicht sein. Als ich mir bewusst machte, dass uns unser Vater als Baby im Gitterbett liegend gewürgt haben muss, wofür es auch Beweise in meinem Bewusstsein gab, die ich nur wie Puzzlesteine zusammenfügen musste, waren Reaktionen meiner Eltern plötzlich verständlich, die darauf abzielten, dieses Ereignis vor mir zu vertuschen.

Die Hoffnung, dass ich mich eh nicht daran erinnere von meinem Vater in die Bewusstlosigkeit gewürgt worden zu sein ging nicht auf. Dass er mich auch wieder ins Leben zurückholen konnte war seiner sehr fundierten erste Hilfe Ausbildung zu verdanken.

Während der Beantwortung der Kommentare kam mir plötzlich die Erkenntnis, dass die Schlafstörungen auch mit diesem Erlebnis zu tun haben könnten. Die Angst, im Bett zu liegen in völliger Abhängigkeit von anderen Menschen. Und dann, falls ich aufwachen sollte und es geht mir schlecht und rufe um Hilfe, oder kann einfach nicht schlafen werde ich gewürgt. So war es damals. Das Bett als nahezu tödliche Falle. Wurde es so in meinem Gehirn abgespeichert? Die später hinzukommenden Erfahrungen bestätigten, dass mein Bett ein gefährlicher Ort ist. Der gefährlichste in der Wohnung.

Das ist eine gute Basis für eine Brainspotting-Sitzung um das Trauma Stück für Stück aufzulösen.

Vielen Herzlichen Dank allen, die mich mit ihren hilfreichen Kommentaren auf dem Weg zu dieser Erkenntnis begleiteten. 💖

Leben mit DIS#12: Über die Mühsal des Erinnerns

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ACHTUNG: Dieser Beitrag kann Betroffene evtl. in einzelnen Passagen triggern! Bitte passt auf euch auf, wenn ihr ihn lesen mögt.


Die Erinnerung ist nicht neu, sie ist nicht unbekannt, aber sie quält mich seit einer Woche.

Gestern haben wir über neun Stunden an einem Beitrag geschrieben und versucht sie in Worte zu fassen und schrieben doch nur darüber hinweg, daran vorbei.

Die Kräuter und der Tee helfen zur Ruhe zu kommen. Das ist wunderbar. Muss ich jetzt schreiben, dass Erinnern wunderbar ist? Im Grunde ist es das, wenn ich zulassen kann, was aus den Tiefen der Verdrängung hervorkommt.

Stress hilft sich nicht zu erinnern. Es ist DAS Mittel um Abzuspalten und zu Verdrängen. Der innere Friede ist damit verknüpft, anzunehmen, was ist, was war.

Darf ich es äußern? Ich habe bereits einmal darüber geschrieben, vor fast einem Jahr. Es ist wieder soweit. Kurz vor dem Veröffentlichen des Artikels habe ich es erst entdeckt. So wiederhole ich mich etwas, wie sich die Erinnerungen wiederholen. Sie sind wieder da.

Als ich vor Jahren einer „Freundin“ darüber etwas anklingen ließ, verbot sie mir ihr davon zu erzählen. Eine andere Freundin meinte, dass sie es nicht erträgt es zu hören. Entschuldigte sich, aber sie war nach meiner Erzählung zusammengebrochen und hatte nur geweint. Auch meinen Yoga-Lehrer hatte ich schon zum Weinen gebracht, als er mir zuhörte. Danach, daheim. Er hat sich nie beschwert, nie etwas anklingen lassen. Seine Ex-Freundin hatte es mir erzählt.

In Therapie habe ich wohl darüber gesprochen, aber wir kommen nicht an jene Innenwesen heran, die es betrifft. Innenkinder, die ab Ende Oktober mehr und mehr die Kontrolle über den Körper übernehmen. Diese Lähmung ist bereits wesentlich besser als noch vor fünf Jahren, aber sie ist noch immer spürbar. Ihre Schmerzen und ihre Trauer belasten uns Woche für Woche mehr, bis sie am 24. Dezember schließlich alle Schwere, die sie seit Jahrzehnten mit sich tragen im gesamten System „Benita“ verteilen und das Leben prägen. Jahr für Jahr, versuchen sie sich mitzuteilen. Jahr für Jahr geben sie am 7. Jänner auf und verschwinden bis Ende Oktober. Dazwischen ist die Zeit vorbei an der sie leiden. Die Zeit in der es damals geschah. Wie oft geschah es? Wie viele Jahre hintereinander? Ich weiß es nicht.

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„Vererbte Narben“ – Doku zu Traumafolgestörungen über Generationen

Eine liebe Freundin hat mich auf eine sehr interessante Dokumentation hingewiesen, die am 2. September auf Arte lief. Ich mag sie für Betroffene wie Interessierte an den gesellschaftlichen Folgen von Kriegstraumata oder/und häuslicher Gewalt sehr empfehlen.

„Vererbte Narben – Generationsübergreifende Traumafolgen“

Vieles davon wusste ich bereits, da ich mich seit gut 15 Jahren mit der Thematik befasse bzw. als Kind bereits erkannte, dass die Gewalt, die ich erfuhr, nicht aus dem Nichts aufgetaucht war, sondern Zusammenhänge wahrnahm. So tat es einfach gut eine Bestätigung zu erfahren, ging uns aber auch teilweise recht nahe.

Der Film zeigt die neuesten Erkenntnisse auf diesem sehr wichtigen Gebiet auf, wie beispielsweise Traumafolgen bis in die Erbsubstanz nachweisbar sind und zwar von nachweislich nicht selbst traumatisierten Nachkommen. Wobei natürlich das Aufwachsen mit einem traumatisierten Erwachsenen bereits eine Veränderung in der Entwicklung bringen kann. Allerdings geht die Forschung weit darüber hinaus. Manche Tests befinden sich jedoch noch im Stadium von Experimenten mit Versuchsmäusen.

Oft kommt es auch zu einer Vermischung der selbst erfahrenen Traumata mit den evtl. seit Generationen weitergegebenen Leiden, die quasi als Zeug*in/e ebenso im Körper abgespeichert sind. Dies kann bis zu Albträumen gehen über Erlebnisse die Vorfahren erlebten.

Die Dokumentation ist noch bis 9. September auf Arte zu sehen, bzw. wer es nicht schafft, wurde sie dankenswerter weise auch auf YouTube hoch geladen.

Ö1 – Diagonal zum Thema: Gewalt

Nachdem ich es derzeit nicht schaffe, jene Beiträge fertig zu schreiben, die in meinem Ordner für Entwürfe liegen, hilft mir glücklicherweise mein Lieblings-Radiosender Ö1 abermals mit einer Sendung aus, die ich als Hinweis in einen Beitrag packen kann.
Ich bitte weiter um Geduld, denn eigentlich fehlt mir das Schreiben schon. 🙂
Ich bedauere, dass es mir nicht gelingt Absätze zu setzen, weshalb ist mir unerklärlich. Ich hoffe, es ist dennoch lesbar.
Diese Sendung über Gewalt aus der Sendereihe „Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen“ wurde vergangenen Samstag ausgestrahlt und ist noch bis Samstag, 17. Juni 2017 vor 17h nachzuhören unter folgendem Link:
Der Friedensforscher Werner Wintersteiner sagt in dem Beitrag ab 17:53h im Interview mit Johann Kneihs eine für mich bemerkenswerte und logische These, die ich hier deshalb transkribiere:
J.Kneihs: „Würden Sie sagen Gewalt ist Teil der menschlichen Natur?“
W. Wintersteiner: „Man kann sowohl Ja wie Nein sagen. Es kommt darauf an, was man wie definiert. Wenn man damit sagen will, der Mensch ist in diesem Sinn zur Gewalt verdammt, dass es immer Kriege geben wird, dann ist das eine Neutralisierung, die völlig wissenschaftlich unkorrekt ist. Denn selbstverständlich ist es möglich, dass die Menschen bestimmte Probleme die sie haben bewältigen. Das hat die Menschheit ja immer wieder gezeigt. Und eines der entscheidenden Phänomene in Bezug auf die Gewalt ist die institutionalisierte Gewalt des Krieges. Und diese institutionalisierte Gewalt des Krieges kann bei gutem Willen, und das ist auch eine These oder das ist auch belegt von der Friedensforschung, sie kann eingeschränkt werden und es können ja Kriege, wenn der politische Wille gegeben wäre auch abgeschafft werden als Institution – ähnlich wie die Sklaverei.
J. K.: „Werner Wintersteiner, vielen Dank für das Gespräch!“
Außer diesem interessanten Interview hat mich selbstverständlich auch jener Beitrag über häusliche Gewalt besonders interessiert. Er beginnt ab 17:39h und ich habe ihn ebenso unten hervorgehoben.
Auf der Homepage von Ö1, können die einzelnen Beiträge unter 7-Tage Ö1 am Sa, 10.6. / 17:05 h direkt angewählt werden oder auch direkt aus der Auflistung der Beiträge unten im Text.
Es lohnt allerdings durchaus die gesamte Sendung anzuhören. Wenn zwei Stunden am Stück zuviel sind, geht es eben auch auf Raten. 🙂
Triggerwarnung: Jener Beitrag um 18:26 h Faszination Gewalt: Skandinavische Krimis, TV-Serien, Computer-Games bringt einen angekündigten Beitrag einer Leseprobe von fast 2 Minuten Dauer. Von 18:27 h – 18:29 h. Diese Passage ist tatsächlich äußerst grausam und kann übersprungen werden.

Ö1 – Diagonal zum Thema: Gewalt weiterlesen