Leben mit DIS/DDNOS #33: Widersprechen wagen und lernen

Heilung geht langsam und es braucht Mut, Kraft und Zuversicht dafür.

Was es in uns auslöst, gegenüber Menschen, die uns wichtig oder sympathisch sind andere Meinungen zu vertreten, obwohl wir wissen, dass es ein heikles Thema ist und dem Gegenüber unangenehm, ist extrem.

Ganz selten kämpfen wir mit Suizidgedanken. Mindestens ein Innenwesen tut dies mit Vehemenz und lässt es uns fühlen. Warum? Uns zu erlauben Menschen die uns etwas bedeuten zu widersprechen, kostet viel Kraft und Mut. Aber wir haben es dennoch getan. Es war in unserer Kindheit und Jugend so extrem verboten eine eigene Meinung zu vertreten, zu sich selbst zu stehen, dass immer die Gefahr dafür ermordet zu werden oder mindestens durch Ignorieren seelisch und körperlich zu verhungern zumindest im Raum stand. So lernten wir bis zur Adoleszenz niemandem zu widersprechen und zu denken, dass wir eine widerliche Frau/Mädchen sind, wenn wir das tun.

Denn selbstverständlich war Widerspruch und eigene Meinung von unserem Bruder erwünscht und gefordert. Bloß er tat es nicht. Er war dem Erzeuger ebenso hörig wie die Mutter. Alles andere war tatsächlich lebensgefährlich. Damals begaben wir uns manchmal in diese Gefahr, weil schweigen unseren sicheren inneren Tod bedeutet hätte. Wir hätten nicht leben können mit permanenter Selbstverleugnung und Selbstbetrug. So gab es nur die Wahl der Todesgefahr ausgelöst durch unseren Widerspruch oder der innere Tod, den wir auch körperlich nicht überlebt hätten.

Dennoch haben wir es zu gut gelernt uns unterzuordnen, zu schweigen und nur innerlich zu hassen oder eben Kontakte zu beenden, wenn’s zu schwierig wurde und unerträglich für uns. Einsamkeit war dann der einzig mögliche Weg, wenn selbst spalten und switchten nicht mehr half. Als „große Frustrationstoleranz“ wurde dieses unterwürfige Verhalten bereits einmal positiv in einem psychiatrischen Befund beschrieben. Dabei ging es nur indem immer andere Innenwesen übernahmen, die nie erkannt wurden. Es ist ein Hohn, die Unfähigkeit sich zu wehren derart lobend hervorzuheben. Vermutlich sind bzw. waren wir zu gut im Verschleiern der Wahrheit.

Ganz offensichtlich ein Flashback. … Das Berichten soll uns von den Suizidgedanken befreien. Aber nach all den Jahren der Bemühungen zu heilen werden wir jetzt nicht aufgeben, im Gegenteil! Es scheint, dass wir an einer ganz entscheidenden Wende in unserem Leben und in unserem Heilungsprozess angekommen sind.

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