Leben mit DIS #38: Perfektionismus

Immer wieder hören wir von anderen Menschen, dass wir so perfektionistisch wären. Wir hören es als kritische Feststellung. Und es stimmt ja, bloß macht sich niemand die Mühe nachzuforschen weshalb es so ist. Zugegeben wir bislang auch nicht.

Nun die Erkenntnis: Wer sich in seinem Leben, vor allem in der frühen Kindheit keine Fehler erlauben darf, weil sie mit großer Wahrscheinlichkeit den eigenen Tod bedeuten würden, tut sich schwer locker an Aufgaben heranzugehen, denn die Todesangst steckt in den Knochen.

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Leben mit DIS #37: Warum Smalltalk für uns in die Schlaflosigkeit führt?

Es war ein netter Abend nach einer Vernissage. Wir saßen mit einigen netten Menschen beisammen in einem Lokal und plauderten. Es ging für uns als nicht-Künstlerin mehr um Smalltalk, als um künstlerischen Austausch.

Wollten wir dazugehören, ohne es zu tun? Anderseits gehörten wir dazu. Man kannte uns und hörte uns zu. Aber weshalb konnten wir einfach Nichts von uns einbringen?

Weil die Wahrheit über unser Leben die Stimmung dämpft und jedes lockere, entspannte Gespräch sprengt. Also erzählen wir von uns nichts Wichtiges. Geben nichts Preis von uns. Das erzeugt generell dann eher Misstrauen, was verständlich ist. Es ist also egal, ob wir von uns erzählen oder nicht, es ist unmöglich unbefangen zu bleiben. Es ist unmöglich, die Stimmung nicht zu ruinieren, wenn wir von uns berichten. Und es ist unmöglich, selbst wenn sich die anderen darauf einlassen nicht das Thema plötzlich zu bestimmen mit den Themen sexualisierte Gewalt und Gewalt an Kindern.

Es gibt also die Wahl zwischen selbst auferlegtem Schweigen oder Themensetzung auf das Gewaltthema und ein Zuviel an Aufmerksamkeit oder ein Ausschluss aus dem Gespräch dadurch.

Diese Auswahl ist beklemmend und kränkend alleine durch die Unmöglichkeit ein zwangloses Gespräch zu führen. Wir haben es wieder einmal versucht und sind insofern wieder einmal gescheitert, als wir uns selbst schon dadurch betrogen haben, dass wir das „ich“ gebrauchten um nicht aufzufallen. Das geht nur kurz, dann beginnen die Kopfschmerzen und die Übelkeit, die wir abspalten.

Und nachdem wir gestern sogar ein bisschen über uns und den Blog gesprochen haben, allerdings alles „brav“ in Einzahl, folgte bis jetzt eine schlaflose Nacht, trotz Müdigkeit.

Es ist zum Verzweifeln sich nicht einbringen zu können in einer Gesellschaft ohne groß aufzufallen und sofort einen Sonderstatus zu erhalten, im besten Falle. Anderenfalls folgt der Ausschluss, wenn die anderen auf den erzwungenen Sonderstatus nicht eingehen mögen. Was wir sogar verstehen.

Ein Leben mit DIS ist ein Leben als Ausgeschlossene, bis wir uns erklärt haben. Letzteres geht in einer Gruppe von ferneren Bekannten nicht. Vielleicht haben wir in solchen Gruppen nichts verloren? Rückzug aus Selbstschutz, die alt bekannte und verhasste Strategie. Wir umkreisen seit Jahren dieses Problem, ohne eine Lösung zu finden.

Die Taliban – ein Krieg gegen Frauen- und Menschenrechte

Die wunderbare Sandra Norak hat diesen Beitrag geschrieben, den wir sehr gerne verbreiten mögen. Wir werden auch die Petitionen unterzeichnen.

Nachdem unserem Kanzler Nichts besseres einfällt, als kategorisch auszuschließen Leute, ja auch keine verfolgten Frauen, aufzunehmen. Es ist nur erschütternd, wie kaltherzig unser Regierungschef ist.

Bitte helft auch mit, wo ihr könnt.

Vielen lieben Dank. 🍀

Es ist eine schreckliche Situation in Afghanistan. Ich bin gerade vom Schreibtisch aus in Fälle verwickelt, in denen versucht wird, Frauen aus Afghanistan, aus Kabul, rauszukriegen. Entweder schaffen es die Menschen gerade nicht zum Flughafen nach Kabul oder sie stehen (noch) nicht auf der Liste oder sie schaffen es zum Flughafen, aber wegen dem Massen-Chaos […]

Die Taliban – ein Krieg gegen Frauen- und Menschenrechte

Leben in einem Wohnprojekt

Es bleibt die Frage offen, ob die Last, die wir mit uns tragen zuviel für die Gruppe wird, was wir spüren werden.

Oder auch ob die Anforderungen eines Zusammenlebens mit so vielen Menschen, in näherem Austausch zuviel für uns wird.

Werden wir uns abgrenzen können? Was aktuell oft sehr schwierig ist. Werden wir unsere Bedürfnisse nach Rückzug leben können? Werden wir uns auf ein liebevolles Miteinander einlassen können, ohne permanent getriggert zu werden? Denn erst dadurch, dass uns liebevoll und verständnisvoll begegnet wird, erkennen wir das Ausmaß der erlittenen Gewalt. Und das ist oft kaum zu ertragen.

So kam es letzten Donnerstag dazu, dass wir bei 37 Grad Hitze einfach eine Moderation eines Arbeitstreffens völlig vergeigt hatten. Was bei diesen Temperaturen schon verzeihlich ist. Ein Wunder, dass wir als Gruppe überhaupt irgendetwas klären und beschließen konnten.

Dennoch, es war für uns unverzeihlich, dass wir versagten. Was auch mit ein Trigger war, dem ein zweiter folgte. Und dem allem folgte ein Nervenzusammenbruch über drei Tage. Einen Tag weinten wir durch. Die folgenden zwei gab es glücklicherweise immer längere Pausen zwischen den Weinattacken. Und wir erkannten den ursprünglichen Trigger.

Fehler waren als Kind und Jugendliche verboten. Mehr noch, sie waren lebensgefährlich. Jeder Fehler konnte dazu führen, dass wir nicht überlebten, weil der Vater die Kontrolle zu verlieren drohte und uns im Affekt töten könnte.

Das war der Trigger mit dem wir konfrontiert waren, als wir merkten, dass uns die Moderation mehr als entgleitet. Wir hatten Todesangst. In einer solchen Gemütslage kann jedes Wort einen zusätzlichen Zusammenbruch bewirken. Und es entlud sich dann auch an einem anderen Thema, da wir unsere Todesangst ja selbst vor unseren Außenpersonen verstecken gewohnt sind. Normal ist das hilfreich, um die Situation zu verlassen, was irgendwie auch nicht ging. Wir moderierten ja ein Meeting.

Es waren die anderen Teilnehmerinnen des Treffens, die uns beruhigten so gut sie es konnten. Was beruhigend und aufwühlend war, denn es zeigte uns unser Leid der Kindheit so klar auf. Trost gab es damals niemals. Im besten Fall geschah nicht noch mehr Gewalt und Ablehnung. Das kam aber selten vor. Dieser Versuch aller uns beizustehen war so enorm viel an Glück.

Sich diesen Emotionen zu stellen war und ist eine große Herausforderung. Aber wir sind dankbar in diese Lage zu gelangen. Die Zeiten der Flucht werden geringer. Wir haben NICHT geswitcht. Welch enorme Leistung.

Wir haben noch niemals etwas so Großes zu erreichen versucht, wie dieses Wohnprojekt. Es ist so viel größer und intensiver als wir erwartet hatten. Und auch so viel komplexer.

Vermutlich war es gut, all dies nicht von Anfang an zu erfassen, sonst hätten wir es nicht gewagt.

Die große Herausforderung bleibt, dass wir nicht wegziehen können, falls es nicht passen sollte. Das erlaubt unser Budget nicht. Und jetzt wird es wirklich konkret. Im Herbst wird der Mietvertrag unterzeichnet.

Über Hass und Lebendigkeit

Das Webinar zum Schlafen hat uns dazu bewegt uns einem Schlafprogramm auf neurowissenschaftlicher Basis zu unterziehen das wir dort kennengelernt haben. Wir wollen noch nicht mehr dazu erzählen, weil wir uns erst im Teststadium befinden. Wir wollen hier auch keine Werbung machen und halten uns neutral. Wenn wir davon überzeugt sind, können wir auch auf Mail-Anfrage Infos dazu weitergeben. Noch ist es zu früh dafür.

30 Tage dürfen wir das Programm testen und bei Missfallen retournieren und bekommen alle Kosten ersetzt. Soweit so gut. Es war ein Anreiz uns drüber zu wagen, obwohl komplexe Traumatisierung von den Anbietern durchaus als schwierige Indikation gewertet wurde und wir mehrmals zur Vorsicht gemahnt wurden auch um Retraumatisierungen und Flashbacks zu vermeiden. Auch wurde uns dringend empfohlen das Training von einer Therapeutin / einem Therapeuten begleiten zu lassen.

Nun es ist freilich selbstverständlich, dass die Erfahrungen, die wir damit machen auch in der Therapie besprochen werden. Auch unsere durchaus fortgeschrittene Heilungssituation, ermutigte uns es bei allen Schwierigkeiten zu erproben. Und wir kennen unsere Grenzen nach über zehn Jahren Yoga und Meditation bereits sehr gut. Zudem ist es gerade die Vorsicht der Anbieter die sehr seriös auf uns wirkt. Es werden keine Heilsversprechen abgegeben und dennoch viel Mut gemacht auf Grundlage von validierten Daten einer Studie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Wir arbeiten nun seit nur drei Tagen mit diesem Schlaftraining und es hat uns mit einigem konfrontiert. Zunächst wurde uns klar, dass wir auch deswegen nicht schlafen, weil wir tatsächlich täglich darauf warten, dass wir „endlich“ vergewaltigt werden, damit wir dann in Ruhe einschlafen können und nicht mitten im Schlaf unsanft geweckt werden. Eine wichtige Erkenntnis, denn wir wurden seit Jahrzehnten nicht mehr vergewaltigt. Das Gehirn hatte es aber unbewusst noch immer so abgespeichert. Als nächstes klärte sich unser Verhältnis zum Hass auf unsere Eltern, für den wir uns immer enorm geschämt haben und uns dafür innerlich gegeißelt haben.

Es kamen folgende Gedanken: „Wir dürfen die Eltern hassen, aber sie sind es nicht wert!“ Was ohne Kenntnis über unsere Erfahrungen extrem klingt, ist doch sehr logisch bei allem, was wir erlebten bzw. erlitten.

Wir erkannten, wie sich der, noch dazu verdrängte, tiefe Hass den wir fühlen nur gegen uns richtet. Der Hass hält uns in der negativen Verbindung zu unseren Eltern. Ihn loslassen bedeutet unsere Eltern loslassen und unser Leben frei zu leben. Intellektuell wissen wir das bereits lange, aber das änderte noch nichts daran. Bewusst bekamen wir keinen Zugang zu dieser Emotion. Letzendlich bringt und das Loslassen von diesem tiefen Hass ein großes Stück weiter zu unserer Lebendigkeit. Möge es gelingen. Bei all dieser Anstrengung sind wir so aktiv wie schon sehr lange nicht.

Das Schlaftraining hat bislang einen logischen aber auch widersprüchlichen Effekt. Einerseits stresst es uns, da es auf einer unbewussten Ebene ganz tiefe Überlebensmuster von uns angreift und beginnt diese aufzulösen. Negative Gedanken, die wir so gewohnt sind, dass sie zu uns gehören werden uns vor Augen geführt und es ist sehr anstrengend sie loszulassen. Es findet also ein innerer Kampf statt, Vergangenheit gegen Zukunft, Leiden gegen Lebendigkeit und Freiheit. Anderseits aber führt uns genau dieses Erkennen und Loslassen zu einer inneren Ruhe die uns neu ist.

Wir fühlen uns aktuell also gestresst und ruhig zugleich.

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zu DIS haben uns immer auch deshalb fasziniert, weil uns bei unserem Psychiatrieaufenthalt anno 1992 ein auffälliges EEG attestiert wurde, mit dem die Ärz*innen damals nichts anfangen konnten. DIS wurde nicht diagnostiziert. (*)

Wer weiß, wohin uns all dies führen wird? Wir bleiben neugierig!


(*) https://www.psymag.de/11355/neurowissenschaftliche-befunde-gespaltene-ich-dissoziative-stoerungen/

Webinar zum Thema Schlaf ….

In den letzten Tagen haben wir ein Webinar mit vielen Tipps zum besseren Schlaf oder auch zur Heilung von Schlafproblemen gehört. Und übrig bleibt der innere extremste Druck, dass Innenwesen sagen, wozu sollten wir leben?

Diesen Gedanken haben wir uns seit unserer Krebserkrankung vor mittlerweile 15 Jahren nicht mehr erlaubt. Bloß er war offensichtlich dennoch nicht weg, sondern nur unterdrückt.

Es gibt Menschen, die uns schätzen und akzeptieren, was wir wahrnehmen, aber wir können uns nicht als lebenswert annehmen. Die brutale innere Wahrheit aus unsäglich grausamen Zeiten, wir wären „lebensunwertes Leben“ ist noch immer in uns, obwohl wir nicht wissen, wer es wann zu uns gesagt hat (unser Erzeuger?), sondern nur, dass es ein Glaubenssatz ist, den wir fälschlicherweise in uns tragen. Und er ist hartnäckig. Aber warum? Es ist als hätten wir keine Chance dagegen anzukommen.

Es ist nicht einmal traurig, es ist eine Katastrophe.

Nach einigen Seiten lesen in der Einleitung unseres Erfolgs Journals, wollen wir anmerken, dass es vielleicht eigenartig klingen mag, aber die Erkenntnis, dass wir dieses Thema nach der Krebserkrankung nur weg geschoben hatten, es aber noch ganz tief in uns tragen, ist ein guter Schritt. Nun können wir uns erneut und vielleicht endgültig (?) damit auseinandersetzen, diesen Glaubenssatz aufzulösen.

Vielleicht hat uns Yoga Nidra, das wir jetzt zwei Tage hintereinander praktiziert haben dorthin geführt? Wir haben es im Webinar kennengelernt. Oh nein, wir geben nicht auf!

Danke, dass es euch liebe Leser*innen gibt. Das ist ein großes Glück. 💖🌼🎋🙏

Leben mit DIS #35: Soziales Miteinander in der Kindheit? ….. Fehlanzeige!

Hannah Arendt – dt. amerik. Philosophin und politische Denkerin

Unsere Therapeutin tätigte letzte Therapiestunde eine Aussage, die uns ins Mark traf, weil sie so wahr ist!

Wir sprachen darüber, weshalb uns „Freund*innen“ das „ihr“ (Mehrzahl) in der Ansprache verweigern, was aktuell oft geschieht und weshalb dadurch, dass wir uns nicht mehr verbiegen mögen, langjährige „Freundschaften“ nun demaskiert werden und weil wir Trigger erkennen aber in der Beziehung nicht klären können, nicht wissen ob bzw. wie diese Freundschaften weitergeführt werden können.

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Leben mit DIS/DDNOS #33: Widersprechen wagen und lernen

Heilung geht langsam und es braucht Mut, Kraft und Zuversicht dafür.

Was es in uns auslöst, gegenüber Menschen, die uns wichtig oder sympathisch sind andere Meinungen zu vertreten, obwohl wir wissen, dass es ein heikles Thema ist und dem Gegenüber unangenehm, ist extrem.

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„Wir haben das Recht zu existieren!“

Diese Erkenntnis hatten wir bei einer Behandlung unter unserem Kristallbett Anfang Februar gewonnen.

Seit fast drei Monaten schreiben wir an einem Thema, ohne auch nur einen der mittlerweile fünf oder sechs Entwürfe veröffentlicht zu haben.

Sie werden nicht fertig. Wir ziehen einen Teil Erkenntnis aus einer Schublade des Innen und finden den Bogen nicht. Der Text wird nicht rund, es gibt keine Conclusio. Eher scheint es als gäbe es dieses offene uns quälende Suchen, aber wonach?

Nach uns/mir?

Unser Vater setzte alles daran ∑mich in der Kindheit und Jugend als verrückt darzustellen und uns damit vernichten zu wollen.

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One billion rising 2021 – Live auf YouTube

Dieses Jahr ist ONE Billion Rising Austria 2021 Online. Auf YouTube ist es möglich dabei zu sein. Es hat schon begonnen. Bis 19h gibt’s Programm.

Für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen! Viel Kraft und Liebe und Lebendigkeit für alle Frauen und Mädchen und alle Menschen, die sie unterstützen.

Der Beitrag wird aufgezeichnet und ist auch im Nachhinein anzusehen.

Ergänzung:

Kunst – Stream – After – Party 18h – 19h